KS mit 102mm Mak

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stefand

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Hallo,

gestern, man glaubt es kaum, war es über dem nördlichen Heilbronn auch gegen 22:30 Uhr noch sternenklar. Da waren sie also wieder die drei Parameter Dunkelheit, Zeit und ein sternenklarer Himmel.
Nach kurzem Blick war allerdings klar, das es sich um keine besonders dunkle Nacht handeln wird. Die Lichter aus Heilbronn rücken immer näher und machen den Blick nach Süden erbärmlich.
Doch so spät und so spontan wollte ich nicht mehr rausfahren. Der Besuch gerade gegangen, die Wohnung wieder ein wenig aufgeräumt - da will man entspannen.
Also packt der Gelegenheitsspechtler seinen Krempel vom Dachgeschoss in den Garten, baut alles auf und blendet die Straßenlaterne der 50m entfernten Radwegs mit einem Tuch ab... naja nicht gesamte Laterne (tät ich wohl gerne), aber das, was in den Garten an Licht gelangt kann ich so blockieren.
Was kann man mit einem 102mm Mak auf einer AZ4 und Okularen zwischen 32mm und 8mm an einem 4.5 - 5mag Himmel beobachten?
Spontan gehen u.a. Planeten und Kugelsternhaufen.
Es beginnt mit M13, denn für diesen benötigt man Leuchtpunktsucher, das 25mm Plössl und das Sternbild Herkules. Mit dem 8mm Radian und bei 125x steht er jetzt im Gesichtsfeld und wartet darauf, seine vielen Sterne zu zeigen. Bei einer Öffnung von 102mm muss man sich schon sehr reinknien, um sowas wie Auflösen hinzubekommen. Das beginnt erstmal mit langem gucken - ja ich habe lange auf den M13 geschaut und habe meinen Blick um ihn herum wandern lassen. Beim indirekten Sehen kommen doch einige Sterne hervor, wenn auch nur kurz. Hier leistet das Radian 8mm übrigens bessere Dienste als mein bisheriges Planetary 8mm. Der Hintergrund im Radian wirkt dunkler und die lästigen Streulichter der externen Lichtquellen rund um unseren Garten haben keine Auswirkungen auf das Bild im Okular. Hier war aus meiner Sicht der größte Schwachpunkt meines Planetary. Externes Licht zauberte helle Ränder in das Gesichtsfeld, welche ich erst durch das Abdecken wieder wegbekommme. Das geht, war mir aber lästig.
Um noch mehr erkennen zu können, habe ich meine Jacke über den Kopf geworfen, um so eine noch dunklere Umgebung zu bekommen. Das macht sich bemerkbar, noch ein paar Sterne mehr kamen hervor.
Perfekt wäre jetzt eine Nachführung und dann steht das Objekt wie festgenagelt im Gesichtsfeld. Außerdem stehe ich noch vor dem Gerät - Sitzen beruhigt die Kopfbewegungen und in Summe sollte das Beobchten noch schöner sein.
Als zweites Objekte durfte M92 ran. Der ist nicht mehr so einfach zu finden, wenn man das GEsichtsfeld (1.3° mit 25mm Plössl) eines Mak und einen Leuchtpunktsucher hat. Ungefähr weiß man es ja, aber dennoch sollte man ein paar Minuten Geduld aufbringen.
Der M92 ist kleiner und vor allem in der Mitte konzentrierter, während der Halo schwächer ist - verglichen mit dem gerade angeschauten M13. In der Mitte konnte bei 125x gemottel erkannt werden, sogar Sterne bei indirektem Sehen kamen hin und wieder hervor. Auch das brauchte wieder Zeit, sowie eine Jacke über dem Kopf. Die Zeit sollte man sich aber ruhig mal nehmen, auch wenn man glaubt nach dem ersten Gucken habe man doch alles gesehen und weitere Objekte am Himmel warten.
Der dritte Kugelsternhaufen ist wieder einfacher zu finden, aber über der Lichtglocke von Heilbronn. Wenn man alpha-Coma Berenike (4.3m) indirekt sieht und direkt nicht sicher halten kann, kann man sich vielleicht ein Bild von Himmel in dieser REgion machen. Da M53 neben diesem Stern liegt, ist zumindestens das Finden einfacher.
Das Bild war dann auch so, wie zu erwarten. Der matschige Fleck ließ sich kaum etwas entlocken. Der M53 ist ungefähr so groß, wie der M92, aber dunkler. Mit viel Geduld konnte ich gemottel im Zentrum sehen, aber mehr nicht.

