Laaaaanger DeepSky-Bericht aus der Eifel

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StefanF

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Servus miteinander,
Trotz der angekündigten tiefen Temperaturen für die Nacht vom Sonntag auf Montag (nicht zu vergessen den kalten Ostwind) trieb mich der vielversprechende blaue Himmel vom Tag zum Deep-Sky-Spechteln in die Eifel. Mit von der Partie war Nico aus der Grafschaft und sein 8“ Newton. Als Ort wählten wir diesmal Nico’s Spechtelplatz nahe Hönnigen/LKr Ahrweiler auf ca. 450m üNN. Von der Helligkeit machte der vielleicht nicht viel Unterschied aus zu meinem anderen Platz ca 5km nordwestlich, hatte aber die bessere Rundumsicht, und deutlich mehr Platz zum Aufbauen. Interessant war lediglich die Zufahrt auf der eis- und schneebedeckten Straße :cool:.

Schon beim Aufbauen konnten wir den schwachen Schimmer des Zodiakallichtes bewundern, die Nacht versprach also wirklich gut zu werden. Bemerkenswert war auch, dass das Seeing sehr gut war – wann hat man schon mal ruhige Luft UND gute Transparenz ? Der Himmel war jedenfalls auch blank geleckt, wolkenlos und auch weitgehend frei von Horizontdunst.
Im Laufe der Nacht wurde der Himmel sogar noch klarer, was Nico’s SQM deutlich belegen konnte (Wert lag bei 21.1m/“2). Mit bloßem Auge konnte immerhin M 92 mit visuell 6.4m gesehen werden.

Zu den Objekten:

Öffner des Abends war der Orionnebel. Wie immer sehr hell und reich strukturiert, mit vielen Details. Auch NGC 1973-5-7 war als Dreier-Nebel gut zu erkennen.
M 78: helles Objekt, mit dem Dreifach-Stern im Zentrum. Dicht angelehnt an ihn, jedoch durch eine dunkle Brücke getrennt, NGC 2067, der recht schwach war, und etwas weiter weg NGC 2064.
NGC 2023 war ebenfalls recht hell, wenn auch nicht besonders ausgedehnt.
Sehr schön: NGC 2024, in drei markante Teile aufgeteilt, die ein „U“ bilden, trotz des hellen Gürtelsterns im Bildfeld gut zu sehen.
NGC 2271 (13.2m): sehr schwach, sehr klein, rund, mit sehr hellem sternförmigen Zentrum. Steht nur mehr 10° über dem Horizont.
NGC 2327: schwacher, kleiner Gasnebel, am Rand des viel größeren IC 2177; erscheint rund, mit einem Stern mittig in einem kleinen Halo

