La Palma im August

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Ruppi

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Vom 11. - 25. August war ich heuer in La Palma.
Zuerst in der Nähe von Puntagorda auf einer sehr schönen Hacienda in 1300 m Höhe.
Leider aber kam ich an bei Dauerregen! (Ich hab es hier auch reingeschrieben). Danach noch 2 bewölkte Nächte, tja...

Aber danach klarte es endlich auf!


Die Milchstraße im Schützen ist ja wirklich die Wucht dort! Der Lagunennebel ist eigentlich bereits ohne Dunkeladaption mit bloßem Auge sichtbar.
Am meisten Spaß macht es, bei geringer Vergrößerung herumzuschwenken und etliche Objekte abzugrasen.
Außerdem hat mich sehr der Skorpion als Ganzes beeindruckt, der steht bei uns ja immer teilweise unter dem Horizont und da prangt er in aller Pracht, komplett und mühelos sichtbar mit aufgestelltem Stachel vom Himmel!

In den ersten Nächten hatte ich einen 10 Zoll Dobson Volltubus von Skywatcher zur Verfügung, der gehörte zur Hacienda auf 1300m Höhe und war ziemlich dejustiert. Zum Glück hatte ich mein Cheshire Justierokular dabei... Außerdem etliche 100! Okulare von ES und verschiedene Orthos, doch dazu später.

Die erste klare Nacht verwendete ich also für die ganzen Messier Objekte in Skorpion und Schütze, die waren natürlich kein Problem. Danach kamen noch diverse NGCs. Sehr schön der Ameisennebel, sogar leicht farbig.
Insgesamt würde ich sagen sieht man deep sky mäßig mit 10" dort schon so viel, wie an einem dunklen Standort in Deutschland mit 16".
So machte ich mich auch daran, Pluto ausfindig zu machen, für 10" schon eine Grenzerfahrung. (Mit 16" aus München heraus hatte ich das noch nicht geschafft.) Aber es ging, da ich sehr genaue Aufsuchkarten ausgedruckt hatte - für jeden Tag 3 (verschiedene Größen). Es machte dann Spaß, seine Bewegung von Tag zu Tag zu verfolgen. Allerdings ist er natürlich im Okular nicht mehr, als ein sehr sehr schwacher Stern.
Ich startete immer mit 24mm, dann 9mm 100°, 5,5 mm 100°.
Pluto wird dabei immer deutlicher (mit dem 24er ist es fast noch unmöglich). Im 5,5mm 100° ES glitzern dann verschiedene Sterne vor samtschwarzem Hintergrund und Pluto ist einer der schwächsten davon, aber klar zuzuordnen.
Dann schob ich mal zum Spaß ein 5mm ortho (Takahashi) rein und siehe da, *BAFF* es fällt einem wie Schuppen von den Augen! Der ganze vormals einfach nur schwarze Himmelhintergrund hat plötzlich eine erkennbare Struktur und alle Sterne inkl. Pluto sind sofort um ein gefühltes Drittel heller. Ich war beeindruckt! Tja 4 Linsen statt 9 Linsen, das hat eben auch so seine Vorteile...
Was mir generell auffiel: Bei geringen Vergrößerungen ist der Unterschied zum heimischen Himmel sehr groß. Je höher die Vergrößerung, umso weniger fällt der Unterschied auf, wobei er natürlich immer noch existiert. Im Vergleich zu daheim bringt der O III Filter viel weniger Wirkung, weil der Himmelshintergrund einfach sowieso schon dunkler ist.

Was ich trotz mehrfachen Suchens einfach nicht finden konnte (und ich bin mir sicher, an der Richtigen Stelle gesucht zu haben) war NGC 6337 Cheerio Nebel. Hat mit dem schon mal jemand visuell Erfahrungen gemacht? Geht das noch nicht mit 10" ?

Später dann Uranus mit bloßem Auge bei indirekter Beobachtung sichtbar.

Wie ist das aber dann mit der Grenzgröße? Wenn Uranus nur indirekt sichtbar ist, dann liegt die Grenzgröße visuell doch eher so bei mag 5,5 oder? Allerdings waren die Strukturen in der Milchstraße schon wirklich prächtig, gerade auch die ganzen Dunkelwolken im Adler. Lagunennebel wie gesagt auch bereits ohne Adaption freiäugig sichtbar... Wo düfte das ganze nach der Bortle Skala wohl gelegen haben?
Später auch schöne Spiralstruktur in M 51 sichtbar und Vordergrundsterne, die mir bisher nie aufgefallen sind. (Dachte schon an Supernovae dort...)

