LuisCypher
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
ja ja noch ein C/2021 A1 Thread, ich weiß, ich weiß. Aber einerseits war dies mein erster Komet, den ich mit Langzeitbelichtung auf den Sensor gebannt habe und außerdem war eure Resonanz auf die Bilder in der Galerie so groß, da wollte ich einfach noch 2 oder 3 Zeilen zu schreiben.
Als ich die ersten Bilder des Kometen zusammen mit NGC 4631 sah, wurde ich das erste Mal richtig aufmerksam auf dieses Ereignis und begann sofort in Stellarium und den üblichen Wetter Apps nach einer günstigen Gelegenheit zu suchen. Und das Bild war ernüchternd, gerade einmal am Donnerstag 02.12 sollte sich ein kurzes Fenster hier südwestlich Berlins ergeben, für Freitag dem Durchgang an M3, keine Chance. Okay also Urlaub für den 02.12. eingereicht und dann gewartet.
Und mit jedem Tag, dem der 02.12. näher rückte, verschob sich das Fenster zu Gunsten des 03.12.
Die Nacht zu Donnerstag war dann bescheiden und ich hatte den Urlaubstag "umsonst" genommen. Donnerstagabend dann schönster Himmel, also flott das Geraffel aus EQ6-R, 432mm Skywatcher ED und Canon 600Da im Garten aufgebaut. Nun wollte ich aber das Setup nicht bis zum frühen Morgen ungenutzt lassen, klare Stunden verschenken ist eine Schande. Also noch ein Objekt ausgesucht, das in Ausrichtung und Zeitraum für eine Belichtung vor Mitternacht taugt (IC 405) und losgelegt. Gegen 23Uhr gings ins Bett ,nur damit um ca 2 Uhr der Wecker wieder klingelt.
Bei frostigen Temperaturen und dick eingepackt raus, Teleskop neu ausgerichtet und die ersten Aufnahmen a 90s bei ISO 1600 erstellt. Sieht gut aus, also Guiding an und ab ins Bett. Da ich Freitag um 6 bereits wieder aus den Federn musste, habe ich mir nicht einmal einen Blick durch den Feldstecher erlaubt, das bereue ich jetzt.
Meine Freude am Morgen beim flotten Durchscrollen durch alle Bilder war riesig, einzig ab ca. 5:30 gab es ein paar Wolkenfetzen, aber der Rest schien klar.
Den Tag auf Arbeit habe ich dann schwankend zwischen Vorfreude und Müdigkeit verbracht.
Die eigentliche Arbeit begann dann am Abend als die Rohbilder samt Kalibrierbildern stappelte. Während PI lief, schaute ich mir ein paar Tutorials an und ahnte, dass das länger dauern wird.
Hier mal ganz grob der Prozess beschrieben, der von der üblichen Integration abweicht:
In Summe konnte ich so 51 Bilder a 90s zu diesem Finalen Bild zusammenfügen:
Ja aber was wäre ein Komet ohne gif … und das hat mich ehrlich noch mehr Zeit gekostet.
Die kalibrierten Bilder waren ja noch da und der Image Container, der die Bearbeitung einer Gruppe von Bildern in PI ermöglich war hilfreich. Allerdings habe ich hier auch vieles zum ersten Mal gemacht und bei 119 Einzelbilder, kam es am Ende einer Einzelbearbeitung aller 119 Bilder gleich.
Hier ist am Prozess wenig überraschend, daher erspare ich euch die Details, aber es hat gedauert. Insgesamt habe ich von Freitagabend bis Sonntagabend in vielen Stunden an beiden Bildern gearbeitet.
Trotzdem war es mir ein Plaisier und das Ergebnis macht mich mega happy. Und zu wissen dass es nur wenige 3h lange Aufnahmen aus Deutschland von diesem Ereignis gibt, macht mir och ein bisschen stolz:
CS
Andreas
ja ja noch ein C/2021 A1 Thread, ich weiß, ich weiß. Aber einerseits war dies mein erster Komet, den ich mit Langzeitbelichtung auf den Sensor gebannt habe und außerdem war eure Resonanz auf die Bilder in der Galerie so groß, da wollte ich einfach noch 2 oder 3 Zeilen zu schreiben.
Als ich die ersten Bilder des Kometen zusammen mit NGC 4631 sah, wurde ich das erste Mal richtig aufmerksam auf dieses Ereignis und begann sofort in Stellarium und den üblichen Wetter Apps nach einer günstigen Gelegenheit zu suchen. Und das Bild war ernüchternd, gerade einmal am Donnerstag 02.12 sollte sich ein kurzes Fenster hier südwestlich Berlins ergeben, für Freitag dem Durchgang an M3, keine Chance. Okay also Urlaub für den 02.12. eingereicht und dann gewartet.
