Korrekte Montierung 2" Okular an Dobson Teleskop

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Waffeleisen

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

mein erster Beitrag hier - danke für die Freischaltung. Bisher habe ich nur fleißig mitgelesen, bevor ich mir ein Teleskop zugelegt habe. Mein Name ist Andre und ich lebe im nördlichen Schwarzwald.

Seit einigen Wochen bin ich Besitzer eines Dobson 8" Teleskops (Skywatcher Dobson Teleskop N 200/1200 Skyliner Classic DOB).

Aufbau und Nutzung mit den beigelegten Okularen sind soweit auch tadellos verlaufen. Nun habe ich zwecks höhere Vergrößerung noch folgendes Okular erhalten: 5mm Hyperion 68° modulares Okular.

Allerdings habe ich dabei probleme mit der Montierung. Ich möchte durch die 2" Seite schauen - allerdings bin ich mir unsicher, wie die Montage zu erfolgen hat. Muss ich die 1,25" Seite abschrauben? Wenn ich diese abschraube, ändert sich gefühlt nur die Fokusweite (auch mit der dem Teleskop beigelegten Verlängerung kann ich nicht fokussieren, egal ob mit 1,25" Seite oder ohne). Wenn ich das Okular per Hand weiter heraus hebe, als es mit der Fokussierung möglich wäre, kann ich dann auch tatsächlich Himmelsobjekte und nicht nur den Fangspiegel im Okular sehen. Allerdings sind diese dann kaum vergrößert - Eher so groß wie mit dem "Zielfernrohr".

Es wäre wirklich nett, wenn mir jemand weiterhelfen könnte. Entweder ich bin zu unfähig das Okular richtig zu installieren, oder es passt irgendwie nicht mit meinem Teleskop zusammen. Letzteres kann ich mir aber eigentlich nicht vorstellen? Dem Okular ist leider auch keine Beschreibung beigelegt.

Falls es hilft kann ich auch gerne Fotos vom Aufbau anfügen.

Viele Grüße und danke
Andre
 
Hallo Andre,

die Hyperions haben ein 2" Gehäuse und vorne ein Barlow-Element mit 1,25".
Anbei eine Anleitung. Schau dort mal in die Tabelle. Man kann ausser der Standardbrennweite fast jedes Hyperion auf andere Brennweiten umbauen durch den Einbau einer der beiden Zwischenringe oder beider oder dem weglassen des Barlow-Elements. Ich habe diese Okulare auch, aber belasse sie doch in der Ursprungskonfiguration.
Dass Du nichts siehst, liegt vermutlich daran, dass Du noch eine 2" Verlängerungshülse benötigst. Diese war bei meinem Skywatcher 200PDS/1000 dabei.

Grüße
Hartmut
 

Anhänge

Ganz herzlichen dank für die schnelle Antwort.

D. h. wenn ich es auch einfach so wie du mache und die Ursprungskonfiguration nutze, wäre es doch so korrekt wie auf dem ersten Bild, oder? Da ist das Okular und die 2" Verlängerungshülse, die bei meinem Dobson auch dabei war.

Das zweite Bild zeigt den installierten Zustand. Aber wenn ich es so mache, sehe ich leider mit maximal weiter Fokussierung trotzdem den Fangspiegel.

Was ich trotzdem nicht verstehe, dass die Vergrößerung anscheinend nicht hoch ist, selbst wenn ich das Okular per Hand weiter heraushebe als es mit der aktuellen Konstruktion möglich ist. Das ist natürlich zur Nutzung nicht praktikabel, aber ich wollte dadurch auf Fehlersuche gehen. Für mein Verständnis heißt das doch, dass zumindest in der aktuellen Konfiguration meine Verlängerung immer noch zu kurz ist. Darüber hinaus hätte ich auch einen hohen Zoom erwartet, da die Vergrößerung doch bei 240 liegen sollte (1200 / 5).

