Kürzere Subs mit längeren mischen ?

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5Bacos

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Hallo zusammen,
ich versuche momentan ein Feld um IC443 (Quallennebel) in HA und OIII aufzunehmen.
Darin befinden sich außer diversen Nebeln die beiden hellen Sterne Tejat und n Geminorum.
Habe es vorgestern (bei Vollmond) mit hAlpha mit folgenden Parametern versucht:
Cam: qhy294m pro
filter: antlia HA 3,5nm
gain: 1600
offset: 25
Belichtungszeit: 180 Sek (auch 300 Sek. getestet).
Optik ist ein SW 130/650pds mit Nexus 0,75 Reducer. Resultierende 488mm Brennweite.
Mein Stackprogramm ist AstroPixelProcessor in der aktuellen Beta.
Die beiden hellen Sterne überstrahlen bei 180Sek. sehr, für den Rest des Bildes passt die Belichtungszeit aber. Unten ein Stack aus 50x180 Sek.
Jetzt endlich meine Frage :) :
Würde das Hinzufügen von kürzeren Subs, auf denen die hellen Sterne nicht ausbrennen irgendwie dazu führen, dass das Stacking im Gesamtergebnis die nicht ausgebrannten Sterne darstellt?
Hoffe, ich habe es einigermaßen verständlich dargestellt.
Gruß
Stefan

ic443ha_Grx-AFF-PS2.jpg
 
Hallo Stefan,

Keine Ahnung, was APP kann, aber prinzipiell ist es schon sinnvoll, bei Objekten mit hoher Dynamik mit HDR zu arbeiten.
An der Stelle ist aber die Frage, was du davon erwartest. Kleiner werden die beiden dicken auch mit HDR nicht werden. Auch die Halos bekommst du damit nicht weg. Insofern sehe ich hier nicht wirklich grosse Vorteile einer HDR-Komposition.

CS, Daniel
 
Hallo Daniel, Danke für die schnelle Antwort.
Ja, die Halos sind wohl dem Antlia-HA-Filter geschuldet und werden bleiben. Aber mich stört trotzdem diese "Licht-Überflutung" der beiden Sterne.
Habe gerade mal bei APP nachgeforscht, die haben HDR wohl geplant aber noch nicht implementiert.
Werde vll. mal testen, ab welcher Belichtungszeit die hellen komplett gesättigt sind. Eine andere aufwändigere wenn auch ineffektivere Methode wäre es ja, mehr kürzere Subs zu machen.
Gruß
Stefan
 
Die beiden hellen Sterne überstrahlen bei 180Sek. sehr
...
Würde das Hinzufügen von kürzeren Subs, auf denen die hellen Sterne nicht ausbrennen irgendwie dazu führen, dass das Stacking im Gesamtergebnis die nicht ausgebrannten Sterne darstellt?
Du beziehst Dich nicht auf die Helligkeit im Kern sondern auf den Durchmesser der Sterne im Bild (PSF).
Da lautet die Antwort "nein", da auf dem Helligkeitslevel deines Nebels die Sterne den großen Durchmesser haben. (Seeing, Optik etc.)

Die einzige Lösung den Durchmesser zu verkleinern besteht darin, mit üblicher Software Sterne und Nebel zu trennen und die Sterne etwas schwächer wieder ins Bild hinzuzufügen (angepasste Gradiationskurve)
 
Hallo Jens, Danke für Deine Tipps.
Ich meine Durchmesser aber auch die Helligkeit.
Bei mir sind die beiden hellen Sterne komplett gesättigt. Möglicherweise spielt ja "Blooming" auch eine Rolle. So wie ich das verstehe, werden dabei bei Übersättigung auch angrenzende Bereiche erhellt, eine Art Lichtüberflutung. Ich werde bei nächster Gelegenheit versuchen herauszufinden, ab wann die hellen über die Maße gesättigt werden und meine Einzel-Belichtungszeit anpassen.
Gruß
Stefan
 
Möglicherweise spielt ja "Blooming" auch eine Rolle.
Dein 14 Bit Sony IMX492 hat kein Blooming, der den Durchmesser der großen Sterne beeinflusst.
Wenn deine Optik 20 Pixel neben dem Kern eines hellen Sternes eine Helligkeit projiziert, die so hell wie dein Nebel ist, dann ist der Durchmesser gesetzt.
Das ist unabhängig von der Belichtungszeit.

