sternengucker
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Hallo zusammen,
nach meinem ersten Fernglaskurztest HIER habe ich in den vergangenen Tagen weitere Gläser einer Praxisprüfung unterzogen.
Die Testkandidaten:
- Pentax 10x50 DCF SP (war bereits beim ersten Test dabei)
- Docter Nobilem 8x56
- Docter 8x58 B/CF
- Swarovski Habicht 10x40 WGA
- TS Hunter 8x56
Eine bunte Mischung also aus Dachkant und Porro, mit Objektivöffnungen zwischen 40 und 58mm und Vergrößerungen zwischen 8 und 10-fach.
Der Preisrahmen spannt sich zwischen ca. 200 und 950 Euro, je nach Bezugsquelle. Die technischen Daten habe ich nicht selbst ermittelt, sondern stammen von den Herstellerseiten im Internet.
Nun zu den Details:
- TS Hunter 8x56
Für 200 Euro ein brauchbares Dachkantglas.
Liegt gut in der Hand, ist stickstoffgefüllt und wasserdicht, die Augenmuscheln sind verstellbar. Es gibt serienmäßig Okular- und Objektivdeckel, einen Trageriemen und eine Tasche dazu.
Leider hatte ich Probleme mit dem Einblickverhalten. Zu schnell gab es schwarze Bereiche, wenn die Position der Okulare vor den Augen nicht 100%-ig stimmt.
Die Schärfe und der Kontrast blieben hinter den anderen Kandidaten zurück, waren aber akzeptabel.
Ich unterzog dieses Glas keinen weiteren Tests, da es für mich zum Kauf nicht in Frage kommen würde.
Für 200 Euro sicherlich eine interessante Alternative für Leute, die ein bezahlbares Dachkant mit guten technischen Werten suchen. Wem der Einblick passt, beschert es sicher viel Freude.
Daher mein Tipp: Unbedingt vor dem Kauf selbst ausprobieren!
- Swarovski Habicht 10x40 WGA
Mit einem Preis von knapp 900 Euro habe ich erheblich mehr erwartet, als vom 200 Euro-Kandidaten.
Es liegt sehr gut in der Hand, und ist angenehm leicht. Die Gummierung fasst sich gut an.
Störend ist der sehr schwergängige Mitteltrieb der Schärfeeinstellung. Dafür ist das Glas wasserdicht und stickstoffgefüllt.
Die Augenmuscheln sagten mir auch nicht zu, da sie nur 2 Stellungen kennen: Ein- oder ausgeklappt. Das Einklappen geht recht schwer, dabei besteht die Gefahr, die Okularlinsen mit den Fingern zu berühren.
Ich konnte mit ausgeklappten Augenmuscheln nur ca. 2/3 des Gesichtsfeldes überblicken. Eingeklappt sah ich es komplett, dafür hingen meine Wimpern schnell an den Okularlinsen.
Dieser Umstand war für mich das "No-Go" für dieses Glas. Obwohl die Schärfe und der Kontrast durchaus überzeugen können, die genannten Probleme würden mich vom Kauf abhalten.
Man erhält zu dem Glas beim Kauf eine Aufbewahrungstasche, also keine die man Umhängen könnte. Ferner gibt es keine Deckel für die Okulare und Objektive.
Für 900 Euro war ich ein wenig enttäuscht, die Vorteile konnten die Nachteile leider nicht aufwiegen.
- Pentax 10x50 DCF SP
Wie bereits geschrieben, war dieses Dachkantglas bereits im ersten Test mit dabei. Und es war Testsieger!
Die technischen Daten und Eindrücke decken sich noch immer mit den Werten von damals. Ich verweise daher für Details auf den o.g. Link.
Für derzeit um 500 Euro zu bekommen, ein durchaus empfehlenswertes Glas, mit dem sowohl Astro- als auch Naturbeobachtung viel Freude macht.
Im Preis sind Okular- und Objektivdeckel, ein Tragegurt sowie eine Umhängetasche enthalten.
