Libra (Kasai) 4x22

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Hogel

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Hallo liebe Sternfreunde,
das in SuW kurz angesprochene Fernglas 4x22 von Kasai, das es nur in den Niederlanden unter dem Namen "Libra" zu geben scheint, habe ich am Samstag in Nijmegen erstehen können - und zwar bei
Foto Grijpink direkt am Markt für 19,95€! Das Glas fühlt sich wertig an und die 17°!!!! Gesichtsfeld sprechen für sich. Der Inhaber hatte schon ein paar Anfragen aus D und hat auch schon welche versandt. Internet-Adresse: www.fotogrijpink.nl
Bestellung dürfte also kein Problem darstellen.
Sternfreundliche Grüße Rolf
 
Für alle, die nicht gut niederländisch können (ich auch nicht ;-) - die Gläser gibt's unter Verrekijkers. Oder unter dem Libra-Link: http://fotogrijpink.nl/index.php?id_product=700&controller=product

Ich kenne die Begriffe von der bekannten holländischen Ferngucker-Seite mit den schönen Spektiv-Tests, aber leider ohne engliche Übersetzung.

Das Libra wird jedoch auch abverkauft: gibt es da einen Nachfolger? Ich hatte das auch beim Nahglas Pentax 6,5x21 für die Heuschrecken - die neue Version war dann multivergütet und etwas besser armiert. Habe beide Versionen I und Mk II von intercon gekauft und mache mal einen Direktvergleich für die genannte Spezialanwendung (etwa Nahbreich ab 40cm!). Bei Birkmaiers meinte man lohnt nicht unbedingt, ich mache mir mein eigenes Bild.

Dem Libra mangelt es im Vergleich zum Vixen 2,1x42 vielleicht ein wenig an Öffnung - das ist im DeppSky Bereich doch m.E. relevant, freue mich aber auch über einen Erfahrungsbericht.

minimalistischer Gruß
Manfred
 
Soweit ich sehen kann, ist dieser Schatz ausverkauft. Wenn es wirklich brillentauglich ist, wäre es das Glas mit dem größten Feld für Brillenträger!

Kennt jemand noch eine Quelle?
Ich habe in UK recherchiert und finde ein offenbar identisches 4x22 D&R Extra Wide Angle:
www.monkoptics.co.uk/Compacts/4x22_6x30_extra_wide_angle.html
Kostet dort satte 60 Pfund.

Es müsste deutlich mehr zeigen innerhalb seiner 17 Grad als das Vixen 2,1x42. Die doppelte Vergrößerung ist da entscheidend. Zudem erreichen manche Nutzer beim Vixen oder dem sehr ähnlichen Kasai 2,3x40 nur etwas über 20 Grad Feld (in Extremfällen wird freilich von 30 Grad berichtet nach Entfernen der Augenmuscheln - bei galilei'schen Gläsern ist das Feld nicht exakt durch eine Feldblende definiert).

Mini-Gruß, Christopher
 
Zitat von Manne:
Dem Libra mangelt es im Vergleich zum Vixen 2,1x42 vielleicht ein wenig an Öffnung - das ist im DeppSky Bereich doch m.E. relevant, freue mich aber auch über einen Erfahrungsbericht.

Nein, die Öffnung des Libra lässt sich so direkt nicht mit dem Vixen 2,1x42 vergleichen, denn letzteres basiert auf einem Galileischen Aufbau und damit dient die Öffnung hauptsächlich dazu, um das große Gesichtsfeld zu erzielen. Das Libra 4x22 hingegen ist ein Porroprismen-Fernglas.

Tatsächlich ist die Grenzgröße des Libra 4x22 höher als beim Vixen (oder Gucki). Ich hatte es ebenfalls bei fotogrijpink bestellt und es gestern und heute unter Schweizer Alpenhimmel getestet. Kassiopeia passt komplett in das Gesichtsfeld und es ist einfach ein Genuss die Milchstraße mit dem Libra 4x22 abzufahren. Das Fernglas ist dementsprechend auch sehr Einsteigerfreundlich.

Im allgemeinen sollte man bei der Bestellung jedoch darauf achten, dass zwei Varianten vom Libra 4x22 im Umlauf sind: es gibt eine Variante mit beidäugig verstellbarem Fokus (4x22IF), wie sie aktuell auch von Fotogrijpink verkauft wird (siehe den Abschnitt "Meer informatie" auf der Webseite). Darüber hinaus produziert Kasai auch eine Variante mit festem Fokus (4x22FF), die für astronomische Beobachtung untauglich ist.
Der Fokusweg ist (bei der "richtigen" 4x22IF-Version) eher langsam übersetzt und erlaubt daher eine recht präzise Fokussierung.

Das Fernglas wird mit 2 Okularkappen ausgeliefert. Perfekt passende Objektivkappen findet man übrigens in der Bucht, wenn man nach "10 Stück 22mm Karosseriestopfen Stopfen Gummistopfen Verschlusskappe Kappe" sucht ...

Grüße,
Torsten
 
Ich konnte ebenfalls ein 4x22 in Holland beschaffen und kann Torsten's Einschätzung bestätigen. Ich habe das Feld am Himmel mit gut 17 Grad gemessen. Wie erhofft und erwartet zeigt es in diesen 17 Grad deutlich mehr als das 2,3x40.

Das Einblickverhalten ist sehr angenehm. Durch die Gummiaugenmuscheln ist das Glas komplett unempfindlich gegen das Einfallen von Umgebungslicht in die Okulare. Der Pupillenabstand ist größzügig, dadurch gibt es viel weniger Probleme mit Beschlagen der Okulare als beim 2,3x40, das wirklich warm gelagert werden muss wenn es bei kaltem Wetter überhaupt nutzbar bleiben soll.

Es ist nicht brillentauglich. Somit ist das Visionking 5x25 (auch als "Galileo 5x25" auf dem Markt) mit seinen gemessenen 15,1 Grad Feld weiterhin das Glas mit dem größten brillennutzbaren Feld.

Ich werde beide behalten. Im Allgemeinen lasse ich lieber die Brille an, das Visionking 5x25 bleibt somit das Haupt-Superweit-Instrument. Ich muss aber die Brille ausziehen um Karten zu lesen. Das Libra 4x22 liegt also neben der Karte um beim schnellen Blick zwischen Karte und Himmel zur Hand zu sein.

Ausserdem gibt es durchaus Objekte, bei denen die 2 Grad mehr etwas ausmachen. Z.B. hat die Teekanne (Teapot) im Schützen eine Ausdehnung von knapp 15 Grad. Die Kanne wird im 4x22 mit seinen 17 besser eingerahmt.

Auch jenseits der Sternmuster gibt es physikalische Objekte, die solche Felder verlangen. Die Assoziation Scorpius OB2 US, welche die uns am nächsten liegende Sternassoziation ist und die meisten der Sterne in den Klauen des Skorpions enthält, hat eine Ausdehnung von etwa 14 Grad. Dieses Deep-Sky-Objekt wird am Besten im Libra 4x22 gezeigt.

Für Liebhaber von weiten realen Feldern am Himmel ist das Teil ein Must-Have!

Viel Freude am Okular, Christopher

Torsten, danke für den Hinweis zu den Kappen, habe mir sofort welche bestellt.
 
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