Zusätzlich zu Starnet etc werfe ich noch "Continuum Substraction" als aufwändige Variante ins den Ring, um denSterndurchmesser in Ha zu verkleinern
 
Zuletzt bearbeitet:
Ok, gut zu wissen, dass es Blooming nicht sein kann.
Ich denke, die Belichtungszeit ist noch zu lang. Und ich habe einen neuen Blendenring über dem HS, der ist jetzt aus Metall und ich habe ihn noch nicht mit Velours beklebt. Spielt möglicherweise auch noch eine Rolle...
 
Ich denke, die Belichtungszeit ist noch zu lang
besser als oben mit Optik und Seeing kann ich es nicht erklären:

Der Durchmesser der großen Brummer ändert sich nicht mit der Belichtungszeit wenn Du deinen Nebel weiterhin wie im ersten Post entwickelst.
Dh halbe Belichtungszeit und dafür doppeltes Anheben der Nebelhelligkeit in der Bildbearbeitung bringt gleichen Sterndurchmesser.

3.5nm Ha Filter bei 14 Bit und 180s klingt absolut unauffällig.
Einige wenige helle (ausgebrannter) Stern werden in der Entwicklung im Kern halt weiß.
Das wäre auch für ein Image of the day bei Astrobin eine sinnvolle Strategie...

Ich persönliche belichte Schmalband immer so, dass der Hintergrund irgendwie auf den "Swamp Factor" von 10x(ReadNoise)^2 kommt.
Da sind dann schnell 180s bei zB F5 erforderlich
 
ich kenne die qhy294m nicht, aber Dein Gain 1600 könnte viel zu hoch sein!!

Bei ZWO steckt der Sensor Sony IMX492 in der
und da wäre GAIN 120 die richtige Einstellung für unity gain bei optimaler Dynamik und geringem Read Noise.
 
Hallo Jens,
Danke für Deine Mühe mit den Erklärungen.

QHY und ZWO unterscheiden sich in den Wertebereichen für Gain. Für Unity Gain ist bei QHY ca 1600 optimal. Bin im 11MP-Modus.

Ich bin in der Combo mit F3,9 unterwegs. Kürzere Belichtungszeit / mehr Subs würden eine längere Gesamtbelichtungszeit und mehr Aufwand beim Stacken bedeuten, ließen aber auf weniger ausgebrannte Sterne und eine tiefere Darstellung hoffen. Dachte ich zumindest. Im Fitsviewer kann ich in den Einzelsubs sehen, dass gerade bei den hellen große Bereiche ohne irgendwelches Strecken gesättigt sind. Das Strecken der Nebel mache ich quasi immer ohne Sterne.

Gruß
Stefan
 
Zuletzt bearbeitet:
Hey zusammen,
da werf ich mal eine Frage mit rein: wäre es machbar einen Stack mit kürzeren Belichtungszeiten zu erstellen und dessen Sternmaske dann über deine lang belichteten, gestretchten Nebel zu legen? So müssten sich doch auch die Größen und Helligkeiten der Sterne im Zaum halten, oder ist eine solche Art der Bearbeitung unerwünscht?

Danke und viele Grüße,

Christian
 
Hallo Stefan,
je größer der Gain, desto weniger Dynamik-Umfang hast Du, d.h. es brennen Dir Sterne schneller aus. Ich habe die ASI-294mm und setze bei Schmalband immer gain=200 ein. Damit komme ich auch bei schwachen Objekten mit max 600s Belichtungszeit auf genügend Signal.
VG
Wolfgang
 
Danke Wolfgang, ich hatte da auch schon dran gedacht. Man kann ja hier im FullWell-Diagramm gut sehen, dass das FullWell bei niedrigem Gain extrem ansteigt.
Wahrscheinlich läuft's auch dann auf eine längere Gesamtbelichtungszeit heraus.
Gruß
Stefan
 
Genau! Gain ist ja nur ein Faktor, der auf jedes gefangene Photon draufgeschlagen wird (so erkläre ich es mir zumindest). Wenn jedes Photon 4x zählt, dann ist der Eimer auch viermal so schnell voll. Mehr macht der Gain ja nicht.

Das ist natürlich sehr verkürzt, aber zumindest die Geschichte mit ausbrennenden Sternen und sichtbaren Nebel-Details erklärt es.
 
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