Dann fuhren wir in den NO der Insel (San Andres). Obwohl ich jetzt ein 12" Skywatcher Dobson hatte, gab's erst mal nix zu sehen, andauernd bewölkt bei Nacht...

Dann Santa Cruz. Klar, von der Stadt aus nicht mal die Milchstraße sichtbar... Also fuhr ich gleich mal rauf in die Berge. Dummerweise suchte ich mir einen Mirador noch vor der Hauptgebirgsflanke (wollte nicht so weit fahren müssen). Denn das Streulicht von Santa Cruz herauf war schon gewaltig, das hätte ich so nicht erwartet. Aber es gab dennoch ein paar schöne Beobachtungen, v.a. Andromedanebel mit den beiden klar erkennbaren schwarzen Staubbändern, schön parallel, sowie den beiden Begleitern
Dann auch M 33, indirekt sogar freiäugig.
Der blaue Schneeball auch prächtig, fast wie ein wirklicher Planet, da versteht man den Namen "planetarischer Nebel" mal so richtig...

Aber dann OH SCHOCK. Ab 2 Uhr nachts knallten plötzlich grelle Skybeamer von irgendwo zwischen Santa Cruz und El Pedro senkrecht in den Himmel und schwenkten darin wahllos herum. Skybeamer auf dieser Insel mit ihrem Lichtverschmutzungsgesetzt! Ich war schockiert! Zum Glück wurden sie offenbar nur aufgebaut und waren dazwischen auch mal wieder abgeschaltet, aber dann verlor ich doch die Lust und baute um 2:30 Uhr wieder ab.
Am nächsten Tag sah ich dann vom Hotel in Santa Cruz aus die Skybeamershow irgendwo Richtung EL Pedro. Da hab ich nicht gern hingeschaut. War zwar schon Halbmond inzwischen, aber muss das wirklich sein?

Ich kann jedem Santa Cruz Urlauber astronomisch nur empfehlen, auf jeden Fall noch durch den Tunnel durchzufahren und dann den höheren Mirador auf der anderen Seite des Tunnels aufzusuchen. Beim Heimweg bin ich dann eh daran noch vorbeigefahren, weil die Straße Einbahnstraße ist und man erst nach dem Tunnel wenden kann. Außerdem fährt sich dieses letzte Stück viel schneller. Aber das wusste ich halt vorher leider nicht. Dieser höhere Mirador ist viel besser und dunkler und hat viel weniger Streulicht, außerdem liegt es auch nicht an einer großen Straße.

Insgesamt hatte ich also viele schöne Eindrücke von der Insel, wobei die landschaftlichen fast noch eindrucksvoller waren, als die astronomischen. Das ist wirklich eine tolle und vielgestaltige wilde und teilweise spektakuläre Natur dort!
 
Auch ich war schon mehrmals auf den Kanaren, speziell Fuerteventura, am Südende der Insel. Was will ich eigentlich sagen? Seht euch mal Satellitenaufnahmen an, welche die Erde bei Nacht zeigen. Die ganzen Kanareninseln - ein leuchtendes, helles Etwas.
Dennoch erfreue ich mich dort immer des nächtlichen Himmels.

Gruß Matthias
 
Hallo Ruppi,

sehr schöner Bericht von dir. Ich war schon mehrmals auf La Palma zuletzt 2009 und 2014. 2009 konnte ich auch Uranus (indirekt) erkennen, er war damlas glaube ich 5m8 hell stand aber nur 30° hoch. Ich hatte auf Punta Gorda Westküste immer Bortle 3 und über 1600 Meter oder am Roque kannst du mit Borle 2 rechnen (dort geht M33 indirekt mit bloßem Auge), also so 7m. Die Milchstraße ist da schon beindruckend wie Wolken und viel ausgedehnter wie in D.

Super, das mit Pluto, und mit 10". In D hatte ich es 2013 mal mit 12,5" probiert, keine Chance.

Die Skybeamer sind aber schon heftig.

Gruß
Lothar
 
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Ach ja, was ich noch vergessen habe zu erwähnen: Den Nordamerika Nebel konnte ich recht gut mit meinem 8 x 42 Ultravid ausmachen. Zum ersten Mal in meinem Leben...
 
Hallo Uwe,

vor ein paar Tagen habe ich es unter einem guten Landhimmel mit 8x42 probiert.
Der Nebel war schon zu erkennen, aber bei weitem nicht in dieser Deutlichkeit, wie auf La Palma.
 
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