MarkusMeißner
Aktives Mitglied
Hallo
nachdem ich mittlerweile wieder aufgetaut bin, wollt ich nun auch einmal hier einen kurzen Bericht schreiben.
Da ja Saturn dieser Tage sehr günstig steht,entschloß ich mich endlich wieder einmal, die entsprechende Geräteschaft
rauszuschleppen. War diesmal recht positiv, dass so ein größeres SC halt ziemlich schwer ist, so konnte ich mich erst noch einmal
mit der Schlepperei auf Temperatur bringen. Meine Absicht war eigentlich, auch Deep-Sky zu fotografieren, also, neu erworbene
Russentonne piggyback montiert und Gedanken gemacht, was sich da zum ablichten in Position gebracht hat.
Hab es also so gegen 17.00 in den Garten geschleppt. Aufgrund der Temperaturdifferenz von ungefähr 30Grad drinnen/draußen
war ich aber doch recht skeptisch, was sich bei Saturn aufgrund des Tubusseeing zeigen würde (So ein 12-Zöller, noch dazu ein geschlossenes System,
braucht uuuunheimlich lange für die Temperaturanpassung)
Hab also erstmal meinen Autostaubsauger genommen, so einen mit biegsamen Schlauch, der passt ganz genau in die okularseitige Öffnung, und hab die Warmluft abgesaugt.
Ungefähr um 19.00, nachdem ich mich in der Wohnung wieder aufgewärmt hatte, hab ich dann angefangen, die Tonne erstmalig visuell zu probieren.
Aber dass es SO kalt ist, hätt ich dann doch nicht gedacht, na jedenfalls konnte ich die Tonne nur mühsam mit beiden Händen fokussieren, das ging so zäh, dass ich fast die entsprechende Halterung
verbogen hätte, so hab ichs halt doch sein gelassen und in wärmere Zeiten verschoben.
Nun aber endlich Okular ins Scope und Saturn eingestellt, was ich dann aber bei 200-fach (ist ja für 30cm Öffnung nicht wirklich viel) sah, war doch a bisserl enttäuschend.
Zur Kontrolle mal einen Stern defokussiert- oh Gott, immer noch jede Menge Tubusseeing.
Also nochmal Staubsauger eingestöpselt (verdammt ist das Ding laut, dagegen sind die Meade-Motoren richtige Flüsterer)
dann war es etwas besser, aber trotzdem war selbst die Cassiniteilung immerhin direkt, aber trotzdem nur blickweise sichtbar.
Also die Streichliste um Saturn erweitert, und wieder in die Wohnung zum Aufwärmen und für einen Toilettengang
(da wars am wärmsten-schööön)
Bei der nächsten Frierrunde hab ich dann die offenen Haufen M35-38 im Bereich Fuhrmann/Stier/Zwillinge
abgegrast, die ließen Saturn dann schon fast vergessen. Aber zum längeren Staunen konnte ich aufgrund der Temperatur
irgendwie nicht verweilen und bin dann zu M1 gewechselt. Der war aber leider wiederum auch nicht so recht der Bringer,
war zwar einfach und direkt sichtbar, aber ohne jede Struktur (hab mal zusätzlich den UHC versucht, brachte aber nix)
Mir war zwar klar, dass sich so manche Strukturen und Details erst nach längerer Verweildauer beim Objekt
offenbaren,aber genauso niedrig wie die Temperatur war deshalb auch meine Bereitschaft dazu.
Das Hammerobjekt schlechthin hab ich mir dann für den Schluß aufgehoben, na klar, M42.
Hier kam dann auch die recht große Öffnung voll zum Tragen und ein mit Sicherheit verbliebenes Tubusseeing
stört dann hier aber nicht mehr. Nur ein Wort dazu: genial- eigentlich besser als auf Fotos, auf denen entweder der Zentralbereich
um den Vierfachstern schön abgebildet ist, aber wegen der relativ kurzen Belichtungszeit nix von den Ausläufern zu sehen ist,
oder die Ausläufer sind sichtbar und der Zentralbereich vollkommen zugelaufen.
Visuell geht bei dieser Öffnung beides- im Zentralbereich sind feinste Strukturen und Helligkeitsunterschiede sichtbar,
die Ausläufer, die so ungefähr in Nord-Südrichtung verlaufen, sprengen das Gesichtsfeld des Okus.
Wenn bei 70-fach der Zentralbereich so ca ein Drittel des Gesichtsfelddurchmessers einnimmt, so sind die Ausläufer
in beide Richtungen noch so ungefähr 1,5 bis 2 Gesichtsfelddurchmesser zu verfolgen, es ist genial.
Da ich nun aber vor lauter Zittern- nein, nicht vor Aufgeregtheit, sondern wegen der Schweinekälte, kaum noch ruhig
stehen konnte, hab ich dann abgebrochen. Im Garten sind bei uns eh schlechte Sichtverhältnisse, auf der einen Seite-Süden-
das Haus und die Nachbarn, in Richtung noch sichtbare Sommersternbilder die Garage (und auch die verdammte Lichterglocke des Frankfurter Flughafens)
und Richtung Osten Wald.
Mittlerweile sind auch die Finger wieder aufgetaut, und für diejenigen, die es interessiert, konnte ich nun auch wieder in die Tasten hauen.