Und mit jedem Tag, dem der 02.12. näher rückte, verschob sich das Fenster zu Gunsten des 03.12.
Die Nacht zu Donnerstag war dann bescheiden und ich hatte den Urlaubstag "umsonst" genommen. Donnerstagabend dann schönster Himmel, also flott das Geraffel aus EQ6-R, 432mm Skywatcher ED und Canon 600Da im Garten aufgebaut. Nun wollte ich aber das Setup nicht bis zum frühen Morgen ungenutzt lassen, klare Stunden verschenken ist eine Schande. Also noch ein Objekt ausgesucht, das in Ausrichtung und Zeitraum für eine Belichtung vor Mitternacht taugt (IC 405) und losgelegt. Gegen 23Uhr gings ins Bett ,nur damit um ca 2 Uhr der Wecker wieder klingelt.
Bei frostigen Temperaturen und dick eingepackt raus, Teleskop neu ausgerichtet und die ersten Aufnahmen a 90s bei ISO 1600 erstellt. Sieht gut aus, also Guiding an und ab ins Bett. Da ich Freitag um 6 bereits wieder aus den Federn musste, habe ich mir nicht einmal einen Blick durch den Feldstecher erlaubt, das bereue ich jetzt.
Meine Freude am Morgen beim flotten Durchscrollen durch alle Bilder war riesig, einzig ab ca. 5:30 gab es ein paar Wolkenfetzen, aber der Rest schien klar.
Den Tag auf Arbeit habe ich dann schwankend zwischen Vorfreude und Müdigkeit verbracht.
Die eigentliche Arbeit begann dann am Abend als die Rohbilder samt Kalibrierbildern stappelte. Während PI lief, schaute ich mir ein paar Tutorials an und ahnte, dass das länger dauern wird.
Hier mal ganz grob der Prozess beschrieben, der von der üblichen Integration abweicht:
- Bilder mit Flats, Darkflats & Darks kalibriert & Debayert à Standard
- Bilder auf Sterne registriert (Sternstack) à Standard
- Bilder auf Kometen registriert (Kometenstack)
- Kometenstack in Gruppen integriert. Habe jedes fünfte Bild also zuerst Bild 1, 6, 11 dann 2, 7, 12 etc gestappelt. Vorteil: die Integration schmeißt die Sterne sauber raus, einzig M3 war hartnäckig. Am Ende habe ich die 5 Summenbilder erneut gestappelt und hatte meinen Kometenmaster
- Kometenmaster von jedem Einzelbild im Sternenstack abziehen. Problem hier ist die exakte Position in jedem Bild zu treffen. Hat mich ernsthaft Stunden gekostet.
- Den kometenfreien Sternenstack zum Summenbild stappeln. Am Ende steht ein lineares Bild des Hintergrunds
- Summenbild der Sterne mit Kometenmaster vereinen. Im Idealfall an einer Stelle an der der Komet wirklich stand ?
- Das resultierende lineare Summenbild kann jetzt ganz normal weiterbearbeitet und gestreckt werden.
In Summe konnte ich so 51 Bilder a 90s zu diesem Finalen Bild zusammenfügen:
Komet Mirco meets M3
Ab heute heißt der Komet für mich Mirco ... Wer Humor hat weiß warum. Also ein Hoch auf El...
Ja aber was wäre ein Komet ohne gif … und das hat mich ehrlich noch mehr Zeit gekostet.
Die kalibrierten Bilder waren ja noch da und der Image Container, der die Bearbeitung einer Gruppe von Bildern in PI ermöglich war hilfreich. Allerdings habe ich hier auch vieles zum ersten Mal gemacht und bei 119 Einzelbilder, kam es am Ende einer Einzelbearbeitung aller 119 Bilder gleich.
Hier ist am Prozess wenig überraschend, daher erspare ich euch die Details, aber es hat gedauert. Insgesamt habe ich von Freitagabend bis Sonntagabend in vielen Stunden an beiden Bildern gearbeitet.
Trotzdem war es mir ein Plaisier und das Ergebnis macht mich mega happy. Und zu wissen dass es nur wenige 3h lange Aufnahmen aus Deutschland von diesem Ereignis gibt, macht mir och ein bisschen stolz:
Komet in Bewegung
Hier nun die Animation aller 119 Bilder die ich Freitag aufnehmen konnte. In Summe sind also...
CS
Andreas
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