Kühlung für DSLR?

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Burkard

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Hallo!

Angeregt von einem Beitrag im neuen Interstellarum, spiele ich mit dem Gedanken, eine einfache Kühlung für meine alte 300Da zu basteln.
Hat jemand irgendwelche Versuche in dieser Richtung unternommen, wie etwa Gary Honis?
Mir schwebt ja erstmal eine Lösung mit einem fertigen Minikühlschrank (sowas vielleicht?) vor. Oder ist das kompletter Blödsinn...??
 
naja, einen kompletten minikühlschrank gleich kaufen? schau doch mal bei den elektronik-versendern nach den peltier-elementen.
aber ob man dann das ganze noch wirklich mobil betreiben kann? einerseits wegens stromverbrauch und zweitens müsste die entstehende wärme ja irgendwie aus der kamera raus -> gehäusemodifikation + grosser aussenliegender kühlkörper. ausserdem besteht nun auch die gefahr der kondenswasserbildung auf dem kalten chip...

r.
 
Hallo Ronald, hallo Klaus!

So einen Minikühlschrank als Ausgangsbasis finde ich dennoch nicht so schlecht. Preislich wird da wenig Unterschied zu Einzelteilen sein. Meine Hauptsorge ist eher die Größe und das dazukommende Gewicht. Kondenswasser kann natürlich auch zum Problem werden und ob das Ganze wirklich effektiv genug kühlt, bleibt das große Fragezeichen...

Mir ist schon klar, dass man damit eine gekaufte CCD-Kamera nicht ersetzen kann (im übrigen besitze ich auch eine ATIK 16HR), aber hier im Selbstbau-Forum geh´ts ja auch um den Spass am Basteln ;)
 
Hallo Burkhard,

der Mini-Kühlschrank hört sich erstmal vernünftig an. Damit kommt die Kamera auf eine typische "Winter-Temperatur", was das Rauschen im Sommer merklich senkt.

Leider funktioniert es aber nicht - zumindest sehen meine Erfahrungen so aus.

1. Im Gegensatz zum "natürlichen Winterbiotop" für die Kamera, findet im Kühlschrank keine Umströmung der Kamera mit kalter Luft statt. Im Gegenteil - die Kamera wird von jeder Luftströmung ferngehalten. Angenommen, die Luft im Kühlschrank wäre 6° kälter als die Umgebungstemperatur (mehr ist sowieso nicht drin) - dann reden wir im Sommer von entweder 20° Umgebungsströmung, oder 14° absolut stillstehender Luft. Die 20°-Strömung kühlt besser...

2. Die Leistung des Kühlschrankes ist sehr begrenzt und für Kaltgetränke im Auto gedacht. Stellt man dort eine warme Coladose rein, dauert es Stunden, bis die kalt ist. Eigentlich ist der Sinn, kalte Getränke kalt zu halten.
Die Kamera ist aber nicht nur warm, wenn sie in den Kühlschrank kommt - sie produziert im Betrieb auch noch Wärme. Da der Kühlschrank die gar nicht so schnell abführen kann, wie sie entsteht - stirbt die Kamera da drin im schlimmsten Fall noch den Hitzetod, weil sich die ganze Kiste nicht abkühlt, sondern immer weiter aufheizt.

3. Selbst wenn das alles funktionieren sollte, hat man dann noch einen Kühlschrank am Okularauszug hängen. Wenn es nicht gerade ein Feathertouch ist, geht das mit Sicherheit in die Hose. D.h. verkippte Bilder sind Pflicht :D



aber hier im Selbstbau-Forum geh´ts ja auch um den Spass am Basteln

Genau - aber wenn schon, denn schon. So ein Weichei-Gebastel mit Kühlschränken lockt doch niemanden hinter'm Ofen vor. Als ich für die Lufttrocknungsanlage mit dem 4mm-Bohrer einmal quer durch die 40D bin - da kam wenigstens Spannung auf...

