Lange Brennweiten bei Spiegeln

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hasebergen

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Ist mal eine Frage an die Händler:
Warum bietet Ihr bei Spiegeln zum Selbstbau im Bereich 8" nur kurzbrennweiter an? Da werden dann 8" mit f6 zum "Planetenspiegel" hochgelobt.<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" />

Interessanter dafür wären sicher 8"f8 bis 10"f7 bzw (extremer) 10"f8
Okay, das sind dann schon ziemliche Rohre, aber ich denke, diese hätten das Attribut "Planetenspiegel" wirklich verdient.
Und nun an die Userschaft: Gäbe es Interesse an derart langbrennweitigen wirklichen Planetenspiegeln für den Selbstbau?

Grüsse Hannes
 
Hallo Hannes,

das ist so eine Sache. Es wird schon schwierig Geräte mit f/8 zu verkaufen.
Der Grund ist einfach: Die Optik ist ja nur ein Teil des Ganzen. Was nützt ein 10" f/9 Newton mit wunderschöner Optik, wenn das Gerät wackelt wie ein Kuhschwanz weil es auf einer Montierung der GP-Klasse steht.
Ein Planetenbeobachter will dann auch bei hohen Vergrößerungen keine allzu großen Wackeleien bei der Fokussierung haben. Und da beißt uns halt die Physik: Ein doppelt so langer Tubus ist zwar doppelt so schwer, aber eben nicht doppelt oder gleich steif wie der kurze. Durchbiegungen (Justage!) und Schwingungsanfälligkeit wachsen mindestens quadratisch.
Will man das vermeiden muß eine deutlich größere, schwerere und teurere Montierung her. Und wenn das gemacht wird kommt natürlich die Versuchung auf eine größere, kurze Optik einzusetzen, die halt auch in der Bildmitte besser auflöst und damit den Nachteil "größere Obstruktion" wettmacht.
Ein Teleskop besteht halt aus drei gleichberechtigten Teilen: Optik, Mechanik und Zubehör. Wenn wir eine Komponente verbessern müssen wir in der Regel(bis zu einem gewissen Grad) auch in den anderen Punkten nachbessern, sonst kann man den Gewinn der teuren Komponente nicht ganz ausschöpfen.
Bevor jetzt wieder die üblichen Schimpfereien kommen: Das ist die Erfahrung, die ich hier an der Verkaufsfront so mache, und gibt meine eigene Meinung nicht zu 100% wieder. Auch ist es natürlich eine Pauschalisierung und damit oft falsch, wie immer wenn man ein komplexes Thema einfach beschreiben will. Ich bin mir der vielen Pro und Contras durchaus bewusst.

Clear skies

Tassilo
 
Hi Hannes,
ich denke, grade sowas 10" f/8 brauchts nicht wirklich.
Es gibt z.B. 10" f/6,3. Sowas visuell optimiert geht klar unter 20% Obstruktion und liefert in der Praxis hervorragende Leistungen. Dabei bleibts noch weitgehend handlich und freundlich im Einblick.
CS
 
Hi Tassilo,

Okay, 10"f9 ist sicher ein extremes Beispiel. Und sowas dann auf ne GP, klar, das geht nicht.
Aber für z.B einen Selbstbau-Dobson bzw. auch für eine enstprechende Monti ... (WAM-400, G-11 aufwärts ...) wären "lange Spiegel", enstprechend leicht aufgebaut schon interessant. Und ich denke, nicht nur ich hätte Interesse an einer solchen Optik.

Gruss Hannes
 
Hallo Hannes!

Orion bietet solche Spiegel an. Sie sind also erhältlich.
Auch bei Lichtenknecker kann man langbrennweitige Newton-Spiegel ordern.


Gruß Harald
 
Hi Hannes,

Und nun an die Userschaft: Gäbe es Interesse an derart langbrennweitigen wirklichen Planetenspiegeln für den Selbstbau?
Rein subjektiv:
Also von meiner Seite besteht kein Bedarf, da die Teile einen immensen Hebel
haben und dann braucht es schon eine wirklich große paralaktische Montierung.
Und als Dobson ist mir das ganze inzwischen zu hektisch zur Plantenbeobachtung.
Zumal ich nicht mehr unter 8" gehen möchte.
Wenn es mich wirklich doch noch nach solch einem Teil gelüsten würde, täte ich
versuchen solch ein Teil selbst zu schleifen. Da muß ich wenigstens nicht soviel
Material rausschaben, wie bei f/4.

