Kugelsternhaufen vertragen viel Vergrößerung?!

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chrisnauta

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Hallo,

in der zweiten Nachthälfte kommt jetzt schon der Sommersternhimmel und Kugelsternhaufen rücken wieder in das Beobachtungsprogramm.
Habe früher schon und in den letzten Nächten KST wie M3 , M13 und M92 in einem guten C8 stufenweise hoch vergrößert (bis 222x mit einem 9mm Ortho classic von Kasai, sehr gut...).
Es zeigte sich in den Objekten eine schöne Auflösung der Zentralregion mit teilweise "dunklen Straßen", insbesodere bei M13. Dieses natürlich auf Kosten der Helligkeit.
Ich bin also der Meinung, dass KST bei entsprechender Öffnung viel Vergrößerung vetragen und propagiere hier auch den Einsatz von orthoskopischen Okularen.
Gibt es kontroverse Meinungen?
Bitte alle Kommentare.

Gruß, Chris Nauta
 
Hallo Chris,

bei GCs kann man durchaus hoch vergrößern. An meinem 14,5" Dobson füllt M13 bei 400fach das Gesichtsfeld :-)

Für die Auflösbarkeit eines GC spielt jedoch nicht nur die Vergrößerung (und dann natürlich auch das Seeing) eine Rolle, sondern vor allem die Helligkeit der Einzelsterne des Haufens. Hilft ja nichts wenn die Auflösung zwar reichen würde, die Einzelsterne aber zu schwach sind. Daten dazu gibt es z.B. im Deep Sky Field Guide oder in anderen Quellen. Stichwort: Helligkeit der Sterne des Horizontalastes (bezieht sich auf das HRD der Haufensterne). Es geht dann also um die stellare Grenzgröße und dort sind bekanntlich hohe Vergrößerungen förderlich (weil der Himmelshintergrund dunkler und damit der Kontrast besser wird). Und man profitiert natürlich von einem dunklen Himmel!

Praktisch heißt das, dass man in helleren GCs Einzelsterne im Randbereich ab 6" Öffnung auflösen kann. Im Achtzöller geht dann schon deutlich mehr. Die Messier-GCs sind im Achtzöller eigentlich alle wenigstens aussen aufgelöst zu sehen.

Mein Erfahrungswert für Maximalvergrößerung: Austrittspupille 0,4mm -> Vergrößerung = 2,5 mal Öffnung. Das geht bei hellen Objekten (wie z.B. NGC 2392 / Eskimonebel) und sehr gutem Seeing. Meistens sollte man es aber bei AP=0,7mm belassen, denn mehr gibt das Seeing wirklich nur recht selten her.

"Maximalvergrößerung" war kürzlich hier Thema und wird durchaus kontrovers diskutiert. Es gibt etliche Beobachter, die sich mit AP=1mm gut bedient fühlen und AP=0,4mm als Spinnerei bezeichnen würden. Also nochmal: das macht nur bei Topp-Seeing und einer untadeligen Optik Sinn. Also z.B. mit einem kleinen Apo oder einem perfekt justierten Spiegel.

Gruß und CS,
Tom
 
Hi,


Klar! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ich beobachte meist mit einem 20cm-Newton. In der Sternwarte manchmal mit einem 30cm f/20 Schiefspiegler und/oder einem 45cm-Newton.
Aber bei keinem der Geräte würde ich einen Kugelsternhaufen über 200fach hinaus vergrößern. Im Gegenteil: Sowohl wenn ich selbst beobachte als auch für Besucher ist bei 100fach bis 150fach Schluss. Warum? Ist jetzt Ansichtssache, aber ich sowohl bei Kugelsternhaufen als auch bei allen anderen Objekten (Galaxien, PN`s) geht für mich bei überdimensional hoher Vergrößerung komplett die Ästhetik verloren. Gut... Um die Optik zu testen geh ich auch manchmal hoch. Aber nie zum Beobachten!

Ein Objekt - egal welcher Typ - ist für mich dann ästehtisch im Okular, wenn es vor seinem natürlichen Hintergrund steht und sich dadurch auch abhebt.
Seit einigen Tagen habe ich vom TS ein 9mm-Weitwinkelokular. Da macht M13 bei 133fach so richtig Spaß! Bis ins Zentrum schon aufgeflöst, passt locker ins Gesichtsfeld und zeigt seine Ausläufer, und noch jede Menge Sterne drum herum.

 
Hi Chris,
ich persönlich vergrößere bei Kugelsternhaufen auch immer relativ stark. Relativ stark heißt bei meinem 4" Apo 130 bis 160 fach, emntsprechend AP´s von etwa 1 bis 0,6. Ich setze dabei durchaus auch Orthos ein (wenn es darum geht schwächste Sterne zu erkennen sogar manchmal Supermonos, wegen der sehr hohen Transmission, trotz des sehr bescheidenen Gesichtsfeldes). Mein Lieblingsokular für GC´s ist aber das 4,8 mm Nagler, wegen des großen Gesichtsfeldes scheinen die GC´s geraduzu vor einem zu schweben! Ich denke, dass seeing-bedingt jedoch Vergrößerungen über 200 x meistens keinen Sinn machen, so dass Besitzer größerer Instrumente wohl eher noch größere AP´s einsetzen werden.
Übrigens kann ich bereits etliche GC´s mit 4" am Rand in Einzelsterne auflösen, man braucht also nicht unbedingt Geräte größer 6" wie Tom sagte. Hohe Vergrößerungen sind dabei eher dienlich, wegen der Kontrastverstärkung zum Hintergrund.
Grüße
Klotzi
 
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