Viele Grüße
 

Anhänge

  • IMG_20220103_102313.jpg
    IMG_20220103_102313.jpg
    293,8 KB · Aufrufe: 178
  • IMG_20211231_191955.jpg
    IMG_20211231_191955.jpg
    101,3 KB · Aufrufe: 199
Hi,

ich habe die Hyperions nicht, aber andere mit kombinierter 2 und 1,25" Hülse.

Das erste Bild ist mM korrekt, allerdings solltest du es ganz in den Adapter hineinschieben.

Falls du mit dem Fokus weiter nach draussen musst und es nicht reicht, kann man es aber tatsächlich probeweise nur halb reinstecken um Fokus-Strecke zu gewinnen.
Übrigens, als Praxistipp, man kann die Okulare auch einfach händisch vor den eingeschobenen OAZ halten und dann durch hin und wegbewegen den ungefähren Fokuspunkt ermitteln.

Gruß
Peter
 
Hallo Andre
D. h. wenn ich es auch einfach so wie du mache und die Ursprungskonfiguration nutze, wäre es doch so korrekt wie auf dem ersten Bild, oder?
Ich würde gerne auch helfen, nur verstehe ich nur Bahnhof was Du schreibst ...

Allerdings habe ich dabei probleme mit der Montierung. Ich möchte durch die 2" Seite schauen - allerdings bin ich mir unsicher, wie die Montage zu erfolgen hat. Muss ich die 1,25" Seite abschrauben? Wenn ich diese abschraube, ändert sich gefühlt nur die Fokusweite (auch mit der dem Teleskop beigelegten Verlängerung kann ich nicht fokussieren, egal ob mit 1,25" Seite oder ohne). Wenn ich das Okular per Hand weiter heraus hebe, als es mit der Fokussierung möglich wäre, kann ich dann auch tatsächlich Himmelsobjekte und nicht nur den Fangspiegel im Okular sehen. Allerdings sind diese dann kaum vergrößert - Eher so groß wie mit dem "Zielfernrohr".
.... :unsure:
Zuerst Du hast ein gutes Teleskop, welches mit am Markt verfügbaren Okularen sicher funktionieren wird. Ohne Umbau! Das Hyperion könnten man mit entsprechenden, speziellen Adapterringen zu anderen Brennweiten umbauen, aber Du hast ganz andere Probleme. Lass das Okular zunächst mal wie es neu geliefert wurde?

Beim Skywatcher werden zwei Adapter für den OAZ mitgeliefert,
  • Adapter 1 für 1,25" Okulare
  • Adapter 2 für 2" Okulare
von denen jeweils nur einer in den OAZ gesteckt werden. Du musst es so zusammenbauen:

OAZ <--- Adapter 2 für 2" Okulare <--- Hyperion

Das ganze muss "mechanisch" komplett ineinander-rutschen und direkt aufeinander liegen .... (hoffentlich bekomme ich das Bild möglichst schnell wieder aus meinem Kopf ... :whistle:) .... dann muss es auch mit dem Fokus klappen. Mach doch bitte ein Foto von dem ganzen Aufbau am Tag vom Newton wie es im OAZ steckt, so dass man erkennen kann wie es tatsächlich ausschaut. Anhand des Fotos kann man sicher besser helfen.

Viel Erfolg - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Nun habe ich zwecks höhere Vergrößerung noch folgendes Okular erhalten: 5mm Hyperion 68° modulares Okular.
ich verstehe euch Einsteiger immer nicht. ;)
Warum denn höhere Vergrösserung? Das ist meistens erstmal nicht so der Bringer.
Man bekommt nicht unbedingt ein besserer, detailreicheres Bild. Die Planeten bekommt sowieso nie formatfüllend.

Toll sind sehr gute Okulare mit sehr grossen Gesichtsfeld, also dem Spacewalk Effekt.
Wenn man die mal hat, benutzt man nur noch die. ;)
ZB die APMs:


Oder Explore Scientific:

Oder natürlich vom Rolls Royce, Televue.

Gruß
Peter
 
Vielen Dank an alle.

