LIDL-Fernglas AURIOL 10x50

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Hi Sven,

na klar, wer besser sieht (und dann auch anspruchsvoll ist), der sollte auch an der Optik nicht sparen. Jeder hat natuerlich eigene Ansprueche - mal hoeher, mal niedriger - daraus sollte man aber nicht schliessen, dass alle Preisklassen auf dem Fernglasmarkt gleichberechtigt sind: Die ganz billigen Teile sind schlicht ramsch, nur zufaellig mal justiert (bis zum naechsten kleinen Stoss), und von Fliessbandarbeitern aus teilw. schaedlichen Kunststoffen/Klebern zusammengesetzt.

Die Umwelt ist dabei nur eine Sache, aber meine Augen sind mir auch wichtig, und der Kopfschmerz wegen grenzwertig kollimierter Optiken muss auch nicht sein. Wenn man Glueck hat, findet man ein ordentliches Fernglas auch fuer weniger als 300 Euro, dazu muss man sich aber ein wenig umhoeren.

Viele Gruesse,
Holger
 
Hi Holger,

immer noch in Xiamen - schön, mal wieder was von Dir hier zu lesen.
Bei 10x50 gibt es zur Zeit ein aus meiner Sicht ganz günstiges Angebot: das Olympus DPS-i für 60 € bei Amazon. Ich habe das (nach der Beschreibung baugleiche) DPSR und war damit eigentlich immer ganz zufrieden (natürlich kein Spitzenglas, auch nur einschichtvergütet) und Olympus hatte eigentlich immer ganz gute Serienperformance. Hast Du schon mal durch sowas durchgeguckt oder ist das gegen die Angebote z.B. bei Teleskop-Service nicht mehr konkurrenzfähig? (die haben meist multivergütete Optik, also wohl eher 2 Schichten, wobei mein Eindruck ist, daß schlechte Mehrfachvergütung einer gute Einfachvergütung unterlegen ist).
Die Okularkonstruktion des Olympus ist zwar nur retro-Kellner, aber die Nikon haben glaub ich auch keine Plössl oder besseres.
Und Wasserdichtheit braucht man bei Astro ja eher nicht.

Gruß Hans
 
Hallo Hans,

da bin ich nicht mehr ganz 'up to date' - ich schau mir inzwischen nicht mehr jedes Fernglas an, das mir in die Haende faellt, weil ich ganz zufrieden bin mit dem, was ich habe ;-)

Wenn ich mal in D. zu Besuch bin und das Olympus in einem Kaufhaus finde, werde ich durchgucken. Das Sehfeld muss aber stimmen, sonst macht es gerade am Sternhimmel keinen Spass ...

Viele Gruesse,
Holger
 
Lidl 8x60, eigentlich eher "8x45 Stirndruckfokus"

Da ich nur flüchtig durchgeguckt habe, will ich keinen extra Thread aufmachen - das lohnen auch die Ergebnisse nicht.
Heute zufällig beim Einkaufen das Teil als Einzelstück bereits ausgepackt liegen gesehen und natürlich nicht widerstehen können, durchzugucken:
erster Eindruck: Gesichtsfeld absolut winzig (ca.40-45°?) und seltsam unklar begrenzt. Blick vom Objektiv durch Glas zeigt warum: extrem stark vignettiert, von den (übrigens recht sauber blau vergütet aussehenden) 60er Objektiven nutzt das Glas etwa 45mm vollständig! Den Grund konnte ich nicht eindeutig feststellen, ich vermute zu kleine Prismen. Irgendwo ist eine runde, unscharfe Plastikblende im Weg (der Eingang zum ersten Prisma?).
Abbildung: in der Mitte relativ scharf, aber Fokus "hält" nicht, da die Okularbrücke derart wacklig konstruiert ist, daß sich die Okulare nicht wirklich bleibend einstellen lassen.
Finger weg; Das Ding ist nicht als Fernglas brauchbar. Jedes normale 8x40 ist besser.
Und für einen 2x 60mm Achromatensatz (ca. 250-300mm?)und 2 relativ langbrennweitige (vermutlich 30-35mm Kellner?) Okus sind die 30€ auch gerade keine Sensation (der Rest dürfte ziemlich unbrauchbar sein).
Wie man so unvernünftig Material und Arbeit verschwenden kann wie die Hersteller und vor allem die Weiterverkäufer dieses Glases ist mir sehr grundlegend unklar!
Vielleicht wurde das Glas als Zoom für höhere Vergrößerungen konzipiert und weil sich die miesen Zooms nicht mehr verkaufen lassen einfach langbrennweitige Okus drangeschraubt?

