Langsame und schnelle Teleskope?

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prikkelpitt

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Hallo,
ich wollte nur mal fragen, warum man bei Teleskopen, je nach Öffnungsverhältnis von langsam oder schnell spricht?

Ich komme ja aus der Fotografie, da kenne ich nur lichtstarke oder lichtschwache Optiken. Also z.B. f 1,8 lichtstark, f5,6 lichtschwach.

MfG
Heinz
 
Hallo Heinz,

die Begriffe kommen tatsächlich aus der (Astro)Fotografie.

Im allgemeinen Kontext sind sie eine eindeutig zu verstehende alternative Formulierung zum mißverständlichen "großen" oder "kleinen" Öffnungsverhältnis, was eigentlich korrekter wäre.

"Lichtstark" oder "lichtschwach" wie in der normalen Fotografie ist bei Astro-Optiken ebenfalls problematisch, da diese Eigenschaft nur bei flächigen Objekten mit dem Öffnungsverhältnis zusammenhängt. Bei Sternen ist ein Teleskop mit größerem Objektivdurchmesser immer "lichtstärker", unabhängig vom Öffnungsverhältnis.


Es werden in diesem Zusammanhang jedoch immer noch falsche Aussagen aus der Vergangenheit nachgebetet, wie etwas dass unter aufgehelltem Himmel ein langsameres ÖV besser wäre, Nebel in einem schnelleren Teleskop heller sind, oder dass ein langsames ÖV "das Seeing beruhigt"...

cs
Martin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Martin,

Vielen Dank für vor allem den letzten aufschlussreichen Absatz.
Für mich als Halbanfänger ist es immer schwer Wahrheiten von Mythen zu unterscheiden. Es leuchten einem am Anfang so manche Aussagen nicht ein, dennoch ist es einfach schwer herrauszufinden ob es daran liegt weil es Unsinn ist, oder man lediglich verschiedene Zusammenhänge noch nicht verstanden hat.

Gruß Deadlock
 
Hi Deadlock,

wobei ich noch nachschieben muss um Mißverständnissen vorzubeugen: wenn das langsame Teleskop an die Grenze der realisierbaren Austrittspupille stößt, kann ein schnelleres Teleskop (mit größerer realisierbarer AP) Nebel durchaus heller zeigen. Die Unabhängigkeit gilt nur bei gleicher Austrittspupille.

cs
Martin
 
Moin zusammen!

Kein Nebel wird "heller" wahrgenommen als mit dem bloßem Auge. Was bei der Erkennbarkeit eine Rolle spielt, ist der Kontrast zum Hintergrund. Das menschliche Auge kann nunmal bei größeren Flächen einfacher Kontraste unterscheiden. Das ist auch der Grund, warum DSO-Beobachtung bei Minimalstvergrößerung nicht immer sinnvoll ist. Bei den hiesigen Bedingungen nahe der Stadte saufen DSO im streulichtverseuchten Hintergrund eher ab, als das sie bei gößerer AP im "schnelleren" Instrument besser sichtbar werden.

Mal nachlesen: ICS-Katalog, im allgemeinen Teil "Astronomie 2006", als PDF (2. v. links) zum Herunterladen --> Klick mich!

Das ÖV spielt bei vis. Beobachtung eine eher untergeordnete Rolle. Wichtig ist bei der Beobachtung die richtige AP, d.h. über die Beziehung V = EP / AP (Eintritts- durch Austrittspupille) auch die Vergrößerung. Über die Vergrößerung definiert sich duch das verwendete Okular wiederum das tatsächliche Gesichtsfeld am Himmel.
 
Hallo Heinz,

Zitat von prikkelpitt:
Ich komme ja aus der Fotografie, da kenne ich nur lichtstarke oder lichtschwache Optiken. Also z.B. f 1,8 lichtstark, f5,6 lichtschwach.
gerade von der Fotografie her kenne ich den Begriff eines schnellen bzw. langsamen Objektivs.
Ein schnelles Objektiv ermöglicht aufgrund der größeren Blende kürzere Belichtungszeiten als ein langsameres Objektiv. Besonders bei Sport sind oft schnelle Objektive gefragt, um mit den kürzeren Belichtungszeiten schnelle Bewegungen einzufrieren. Im englischen kennt man ja z.B. die fast primes, also die schnellen (hoch öffnenden) Festbrennweiten. Noch nie davon gehört?

Viele Grüße
Markus
 
Hallo auch von mir,

Die Begriffe kommen tatsächlich aus der Fotografie.

Ein schnelles Objektiv heißt deshalb "schnell", da ein Film damit schnell ausbelichtet ist ;)

Viele Grüße

Michael
 
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