Link zur Grafik: http://www.watchgear.de/smilies/neien.gif

Gruß
Klaus
 
Hallo Klaus,

danke nochmal für die Zusammenfassung deiner Erfahrungen!
Im Grunde könnte man die Sache also wohl abhaken. Ich werd´s mir dennoch überlegen und wenn ich was mache, nicht viel erwarten. Zwei Links hab ich noch gefunden zu dem Thema:
Hier und hier
Eines ist jedenfalls klar: Meine 40D werde ich nicht aufbohren! :neinnein:
 
Hallo Burkhard,

so ein Minikühlschrank funktioniert recht gut ist aber nicht gerade trivial zu bauen und hat trotzdem ein paar Nachteile.

Kommen wir erstmal zum Positiven. Mein Kühlschrank kann eine Temperaturdifferenz von über 20°C aufbauen (Aussentemperatur zur Gehäusetemperatur der DSLR). Kondensationsprobleme gibt es keine solange die Kamera nicht direkt mit der Aussenluft verbunden ist und das Volumen im Spiegelkasten und Objektiv begrenzt ist. Im Kühlschrank selbst kondensiert die Luftfeuchte am Kühlkörper welcher auf dem Peltierelement sitzt. Es gibt aber auch einige Nachteile. Das System reagiert sehr träge auf die Abkühlung. Man muss schon eine Stunde rechnen um eine Temperaturdifferenz von 20°C zu erreichen. Ausserdem ist so ein Kühlschrank ein echter Stromsäufer, 4-5 A muss man schon rechnen. Das grösste Problem ist meiner Meinung aber die Konstruktion. Eine grosse Temperaturdifferenz verlangt halt nach einer guten Dämmung, diese ist aber nicht ganz leicht und auch nicht klein. Dies ist auch das grösste Problem bei meinem Kühlschrank, er belastet die Okularauszug einfach zu sehr. Da ich keine Lust habe noch mal eine neue Kiste zu bauen, arbeite ich meine Kühlbox gerade auf die Anschlussmöglichkeit von DSLR-Objektiven um.
Einen Vorteil bietet aber so ein Kühlschrank noch. Lässt man ein paar Millimeter Luft zu den Wänden des Gehäuses lassen sich später problemlos andere Kameragehäuse einbauen.


MfG

Rainmaker
 
Hallo Burkhard,

ich hab eine gekühlte 350D.
Gekühlt wird mittels Cold Finger, momentan erreiche ich eine Temperaturdifferenz von ca 25 Grad, bei einer Leistungsaufnahme von ca 20 Watt.
Den Vorteil dieser Kühlung gegenüber dem "Kühlschrank" ist die raschere Abkühlung, die Nachteile sind das der Einbau eine mittlere Herzoperation ist und das Gesamtsystem anfälliger für Kondensation ist.

Der Unterschied zu zu den Aufnahmen die ich ohne Kühlung gemacht habe ist schon enorm, das Farbrauschen hat extrem abgenommen.
Die Kamera ist allerdings einiges schwerer geworden, mit Akku wiegt sie momentan ca 960 Gramm.


lg,
Christian
 
Danke für alle weiteren Erfahrungsberichte! Es gibt also doch noch ein paar positive Erfahrungen...

Eine Operation an der Kamera trau ich mir ehrlich gesagt nicht zu. Also lieber die "Weichei-Bastelei" :/

Kein Problem habe ich mit dem Stromverbrauch, da ich ohnehin immer an einer Steckdose (Balkon od. rund ums Haus) arbeite.
Was das Gewicht angeht, habe ich auch nicht vor die Kühlbox an den Okularauszug zu hängen, sondern möchte sie an der Montierung befestigen und Teleobjektive dran befestigen.

Hauptfrage ist immer noch, welches Gehäuse in Frage kommt?
# Fertiger Minikühlschrank
# Tupperbox (hat IMHO zu wenig Isolierung)
# Metallgehäuse (Kupfer, Alu) + Styropor
# ...

Interessant wären auch Fotos von euren Kühlungen, besonders die von Rainmmaker würde mich sehr interessieren...?
 