Doch zum Schluss noch was Helles: Der Saturn stand schon im Südwesten und der Mak dürfte jetzt sehr gut temperiert sein. Also mit 125x auf den Saturn und ein schön scharfes Bild mit dem Ringschatten, einem Mond weiter weg (rechts bei seitenverkehrter Betrachtung) und einem Mond links, nahe am Saturn erkannt. Nach einigem Gucken meinte ich zwei Monde dicht links neben Saturn gesehen zu haben, jedenfalls indirekt. Laut dem Ahnert hätte das hinkommen können, aber so langsam wurde ich müde. Etwas mehr von den Bändern oberhalb des Ringshätte ich gerne gesehen, aber das waren nur hauchfeine Anflüge, sofern das Bild mal ganz ruhig war - da hat mich das Bild neulich in einem älteren, orangenen C8 mehr überzeugt ... okay, der hat auch 8" und nicht 4".

In Summe habe ich kaum eine bemerkenswerte Anzahl an Objekten gesehen, aber das längere Beschäftigen mit einem Objekt hat mir an diesem Abend einfach mehr Spaß gemacht.

CS,
Stefan
 
Hallo Stefan,

Du hast zwar meiner Meinung nach eher wenige Objekte gesehen, darüber aber einen interessanten Bericht geschrieben.

Klare Nächte wünscht

fquadrat
 
Hallo Fquadrat,

an den Objekten habe ich eine Stunde reine 'Guckzeit' verbracht.
Ich habe mich bewusst nicht treiben lassen von den vielen Möglichkeiten, welche sich noch geboten hätten.

CS,
Stefan
 
Hi Stefan,

die lange Zeit, die mit jedem Objekt verbracht wurde, wirkt sich positiv auf die Qualität des Berichts aus, aber wenn die Nacht schon klar ist, kann man normalerweise doch einige Objekte mehr ansehen. In Südwestfalen wird man das auch, denn solche Nächte sind, besonders dann, wenn der Mond nicht stört.

Einen klaren Himmel wünscht

fquadrat
 
Ja, so oft sind die Nächte in den letzten Monaten nicht klar, aber die Objekte kommen wieder und dann kann ich es wieder probieren. Vom Wetter lass' ich mich da nur unsofern beeinflussen, als dass ich versuche an einem schönen Abend draußen zu sein.

Es gibt aber durchaus Abende, da gehe ich ein wenig auf Masse. Aber irgendwie bin ich da gehetzt und wirke am Ende auf mich selbst sogar sprunghaft, um noch das eine oder andere mitzunehmen. Das hat bei mir dann durchaus was von Fire&Forget.

Damit werde ich der Vielfalt eines Objektes aber wenig gerecht. Ich kann einem Objekt mehr entlocken, wenn ich länger dranbleibe. Das hat durchaus mal seinen Reiz diese Gründlichkeit und das Innenhalten am Objekt. Auf mich jedenfalls.

CS,
Stefan
 
Zitat von stefand:
Ich kann einem Objekt mehr entlocken, wenn ich länger dranbleibe. Das hat durchaus mal seinen Reiz diese Gründlichkeit und das Innenhalten am Objekt. Auf mich jedenfalls.

Schon klar, aber bei DS komme ich mesit schnell zu dem Punkt, an dem weiteres Beobachten keine neuen Informationen mehr bringt. Anders ist das bei Planeten, wo man meist nach einiger Zeit noch weitere Details erkennt. Da kann dann schon einmal eine halbe Stunde für Jupiter draufgehen.

Klare Nächte wünscht

fquadrat
 
Hi,

Schon klar, aber bei DS komme ich mesit schnell zu dem Punkt, an dem weiteres Beobachten keine neuen Informationen mehr bringt.

so unterschiedlich sind die Beobachter. Einem KS oder einem offenen Sternenhaufen oder gar einem Gasnebel kann ich viele Informationen entlocken. Sternenreihen oder Verdichtungen, dunkle Felder oder Strukuren. Auch verschieden Vergrößerungen machen Sinn, von der Übersicht, bis hinein in die Details.