Gruß
 
Habe das Lidl 8x60 (Bresser) 14 Tage getestet. Als Vergleich hatte ich ein 30 Jahre altes Made in USSR 10x50 Fernglas da.

Das Bresser 8x60 war sowohl am Tag als auch in der Nacht subjektiv um einiges heller. Von der Bildschärfe konnte ich auch nichts negatives feststellen, obwohl eine andere Person meinte mit dem USSR Fernglas etwas besser scharf stellen zu können. Ich konnte das nicht nachvollziehen (sowohl am Tag als auch Nachts).

Einen Tunnelblick konnte ich ebenfalls (als Amateur) nicht festtellen. Alles wird sauber und natürlich dargestellt. 100m auf 1000m Sichtfeld finde ich okay, da ich in der Regel auf das Objekt zentriere und nicht die Ränder beobachte. Wären es 140m auf 1000m, mir wäre es nicht weiter aufgefallen.

Die Stadt Wien von einem Hügel zu beobachten hat damit viel Spaß gemacht, sehr klare Sicht bei Tag und besonders bei Nacht. Hätte ich nicht gedacht, dass man bei Nacht so viele Details sehen kann, fast wie ein Nachsichtgerät.

Negative Punkte:
- die kleineren Linsen beschlagen ausse recht schnell, die linke schneller und stärker als die rechte
- alles ist komplett aus Plastik, beim biegen/anpassen an seinen Augenabstand passiert es oft, dass man einen der beiden "Rohre/Tuben" aus dem Gehäuse rausdreht, da diese wohl nicht stark genug festgeschraubt sind
- beim putzen der 60mm Aussenlinse hat sich diese aus der Tube herausgedreht, mit der Folge dass alles verschommen wurde, am nächsten Tag ging es dann zurück in den Laden
- an einem Abend wurden die Sterne extrem doppelt angezeigt (Abstand variierte stark, mal waren die untereinander versetzt, mal nebeneinander, mal passte ein Mond dazwischen mal war der Abstand viel kleiner). Woran es lag konnte ich leider nicht rausfinden, da ich die Linse mit dem beiliegenden Tuch kurz reinigen wollte und die Linsen sich herausdrehten. Vielleicht lag es auch an den 4 Flaschen Bier an dem Abend, dass ich die Sterne doppelt sah :) Denn an einem vorherigen Abend habe ich solche Doppelbilder nicht gehabt.

Habe es zurückgegeben. Wenn sich nicht ständig alles rausdrehen würde, hätte ich es behalten, da mir das sehr helle und scharfe Bild sonst ganz gut gefallen hat.
 
Da es hier um einfache Ferngläser geht, hier noch ein Japaner SKYLARK 10x50 5°, JB-230.
Austrittspupile 5mm (50mm / 10x = 5)
Beim Bresser 8x60 waren es 7,5mm (60mm / 8x).
Winkel 5°, also etwa 88m auf 1000m ( sin(5°) = 0,088 mal 1000m = 88m ) ( oder genauer tan (5°/2) = 0,4366 mal 1000m mal 2 = 87,32m)

SKYLARK ist etwas kürzer (ca 15mm) als zum Vergleich vorliegender Made in USSR TENTO 10x50 (Winkel unbekannt, aber höchstwahrscheinlich auch ca. 5°).

SKYLARK: 940 Gramm, Okularmuscheln aus Plastik.
TENTO: 840 Gramm, Okularmuscheln aus Gummi.

Bei Wikipedia habe ich gefunden, wie man einen einfache Qualitätstest machen kann, hier der Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/Fernglas#Anhang:_Qualitative_Eigenbeurteilung

Trübungen:
Dazu schaue ich "verkehrherum" durch die (großen) Objektive, statt durch die (kleinen) Okulare.
SKYLARK: links und rechts alles sauber, keine Trübungen
TENTO: links sauber, leider weist die rechte Seite eine Trübung auf, Okular- und Objektiv-Linse sind zwar sauber, die Trübung ist also irgendwo im Inneren (Glaspilz?) und hat fast den kompletten rechten Halbkreis befallen.

