KTG 63 (NGC 5963, NGC 5965 und NGC 5971) mit dem NCT300

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DietSky

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Hallo!

Meine Heute hier vorgestellte Aufnahme wird meinen diesjährigen Abschluss der Galaxiensaison markieren. Dieses Mal habe ich sie besonders lange, fast bis zum Termin der Sommersonnenwende ausgedehnt, mit all den Nachteilen die die jetzt vorherrschende Himmelhelligkeit mit sich bringt.

In vier kurzen, sommerlich warmen Nächten, habe ich insgesamt etwas über sieben Stunden Belichtungszeit für das Projekt KTG 63 sammeln können. KTG 63 ist eine Galaxiengruppe im Sternbild Drache, bestehend aus NGC 5963, NGC 5965 und NGC 5971. Dieses Trio befindet sich zwar im selben Himmelsareal, doch in großer räumlicher Distanz zueinander.

Die sehr leuchtschwache Face-On-Galaxie NGC 5963 ist mit 36 Millionen Lichtjahren uns am nächsten gelegen. Sie besitzt zwar eine verhältnismäßig helle Kernregion, doch ihre äußeren Spiralarme waren auf einem 300s-Einzelframe kaum auszumachen. Da diese vorrangig im blauen Licht erscheinen, habe ich in diesem Bereich deutlich mehr Belichtungszeit als im grünen und roten Spektralbereich investiert. So war es möglich, diese schwachen Details noch farblich darzustellen. Besondere Beachtung muss man bei der Bearbeitung der Bilddaten dieser Galaxie dem enormen Dynamikumfang schenken, möchte man nicht die Details im hellen Kernbereich in der Sättigung verlieren.

Die dazu scheinbar in unmittelbarer Nähe befindliche Galaxie NGC 5965 zeigt sich uns nahezu in Kantenlage mit einem ausgeprägten Staubband. Diese Galaxie ist mit einem Durchmesser von 240.000 Lichtjahren riesig und nahezu doppelt so groß wie unsere Milchstraße. Die Entfernung beträgt etwa 160 Millionen Lichtjahre.

Noch weiter entfernt, und zwar 200 Millionen Lichtjahre, ist die dritte Galaxie NGC 5971 im Trio. Bei genauerem Hinschauen erkennt man einen von ihr in westlicher Richtung ausgehenden, pilzförmigen Sternenhalo. Diesen konnte ich jedoch leider nicht deutlicher herausarbeiten, da meine Bilddaten dies, bedingt durch die starke Himmelsaufhellung, nicht hergegeben haben. Mein, an der Sternwarte installiertes Sky Quality Meter (SQM), schreibt seine Messwerte direkt in den Dateinamen der Einzelframes und zeigte Werte um 19,95 mag/arcsec² zu Beginn und Ende der Aufnahmenächte und bis 20,86 mag/arcsec² in der Mitte der Nacht.

Mein nächstes Ziel wird nun keine Galaxie sein, sondern ein Planetarischer Nebel, der es aber in sich hat! ;)

Danke für euer Interesse. Wie immer freue ich mich über eure Anmerkungen bzw. Kritik zu meiner Aufnahme.

CS Dietmar

1. Gesamtes Feld zur Übersicht

NGC5963-5965-5971_LRGB_klein.jpg



2. 70%-Crop der "Hauptdarsteller" NGC 5963 und NGC 5965

NGC5963-5965-5971_LRGB_Crop70.jpg


3. Gesamtes Feld etwas größer

Aufnahmedaten:

Instrument: 12" Newton-Cassegrain NCT300 (Eigenkonstruktion) im Primärfokus mit ASA-Korrektor bei f=2071mm
Aufnahmekamera: QHY268M @-10°C Sensortemperatur
Guiding: Lodestar Pro am OAG
Filter: Antlia Filtersatz L, R, G, B
Belichtungszeiten: L: 42x300s; R,G: je 15x240s; B: 27x240s
Gesamtbelichtungszeit: 7h18m
07./08., 09./10., 15./16. Und 18./19.06.2026
 
Hallo Dietmar,

jetzt sind unsere "12er" wieder synchron, ich hatte die Objekte ja auch erst vor Kurzem aufgenommen.
Auch wenn die Objekte schon länger auf deiner Liste standen,
finde ich es immer wieder interessant, die unterschiedlichen Herangehensweisen und Ergebnisse miteinander vergleichen zu können.

