Kurzbeobachtung bei Cochem

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klawipo

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Hallo,

mit meinem 8 Zoll f/6 Dobson habe ich gestern um Mitternacht bei Cochem beobachtet. Da meine Lampe spontan keinen Saft mehr hatte musste ich mich an Bewährtes halten und startete mit dem Übersichtsokular, 32mm, am Andromeda-Nebel. Hier zeigte sich das innere Staubband recht schön. Begleiter M110 wirkte ein bisschen ausgefranst. Insgesamt eine schöne Ansicht auch dank der vielen Lichtpunkte innerhalb unserer Nachbargalaxie.

Messier 33 war eher enttäuschend. Spiralarme wollten sich nicht einstellen.

Beim tief stehenden Ringnebel ahnte ich wie schon früher ein rotes Halo bei 150x. M13 konnte ich auch grad noch erwischen. Er ließ sich gut auflösen, aber im Vergleich zum 12 Zöller und höheren Regionen war der Anblick schon sehr düster.

Nach Bestaunen von h und Chi noch ein bisschen Nordamerikanebel. Der zeigte sich mit uhc Filter recht deutlich, der beistehende Pelikan hob sich aber weit weniger kontrastreich vom Hintergrund ab als vor einigen Wochen im 12er.

Zur Aufheiterung noch ein bisschen Milchstraßenhopping, wobei mir unter anderem der Eulenhaufen ins Visier kam.

Die Feuchtigkeit wurde langsam nervig, nahm Sucher und Stuhl in Beschlag und so packte ich meine Sachen. Insgesamt ein lohnender kleiner Himmelsspaziergang.

VG Klaus
 
Hallo Klaus,
danke für Deinen Bericht, da bist Du ja einer der letzten Mohikaner hier was die visuellen Berichte angeht hier ;-)
Deine Berichte lese ich, wenn ich mal hier bin, immer sehr gern.

Das mit dem roten Halo bei M 57 interessiert mich jetzt - könntest Du das noch ein wenig ausführen? Wo z. B. geht dieser Halo los und was ist mit M 57 selbst farbtechnisch? Beschreib mal bitte. Roter Halo bei dem Objekt hab ich noch nie gehört nämlich. Soll aber nix heißen, das ist ja durchaus individuell. Wie ist Deine Farbwahrnehmung generell bei anderen Objekten/ Nebeln wie z. B. Orionnebel - hast du da auch öfter Farbnuancen, wo andere ggf. Probleme mit haben?

Schöne Grüße und CS
Norman
 
Hallo Norman,

dieses Halo ist sehr schwach gewesen, im 12er bei mittlerer Vergrößerung war es schon mal etwas deutlicher. Vom Farbton sehr dunkelrot, dabei aber wirklich rot und nicht in Richtung lila oder orange oder sonstwie. Die Ausdehnung ist gering, es ist ein schmaler diffuser Ring um den Ring. Es gab auch schon von den Bedingungen her bessere Nächte in denen ich es nicht gesehen habe und alles grau aussah. Da scheint also eine physiologische Komponente mitzuspielen. Im Orionnebel habe ich noch keine Farben gesehen, obwohl ich da schonmal eine Nacht mit guter Transparenz und exzellentem Seeing erwischt habe.

VG
Klaus
 
Hallo,

Der Ringnebel hat auf Bildern einen kompakten rot/rot-orangen Rand, der sich direkt an den visuell sichtbaren breiten Ring anschließt.
Das wäre schon mal interessant, ob man ohne Filter (!) diesem roten Rand wirklich sehen kann, oder ob die physiologische Komponente doch eine größere Rolle spielt.

Ein Projekt für den nächsten Sommer.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Hallo Klaus und Gerd,

ah, stimmt, auf Bildern sieht mans gut, ich erinnere mich. Puh, dass das aber visuell gehen kann in einem Rotton... is ja ein Ding.
Da muss ich auch mal bei klasse Transparenz ran.
Klaus Du schreibst von "bei 150fach". Ist das so zu verstehen, dass die Farbe bei niedrigerer Vergrößerung nicht sichtbar war, also erst bei höherer V zum Vorschein kommt?

Erstaunlich, dass Dir bei M 42 da nix an Farbe auffiel. Den sehe ich beispielsweise praktisch immer grünlich und mit rostbraunen Kanten bei der Hyugens-Region.
M 57 steht ja früh am Abend noch hoch genug. Das kannst Du jetzt noch machen Gerd :-)

Schöne Grüße und CS
Norman
 
Ich muss gestehen dass ich am Orionnebel auch noch nicht so extrem auf mögliche Farben geachtet habe.

In der Übersicht ist der M57 Fitzel so klein dass ich da direkt auf die höhere Vergrößerung gehe. Kann ich nicht sagen ab wann ich da den roten Bereich sehe.

VG
Klaus
 
Hallo Klaus,
ja der Herbst mit seinen freuchten Nächten und Nebellagen geht los! Diese Abende und Nächte des Jahrhundertsommers haben uns verwöhnt. Ich beneide Dich für Deine Mobilität! Bin mittlerweile schon auf dem Balkon gelandet, aber auch bei Dir bemerke ich: ohne Sterndel geht es nicht! In der Tat ein Mohikaner! Danke, dass du die Stellung hälst, damit ist der Thread gut vertaut und bald kommen auch wieder mehr!!!
Liebe Grüsse von Anette
 
Hallo,

Als in der Nacht vom 05. auf den 06. Oktober der Orion weit nach Mitternacht über die Baumwipfel stieg, musste ich beim Anblick von M42 ebenfalls an die Berichte über Farbwahrnehmungen denken. Vergrösserungen 8", f/6 33,3x und 57x.
Was mir in dieser Nacht allenfalls auffiel, waren unterschiedlich "temperierte" Grautöne,
ein mattes Dunkelfahlrot vielleicht, was aber eher die Tendenz der Grautöne beschreibt,
als dass ich eine wirkliche Farbe gesehn hätte. Andere Gebiete wirkten farbkühler.
Eine Nacht später, gegen drei Uhr morgens, in Wolkenlücken, excellentes Seeing, keine Farbwahrnehmung, dafür wirklich feinste Nebelschleier, wie ich es hier auch noch nicht gesehen habe. Ein Wahnsinnsobjekt, immer wieder.

Nachtrag: Ach, und Hallo zurück liebe Anette! Lass Dich nicht wieder verteiben.

CS,
Henning
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Annette,

freut mich von dir zu lesen. Dann hast du dich ja doch nicht ganz ausmootzen lassen... Das war in Cochem ein Wochenendtrip mit der Familie. Für eine Nacht würde ich nicht so weit fahren.

Tja letzter Mohikaner. Ich hoffe nicht.

VG Klaus
 
Hallo Henning,

ja so kann er aussehen der Orionnebel. Problem: wenn man ihn mal so gesehen hat will man nicht mehr den grauen Matsch wie ich ihn hier vom Balkon aus meistens habe ;)

VG
Klaus
 
Hallo Klaus,

das kann ich nachvollziehen. Nachdem ich die Plejaden mal mit blau-weißen Reflexionsnebeln im gesamten Kernbereich (um die hellen Sterne) gesehen habe, kamen mir alle anderen Beobachtungen von M45 etwas schlapp vor.

Viele Grüße

fquadrat
 
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