Aber auf den Jupiter freue ich mich schon - Mars wird mir nämlich zu klein.

CS,
Stefan
 
Hi Stefan,

den DS-Objekten kann ich ebenfalls viele Informationen entlocken, aber schneller als einem Planeten.

Die Vergrößerungen zu variieren, bringt nicht immer etwas. Bei den meisten Galaxien etwa gibt es zu einem Zeitpunkt, an einem Ort und mit einem Teleskop meist nur eine Idealvergrößerung. Bei Planeten gibt es meist einen moderat großen Vergrößerungsbereich, wobei ich meist ordentlich "reinballere". Was seeing- und nachführtechnisch geht und auch der Teleskopoptik zusagt, wird genommen. ;-)

Die 1:8er Newtons bekommen Okulare zwischen 7 und 5 mm (das 4er hat einen ungünstigen Einblick), wobei der 114/900er wegen stärkeren Wackelns und fehlenden Motors eher bei 7 bis 6,5 gehalten wird. Das 90/1250er ist noch zu neu für die meisten Objekte, aber größer als 7 mm wird da die Okularbrennweite auch nicht.

Auf Jupiter freue ich mich wegen des winzigen Marsscheibchens ebenfalls, zumal er ein helleres Bild als Saturn gibt.

Einen klaren Himmel wünscht

fquadrat
 
Hallo f2,

bei Galaxien stimme ich dir zu, die haben einen Bereich, wo sie am Besten funktionieren (AP 2 - 2,5), aber wenn es der Himmel mal zulässt geht vielleicht an hellen Exemplaren auch mal AP 1.8 - so hatte ich es jedenfalls an M81/82 schon erleben dürfen.
Auch das Durchvergrößern bei einem offenen Sternenhaufen finde ich schön, z.B. M67, welcher bei höheren Vergrößerungen mehr Stern zeigt, aber bei niedrigen Vergrößerungen dieses Meer an vielen kleinen Nadelpunkten aufweist.

Die Planeten habe ich lange nicht besonders beachtet. Außer den Saturn - die Ringe finde ich spannend. Ich weiß noch nicht, ob sich das ändert. Vielleicht, wenn ein 8" Cassegrain dasteht. Ich schau sie mir schon an, aber ich beschäfte mich nicht mit Ihnen.

Etwas OT: Ist das Bild (bezogen auf die 6" Newtons) in deinem f/8 kontrastreicher, als im f/5 ?

CS,
Stefan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Stefan,

mir haben die Galaxien bei dunklem Himmel gut mit 1,4 mm AP gefallen, zumindest M81/82, M65/66 und NGC 4565. Viel mehr konnte ich in den letzten paar Jahren leider nicht unter dunklem Himmel beobachten, weil erst seit letztem Herbst in Teleskop mit gutem Sucher zur Verfügung steht.

Mit den offenen Sternhaufen geht es mir ähnlich wie Dir, aber bei denen findet sich meist doch eine Vergrößerung, bei der der Haufen am beeindruckendsten ist. Allerdings kommt man schneller zu dieser Vergrößerung, wenn man ein Zoomokular einsetzt. Das 7-21-mm-Teil vom Ransburg hat zwar bei langen Brennweiten nur wenig scheinbares Gesichtsfeld, ist aber erstaunlich brauchbar. Ursprünglich war es dazu da, die Okularwechselzeiten bei schnell ziehenden Wolken zu minimieren, um die kurzen Augenblicke auszunutzen, aber inzwischen ist das Zoom öfter im Einsatz als die von ihm überspannten Festbrennweiten.

Planeten waren ursprünglich weniger mein Ding, aber nach fünf Jahren Teleskop mit suboptimalem Sucher lernt man ihre leichte Auffindbarkeit zu schätzen.

Zum Kontrast kann ich nicht viel sagen, da ich den 1/8 erst seit Herbst 2009 besitze, den 1:5 sogar erst seit Mitte März 2010, und das Wetter seitdem selten brauchbar war. Daß für beide nur eine Montierung zur Verfügung steht, erleichtert Vergleiche nicht. Ausgiebig verglichen wird, sobald Jupiter vernünftig zu sehen ist.

CS,

fquadrat
 
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