Lidl Spektiv 20-60x60

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hanz

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Andere und ich haben in dem bereits existierenden thread über das Ding schon einiges geschrieben, aber nachdem es jetzt schon über 5 Seiten sind und sehr verschiedene Sichtweisen, möchte ich hier noch einen neuen thread eröffnen, der etwas andere Gesichtspunkte sammelt:

1) warum in 3 Teufels Namen kaufen erwachsene Amateurastronomen mit einem Keller voll guter Ausrüstung sowas

2) warum kauft "klein Erna" sowas

ich versuche objektiv zu sein: das Spektiv hat außer daß es schnuckelig aussieht, eine unglaublich grifffreundliche softtouch Lackierung hat, im Bereich nicht existenzieller Fehlinvestitionen liegt und (wie Merkel sagen würde) zu dem Preis "alternativlos" ist keinerlei objektive Vorteile.
Ein grosser Teil der Ausstattung ist völlig unnötig/unbrauchbar (das Tischstativ, das weder für Astro noch für Natur verwendbar ist, die Tragehülle, die 3cm ausziehbare Gegenlichtblende, das Zoom Okular das völlig falsch dimensioniert ist für beide Anwendungen). Dafür mußten einige Chinesen hart arbeiten - und der Hersteller es jetzt wegen Unbrauchbarkeit über Lidl "billig verschrotten".

Es "lebt" also hauptsächlich von der Verkaufsstrategie der Spektivhersteller: keine billigen Geräte mit 1 1/4" Wechselokularen, nur fest installierte teure/schlechte Zoomokulare im unteren Preisbereich usw. Selbst der sonst so technisch/preislich optimierte TS kann da keine Alternative mit Wechselokus anbieten. Wer keine mindestens 1-200 € zahlen will, denkt er bekommt hier eine.
Aber halt nur mit dem fast unbrauchbaren Zoom-Oku, das die brauchbaren Komponenten des Geräts (Objektiv, Prismensatz, Innenfokussierung) "versaut".

In der Anwendung ist das Gerät jedenfalls "pessimiert": für Naturbeobachtung ist jedes billige 10x50 Porrofernglas Klassen besser, für höhere Vergrößerungen z.B. das TS 15x70 eine ganz andere Klasse (halt echt anwendbar) zum allerdings 4fachen Preis. Für Astro ist die hohe Vergrößerung von 60fach mit geradezu riesigem Gesichtsfeld zwar am Mond ganz nett, für Planeten reicht aber die Schärfe einfach nicht. Das Teil ist etwa so brauchbar wie die "Kindermikroskope" mit >600facher Vergrößerung.

ABER: man denkt ja immer, man kann noch was draus machen . Beim "Lidl-Fernrohr" vor 10 Jahren war das Optimieren auch noch drin (weil der Kern ein brauchbares Fernrohr war mit äquatorialer Monti zum Schleuderpreis, allerdings mußte man mindestens ein brauchbares Zenitprisma nachkaufen und das Rohr mit Veloursfolie auskleiden, bessere Okulare konnte man dann später bei TS nachkaufen).
Auch das "Lidl-Fernglas 10x50" war ein mit Hausmitteln auf brauchbar zu bastelndes Gerät (das war ja eigentlich auch der Witz an der ganzen Sache: mit know-how und Bastelei aus Schrott Gold zu machen).

Das Lidl Spektiv Aureol 20-60x60 ist nicht in dieser Kategorie. Normale Amateure können die Nachteile des integrierten ca. 18-6mm Zoomokulars nicht "wegbasteln". Dafür muß man das Okular zerstören (zersägen) und so zur Einsteckhülse für 1 1/4" Okulare machen. Damit ist alles positive eigentlich umsonst: der schicke Innenfokus, das brauchbare vergütete Objektiv, der metallene Prismenkasten und der vergütete Prismensatz. Und das Unnötige bleibt unnötig (unbrauchbares Stativ, unnötige Tragehülle und die Situation am Objektiv praktisch nicht verbessernde Gegenlichtblende).

Ich habe mein Exemplar zum Spektiv für 1 1/4" Okulare umbauen können und es funktioniert jetzt zufriedenstellend, aber die dafür nötigen zerstörenden Änderungen des Zoom Okulars werden wohl wenige Astro-Fans nachmachen wollen, da man das ganze Gerät bei Nichtgelingen wegwerfen kann.