Anbei nochmal ein Foto von der Installation bei Tag. Ich habe das Hyperion so reingesteckt wie es auf dem ersten Foto sichtbar ist. Also mit allen Teilen und nichts abgebaut.

Ich sehe so nur den Fangspiegel.


Bezüglich der Vergrößerung: Na ja, die Idee war halt mehr Details zu sehen.
 

Anhänge

  • IMG_20220103_121742.jpg
    IMG_20220103_121742.jpg
    262 KB · Aufrufe: 182
Anbei meine Adaption:
- 2" Verlängerungshülse ohne einen 1,25" Adapter
- Okular reinstecken und Schrauben anziehen

DIe Vergrößerung ergibt sich aus dem Okular und der Brennweite des Teleskops, nicht darüber, wie weit Du das Okular reinsteckst.
Mit dem Okualrauszug (OAZ) mußt Du dann den Fokus einstellen. Der Fokusbereich ist SEHR eng. Das heißt, Du mußt ganz langsam den Fokussteller bedienen.
Wenn Du ausserhalb des Fokus bist, siehst Du nichts oder komische Sachen (Donuts, Fangspiegelstrecben, graue Matsche,...)

Der Fokus auf einen Planeten oder Sterne liegt an einem ganz anderen Punkt als bei Erdbeobachtungen. Bei Erdbeobachtungen muß der Okualrauszug + Hülse viel weiter rausgedreht werden und je nach Entfernung des Zielobjekts kann es sein, dass Du gar nicht in den Fokus kommst, weil die Mechanik gar nicht ausreicht (OAZ) . Bei Newton Teleskopen ist das oft der Fall. Die sind halt alleine schon aufgrund des seitenverkehrten und kopfüber stehenden Bildes auch nur für Himmelsbeobachtungen geeignet.

Probier das ganze mal nachts am Mond oder Sternen.

Ach ja, ein 5mm Okular ist selten brauchbar. Die Vergrößerung ist zu hoch, das Objekt kaum zu finden, man sieht oft nur Matsche...
Falls Du Planeten beobachten willst in hoher Vergrößerung, sind anderen Teleskoparten in der Regel besser geeignet.

Grüße
Hartmut
 

Anhänge

  • IMG_20220103_121505.jpg
    IMG_20220103_121505.jpg
    400,6 KB · Aufrufe: 156
  • IMG_20220103_121519.jpg
    IMG_20220103_121519.jpg
    407,9 KB · Aufrufe: 150
Hallo Andre,

mit meinem 10" Dobson von Skywatcher und dem 5 mm Hyperion hatte ich das gleiche Problem mit dem Originalzubehör nicht in den Focus zu kommen. Ursache dafür ist die kompromissbehaftete Auslegung der Teleskope sowohl für die visuelle als auch die fotographische Nutzung.

Wie Hartmut schon geschrieben hat, solltest Du zunächst das Okular in der Originalkonfiguration , d.h. mit dem angeschraubten 1,25" Barlow-Element belasssen.

Folgende alternative Lösungsvorschläge, um die Fokusposition Deines Teleskopes anzupassen:

  • Prüfe, ob Du den Hauptspiegel mit den Einstellschrauben für die Justierung weiter nach hinten, d.h. weg von Fangspiegel verschieben kannst. Wenn Du das machst, muss allerdings der Hauptspiegel des Teleskops neu kolliminiert werden; letzteres ist ein Vorgang, den Du bei einem Newton so oder so regelmäßig durchführen solltest.
  • Sofern vorhanden, eine Reduzierung 2"/1,25" in den 2" Okularauszug oder auf das Okular in der Originalkonfiguration (s.o.) stecken, damit können die Hyperions um ca. 2,5 cm weiter nach außen montiert werden
  • Du kaufst Dir passende 2" Verlängerungen, einmal mit 35 mm und einmal mit 50 mm Länge. Damit solltest Du bestehende Fokusprobleme in jedem Fall beseitigen können. Die genannten Verlängerungen haben Klemmringe aus Messing, dadurch werden Klemmspuren am Okular verhindert, außerdem ist die Klemmung präziser.

