Kutter Selbstschliff - Fragen zur Praxis

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Hi Niklas,

einen Foucaulttester brauchst du sowieso, also warum nicht gleich jetzt bauen,richtig. Damit kannst du die Brennweite auch viel exakter bestimmen als mit den in dieser Phase sonst angewendeten einfacheren Methoden(Taschenlampe oder Stahllineal plus Bohrerset). Du hättest übrigens Zeit sparen können wenn du mit gröberen Schleifmittel angefangen hättest.(K80) Beim Grobschliff auch nicht mit frischem Karbo sparen, sobald das Geräusch wesentlich leiser wird, neue Charge.

Gute Bauanleitung für Foucault tester gibts im Texereau Buch "How to Make a Telescope".

CS Mike
 
Ein spätes Hallo nochmal,

Einen Tester baue ich, wie gesagt, schnellstmöglich. Habe auf Stathis Seite so viele Anregungen gefunden, dass ich das ganze jetzt quasi nurnoch aus meinen Gedanken in die Realität übertragen muss. ;)

Von K80 wurde mir ja erst hier abgeraten. Ich glaube, so schnell wie ich bei 2.5m Radius war, hat K180 schon gepasst. Morgen mach ich vielleicht was mit K320.

Jetzt aber erstmal eine gute Nacht! Ich wünschte der Kutter wär schon fertig, Jupi steht hoch über der Wolkendecke...

mfg Niklas
 
Hallo Mike, hallo Niklas,

...Du hättest übrigens Zeit sparen können wenn du mit gröberen Schleifmittel angefangen hättest.(K80) Beim Grobschliff auch nicht mit frischem Karbo sparen...

ob man mit K80 wiklich Zeit spart weiß ich nicht. Ich hab bei all meinem Fuzzy-Sekundär-Konvexspiegelchen für Cassis und Kutters und sogar bei dem 6" Kutter-HS auf K80 verzichtet. Hauptgrund: Man muß nicht die relativ dicken Pits von K80 ausschleifen. Der bei kleinen Spiegelfläche relativ hohe Arbeitsdruck kann zu Tie*entfernt*sen führen, die bei K80 naturgemäß heftiger ausfallen als bei K180. Diese K80- Spuren muß man nämlich erst wegschleifen, was auch Zeit kostet. Außerdem sieht man erst beim Feinstschliff oder Polieren zweifelsfrei ob wirklich alle großen Pits ausgeschliffen worden sind. Da erscheint es mir schon sinnvoll diese erst gar nicht zu erzeugen.

Genenerell gilt hier ohnehin dass man absolut gesehen nur geringe Pfeitiefen h auszubaggern hat. Bei dem zur Diskussion stehenden 80 mm mit Soll-Radius 2160mm wären es nur

h=0,37mm .

Zum Vergleich: bei einem 8" f/5 muss man dagegen
h=2,5 mm
ausbaggern.

Übrigesn ist die genaue Einhasltung eines Sollradfius weniger zwingend. Man kann bei dem relativ simplen Kutter durch Variation der Abstände die effektive Brennweite steuern und durch die Spiegelneigung immer die anastigmatische Anlage erreichen.

Noch ein Wort zur chemischen Versilberung: Die Dauerbeständigkeit ist zweifellos schlechter als die von Alu mit Schutzschicht. Sie ist aber sehr schnell und vergleichweise kostengünstig realisierbar. Das ist insbesondere bei Experimentalsystemen von nutzen, weil man damit das fertige System praxisgerecht am Himmel testen kann. Evtl. Kratzer oder kleinere Fehlstellen spielen dabei praktisch keine Rolle. Bei mit dauert z. B. die chem. Versilberung eines Spiegels nicht länger als eine Stunde.

Noch ein Tipp:

Man kann den relativ langbrennweitigen HS sehr gut auf dem Prüftand sterntesten. Da dieser ja sphärisch werden soll wäre der Test mit künslichem Stern im Krümmungsmittelpunkt ein echter Nulltest. Man braucht dazu nichts weiter als eben einen künstl. Stern und ein Okular.

Gruß Kurt
 
Hi Kurt,

ja ganz richtig, bei so einem kleinen Spiegel ist K80 nicht unbedingt erforderlich, aber 180 wäre mir doch zu fein für den Grobschliff.

CS Mike

 
Hallo Mike,

Hi Kurt,

ja ganz richtig, bei so einem kleinen Spiegel ist K80 nicht unbedingt erforderlich, aber 180 wäre mir doch zu fein für den Grobschliff.

CS Mike

die Pits bei K80 sind schon annähernd so tief wie die Pfeilhöhe des 80-R2160 HS. Die muß ich auf jeden Fall mit K180 oder meinetwegen K150 glätten. Dann fang ih doch gleich mit dem Glätten an und geh dabei mit Überhang auf ca. 80% der Pfeiltiefe. Die restlichen 20% hole ich mir dann mit den nachfolgenden Körnungen.

Aber das sind eigentlich nur Peanuts an Einsparpotezial gemessen am Gesamtaufwand. Der Spaß fängt nämlich erst bei der Poilitur und Prüferei der beiden Sphären richtig an.

Gruß Kurt
 
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Hallo allerseits,

ich unterbreche eure interessante Diskussion mal mit einem aktuellen Lagebericht. Ich war heut natürlich nicht untätig, aber fürs erste reichts.

Nachdem mir gestern das Zentrum des HS ganz massiv abgesunken ist, habe ich heute gegengesteuert und auf ca R=2400 korrigiert, näher bin ich leider nicht an die 2300 ran gekommen. Ich nehme an, das ist nah genug, dass das System am Ende doch entfernt dem geplanten gleicht.