- Docter Nobilem 8x56
Das "Monster" für knapp 900 Euro. Die Nobilem-Gläser sind für Leute mit großen Händen gemacht!
Wer kleinere Hände hat, sollte dieses Porroglas nicht ausprobieren. Die Enttäuschung wäre groß.
Wenn man es denn gerade noch festhalten könnte, reichen die Finger bestimmt nicht mehr bis zum Mitteltrieb für die Schärfeeinstellung.
Leider geht die Schärfeeinstellung dazu noch recht schwergängig, sodass ich oftmals mit beiden Zeigefingern drehen mußte.
Der optimale Schärfepunkt lässt sich nicht leicht treffen, vielfach drehte ich über das Ziel hinaus, und mußte wieder in die andere Richtung nachfokussieren.
Für meine Hände war das Glas aber gut zu halten. Die Gummierung ist OK, allerdings recht glatt und nicht sonderlich griffig. Mit 1350 Gramm ist es auch kein Leichtgewicht mehr.
Die Augenmuscheln kennen die beiden Zustände ein- und ausgeklappt. Bei diesem Glas konnte ich auch im ausgeklappten Zustand das volle Gesichtsfeld überblicken.
Die Optik des Glases ist wirklich gut, sogar fast randscharf. Leider hat es eine ausgeprägte Bildfeldwölbung, die aber nur bei Mauern o.Ä. sichtbar wird.
Für große Hände und kräftige Arme ein Glas, das durchaus empfehlenswert ist. Mitgeliefert werden Deckel für Okulare und Objektive, das war´s dann aber auch schon.
- Docter 8x58 B/CF
Der "letzte" Teilnehmer des Tests. Ein Dachkant mit 1500 Gramm Gewicht, angenehm griffiger Gummierung und sehr gutem Einblickverhalten.
Das Glas lässt sich gut halten, in meine Hände passt es wie angegossen. Der Mitteltrieb für die Schärfeeinstellung geht leicht und genau.
Die Augenmuscheln sind mehrfach rastbar, ich habe sie auf Stufe 1 von 3 gestellt. Damit ist das komplette Gesichtsfeld sichtbar, und die Okularlinsen kommen nicht mit den Wimpern in Kontakt.
Zum Glas gehört ein Trageriemen sowie Objektiv- und Okulardeckel, mehr nicht. Für 950 Euro nicht viel, aber ich wäre bereit, diesen Betrag dafür auszugeben.
Soweit der allgemeine Überblick, jetzt folgt ein direkter Vergleich dieser 3 Kandidaten:
- Pentax 10x50 DCF SP
- Docter Nobilem 8x56
- Docter 8x58 B/CF
Die Beobachtungen geben natürlich nur meine subjektiven Eindrücke wieder, sollten aber auch auf andere Beobachter übertragbar sein.
Die Reihenfolge gibt jeweils die Platzierung von 1-3 an:
- Farbsäume, Kontrastkanten:
1) Im Nobilem blasslila Farbsäume, sehr wenig und schmal auch an extremen Kanten.
2) Im B/CF rosalila, etwas mehr als im Nobilem, aber weniger als im Pentax.
3) Im Pentax lila, relativ ausgeprägt an extremen Hell-Dunkel-Kanten, bei normalen Objekten kaum vorhanden.
- Schärfe, Kontrast, Details
1) Im B/CF sehr gute Schärfe, hohe Detailwiedergabe z.B. bei Vogelgefieder. Schärfepunkt leicht einstellbar.
2) Im Pentax ebenfalls sehr gute Schärfe, leicht einstellbar, ziemlich knackig.
3) Das Nobilem ist ein wenig weniger knackig, aber dennoch detailreich. Die Schärfeeinstellung ist schwergängig, der optimale Schärfepunkt oftmals nur schwer zu finden.
- Verzeichnung, Bildfeldwölbung
1) Das B/CF zeigt nur eine sehr leichte Wölbung. Ab ca. 50% zwischen Bildmitte und Bildrand fangen gerade Linien an, sich leicht zu verbiengen.