Viel Erfolg und viele Grüße,

Hermann
 
Hallo Andre,

kommst du mit anderen Okularen in den Fokus?

Dann siehst du, wo die Bildebene von deinem Teleskop ist – bei 1,25"-Okularen in der Regel am Übergang von der verchromten 1,25"-Steckhülse zum breiteren Okularkörper. Das ist auch die Lage der so genannten Feldblende (der schwarze Kreis, der das Bild scharf umgrenzt, wenn du in das Okular schaust. Ein Okular ist ja nichts anderes als eine Lupe, das das Bild vergrößert, das da in der Luft schwebt. Wenn du da ein Blatt Papier statt eines Okulars hinlegst und das Teleskop auf den Vollmond richtest, würdest du den Mond scharf abgebildet projiziert sehen).

Bei den Hyperions ist die Feldblende ebenfalls etwa da, wo die 1,25"-Steckhülse endet und die 2"-Hülse beginnt. In dem PDF Hyperion eyepieces technical data gibt der Wert E an, wie weit die Feldblende vom Übergang der 2"-Steckhülse zum breiteren Okularkörper (der Referenzebene der Skizze) entfernt ist.

Das bedeutet: Die Fokuslage des 5mm Hyperion ist ziemlich ähnlich zu der von 1,25"-Okularen. Wenn du mit einem 1,25"-Okular im Fokus bist, ist der Fokus für das Hyperion mit der 1,25"-Steckhülse nicht fern.

Wenn du eine 2" Okularklemme verwendest, muss das Okular etwa 2,5cm näher an das Teleskop.

Und nicht irritieren lassen: Mit 5mm bist du bei 240x. Das ist zwar schon recht hoch und nicht in jeder Nacht nutzbar, aber warum dir Peter jetzt Okulare mit mehr Bildfeld oder Hartmut ein anderes Teleskop verkaufen will, verstehe ich auch nicht. 0,8mm Austrittspupille ist jetzt auch nicht überzogen; das Teleskop sollte nur justiert sein.

Bei den Hyperion bringt dir die 2"-Steckhülse nur etwas mehr Komfort, weil du dir ggf. das Reduzierstück auf 1,25" ersparst. Optisch ist es (bis auf die Fokuslage) egal, ob du es in eine 1,25"- oder 2"-Okularklemme steckst. Wenn du den 1,25"-Stutzen abschraubst, hast du ein 2"-Okular mit etwa 22mm.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Andre, mit meinem 17mm Hyperion Okular komme ich im 2 Zoll Adapter nicht in den Fokus, das Okular ist dann einfach zu weit drinnen. Im 1,25 Zoll Adapter kein Problem.

Bei Planeten sind 5mm am 8 Zoll f/6 schon noch verwendbar, bei mir an verschiedenen Standorten ging auch oft 4mm noch. Der Dobson muss halt gut justiert und im thermischen Gleichgewicht sein und es hilft sicher auch, wenn man einen guten Spiegel erwischt hat.

VG Klaus
 
Hallo zusammen,

ich verstehe euch Einsteiger immer nicht. ;)
Warum denn höhere Vergrösserung? Das ist meistens erstmal nicht so der Bringer.
sehe ich dann auch so.
Mit 5mm bin ich bei dem Dobson bei 240-fach. Um das auszureizen brauchts ja schon recht gute Bedingungen.
Ich bin ja jetzt nicht so der Dobsianer ;), da brauchts dann auch ein gutes Handling in der Nachführung.
Da würde ich erst mal mit niedrigeren Vergrößerungen das Manuellezweiachsennachführen :ROFLMAO: ;) üben.