Nachdem das erreicht war, habe ich noch ein paar mal gemessen - bis die Verrenkungen mir zu anstrengend wurden. Wo messt ihr eure Spiegel bitte aus? Vor allem solche Monster wie die vom 232mm Kutter o.ä.!

Dann habe ich angefangen, die Sphäre rauszuarbeiten - und jetzt bei 9my erstmal ne Pause eingelegt. Ihr ahnt nicht, wie ich mich fühle, ich habe keine Ahnung, ob ich die Messergebnisse richtig interpretiere oder ich einen großen Blödsinn veranstalte. Aber es macht einen Heidenspaß und ich bin schon gespannt auf das Ergebnis.

Jetzt ist aber erstmal genug, ich melde mich mal mit Bildern, wenn Messapparate fertig sein sollten oder mit Fragen, wenn welche auftreten.

mfG
Niklas
 
Hi,

wenn deine Scheiben auf der Rückseite glatt genug sind um durchsehen zu können, kannst du ja während des Schleifens beobachten wie gleich mässig(gut) oder ungleichmässig(nicht so gut) das Schleifmittel/Wasser zwischen den Scheiben verteilt
Ein weiterer Hinweis was da vorsich geht ist wenn die Scheiben zu bocken beginnen, dann sind sie eher noch nicht gleichmässig sphärisch.
Nachdem das erreicht war, habe ich noch ein paar mal gemessen - bis die Verrenkungen mir zu anstrengend wurden. Wo messt ihr eure Spiegel bitte aus? Vor allem solche Monster wie die vom 232mm Kutter o.ä.!

Ich messe im großem Kellerraum,wobei der Spiegel entweder schon in der fertig gebauten Rockerbox ist (Spiegel ist dann mittels Justierschrauben leicht auszurichten oder auf einem stabilen Ständer in einer Zimmerecke steht. Der Foucaultapperat steht gegenüber auf einem alten bombenstabilen Carambol-Billardtisch.Das reicht für ca. 2,5 bis 3m Brennweite.
CS Mike

 
Hallo Niklas,

..-Jetzt ist aber erstmal genug, ich melde mich mal mit Bildern, wenn Messapparate fertig sein sollten oder mit Fragen, wenn welche auftreten.

Messapparate? Du brauchst doch nichts anderes als einen sog. Slitless - Tester und eine gerade, massive Holzleiste die auf einem Tisch fixiert wird. Du musst doch bei Deinem Projekt keine SWDs messen. Alternativ wäre der bereits erwähnte künstl. Stern hilfreich. Ein Bandmaß musst Du ja nicht erst bauen :). Aber mach erst mal das, was Du für richtig hältst. Ich sehr neugierig auf Deine Fotos und werde Dir ggf. gerne weiterhelfen.

Gruß Kurt
 
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Hi,

Genau die Sachen meinte ich doch, 1x Foucault und nen künstlichen Stern ;). Habe mich nur etwas übertrieben ausgedrückt.

grüßle
 
Hallo Niklas,

bei dieser riesigen Brennweite einen küStern einsetzen ?

Haben wir mal probiert, bei einem 125/3500er , der küStern
war etwa 120m entfernt, viel zu kurz eigentlich.

Gar nicht so einfach, den überhaupt zu sehen respektive das
Bild beurteilen zu können.
Und wenn der Spiegel dann auch noch unbeschichtet ist,
viel Spaß beim Suchen :Trost:
.. Du siehst nämlich gar nix bei 80mm Öffnung ..


Aber wenn Du einen völlig dunklen Keller von 350m Länge hast,
ist ein küStern klasse :super:

Viel Spaß bei Deinem Projekt,
nix für Ungut,

Axel


 
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Hallo Axel,

...Aber wenn Du einen völlig dunklen Keller von 350m Länge hast,
ist ein küStern klasse...

das finde ich ebenfalls. Zum auffinden gibt es einen einfachen Trick: Man macht den künstlichen Stern richtig schön dick. Erat nach dem auffiden des Bildes wird auf künstl. Sterngröße abgeblendet :cool:. Wer nicht weiß wie man das anstellen muß der soll besser die Finger von der Sache lassen.

Gruß Kurt
 
Gruß in die Runde!

Die Rede war ja nicht vom Test mit Künstl. Stern bei unendlich, sondern im Krümmungsmittelpunkt. Die Abbildung ist dann auch im gleichen Punkt, da kann dann am Okular getestet werden.

Ich bin morgen wieder zuhause, übermorgen poliere ich dann wohl erstmals. Und ich werde Bilder von meinem Aufbau zeigen. Hab nützliche Reste von einem Wandregal im Keller entdeckt :D

Bis Dann!
 
Erneut Hallo!

Es hat sich was getan:

Ich habe fleißig weitergeschliffen und als ich die Pfeiltiefe laut Taschenlampentest fast erreicht hatte, habe ich angefangen, mich richtung Sphäre vorzutasten. Dabei ist der Radius leider wieder etwas größer geworden. Ziemlich extreme präzisionsarbeit ist das! Jetzt bin ich bei R=2600mm und ziemlich sphärisch, ich werds jetzt dabei belassen und versuchen, die Form so perfekt wie möglich zu gestalten.

Das Design habe ich natürlich auch angepasst, es gibt jetzt:

R1=-R2=2600
tilt1 = 3
tilt2 = -7.1
separation = 760

Die Korrektur in der Mitte scheint sogar etwas besser, als beim originalen Aufbau!

Nun, ich werd morgen oder heute Abend mit 6my weitermachen. Und dann einen Foucault Apparat vorstellen :)

Bis dahin viele Grüße,

Niklas
 
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