2) Das Pentax liegt nahezu gleich auf mit dem B/CF.
3) Das Nobilem hat eine ausgeprägte Wölbung, die sich an Mauern etc. bemerkbar macht. Dafür fangen erst nach ca. 60% Richtung Bildrand gerade Linien an, sich zu verbiegen.
- Randschärfe
1) Das Nobilem ist bis ca. 80% randscharf, danach nimmt die Schärfe minimal ab. Sehr schön zum Sternwiesenabgrasen.
2) Das Pentax ist bis ca. 65% zum Rand hin scharf.
3) Das B/CF kommt auf ca. 55% Randschärfe, danach nimmt sie leicht ab. Ab ca. 90% ist die Unschärfe ausgeprägt.
- Sternenabbildung
1) Im B/CF absolut punktförmige Sterne, sehr scharf, hell und klar.
2) Im Nobilem auch punktfömig, aber etwas weniger leuchtend.
3) Auch im Pentax gute Abbildung, bleibt leicht hinter den beiden anderen zurück.
- Vergütung, Geisterbilder, Linsen
1) Beim B/CF sind die wenigsten Reflex auf den Linsen sichtbar. Egal ob Glühbirne oder Sonne, sehr beeindruckend, finde ich. Bei seitlichem Lichteinfall (Halbmond) konnte ich bei einem bestimmten Winkel im Inneren einen Lichtreflex sehen. Gegenlicht durch Flutlichtanlagen des Sportplatzes lassen das Glas völlig unberührt. Spiegelungen von Lampen auf den Okularlinsen sind unmerklich und stören nicht.
2) Nobilem und Pentax sind hier nahezu gleichauf. Beide fallen hinter das B/CF zurück, was den Test mit Sonnenlicht und Glühbirnen anbelangt. Seitenlicht (Halbmond) wird beim Pentax mit einem Reflex quittiert, beim Nobilem ist nichts davon sichtbar. Gegenlicht meistern beide gleich gut. Die Spiegelungen auf den Okualarlinsen sind beim Pentax etwas stärker, als beim Nobilem, aber nicht störend.
Fazit:
Ein nicht ganz gerechter Vergleich.
Immerhin kosten die beiden Docter-Gläser das Doppelte des Pentax. Außerdem haben sie eine Öffnung von 56 bzw. 58mm, gegenüber den 50mm des Pentax.
Die Vergrößerung ist auch unterschiedlich, und damit auch die Austrittspupille.
Ohne Berücksichtigung dieser Fakten ist meine persönliche Reihenfolge der drei Gläser wie folgt:
1. Platz
Docter 8x58 B/CF
2. Platz
Docter Nobilem 8x56
3. Platz
Pentax 10x50 DCF SP
Berücksichtigt man die unterschiedlichen Preise und Daten, könnte man so urteilen:
- Preis-/Leistungssieger:
Pentax 10x50 DCF SP
Wie auch immer. Letztendlich muß jeder selbst entscheiden, wieviel Geld er für ein Fernglas ausgeben will oder kann.
Wer das beste will, muß auch mehr ausgeben. Ob man mehr braucht, als die hier genannten Gläser bieten, kann ich nicht beurteilen. Ich jedenfalls nicht.
Jeder hat andere Schwerpunkte und Wünsche an ein Fernglas. Es gibt auch Gläser, die kosten doppelt oder dreifach soviel wie das teuerste in diesem Test.
Muß jeder selbst prüfen und entscheiden, ob es das wert ist.
Für mich gab es eine eindeutige Obergrenze von 1000 Euro, die alle Gläser unterschritten haben.
Ich hoffe, euch hat der Test gefallen, und ihr könnt brauchbare Informationen daraus ziehen. Wenn ihr Fragen habt, so schreibt bitte euren Beitrag hier dazu, ich antworte dann bei nächster Gelegenheit!
Bevor ich es vergesse: Die Gläser wurden, bis auf das Pentax, freundlicherweise von TS zur Verfügung gestellt. Dafür vielen Dank!