Probier das ganze mal nachts am Mond oder Sternen.
:y:

Falls Du Planeten beobachten willst in hoher Vergrößerung, sind anderen Teleskoparten in der Regel besser geeignet.
Mit meinem SC (Schmidt-Cassegrain) gehe ich sehr selten unter 8mm Okular. Eher bei 9mm oder 10mm.
Kommt halt auf die Bedingungen an. Da kommt es dann auch schon vor das "nur" 12mm oder 14mm gehen.
 
Falls Du Planeten beobachten willst in hoher Vergrößerung, sind anderen Teleskoparten in der Regel besser geeignet.
Was wäre denn dann dein Tipp für ein besseres Teleskop als der 8"-Newton, mal davon ausgehen, dass sich Planeten meiner Erfahrung nach erst so ab 250x wirklich lohnen?
Der bereits unbezahlbare 6"-Refraktor als Apo, dem bei 300x die Puste ausgeht? Das Schmidt-Cassegrain, das bei 8" genauso viel zeigt wie der Newton, nur mit größerer Obstruktion? (klar, ein C925 ist dann schon besser, und einen 8"-Apo würde ich dem 8"-Dobvson auch vorziehen – wenn ich eine feste Sternwarte samt Montierung hätte) Ein Schiefspiegler, den man auch in die Übervergrößerung treiben kann, aber praktisch nirgends mehr käuflich zu kriegen ist?

Oder geht's dir um die Montierung? Wenn die Rockerbox schlecht läuft, gibt's EQ-Plattformen.

Aktuell ist am Planet eher das Problem, dass die alle sehr niedrig stehen, aber Mond und Doppelsterne sind auch schöne Ziele für hohe Vergrößerungen.

Beste Grüße,
Alex (der am C14 auch mal über 400x vergrößert, wenn die Bedingungen es – leider sehr selten – hergeben)

Nachtrag: Mathias' 8mm Okular liefert ja auch 250x – das ist ein noch recht oft nutzbarer Vergrößerungswert. 300x geht selten, noch höher geht sehr selten.
 
Die Frage ist auch WAS man vergrößern will.
Sterne sind bei allen Teleskopen mit allen Vergrößerungen nur ein Punkt (oder ein Flatschen wenn die Luft zu sehr flimmert).
In den nächsten Tagen kommt der Mond - da kann man besser üben.
Ich würden auch behaupten, daß Du mit einem 8 Zoll Dobson eine sehr gute Preis /Leistung bekommst und das für Planeten schon sehr gut nutzbar ist.
Es muss halt eine gute Optik haben, gut justiert sein, gut abgekühlt und man sollte mit der Dobsonmontierung klarkommen - meiner Ansicht nach Übungssache.
Das Okular sollte mit dem 1 1/4 Zoll Anschluss etwa den selben Fokuspunkt haben wie die anderen Okulare. Wenn man das 1 1/4 Steckteil mit der Linse abschraubt hat man kein 5mm Okular mehr sondern ein 35mm.
Felix
 
Hi Alex,
...
Und nicht irritieren lassen: Mit 5mm bist du bei 240x. Das ist zwar schon recht hoch und nicht in jeder Nacht nutzbar, aber warum dir Peter jetzt Okulare mit mehr Bildfeld oder Hartmut ein anderes Teleskop verkaufen will, verstehe ich auch nicht. 0,8mm Austrittspupille ist jetzt auch nicht überzogen; das Teleskop sollte nur justiert sein.
..
genau, nicht irritieren lassen. ;)

Nichts für ungut, ich beobachte seit Jahrzehnten und habe mehrere Dobsons, bin aber kein Beobachtungsweltmeister.
Meine Erfahrung ist, dass seltsamerweise Okulare mit weniger Vergrösserung oft das bessere Bild zeigen.
(Es ist natürlich nicht wirklich seltsam, da optische Eigenschaften das ja erklären können)

Ich halte deswegen aus meiner Erfahrung das Stark-Vergrössern für überbewertet. ;)

Aber Andre @Waffeleisen soll ruhig seine eigenen Erfahrungen machen. Das ist der richtige Weg.
Und eins stimmt auch, für höhere Vergrösserung von Planeten braucht man nicht unbedingt ein Okular mit grossem Gesichtsfeld.
Allerdings ist es beim Dobson ganz praktisch, wenn es aufgrund des grossen GF länger dauert bis der Planet aus dem Sichtfeld ist und man daher auch einfacher und nicht so hektisch manuell Nachschubsen kann.