Auch auf die Gefahr hin, dass es schon niemanden mehr interessiert - hier hab ich noch eine Kühlung von Terry Lovejoy entdeckt, die kommt überhaupt ohne Gehäuse aus. Es wird nur eine Plastiktüte über die Kamera gestülpt... ;)
 
Diese Bastelarbeit von Thomas hab ich mir auf dem ITV angesehen, war schon beeindruckend.
Clever fand ich die Regelung bezgl. des Taupunkt. Es wird nur soweit heruntergekühlt, dass der Taupunkt gerade eben nicht erreicht wird.
Das verhindert die Bildung von Kondenswasser und Eis auf dem Chip.
Dank des tollen Wetters gab es das leider nicht im Praxiseinsatz.




Zitat von matthisk:
 
Ich hab mir nochmal die Tupperware-Lösung angesehen - da hatte ich übersehen, dass die ja noch mit Styropor isoliert ist. Doch keine so schlechte Idee (vor allem ist das Ganze sehr gewichtssparend).
Außerdem hab ich im Interstellarum-Artikel gesehen (nein das ist hier keine Werbeeinschaltung :/ ), dass Peter Eppich dort ein Peltierelement + einen CPU-Kühler(!) verwendet hat. Ich komme immer mehr von der Kühlschrank-Lösung weg und werde wohl etwas in diese Richtung versuchen!
Hoffe hier in Kürze davon berichten zu können...
 
Hallo,

Wollte nur darauf hinweisen das die Tüte bei Terry Lovejoy's Version nur dazu dient, das keine Luft an die Cam kommt wegen Taubildung. Ansonsten ist die auch komplett umgebaut, also mit Blech in die Cam rein und Außen Peltier und Lüfter drann.

Viele, Grüße.
 
Hallo,

Minikühlschrank ist Murks, selbst die Lösung aus großen Kühlboxen bringt es nicht.
Die schaffen dann mit ach und Krach gerademal 10-12°C unter Umgebung.
Weil: Die Kamera heizt beträchtlich, dazu kommt der Temperaturausgleich mit dem Teleskop und die Isolierung ist dann dünner als bei den fertigen Kühlboxen.

CS Gerd
 
Hallo zusammen

Wie wirken sich eigentlich die Vibrationen der Lüfter aufs Teleskop/Kamera/Montierung aus? Am Laptop spür ich deutlich eine feine Vibration...

Grüsse
 
Hallo Samru!
Bzgl. eines Lüfters am Tubus kann ich aus der Praxis Entwarnung geben. Gute (PC)Gehäuselüfter sind sehr gut gelagert, müssen nur bei geringen Drehzahlen betrieben werden (am OTA) und haben noch einen Silikonframe für die Verbindung zwischen den Bauteilen (Rahmen, Schrauben). Da überträgt sich (richtig montiert und betrieben) nichts auf den OTA - definitiv.
CS,
Andreas
 
Hallo zusammen
Ich hab auch eine DSLR Kühlung im Bau, wusste gar nicht das jemand schon so etwas versucht hat, hab den Thread erst heute gefunden.

Ich hab mir zuerst aus Styropor eine Box gebaut in welche die DSLR reinkommt. Oben in diese Box kommt ein alter CPU-Kühler der nach innen gerichtet ist (evtl. mit Lüfter), auf diesen Kühler kommen zwei Peltiere (welche noch mit der Post unterwegs sind) welche jeh max. 90W Transportieren können und dabei selbst etwa 120W verbruzeln, auf der ober Seite müssen also max. 420W (!!! etwa das 4-fache einer modernen high-end CPU) abgeführt werden. Um das zu schaffen bediene ich mich einer meiner Waküs. Entweder mit 3x 12cm oder 9x 12cm Radiator... Ach ja, die maximale Leistungsaufnahme meiner 1000d sind 15W. ^^
Ich hoffe das ich mit dieser grosszügig Dimensionierten Kühlung auf vernünftige Temperaturen komme!
Vorerst werde ich damit einfach mal Versuchen richtig runterzukühlen, später baue ich noch eine Steuerung um die Temperatur konstant zu halten (mit Temp Sensor direkt neben dem CMOS), so dass ich weniger Darks machen muss :)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo TeeJay,

hat sich bei Deinem Projekt eingentlich zwischenzeitlich etwas getan?

Jörg
 
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