PS: Das war mein 1000ster Beitrag ;-)
nach meinem ersten Fernglaskurztest HIER habe ich in den vergangenen Tagen weitere Gläser einer Praxisprüfung unterzogen.
Die Testkandidaten:
- Pentax 10x50 DCF SP (war bereits beim ersten Test dabei)
- Docter Nobilem 8x56
- Docter 8x58 B/CF
- Swarovski Habicht 10x40 WGA
- TS Hunter 8x56
Eine bunte Mischung also aus Dachkant und Porro, mit Objektivöffnungen zwischen 40 und 58mm und Vergrößerungen zwischen 8 und 10-fach.
Der Preisrahmen spannt sich zwischen ca. 200 und 950 Euro, je nach Bezugsquelle. Die technischen Daten habe ich nicht selbst ermittelt, sondern stammen von den Herstellerseiten im Internet.
Nun zu den Details:
- TS Hunter 8x56
Für 200 Euro ein brauchbares Dachkantglas.
Liegt gut in der Hand, ist stickstoffgefüllt und wasserdicht, die Augenmuscheln sind verstellbar. Es gibt serienmäßig Okular- und Objektivdeckel, einen Trageriemen und eine Tasche dazu.
Leider hatte ich Probleme mit dem Einblickverhalten. Zu schnell gab es schwarze Bereiche, wenn die Position der Okulare vor den Augen nicht 100%-ig stimmt.
Die Schärfe und der Kontrast blieben hinter den anderen Kandidaten zurück, waren aber akzeptabel.
Ich unterzog dieses Glas keinen weiteren Tests, da es für mich zum Kauf nicht in Frage kommen würde.
Für 200 Euro sicherlich eine interessante Alternative für Leute, die ein bezahlbares Dachkant mit guten technischen Werten suchen. Wem der Einblick passt, beschert es sicher viel Freude.
Daher mein Tipp: Unbedingt vor dem Kauf selbst ausprobieren!
- Swarovski Habicht 10x40 WGA
Mit einem Preis von knapp 900 Euro habe ich erheblich mehr erwartet, als vom 200 Euro-Kandidaten.
Es liegt sehr gut in der Hand, und ist angenehm leicht. Die Gummierung fasst sich gut an.
Störend ist der sehr schwergängige Mitteltrieb der Schärfeeinstellung. Dafür ist das Glas wasserdicht und stickstoffgefüllt.
Die Augenmuscheln sagten mir auch nicht zu, da sie nur 2 Stellungen kennen: Ein- oder ausgeklappt. Das Einklappen geht recht schwer, dabei besteht die Gefahr, die Okularlinsen mit den Fingern zu berühren.
Ich konnte mit ausgeklappten Augenmuscheln nur ca. 2/3 des Gesichtsfeldes überblicken. Eingeklappt sah ich es komplett, dafür hingen meine Wimpern schnell an den Okularlinsen.
Dieser Umstand war für mich das "No-Go" für dieses Glas. Obwohl die Schärfe und der Kontrast durchaus überzeugen können, die genannten Probleme würden mich vom Kauf abhalten.
Man erhält zu dem Glas beim Kauf eine Aufbewahrungstasche, also keine die man Umhängen könnte. Ferner gibt es keine Deckel für die Okulare und Objektive.
Für 900 Euro war ich ein wenig enttäuscht, die Vorteile konnten die Nachteile leider nicht aufwiegen.
- Pentax 10x50 DCF SP
Wie bereits geschrieben, war dieses Dachkantglas bereits im ersten Test mit dabei. Und es war Testsieger!
Die technischen Daten und Eindrücke decken sich noch immer mit den Werten von damals. Ich verweise daher für Details auf den o.g. Link.
Für derzeit um 500 Euro zu bekommen, ein durchaus empfehlenswertes Glas, mit dem sowohl Astro- als auch Naturbeobachtung viel Freude macht.
Im Preis sind Okular- und Objektivdeckel, ein Tragegurt sowie eine Umhängetasche enthalten.