Gruß
Peter
 
Hallo Andre!

Anbei nochmal ein Foto von der Installation bei Tag. Ich habe das Hyperion so reingesteckt wie es auf dem ersten Foto sichtbar ist. Also mit allen Teilen und nichts abgebaut.
Das schaut gut aus. Lass Dich jetzt bitte nicht von den zusätzlichen Information der geschätzen Kollegen kirre machen. Ich finde es ist erst mal wichtig die Faktenlage zu klären. Fang jetzt bloß nicht an am Newton selbst was zu verstellen. Du weißt noch gar nicht was falsch läuft! Also ruhig Blut.

IMG_20220103_121742.jpg


Also so wie auf Deinem Bild kann es funktionieren.

Ich habe aber irgendwie noch das Gefühl, dass Du jetzt am Tag versuchst festzustellen wie es mit dem Hyperion ausschaut. Das ist völlig unabhängig vom Okular schwierig und wenn überhaupt nur möglich wenn Du versuchst etwas wirklich weit entferntes, Kilometer-weit entferntes Objekt scharf zu stellen. So nach dem Motto Nachbars Kirschbaum muss auch gehen, das wird nichts.

Also heute Nacht wenn es klar ist ausprobieren.

Und jetzt gibt es noch einen Plan B von mir.


Plan B - Du testest es in der Nacht wie auf Deinem Foto oben und schraubst den OAZ ganz rein, also dass das Okular quasi so weit wie möglich in Richtung des Fangspiegels sich befindet. Also genau anders wie im Foto, da ist der OAZ auf der äußersten Position, das Okular also maximal weit weg vom Fangspiegel. Also OAZ ganz rein schrauben, dann schaust Du durch und beobachtest mögliche Sterne. Da wirst Du irgendwas großes helles sehen. Wenn es richtig läuft, müssten diese "Fragmente" kleiner werden wenn DU den OAZ weiter rausfährst, also das Okular sich weiter weg vom Fangspiegel bewegt.

Wichtig ist festzustellen, werden die sichtbaren Segmente kleiner wenn Du von ganz innen nach außen fährst, oder werden Sie größer. Werden Sie kleiner, ist alles gut, werden Sie von Beginn an größer, ist es blöd! In Ruhe mehrfach probieren und immer dran denken vor einem neuen Test den OAZ immer komplett reinfahren.

Hier jetzt Annahme die Fragmente werden kleiner wenn DU den OAZ von ganz innen weiter rausfährst.
Irgendwann solltest Du hoffentlich bevor Du die oberste Endposition erreichst ein scharfes Bild bekommen.

Sollte von unten nach oben die Fragmente immer kleiner werden, wichtig K_L_E_I_N_E_R werden, aber am obersten Ende immer noch nicht im Fokus sein, dann kannst Du folgendes versuchen. Stecke das Okular nicht vollständig in den OAZ sondern lass ungefähr ein Spalt von 2-3 Millimeter zwischen OAZ und Okular und klemme das Okular mit Abstand.

Dann beginnst Du von vorne. Also OAZ ganz rein und die Fragmente beobachten beim Rausfahren des OAZs. Sie müssen kleiner werden. Pass dabei auf, dass Du den Newton nicht verschiebst. Andere Sterne zeigen andere Größen und dann kann man sich schon täuschen. Jetzt müsstest Du beim Rausfahren entweder in den Fokus kommen oder es müsste zumindest an der obersten EInstellung des OAZs (größt mögliche Entfernung von Okular zu Fangspiegel) besser sein, sprich das Fragment müsste deutlich kleiner sein als im ersten Schritt.

