Leitzgläser

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Lupodor

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Hallo gemeinsam,
wie gut sind die alten Schätzchen aus den 50ern und 60ern?
z.B. ein 7x30 oder ein 8x50?
Danke für Antworten
Witold
 
Hallo,

schlecht, da:

- alte Glassorten
- völlig veraltete Vergütungen

Die meisten Chinagläser sind besser, bitter, aber wahr.

Grüße
Andreas

 
Hallo Andreas,
ist hochwertiges Glas versus Plastik wirklich so schlecht? Randschärfe ist eine andere Frage aber ansonsten: möchte nicht tauschen!
Dunkle Himmel ohne Plastik
Witold
 
Aus den 50er/60er Jahren?
Wer ernsthaft glaubt, dass die Optiken aus dieser Zeit mit den heutigen mithalten können, nur weil da Leitz draufsteht, der ist ein wahrer Leitz-Fan.

Gruß Rolf
 
Die optischen Komponenten sind ja auch bei allen chinesischen Ferngläsern, von denen hier die Rede sein kann, aus Glas und nicht etwa aus Plastik! Zudem ist dieses Glas meist modern mehrschichtvergütet - im Gegensatz zum alten u.a. von Leitz.
Dass die Mechanik früher für Jahrzehnte gebaut wurde und mit jener der Chinagläser nicht vergleichbar ist, ist ein anderer, sicher auch nicht unwichtiger Aspekt.

Gruß
Herbert
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Witold -

natürlich sind dies mechanisch immer noch bestens funktionierende Wunderwerke, mitunter immer noch besser als Neuware vom chinesischen Fliessband, gute Behandlung über die Jahrzehnte vorausgesetzt. Aber klar: die Chinesen holen auf, und zwar schnell.
Was sich jedoch in der 'Zwischenzeit' getan hat (dank HiTec) ist die Vergütungstechnologie mit ihren neuen Beschichtungsverfahren. Da sieht man oft schon den Unterschied bei einem Leica (habe auch noch ein Trinovid aus der DM-Zeit) und den heutigen Gläsern der Premiumhersteller. Allerdings meist nur in visuellen Grenzbereichen wie Dämmerung, Gegenlicht, Nebel etc. die jedoch in unseren 'sonnendurchfluteten Gegenden' ;-) öfters vorkommen, als uns lieb ist.

Ich denke, es sind gut funktionierende Sammlerstücke (mit einigen Highlights z.B. 15x50 Deltrintem) welche u.U. am Nachthimmel bei gegebener punktförmigen Abbildung durchaus ihre Berechtigung haben können, Randschärfe mal aussen vor. Für den Tageinsatz such besser mal in der ganz aktuellen Mittelklasse, da tut sich 'ne Menge (u.a. Minox, Docter, Meopta); die Unterschiede zu den Premiumreihen werden zusehends geringer.
Bedenke auch, dass die etwas höhere Investition in eine moderne Optik sich auch noch nach vielen Jahren bezahlt macht, denn es gibt wohl kaum langlebigere Konsumgütergegenstände als Ferngläser - lieber etwas länger sparen oder gebrauchte ehem. Premiumgläser kaufen (z.B. die ältere Trinovid-Reihe - aber meins nicht …).

Berichte über ältere Zeiss-Gläser (Ost und West)u.a. Preziosen findest du auch bei den Spezis im Jülich'schen Fernglasforum (Tagbeobachter). Da gibt's auch einen Vergleich von neuen und mittelalten Leicas.

http://www.juelich-bonn.com/jForum/read.php?9,418056,418061#msg-418061

alte & neue Grüße
manne
 
Was wirklich zählt

Moderne Vergütungstechniken nützen wenig, wenn die Abbildungsfehler nicht ausreichend beherrscht sind. Sie können sogar mit einem scheinbar beeindruckenden Kontrast andere Fehler beim spontanen Durchschauen am Tage übertünchen. Wenn der Einblick aber bei etwas längerem Gebrauch, gerade auch unter dem Sternenhimmel "irgendwie anstrengend" wird und selbst schwächere Sterne auch bei gutem Seeing eigentlich nie richtig punktförmig sind, dann verbirgt sich meist eine nur schwer zu deutende Gemengelage von optischen Fehlern dahinter.

Zwischen Mechanik und Optik gibt es übrigens einen Zusammenhang. Nicht exakt genug platzierte und/oder fixierte Linsen und Prismen können sich unmittelbar auf die Punktabbildung auswirken. Unterschiede zwischen beiden Fernglashälften eines Modells kommen häufig vor. Beispiele: Bildververdrehung sowie Achsenfehler, unterschiedliche Vergrößerungen, Fokuslagen und unterschiedlich wanderende Fokuslagen beim Fokussieren mit Mitteltrieb zwischen rechts und links müssen in der Fertigung beherrscht werden. Das alles wusste man schon vor Jahrzehnten. Darum sind alte, handwerklich sorgfältig hergestellte Optiken (gilt selbstverständlich nicht nur für Leitz), sofern sie sich in einem einwandfrei justierten Zustand befinden, oft so viel besser bei der Sternabbildung als Erzeugnisse, die neulich irgendwo in Fernost vom Fließband gefallen sind. Aprospos Justage: Wie wartungsfreundlich sind wohl die neuen Produkte?