Wie immer ist dir eine tolle Vorstellung gelungen, begleitet von einer sehr informativen Beschreibung der einzelnen Galaxien.
Man merkt, wie viel Überlegung und Sorgfalt sowohl in der Planung als auch in der Bearbeitung stecken.
Besonders beeindruckend finde ich, was du trotz der bereits weit fortgeschrittenen Galaxiensaison und der hellen Sommernächte noch aus den Daten herausholen konntest. Der gezielte höhere Blauanteil bei NGC 5963, um die schwachen Spiralstrukturen besser sichtbar zu machen, ist ein schönes Beispiel dafür, wie durchdacht du an die Aufnahme herangegangen bist.

Ich bin schon gespannt, welcher planetarische Nebel als Nächstes auf deiner Liste steht.
(Einen NGC-PN mit der Quersumme 22 habe ich vor Kurzem ebenfalls aufgenommen) vielleicht sind da ja wieder synchron. ;)

Ich wünsche dir weiterhin klare Nächte und freue mich schon auf deine nächste Vorstellung.

Viele Grüße
Karsten
 
Hallo Karsten,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort, du gibst dir wirklich immer sehr viel Mühe!

Auch wenn die Objekte schon länger auf deiner Liste standen,
finde ich es immer wieder interessant, die unterschiedlichen Herangehensweisen und Ergebnisse miteinander vergleichen zu können.
Ich denke, dein nächster Step sollte eine Monokamera sein.

Ich bin schon gespannt, welcher planetarische Nebel als Nächstes auf deiner Liste steht.
(Einen NGC-PN mit der Quersumme 22 habe ich vor Kurzem ebenfalls aufgenommen) vielleicht sind da ja wieder synchron. ;)
Leider nein, mein PN hat die Quersumme 18.

CS Dietmar
 
Ich denke, dein nächster Step sollte eine Monokamera sein.

Vielen Dank Dietmar,
seit Anfang 2022 nutze ich eine ASI294MM Pro an meinem APO-Setup.
In dieser Zeit sind viele schöne Aufnahmen entstanden,
und die Kamera hat mich in Sachen Bildqualität immer überzeugt.

Trotzdem macht mir die Astrofotografie mit einer One-Shot-Color-Kamera (OSC)
im Moment einfach mehr Spaß. Der unkompliziertere Aufnahme-Workflow
und die Ergebnisse im RGB Bereich sprechen mich derzeit sehr an.

Dabei steht außer Frage, dass die Monokamera,
insbesondere im Schmalbandbereich,
noch einmal deutlich mehr Möglichkeiten bietet
und eine höhere Aufnahmequalität sowie mehr Flexibilität
bei der Bildbearbeitung ermöglicht.

Mittelfristig liebäugle ich daher auch mit einer IMX571-Monoversion.

Grüße und CS
Karsten
 
Dabei steht außer Frage, dass die Monokamera,
insbesondere im Schmalbandbereich,
noch einmal deutlich mehr Möglichkeiten bietet
und eine höhere Aufnahmequalität sowie mehr Flexibilität
bei der Bildbearbeitung ermöglicht.

Mittelfristig liebäugle ich daher auch mit einer IMX571-Monoversion.
Hallo Karsten,

das siehst du vollkommen richtig.
Mit der Monokamera hast du nicht nur bei der Schmalbandfotografie mehr Freiheitsgrade und einen besseren Signal-/Rauschabstand, sondern auch bei der RGB (L)- Aufnahme.

Ich wähle z.B., je nach Farbverteilung des Objekts, unterschiedlich lange Summenbelichtungszeiten für die Farbkanäle. Steht das Objekt in geringer Horizontdistanz, kann man durch längere Belichtungszeiten im Blaukanal einen Teil der atmosphärischen Absorption ausgleichen.

Auch überlege ich mir die Reihenfolge der Farbkanäle, je nach Himmelshelligkeit oder den aktuellen Seeingbedingungen.
Der Rotkanal reagiert i.d.R. weniger auf schlechtes Seeing und so belichte ich diesen Kanal z.B. auch zu Beginn, wenn evtl. das instrumentennahe Seeing noch nicht ganz im Gleichgewicht ist. Erst später in der Nacht beruhigt sich vielleicht das Seeing für den Grün- und Blaukanal.
Ebenfalls kann der Rotkanal schon recht gute Ergebnisse liefern, wenn der Himmel noch nicht vollkommen dunkel ist oder noch ein Rest von Mondlicht vorhanden ist.

Das Bisschen mehr an Aufwand während der Aufnahme oder der anschliessenden Bearbeitung nehme ich dafür gern in Kauf.

CS Dietmar
 
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