Kratzer auf den Linsen:
SKYLARK: keine
TENTO: keine

Prüfung der Justage der beiden optischen Strahlengänge:
- keine Ahnung, da fehlt mir die Erfahrung wie ich das genau prüfen soll

Prüfung der geometrischen Ausformung der Austrittsblende (Austrittspupille):
SKYLARK: die Austrittspupile scheint quadratisch zu sein (siehe Bilder weiter unten)
TENTO: alles okay, rund, keine Vignettierung (Bildabschattung am Gesichtsfeldrand) vorhanden

Sphärische Abbildungsfehler bei Sternenbetrachtung:
- kann ich nicht beurteilen, beide Ferngläser gleich, Hände zittern und somit nicht wirklich erkennbar ob Sterne punktförmig sind oder nicht. In der Stadt auch nicht so toll die Sterne zu beobachten. Mit dem LIDL Bresser 8x60 war es aber "gefühlt" heller und besser.
- keine Doppelbilder bei beiden Gläsern
- beschlagen nicht so schnell wie das LIDL Bresser 8x60

Farbneutralität und Vergütung des Fernglases durch Betrachten einer weissen Fläche:
- keine Ahnung, zu wenig Erfahrung und Vergleichmöglichkeiten
- auf den Fotos sieht man, dass mit Blitz die Objektive des SKYLARK durchsichtig sind und die beim TENTO spiegelnd. Obwohl beim SKYLARK auch "coated optics" steht.

Hier die Bilder:

Link zur Grafik: http://abload.de/thumb/img_2900_klein1esp3.jpg

Link zur Grafik: http://abload.de/thumb/img_2901_klein1ts36.jpg

Link zur Grafik: http://abload.de/thumb/img_2903_kleini8slu.jpg

Link zur Grafik: http://abload.de/thumb/img_2904_kleinbxs9w.jpg

Link zur Grafik: http://abload.de/thumb/img_2905_kleinxhsmc.jpg

Link zur Grafik: http://abload.de/thumb/img_2906_kleinz9s7w.jpg

Link zur Grafik: http://abload.de/thumb/img_2907_kleins7s1r.jpg

Link zur Grafik: http://abload.de/thumb/img_2911_kleinzxs7k.jpg

Link zur Grafik: http://abload.de/thumb/img_2913_kleinths4n.jpg
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Das Glas bei Nacht

Wie schon in Wort und Bild dokumentiert, ist das Fernglas AURIOL 10x50 am Tage durchaus brauchbar.

Mitte Juni 2013, gegen Mitternacht, habe ich das Glas mal im dunklen getestet:

In der Nähe meines Beobachtungsstandpunktes – Balkon im Neubaugebiet – stehen mehrere Straßenlaternen; die nächste nur ca. 10 Meter entfernt. Das ist insofern gut, da unter solchen Bedingungen das Reflexionsverhalten bei Streulicht gut eingeschätzt werden kann. Der Blick auf eine ca. 30 Meter entfernte Laterne zeigt, auch durch die großen Augenlinsen bedingt, ein zu helles, aber sehr scharfes Bild mit störenden Reflexionen.

Bei der Sternbeobachtung war ich auf der Achse und im Feld mit der Abbildung durchaus zufrieden. Sehr helle Sterne zeigen leichte Ausfranzungen. Allerdings trüben Reflexionen im Bild das Seherlebnis erheblich – ein wirklich dunkler Beobachtungsort ist zwingend notwendig!

Die ISS wurde als sehr helles, deutlich flächenhaftes Objekt wahrgenommen.

Durch die herausdrehbaren Augenmuscheln, die gut an der Augenhöhle anliegen, kann zumindest das okularseitige eindringen von Störlicht nahezu unterbunden werden.

Gerade durch die großen Augenlinsen (Durchmesser 24mm) und einem bequemen Augenabstand zum Okular ist das AURIOL für ein 50er Fernglas überdurchschnittlich lichtstark und bequem für die Augen! Nochmals möchte ich das ausgezeichnete Preis-Leistungsverhältnis hervorheben – für den Gelegenheitsnutzer eine gute Investition. Da die Erfahrungen mehrerer Kollegen in den letzten Wochen leider zeigten, daß viele Gläser dejustiert sind, sollten gleich 2 oder 3 Stück zur Auswahl bestellt werden. Die Rücksendung an LIDL ist ja kostenfrei.

Eine schöne Zeit wünscht Allen

Peter aus Sachsen
 
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