langsam fliegendes Objekt - was kann das sein ?

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komposer

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Hallo,

am 20.12.16 habe ich mit meiner Asi120mc durch die 50mm Sucherlinse den Orionnebel gefilmt.
Die Belichtungszeit war 10 Sek. und da zieht plötzlich durch die Aufnahmen ein Objekt (siehe die kleine Zusammenstellung von drei aufeinander folgenden Aufnahmen im Anhang).

Nur was kann das sein ?
Es ist ja sehr langsam unterwegs, in 30 Sek. eine so kurze Strecke. Satelliten bewegen sich doch viel schneller.

Gruß,
Holger
 

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Hallo Holger,

ich hab neulich bei einem anderen Foto von jemandem was ähnliches gesehen.

Evtl. ist es ein geostationärer Satellit, der da in der Nähe des Himmelsäquators steht? (kreist).
Kommt wohl bei äquatornahen Aufnahmen öfters vor, dass man sowas auf den Bildern hat, hab ich mir sagen lassen...

Dann hätte man als Relativbewegung nur die Geschwindigkeit der Erdrotation.

Weiß jemand, wie man sowas identifizieren kann (falls es so ein Satellit ist)? Geht das bei Calsky?

Schöne Grüße,
Klaus

 
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Hallo Holger,

die südliche Breite von etwa 6 Grad spricht sehr für einen geostationären Satelliten, auch wenn die jetzt nicht "Hauptsaison" haben.
Da ich die Sterne deiner Bilder nicht über Stellarium identifizieren konnte gebe ich dir den Tipp, die Länge der Strichspur zu vermeesen. In 10 Sekunden bleibt so ein Satellit scheinbar 2,5 Bogenminuten hinter der Sternbewegung zurück.

Wie diese Satelliten zwischen den Sternen auftauchen und wieder verschwinden habe ich hier mal illustriert:
https://vimeo.com/160364582

Gruß aus HH
Helmut
 
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Hallo Holger,
wenn du uns deine Koordinaten und die Uhrzeit nennst, kann man nachsehen.
Für Köln um 22 Uhr sind folgende geostationären Satelliten in meinem Programm:

CS Christian
 

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Hallo,

danke für Eure Antworten. Geostationärer Satellit reicht ja schon, welcher genau ist mir nicht wichtig.

Ich war bei der Sichtung der Aufnahmen halt überrascht und wollte nur wissen, was denn da derart langsam unterwegs sein könnte.

Gruß,
Holger
 
Zitat von Auriga_HH:
Hallo Holger,

die südliche Breite von etwa 6 Grad spricht sehr für einen geostationären Satelliten, auch wenn die jetzt nicht "Hauptsaison" haben.
Da ich die Sterne deiner Bilder nicht über Stellarium identifizieren konnte gebe ich dir den Tipp, die Länge der Strichspur zu vermeesen. In 10 Sekunden bleibt so ein Satellit scheinbar 2,5 Bogenminuten hinter der Sternbewegung zurück.

Wie diese Satelliten zwischen den Sternen auftauchen und wieder verschwinden habe ich hier mal illustriert:
https://vimeo.com/160364582

Gruß aus HH
Helmut

Hallo Helmut,
tolle Illustration. Danke! Wieder was gelernt!

Viele Grüße
Stefan
 
Hallo in die Runde,

mir ist Anfang November als ich im Süden Österreichs ein paar Fotos gemacht habe, auch so ein Schleicher durch´s Bild gezogen.

Link zur Grafik: http://fs5.directupload.net/images/user/161224/temp/54vtmwgp.gif

Die Animation besteht aus 5 Bildern jeweils 60 sec belichtet. Ich hatte damals auch die Vermutung, dass es sich um einen geostationären Satelliten handeln könnte. Bei 60 sec Belichtung müsste die Spur ja 15' lang sein.
Nur: wie kann ich die Länge der Spur auf den Einzelbildern bestimmen?

@ Helmut: Schöner Beitrag, sehr anschaulich!

@ Christian: Welches Programm ist das? Cartes du Ciel? Ich arbeite mit Stellarium, da finde ich aber keine geostationären.

Viele Grüße und CS
Matthias
 
Hallo Matthias,

mit den Planetariumsprogrammen, die ich kenne, kann man den Abstand zweier Sterne bestimmen. Du musst lediglich zwei Sterne nehmen, deren Abstand etwa so groß ist, wie die Länge der Strichspur, oder bei anderem Sternabstand eben umrechnen. Außerdem muss die Strichspur in RA-Richtung verlaufen.

Viele Grüße

Kurt
 
Hi,
Das ist Easysky, das ich auch zum Teleskop steuern verwende. Mit dem Programm kann man auch Abstände ausmessen.
Wenn ich am Computer sitze kann ich das mal nachschauen.
CS Christian
 
Hallo Matthias,

Du brauchst natürlich die Länge der Strichspur als Differenz in Rektaszension. Abhängig von der Deklination führt eine bestimmte RA-Differenz zu unterschiedlich langen Spuren. Die von mir vorstehend beschriebene Methode ist nur in Äquatornähe genau, was bei Dir ja zutreffen muss, denn geostationäre Satelliten kann es mit höherer Deklination nicht geben. Je stärker so eine Satellitenbahn gegen die Äquatorebene geneigt ist, um so stärker pendelt der Satellit über einem feststehenden Beobachter auf der Erde, was eigentlich nicht erwünscht ist.

Viele Grüße

Kurt
 
Hallo Kurt, Hallo Christian,

angeregt durch Eure Antworten bin ich mal etwas tiefer eingestiegen:
Auch Stellarium kann Abstände / Winkel messen. Man muss dafür jedoch das Plug-in "Winkelmesser" installieren.
Nach der Installation habe ich dann die Spur einer 60sec-Belichtung gemessen, kommt hin: so ungefähr 15'.

Und die geostationären Satelliten gibt’s natürlich auch,- nachdem man sie sich runtergeladen bzw. aktualisiert hat.
Die ziehen alle auf einer Spur rund 1,5° ;) südlich vorbei.

Auf meinen Fotos handelt es sich offenbar um „GORIZONT 1“, der scheint auf einer etwas elliptischen Bahn unterwegs zu sein und war zum Beobachtungszeitpunkt näher als die anderen geostationären Satelliten.
Die Uhrzeit stimmt zwar nicht ganz mit meinen Kamerawerten überein, dafür die Bahn um so mehr.

Besten Dank und CS
Matthias

 
Hallo,
ein langsam fliegendes Objekt muss nicht unbedingt ein geostationärer Satellit sein. 2011 hatte ich ein Objekt auf 3 Aufnahmen, welche jeweils 35s lang belichtet wurden. Ich poste ein Summenbild im Anhang. Das Bildfeld ist etwa 19' mal 13'. Einer meiner Schüler hat das Objekt als "Chinast 20a Rocket" identifiziert. Das Ding ist nach calsky nur 3,6 Quadratmeter groß. Den Umstand, dass das Teil heller und dunkler wird, interpretieren wir als Rotation. Auch den Einfluss des Seeings sieht man schön an der Spur.
LG
Christof
Link zur Grafik: http://www.schule.suedtirol.it/rg-bk/projekte/cy_aquarii_2/satellitenspur_chinast.jpg
 
Hallo,

ich bin überrascht und erfreut, dass sich hier eine so interessante Diskussion entwickelt hat.

Danke an alle für die rege Beteiligung.

Gruß,
Holger
 
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