- Docter Nobilem 8x56
Das "Monster" für knapp 900 Euro. Die Nobilem-Gläser sind für Leute mit großen Händen gemacht!
Wer kleinere Hände hat, sollte dieses Porroglas nicht ausprobieren. Die Enttäuschung wäre groß.
Wenn man es denn gerade noch festhalten könnte, reichen die Finger bestimmt nicht mehr bis zum Mitteltrieb für die Schärfeeinstellung.
Leider geht die Schärfeeinstellung dazu noch recht schwergängig, sodass ich oftmals mit beiden Zeigefingern drehen mußte.
Der optimale Schärfepunkt lässt sich nicht leicht treffen, vielfach drehte ich über das Ziel hinaus, und mußte wieder in die andere Richtung nachfokussieren.
Für meine Hände war das Glas aber gut zu halten. Die Gummierung ist OK, allerdings recht glatt und nicht sonderlich griffig. Mit 1350 Gramm ist es auch kein Leichtgewicht mehr.
Die Augenmuscheln kennen die beiden Zustände ein- und ausgeklappt. Bei diesem Glas konnte ich auch im ausgeklappten Zustand das volle Gesichtsfeld überblicken.
Die Optik des Glases ist wirklich gut, sogar fast randscharf. Leider hat es eine ausgeprägte Bildfeldwölbung, die aber nur bei Mauern o.Ä. sichtbar wird.
Für große Hände und kräftige Arme ein Glas, das durchaus empfehlenswert ist. Mitgeliefert werden Deckel für Okulare und Objektive, das war´s dann aber auch schon.
- Docter 8x58 B/CF
Der "letzte" Teilnehmer des Tests. Ein Dachkant mit 1500 Gramm Gewicht, angenehm griffiger Gummierung und sehr gutem Einblickverhalten.
Das Glas lässt sich gut halten, in meine Hände passt es wie angegossen. Der Mitteltrieb für die Schärfeeinstellung geht leicht und genau.
Die Augenmuscheln sind mehrfach rastbar, ich habe sie auf Stufe 1 von 3 gestellt. Damit ist das komplette Gesichtsfeld sichtbar, und die Okularlinsen kommen nicht mit den Wimpern in Kontakt.
Zum Glas gehört ein Trageriemen sowie Objektiv- und Okulardeckel, mehr nicht. Für 950 Euro nicht viel, aber ich wäre bereit, diesen Betrag dafür auszugeben.
Soweit der allgemeine Überblick, jetzt folgt ein direkter Vergleich dieser 3 Kandidaten:
- Pentax 10x50 DCF SP
- Docter Nobilem 8x56
- Docter 8x58 B/CF
Die Beobachtungen geben natürlich nur meine subjektiven Eindrücke wieder, sollten aber auch auf andere Beobachter übertragbar sein.
Die Reihenfolge gibt jeweils die Platzierung von 1-3 an:
- Farbsäume, Kontrastkanten:
1) Im Nobilem blasslila Farbsäume, sehr wenig und schmal auch an extremen Kanten.
2) Im B/CF rosalila, etwas mehr als im Nobilem, aber weniger als im Pentax.
3) Im Pentax lila, relativ ausgeprägt an extremen Hell-Dunkel-Kanten, bei normalen Objekten kaum vorhanden.
- Schärfe, Kontrast, Details
1) Im B/CF sehr gute Schärfe, hohe Detailwiedergabe z.B. bei Vogelgefieder. Schärfepunkt leicht einstellbar.
2) Im Pentax ebenfalls sehr gute Schärfe, leicht einstellbar, ziemlich knackig.
3) Das Nobilem ist ein wenig weniger knackig, aber dennoch detailreich. Die Schärfeeinstellung ist schwergängig, der optimale Schärfepunkt oftmals nur schwer zu finden.
- Verzeichnung, Bildfeldwölbung
1) Das B/CF zeigt nur eine sehr leichte Wölbung. Ab ca. 50% zwischen Bildmitte und Bildrand fangen gerade Linien an, sich leicht zu verbiengen.
2) Das Pentax liegt nahezu gleich auf mit dem B/CF.