Viele Grüsse
Thomas
 
Hallo Hannes,

interessante Frage. Auf der einen Seite wollen die meisten Beobachter nicht
gerne auf einer Leiter stehen. Bedenke daß es neben Sternfreunden wie dir
ja auch abgebrochenen Riesen wie mich gibt. Wenn das Teleskop wegen der
paragalaktischen Nachführung nicht als Dobson sondern als Newton verwendet
wird dann kommt der Auszug noch einige Zentimeter höher und leider verändert
er seine Einblickposition je nach Position am Himmel erheblich.
Dazu kommt daß eine entsprechend tragfähige Montierung klotziger ausfällt.

Das werden warscheinlich die Hauptgründe sein daß man den Spiegel kürzer baut.

Für inen langen spricht:
- die dann mögliche kleinere Obstruktion
- die geringeren off-axis Aberrationen
- das größere beugungsbegrenzte Bildfeld
- Okulare für die Maximalvergrößerung können etwas langbrennweitiger sein.

Damit kommen einfache Okulare bei f/8 oder gar f/10 als Planetenokulare ins Spiel.
Wenn man von D(mm) x 1,5 als sinnvoller Maximalvergrößerung ausgeht dann
braucht man bei f/6 ein 4mm Okular, bei f/7,5 ein 5mm Oku und bei f/10,5
ein 7mm Okular für jeweils 0,66mm AP beziehungsweise D x 1,5.

Doch leider nimmt die Baulänge erheblich zu, vor allem bei größeren Öffnungen.
Ich selbst würde meinen 8"f/6 aus den oben genannten Gründen lieber als
f/7,5 haben und mit einem 5,08mm Pentax XO betreiben.
Aber dann wäre der Tubus so lang daß ich für den Transport immer die
Rücksitzbank meines Wagens umlegen müßte.

Bei 10" wäre aber nur noch f/6 drin, und bei 12" nur f/5.
Bei 6" gibt es ja einen f/10,66 Spiegel zu kaufen.

Soweit ich weis kannst du von Lomo auch jede gewünschte Brennweite bekommen.
Spiegelträger sind soweit ich es noch in Erinnerung habe Sital oder Quarz.
Leider nicht gerade billig. Da müßtest du mal bei Astrooptik Keller nachschauen.

Es ist wohl für die Hersteller weniger interessant die "Langen" zu bauen,
denn offenbar werden sie zu selten nachgefragt. Also so wie bei den FH.

Hier beim Spiegel kann man allerdings auch ohne Verluste auf der Achse
beklagen zu müssen eine kürzer Brennweite verwenden.
In den USA gibt es ein paar Freaks die planetenoptimierte Newtons von 10"
bis etwa knapp 14" und f/7 bis etwa f/5 bei den großen Teilen verwenden.

Die geringe Zunahme der Obstruktion zu den kürzeren Spiegeln hin ist bei
den größeren Spiegeln schon recht gering.

Selbst mein kleiner 8"f/6 Silberdobby kommt mit einem 38,7mm Fangspiegel
aus, hat also knapp unter 20% Obstruktion.
Bei 12" f/6 kannst du problemlos 15% realisieren.

MfG,Karsten
 
Hallo,

ich bin auch so einer, der gerne mal einen 8" f/8 oder 10" f/7 ausprobieren würde. Werde mich wohl ans selberschleifen machen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" />

Grüße

Wolf
 
Hallo,
auf unserer Sternwarte Peterberg im Saarland steht ein 10" f/7,2. Dobson Selbstbau. Erste Tests haben ein tolles Bild ergeben. Bei Gelegenheit werd ich den mal etws optimieren, da er schon jahrelang unbenutzt rumsteht. Allerdings ist der Einblick mit ca. 170 cm für mich schon nicht mehr so einfach. Für Hannes, der ja deutlich länger ist als ich,wäre sowas ideal.

Gruss Peter
 
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