Kurz und gut: Ich würde ein überhaupt nicht vergütetes Fernglas mit ansonsten perfekter Optik und Justage jederzeit einem anderen vorziehen, auf welches dieses nicht zutrifft, das aber "modern" vergütet wurde.

Steve
 
Re: Was wirklich zählt

Hallo Steve, hallo Witold,

hier ein kurzer Hinweis auf Holger Merlitz´ Einschätzung aus seinen "Collected wisdoms" Binocular purchase: Collected wisdoms. Leider "nur" auf Englisch - allerdings sehr ungeschraubt.

"Wisdom No. 3:

Over the decades, the quality of coating was the most influential factor for optical performance

Already during the 1930s, top performance binoculars were engineered for military use. During WWII, some of them were equipped with a single layer anti-reflection coating, which was since then continually improved, leading to better contrast, brightness and color rendition. The introduction of multi-layer coating in the late 1970s has caused another performance boost. Since that time, the color saturation of the image reached that high level we are used to find with modern optics. Binoculars of roof-prism type experienced a final performance jump in the late 1980s when the phase-shift coating was introduced. Since that time (but not before), the best roof prism binoculars approached the contrast offered by high-end Porro prism glasses. This historical development had its implications on the performance of ancient binoculars, regardless of their quality. For example, the Porro binoculars made by Zeiss (Oberkochen) in the 1950s were excellent enough to be even competitive with today's high end binoculars - if they just had a modern coating. With the technology available at that time, however, their colors appeared rather pale when compared to a modern binocular. This is the rule of thumb for anybody who is looking for a second hand binocular with maximum performance: If it is a Porro, it should be made after 1980 (availability of multi layer coating), if it is a roof prism, not earlier than 1990 (phase-shift coating)."

Es gibt bezüglich mechanischer Qualität auch bessere (und teurere) Ferngläser chinesischer Provenienz. Bei limitiertem Budget wird man also nach einem Kompromiss (noch hinreichende Mechanik - Kontrastleistung) Ausschau halten? Bei Deep Sky-Beobachtungen ist Kontrastleistung und d.h. Vergütungsqualität und Fehllichtunterdrückung einfach essenziell.

LG
Herbert
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Was wirklich zählt

Ich bringe zur ATT am 25.5. mein voll vergütetes 7x50 Leitz Marseptit (Baujahr 1958/59) mit. Bislang hat noch kein von mir getestetes modernes 7x Glas egal ob ein Spitzenporro von Fujinon oder ein Spitzendachkant der Edeloptik"schmieden" die Mittenauflösung dieses Glases erreicht! Und es waren dieser schon viele...Das gleiche gilt für mein 10x60 Decimarit von Leitz und für mein 8x30 Binuxit. Schärfer geht nicht! Alte Optiken sofern es sich nicht um alte Dachkantgurken handelt haben durchaus noch ihren Wert! Wer es nicht glaubt, kommt einfach zur ATT...

Gruß Wilhelm
 
Re: Was wirklich zählt

Hallo Wilhelm,

nicht zu laut trommeln :/

Denn, ein 7x35 Tasco längst vergangener Tage hüpft schon seit Tagen vor mir herum und bettelt um Mitnahme zur ATT...
Mal schauen.

Gruß

Mike
 
Re: Was wirklich zählt

Hallo Mike,

sollte dein Tasco mein Leitz Marseptit oder das Swift Neptune 7x35 toppen bekommst du Kaffee und Kuchen ausgegeben! Ich freue mich schon auf den Test (Testtafel, Booster...). Stolze Dachkantbesitzer mit Gläsern dieser Vergrößerung bzw. Öffnung sind natürlich gerne gesehene Optiktester! das Glas nicht vergessen mitzubringen!

Schon jetzt haben sich zwei Optikfachleute eines anderen Forums zum Test angemeldet. Treffpunkt 12:00 Uhr am Intercon-Stand. Dann geht es nach draußen, wo die Lichtverhältnisse besser sind und die einfach vergüteten alten Optiken genug Lichttransmission haben. Die Mensa der Schule ist doch ein wenig dunkel. Folgende Ferngläser bringe ich mit: Leitz 7x50 Marseptit, Leitz 8x30 Binuxit, Kern Aarau 8x30 Pizar (!), Swift 7x35 Neptune, Nikon 8x30 EII, Nikon 8x32 SE. Mehr möchte ich nicht schleppen...auch wenn mein Leitz 10x60 Mardixit bezüglich seiner Mittenschärfe keine 10x Konkurrenz fürchten muss, auch nicht die von Docter.

Gruß Wilhelm
 
Re: Was wirklich zählt

Ein Problem welch ich werd haben,
wer soll die ganzen Gläser tragen.

Ist die Holde mit dabei,
dann wäre es mir einerlei.

In Hoffnung dass sie das hier wird nicht lesen,
sonst ist es das für mich gewesen.

Wilhelm auf's Tasco da verlass ich mich,
mit Freud auf lecker Kaffee Kuchen Bienenstich.



Mike S


(...nicht ganz so ernst nehmen... :biggrin:...)
 
Re: Was wirklich zählt

Hallo Mike,

für diese nette Poesie gibt es schon mal 100 pro "Kaffee Kuchen Bienenstich" egal wie das Tasco sich schlägt!!

Gruß

Wilhelm
 
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