Falls immer noch kein Fokus erreicht wurde kannst Du die Prozedur wiederholen, aber statt mit 2-3 Millimeter Abstand zwischen OAZ und Okular 4-6 Millimeter Abstand. Es geht nicht genau.

Hier jetzt der blöde Fall die Fragmente werden von Beginn an größer, wenn Du den OAZ von ganz innen weiter rausfährst.
Dann hast Du mit dem Hyperion als 2" Okular im Moment keine echte Chance. ABER!!! :geek:

Du kannst das Hyperion auch als 1,25" Okular klemmen. Das geht dann so:

OAZ <---- Adapter 1 für 1,25" Okulare <---- Hyperion Okular

WICHTIG! Nur einen Adapter verwenden! Also nicht: OAZ <---- Adapter 2 für 2" Okulare <---- Adapter 1 für 1,25" Okulare <---- Hyperion Okular

Dann noch Mal die oben beschriebene Prozedur, OAZ ganz rein und den Fragmenten zuschauen, wie es ausschaut und sich verhält.

Sollte es damit auch nicht klappen, dann versuch Dir zu merken wie sich diese Helligkeits Fragmente verhalten und versuche es verknüpft mit der Angabe wie der OAZ steht, vielleicht Fotos vom OAZ und eine Zeichnung/Skizze wie es ungefähr im Okular ausschaut zu machen bzw. zu beschreiben.

Das lässt sich lösen. Ich vermute Du stolperst jetzt nur über irgend ein dummes Problem über das Du später lachen kannst.

Noch was! Ich habe gerade im Nachgang dein Foto in meinen Beitrag eingebaut. Da dachte ich mir der 2" Adapter schaut aber ziemlich lang aus. Miss den einfach mal mit einem Lineal und gib die Länge durch. Ich vergleiche es mit meinem Adpater. Es könnte auch sein, dass dieser Adapter falsch oder zumindest für das Hyperion nicht passend ist. Dann könnte man auch einen kürzeren Adapter nehmen. Daher ist es wichtig auszuprobieren wo liegt das Problem. Also wie oben beschrieben machen, beobachten und durchgeben wie es Dir ergangen ist.

Viel Erfolg - MünchenBeiNacht - Ewald
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Peter,

meinen ästhetischsten Jupiter hatte ich im 90/1000 Refraktor – klein, aber hübsch anzuschauen und auch im Plössl noch mit genug Feld außenrum. Aber für Details braucht's halt Vergrößerung – und Öffnung, die die Auflösung auch bringt. Mars ist im 90/1000 auch bei 150x ist ein kleiner roter Ball; der wird so bei 250-300x langsam interessant. (Gerne binokular mit Nachführung für entspanntes Beobachten)

Wo ich gar nichts dagegen sage: Dass kleinere Vergrößerungen als ca. 1mm Austrittspupille keine weiteren Details zeigen, sondern sie nur aufblasen – und es dann auf die Sehstärke des Beobachters ankommt, ob er die Details besser sieht.

Und wo ich dir zustimme: Dass ein großes Bildfeld am Dobson das Nachschubsen bei hoher Vergrößerung vereinfacht. Das liegt aber nicht am Teleskop, sondern an der Montierung. Eine EQ-Plattform oder eine nachgeführte Montierung vereinfacht das, mit einer gut laufenden Rockerbox und etwas Übung sollte es auch gehen. Ein Ortho würde ich auch nicht nehmen... aber 68° sind jetzt auch nicht so wenig Feld, dass gleich doppelt- bis dreimal Okulare empfohlen werden müssen – oder ein 30mm Übersichtsokular für 1000€ mit zu verlinken, das an engen Doppelsternen oder Planeten bei 40x gewiss weniger zeigt als das 5er in einer guten Nacht;)

250x am 8"er ist noch ein vernünftiger Vergrößerungsbereich, der oft genug nutzbar ist, dass das Okular kein Fehlkauf ist.

Dass ein gutes Übersichtsokular öfter genutzt wird als das für die Höchstvergrößerung – völlig d'accord.