3) Das Nobilem hat eine ausgeprägte Wölbung, die sich an Mauern etc. bemerkbar macht. Dafür fangen erst nach ca. 60% Richtung Bildrand gerade Linien an, sich zu verbiegen.
- Randschärfe
1) Das Nobilem ist bis ca. 80% randscharf, danach nimmt die Schärfe minimal ab. Sehr schön zum Sternwiesenabgrasen.
2) Das Pentax ist bis ca. 65% zum Rand hin scharf.
3) Das B/CF kommt auf ca. 55% Randschärfe, danach nimmt sie leicht ab. Ab ca. 90% ist die Unschärfe ausgeprägt.
- Sternenabbildung
1) Im B/CF absolut punktförmige Sterne, sehr scharf, hell und klar.
2) Im Nobilem auch punktfömig, aber etwas weniger leuchtend.
3) Auch im Pentax gute Abbildung, bleibt leicht hinter den beiden anderen zurück.
- Vergütung, Geisterbilder, Linsen
1) Beim B/CF sind die wenigsten Reflex auf den Linsen sichtbar. Egal ob Glühbirne oder Sonne, sehr beeindruckend, finde ich. Bei seitlichem Lichteinfall (Halbmond) konnte ich bei einem bestimmten Winkel im Inneren einen Lichtreflex sehen. Gegenlicht durch Flutlichtanlagen des Sportplatzes lassen das Glas völlig unberührt. Spiegelungen von Lampen auf den Okularlinsen sind unmerklich und stören nicht.
2) Nobilem und Pentax sind hier nahezu gleichauf. Beide fallen hinter das B/CF zurück, was den Test mit Sonnenlicht und Glühbirnen anbelangt. Seitenlicht (Halbmond) wird beim Pentax mit einem Reflex quittiert, beim Nobilem ist nichts davon sichtbar. Gegenlicht meistern beide gleich gut. Die Spiegelungen auf den Okualarlinsen sind beim Pentax etwas stärker, als beim Nobilem, aber nicht störend.
Fazit:
Ein nicht ganz gerechter Vergleich.
Immerhin kosten die beiden Docter-Gläser das Doppelte des Pentax. Außerdem haben sie eine Öffnung von 56 bzw. 58mm, gegenüber den 50mm des Pentax.
Die Vergrößerung ist auch unterschiedlich, und damit auch die Austrittspupille.
Ohne Berücksichtigung dieser Fakten ist meine persönliche Reihenfolge der drei Gläser wie folgt:
1. Platz
Docter 8x58 B/CF
2. Platz
Docter Nobilem 8x56
3. Platz
Pentax 10x50 DCF SP
Berücksichtigt man die unterschiedlichen Preise und Daten, könnte man so urteilen:
- Preis-/Leistungssieger:
Pentax 10x50 DCF SP
Wie auch immer. Letztendlich muß jeder selbst entscheiden, wieviel Geld er für ein Fernglas ausgeben will oder kann.
Wer das beste will, muß auch mehr ausgeben. Ob man mehr braucht, als die hier genannten Gläser bieten, kann ich nicht beurteilen. Ich jedenfalls nicht.
Jeder hat andere Schwerpunkte und Wünsche an ein Fernglas. Es gibt auch Gläser, die kosten doppelt oder dreifach soviel wie das teuerste in diesem Test.
Muß jeder selbst prüfen und entscheiden, ob es das wert ist.
Für mich gab es eine eindeutige Obergrenze von 1000 Euro, die alle Gläser unterschritten haben.
Ich hoffe, euch hat der Test gefallen, und ihr könnt brauchbare Informationen daraus ziehen. Wenn ihr Fragen habt, so schreibt bitte euren Beitrag hier dazu, ich antworte dann bei nächster Gelegenheit!
Bevor ich es vergesse: Die Gläser wurden, bis auf das Pentax, freundlicherweise von TS zur Verfügung gestellt. Dafür vielen Dank!
PS: Das war mein 1000ster Beitrag ;-)