Dann habe ich die Milchstraße verlassen und mich hoch am Himmel nahe des Himmelspols getummelt:
NGC 1184 (13.4m): recht hell und groß, deutlich länglich, mit sehr hellem Kernbereich
NGC 3172: „Polarissima Borealis“ (15.3m): ziemlich schwach, klein, rund, etwas helleres Zentrum, nahe einem Stern 11m. Endlich das nördlichste NGC-Objekt gesehen, das weniger als 1° vom Pol weg ist, und bei einer parallaktischen Montierung furchtbar umständlich einzustellen ist – im Gegensatz zum Dobson.
Dicht daneben, aber unsicher, blinkt ein kleines Fleckchen, dass sich als MCG 15-1-10=PGC 36268 (16.1 mv) herausstellt. Allerdings wie gesagt unsicher, ob es ein Sternchen oder die Galaxie ist, obwohl das Objekt flächig aussieht.
NGC 188: der älteste und womöglich sternreichste Haufen der Milchstraße. Unter dem sehr klaren Himmel erscheint der Sternhaufen recht schwach, aber sehr groß, und sehr sternreich, vielleicht 200 Sterne sichtbar.
NGC 1343 (13.3m): schwach, ziemlich klein, rund oder etwas länglich, diffus, nahe einem Sternchen 12m
IC 334: bemerkenswerte Galaxie, recht schwach und klein, deutlich unregelmäßig hell, heller Kern, mit einem Stern am Rand des Halo, ein weitere Stern blitzt durch das Halo hindurch
NGC 1530 (12.4m): recht schwach, klein, rund, bei schwacher Vergrößerung diffus, bei hoher Vergrößerung wird der hellere Kern sichtbar.
NGC 1573 (13.1m): recht hell, klein, rund, mit hellem sternförmigen Zentrum
NGC 1573A (14.3mv): sehr schwach, klein, rund, etwas körniges Aussehen, das durch zwei Sterne im Halo verursacht wird, die aber nicht direkt zu sehen sind; nahe einem Stern 9m
NGC 2146: nach dem schwachen Galaxien-Kram eine Augenweide, recht hell, groß, und deutlich länglich, mit hellem Zentrum
M 81: weitere Augenweide, extrem hell und groß
M 82: sehr stark strukturiert, ebenfalls sehr hell, bei 284x eine Wucht !
NGC 3077: sehr hell, recht groß, etwas länglich, mit hellem Zentrum, nahe einem Stern 8m
NGC 2959 (13.7m): schwach, recht klein, rund
NGC 2961 16.0m): sehr schwach, ziemlich klein, etwas länglich, bildet ein Paar mit NGC 2959
NGC 2985 (11.3m): sehr hell, recht klein, rund, mit sehr hellem Kern; nördlich davon steht ein kleines Sternchen
NGC 3027 (12.3m): ziemlich schwach, recht groß, deutlich länglich, diffus
NGC 2957 (15.8m): ziemlich schwach, sehr klein, rund, etwas aufgehelltes Zentrum, nahe einem kleinen Sternchen
NGC 2963 (14.3m): sehr schwach, klein, etwas länglich, strukturlos
NGC 3147 (11.4m): ziemlich hell, recht groß, etwas länglich, diffus
NGC 3183 (12.7m): recht schwach und klein, länglich, etwas aufgehelltes Zentrum, steht zwischen 3 sehr schwachen Sternen
NGC 3252 (14.0m): schwach, recht groß, länglich, strukturlos; ein Stern 8m steht nördlich der Galaxie
NGC 3155 (13.9m): schwach, ziemlich klein, rund, heller Kern
NGC 3144 (14.3m): ziemlich schwach, klein, rund, dicht an einem Sternchen
NGC 3433 (12.5m): schwach, recht groß, etwas länglich, diffus
M 101: hell, extrem groß, rund, mit recht hellem Kern, ein Sternchen blitzt nahe der Mitte aus dem Halo, deutliche Spirale, mit vielen hellen Knoten
NGC 5430 (12.8m): recht schwach, klein, länglich, mit recht hellem Kern, nahe dem Kern ist ein kleines Sternchen zu sehen, das ein großer Sternhaufen in der Galaxie ist.
Objekte ohne weiteren Kommentar oder Beschreibung: M 93, M 50, M 63, M 64, M 65, M 66, M 3, NGC 3628, M 95, M 96,M 105, NGC 3384, NGC 3389.


Die Temperatur war dann um 2 Uhr auf schattige –14°C abgefallen (mein Mitbeobachter hatte später sogar -17°C), der Himmel jedoch nach wie vor sehr gut. Trotzdem habe ich dann einpacken müssen, um am nächsten Tag einigermaßen fit zu sein für die Arbeit.
Fazit: eine sehr gute Nacht, und der Platz ist wirklich besser als mein bisheriger, sodass hier wohl mein Standart-Beobachtungsplatz in der Zukunft sein wird.

CDS
Stefan
 
Hi Stefan,

schöner Bericht von dir und eine Menge Objekte, da ist auch was für mich für die nächste Spechtelnacht dabei.

Interessant war lediglich die Zufahrt auf der eis- und schneebedeckten Straße
Jo, kommt mir doch bekannt vor. Am Sonntag im OdW (bei nur -6°C geschätzt gegen 21:30) musste ich meinen 8" Dobson ca. 100 Meter tragen, weil der Zufahrtsweg mit 5% Steigung völlig mit Schnee bedeckt und unten vereist war.

Wau, das Zodiakallicht in unseren Breiten?! Da habe ich bislnag nur in La Palma am Morgenhimmel bewundern können, allerdins unter 7m Himmeil!

Eine Menge Gasnebel auch im Orion, da kann de 14,5 Zöller unter guten Bedingungen seine Stärken (Licht im Überfluss) ausspielen.

Gestner war ich für'ne Stunde im heim. Garten unter Bortle 7. Der Sprung von Bortle 4 auf Bortle 7 ist schon echt fies. Aber einiges habe ich auch sehen können.

Gruß
Lots
 
Hallo Lots,

zugegebenermaßen habe ich das Polarlicht in Deutschland auch erst einige Male gesehen. Die Bedingungen dafür waren am Wochenende bestens, neben dem klaren Himmel:
kein Streulicht in der Richtung
keine Milchstraße an der Himmelsgegend, wo das Polarlicht sein sollte
kein heller Planet, der stört erfahrungsgemäß
Ekliptik am Abendhimmel sehr steil, sodass das Polarlicht praktisch senkrecht auf dem Horizont stand.

CDS
Stefan
 
moin Stefan!

Danke für Deinen Bericht! :super:
BTW: Zodiakallicht != Polarlicht :Trost:
 
ich [zensiert], hast recht: muss Zodiakallicht heissen.

Stefan
 
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