Nur wenn als Lösungsvorschlag kommt, man soll doch was völlig anderes kaufen, dann komme ich mir vor wie bei Apple ;) Das bringt bei dem Problem, den Fokus zu finden, gar nichts. Andre braucht keinen Neukauf, sondern die Zeit, z.B. Ewalds ausführliche Anleitung durchzuspielen.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo zusammen,

echt Wahnsinn, wie viel und wie schnell einem hier geholfen wird.

Leider ist der Himmel aktuell komplett zugezogen. Aber sobald ich die Möglichkeit habe, werde ich die Antworten befolgen. Angefangen mit Ewalds Anleitungen, da ich vorerst nur ungern den Hauptspiegel verstellen würde, da mit den anderen Okularen alles geklappt hat. Ich hoffe, dass es hilft.

Viele Grüße und danke nochmal
 
Hallo Andre,
nicht erschrecken... 10 Leute, 11 Meinungen (und sicherlich die meisten basierend auf den eigenen Erfahrungen), passiert öfters.
Ewald hat sich da echt Mühe gegeben!
Und auf wolkenfreie Nächte warten hier sicherlich alle.

Viele Erfolg
Hartmut
 
Hallo Andre,
hier noch eine 12. Meinung ;):
Am Foto kommt mir vor, das Okular ist sehr weit draußen. Probeweise könnte man das Okular einmal ganz ohne Adapter direkt in den Okularauszug stecken, der passt für 2" Okulare. Dann wie beschrieben, ganz von innen beginnen den Fokus zu suchen. Der Mond als ideales Testobjekt ist ja demnächst wieder da.
CS Nik
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

vor einigen Tagen war es endlich soweit (ich kam leider noch nicht dazu den Beitrag zu schreiben).
Der Mond war gut sichtbar und auch der Himmel war ziemlich klar. Mit dem Mond klappt es mit dem Fokussieren natürlich bedeutend besser als bei irgendwelchen kleinen Sternen. Was ich dabei festgestellt habe: Das Okular funktioniert einwandfrei. Ich habe im gleichen Zuge noch einen Graufilter vorne drangeschraubt, da ich bei meiner letzten Mondbeobachtung ein paar Minuten auf dem Auge fast nichts mehr sehen konnte (Blendung)...
Es ist wirklich Wahnsinnm wie detailliert und klar allles sichtbar war! Kein Vergleich zu meinen anderen Teleskopen. Für Mondbeobachtungen kann ich also für meinen Teil sagen: Die Vergrößerung ist auf keinen Fall zu groß.
Zwei Sachen sind mir jedoch aufgefallen:
- Ich muss das Okular ca. 1-2mm weiter herausziehen, als es eigentlich sein sollte. D. h., es liegt nicht ganz in der Verlängerung auf (mit ganz ausgedrehtem Fokus) sondern wird so mittelmäßig von den Justierschrauben gehalten. Das gefällt mir nicht ganz so gut. Vermutlich muss ich dazu eine größere Verlängerung kaufen? Oder gibt es noch andere Einstellmöglichkeiten?
- Ich musste irgendwie schräg in die Okular reinschauen, um etwas zu sehen. Also nicht einfach gerade, wie bei meinen 1,25" Okularen, sondern als wenn ich um die Ecke gucken möchte. Ist das normal?

Viele Grüße
 
Hi!

Schön, dass es klappt!

Fehlen dir die 1-2mm mit der 2"-Steckhülse oder der 1 1/4"-Hülse? Wenn es mit der 2"-Steckhülse ist, kannst du auch ein 2"/1,25"-Reduzierstück nehmen. Das baut auch noch einmal runde 5mm auf, oder mehr.

Ansonsten hast du beim Newton immer noch die Option, bei der nächsten Justage den Hauptspiegel 2-3 mm nach vorne zu versetzen.

Schräger Einblick ist seltsam. Keine Ahnung.

Beste Grüße,
Alex
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben