Lange Brennweiten stabilisieren per Gyroskop??

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cyrill

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Hallo, ein Gedanke, der mich schon eine Weile beschäftigt. Kann man Teleobjektive und Teleskope nachträglich stabilisieren indem man ein Gyroskop dranbaut? Ferngläser und Teleobjektive mit ImageStabiliser funktionieren ja scheinbar ähnlich. Würde sich dann ein Teleskop nur noch mit Gewalt nachführen lassen? Wären die Schwingungen, die das Gyroskop erzeugt größer als die, die man in den Griff bekommen will. Wäre die benötigte Masse des Gyroskops einfach viel zu groß? Würden sich Anti-Wackel-Teleskop und Nachführung gegenseitig ausschließen? Oder ist das einfach nur ne blöde Idee?
Grüße
Cyrill
 
Hallo cyrill,

Teleobjektive und auch Ferngläser mit Bildstabilisator werden nicht mit einem Gyroskop (also einer drehenden Schwungmasse) stabilisiert, sondern indem ein optisches Element entsprechend gekippt wird.
Gundsätzlich könnte man schon ein Teleskop damit stabilisieren, nur denke ich, dass die Vibrationen des Gyroskops ein grösseres Problem aufwerfen.
Um ein ganzes Teleskop zu stabiliesieren, müßte das Gyroskop auch eine entsprechend grosse Masse haben.
Schnelle Schwenks würden zu starken Ausweichbewegungen führen, ähnlich wie bei einem Kreisel, den man anstößt.
Die normale Nachführgeschwindigkeit sollte kein Problem sein.

Ich denke man soll niemals nie sagen. Die Idee erscheint solange unsinnig, bis einer kommt und die ganzen auftretenden Probleme irgendwie gelöst hat.

CS
Rainer
 
Hallo,

also soweit ich das weiß, gibt es aus russischer oder Zeiss-Produktion in der Tat ein Fernglas, das so ähnlich funktioniert...da werden Teile der Optik über einen Kreisel ruhigehalten.

Allerdings erinnere ich mich auch, das diese Geräte irre teuer waren / sind, bzw. das die elektronische Variante (Bewegungserkennung über Piezo-Kreiselsysteme, Bildkorrektur über doppeltbrechende Elemente) einfach seit neuestem billiger zu realisieren ist.

Bei einem Teleskop dürfte es aber in allen Fällen Probleme mit der Nachführung geben...
 
Hallo Rainer,
es gibt tatsächlich Gyroskop-stabilisierte Optiken (Zeiss Fernglas wenn ich nicht irre, Militäferngläser) und es gibt Gyroskopzusätze für professionelle Filmoptiken (z.B. passend zur Arri). Die Gyros haben den Vorteil, dass sie schnelle Bewegungen sehr schön verhindern, also kein Zittern/Wackeln. Vibrationen induzieren sie kaum (jedenfalls nicht die hochwertigen), weil sie viel zu schnell drehen.

Das Problem aller Gyros ist der Preis! Optische Bildstabilisatoren wie sie in Fotoobjektiven (Canon, Nikon) verwendet werden sind viel preiswerter.
Hinzu kommt der Stromverbrauch. Da braucht man dann einen Kfz.-Akku für das Fernrohr (Montierung, Fadenkreuz etc.) und drei Akkus für die Kreisel...
Man könnte sich einen optischen Bildstabilisator für den Okularauszug vorstellen. Allerdings ist mir dabei nicht so recht klar, was man dammit eigentlich erreichen will, den 10-Zöller wird wohl kaum jemand aus der Hand verwenden...

Gruß,
René
 
Hallo,

die Idee mit der Gyrostabilisierung hatte ich auch schon vor einigen Wochen. Man könnte sich mit dieser Stabilisierung prinzipiell die Nachführung sparen, weil die Kreisel ja das Teleskop in der einmal gewählten Lage stabilisieren. Die Positionierung des Teleskops könnte durch Drehzahländerung der Kreisel erfolgen. Letztendlich könnte man auf dieser Basis eine Montierung ohne Schnecken, Zahnräder etc. konstruieren. Allerdings habe ich noch nicht die Zeit gefunden, das Ding mal wirklich durchzurechenen. Für eine Sternwarte wäre der Stromverbrauch kein Problem, da man ja nicht am Akku hängt. Ein mir bekanntes Teleskop wird mit dieser Montierung betrieben: Hubble.

CS

Reinhold
 
Hallo

Hallo, ein Gedanke, der mich schon eine Weile beschäftigt. Kann man Teleobjektive und Teleskope nachträglich stabilisieren indem man ein Gyroskop dranbaut?

Wenn ich das so als Frage stehen lasse, aber dann noch alles weglasse, was nach dem Wort "indem" kommt, dann lautet die Antwort auf die Frage: Jep! dat geht und dat wird auch gemacht.

Es gibt ja zum Beispiel CCD Kameras die eh schon durch ihre kleinen Pixel eine irre Auflösung bringen und dann will der Besitzer auch noch bei hoher Brennweite am absoluten Limit arbeiten, ein Limit welches eben durchs Seeing und die Nachführgenauigkeit gesetzt wird.

Die amerikanischen CCD Spezialisten von SBIG haben um diese Problematik zu umgehen ein kleines Hilfsgerät auf den Markt gebracht, und zwar das SBig AO-7.

Die ist eine Schwingspiegeleinheit die alle Bewegungen des Fernrohres abdämpft, und durch einen eingebauten Hochgeschwindigkeitsspiegel sogar wie eine Adaptive Optik die Auswirkungen des Seeings abschwächen kann, was vor allem auch dem Guidingchip, also dem Autoguider zugute kommt, da so eine noch genauere Nachführung möglich wird. Alles in allem soll sich im lanbrennweitigen Bereich die Schärfe der Aufnahmen durch dieses AO-7 stark verbessern.
Das ganze System gibt es glaub ich schon seit zwei bis drei Jahren bei SBig für ca 1300 Dollar zu kaufen.

gruß,
André






 
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