So, das solls gewesen sein,
bye
Markus
nachdem ich mittlerweile wieder aufgetaut bin, wollt ich nun auch einmal hier einen kurzen Bericht schreiben.
Da ja Saturn dieser Tage sehr günstig steht,entschloß ich mich endlich wieder einmal, die entsprechende Geräteschaft
rauszuschleppen. War diesmal recht positiv, dass so ein größeres SC halt ziemlich schwer ist, so konnte ich mich erst noch einmal
mit der Schlepperei auf Temperatur bringen. Meine Absicht war eigentlich, auch Deep-Sky zu fotografieren, also, neu erworbene
Russentonne piggyback montiert und Gedanken gemacht, was sich da zum ablichten in Position gebracht hat.
Hab es also so gegen 17.00 in den Garten geschleppt. Aufgrund der Temperaturdifferenz von ungefähr 30Grad drinnen/draußen
war ich aber doch recht skeptisch, was sich bei Saturn aufgrund des Tubusseeing zeigen würde (So ein 12-Zöller, noch dazu ein geschlossenes System,
braucht uuuunheimlich lange für die Temperaturanpassung)
Hab also erstmal meinen Autostaubsauger genommen, so einen mit biegsamen Schlauch, der passt ganz genau in die okularseitige Öffnung, und hab die Warmluft abgesaugt.
Ungefähr um 19.00, nachdem ich mich in der Wohnung wieder aufgewärmt hatte, hab ich dann angefangen, die Tonne erstmalig visuell zu probieren.
Aber dass es SO kalt ist, hätt ich dann doch nicht gedacht, na jedenfalls konnte ich die Tonne nur mühsam mit beiden Händen fokussieren, das ging so zäh, dass ich fast die entsprechende Halterung
verbogen hätte, so hab ichs halt doch sein gelassen und in wärmere Zeiten verschoben.
Nun aber endlich Okular ins Scope und Saturn eingestellt, was ich dann aber bei 200-fach (ist ja für 30cm Öffnung nicht wirklich viel) sah, war doch a bisserl enttäuschend.
Zur Kontrolle mal einen Stern defokussiert- oh Gott, immer noch jede Menge Tubusseeing.
Also nochmal Staubsauger eingestöpselt (verdammt ist das Ding laut, dagegen sind die Meade-Motoren richtige Flüsterer)
dann war es etwas besser, aber trotzdem war selbst die Cassiniteilung immerhin direkt, aber trotzdem nur blickweise sichtbar.
Also die Streichliste um Saturn erweitert, und wieder in die Wohnung zum Aufwärmen und für einen Toilettengang
(da wars am wärmsten-schööön)
Bei der nächsten Frierrunde hab ich dann die offenen Haufen M35-38 im Bereich Fuhrmann/Stier/Zwillinge
abgegrast, die ließen Saturn dann schon fast vergessen. Aber zum längeren Staunen konnte ich aufgrund der Temperatur
irgendwie nicht verweilen und bin dann zu M1 gewechselt. Der war aber leider wiederum auch nicht so recht der Bringer,
war zwar einfach und direkt sichtbar, aber ohne jede Struktur (hab mal zusätzlich den UHC versucht, brachte aber nix)
Mir war zwar klar, dass sich so manche Strukturen und Details erst nach längerer Verweildauer beim Objekt
offenbaren,aber genauso niedrig wie die Temperatur war deshalb auch meine Bereitschaft dazu.
Das Hammerobjekt schlechthin hab ich mir dann für den Schluß aufgehoben, na klar, M42.
Hier kam dann auch die recht große Öffnung voll zum Tragen und ein mit Sicherheit verbliebenes Tubusseeing
stört dann hier aber nicht mehr. Nur ein Wort dazu: genial- eigentlich besser als auf Fotos, auf denen entweder der Zentralbereich
um den Vierfachstern schön abgebildet ist, aber wegen der relativ kurzen Belichtungszeit nix von den Ausläufern zu sehen ist,
oder die Ausläufer sind sichtbar und der Zentralbereich vollkommen zugelaufen.
Visuell geht bei dieser Öffnung beides- im Zentralbereich sind feinste Strukturen und Helligkeitsunterschiede sichtbar,
die Ausläufer, die so ungefähr in Nord-Südrichtung verlaufen, sprengen das Gesichtsfeld des Okus.
Wenn bei 70-fach der Zentralbereich so ca ein Drittel des Gesichtsfelddurchmessers einnimmt, so sind die Ausläufer
in beide Richtungen noch so ungefähr 1,5 bis 2 Gesichtsfelddurchmesser zu verfolgen, es ist genial.
Da ich nun aber vor lauter Zittern- nein, nicht vor Aufgeregtheit, sondern wegen der Schweinekälte, kaum noch ruhig
stehen konnte, hab ich dann abgebrochen. Im Garten sind bei uns eh schlechte Sichtverhältnisse, auf der einen Seite-Süden-
das Haus und die Nachbarn, in Richtung noch sichtbare Sommersternbilder die Garage (und auch die verdammte Lichterglocke des Frankfurter Flughafens)
und Richtung Osten Wald.
Mittlerweile sind auch die Finger wieder aufgetaut, und für diejenigen, die es interessiert, konnte ich nun auch wieder in die Tasten hauen.
So, das solls gewesen sein,
bye
Markus