Aber für die unter uns mit kleinen Kindern ist das Lidl-Spektiv wohl sowas wie für mich damals die billigen (und manche gar nicht so schlechten) 10x20 Ferngläser für 20DM, die auch meine beiden zu den Pfadfindern mitgenommen haben (mein Leica hätte ich ihnen dafür nicht geliehen). Was mir nicht gefällt: mit demselben Aufwand könnte man ein echt gutes Spektiv bauen, aber die Hersteller denken, das würde dann den teuren Spektiven einen Teil ihres Marktes wegnehmen - dabei würde es doch im Gegenteil viele Menschen erst für den späteren Kauf eines solchen sensibilisieren. Ich denke, daß Kinder mit einem 10x50 Porro Glas mehr von der Astronomie, mit einem 10x20 Dachkant mehr von der Natur haben.
Und für Mond+ Planeten gibt es brauchbare preisgünstige Newtons halt nicht für 30€ aber auch mit mehr Möglichkeiten.

Zum Schluß noch einige Daten wie von mir gesehen: relativ leichtes Spektiv aus Metall und Kunststoff (Mittelteil Prismenkasten Metall, Objektivrohr und Okularansatz Kunststoff) Objektiv und Prismen vergütet, Okular nicht. Objektiv ca. 350mm Brennweite, 60mm Durchmesser, etwas schlampig unzentrisch verkitteter Achromat, schlechtes 3x Zoom Okular ca. 18-6mm (Schwachpunkt des Geräts). Umbau auf
1 1/4" Okulare möglich, aber schwierig.
 
Hallo Hanz,

warum in 3 Teufels Namen kaufen erwachsene Amateurastronomen mit einem Keller voll guter Ausrüstung sowas

Reine Zwangshandlung wegen Optiksucht :D

Die von dir aufgezählten Probleme und Nachteile sind durch die Bank weg korrekt, habe auch Asti, das Gesichtsfeld ist bei 20x ein Witz ect...

Ich werds trotzalledem behalten, weil ich ein Spektiv eigentlich nicht gerade zu den Dingen zähle, die ich oft benutze. Ferngläser hab ich zu Hauf, was mit gefällt ist das fernglasähnliche Packmaß kombiniert mit dem monokularen 45° Einblick (denn das erleichtert das Gucken auf einem 0815 Stativ schon im Gegensatz zu einem dort montierten FG, außerdem gibts bei mir die Besonderheit, daß ich aus augenproblematischen Gründen keinerlei Vorteile aus binokularem Sehen ziehen kann).

Ein ETX kann hier schon wesentlich mehr und ich hätte auch lieber Wechselobjektive... könnte mich heute noch sonstwohin beißen das verkauft zu haben, ABER das ist natürlich auch nochmal um einiges sperriger.

Als vollwertigen Ersatz für Fernglas oder Teleskope - gerade und auch für Kinder - sehe ich das Lidlteil nicht an... eben was zum Bebasteln wie du schon geschrieben hast.

Viele Grüße Benny
 
Ich würde mal echt behaupten, das hier kaum einem klar ist das das Teil 30€ kostet.

Wer erwartet denn für 30€ ein Mittelklasse- der Gerät?
 
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Hallo MIcha,
Zitat von hanz:
Andere und ich haben in dem bereits existierenden thread über das Ding schon einiges geschrieben, aber nachdem es jetzt schon über 5 Seiten sind und sehr verschiedene Sichtweisen, möchte ich hier noch einen neuen thread eröffnen, ...
ist doch bekannt ;)

Gruß, Robert
 
Hi,

einen Vorteil hat Hanz vergessen zu erwähnen:

Es ist ein REFRAKTOR, ein echter Qualitätsfarbwerfer; keinerlei Spiegel verbaut...... :hochachtung:

Har! Har! Los, haut mich! :teufelgrr:

Gruß, Coyote

 
und da endet auch recht bald die nützliche Vergrößerung:

heute bei Tag gespechtelt mit meinem Umbau auf 1 1/4" Okus:

mit Plössl 35mm sehr schön helles Bild (10fach = Pupille AP6mm) aber starke Vignettierung (Beschneidung des Gesichtsfelds um fast 1/3 bezogen auf den Durchmesser).

mit Kellner 25mm auch schön hell (14fach = AP 4,3mm volles Gesichtsfeld)

mit Bertele 17,5mm deutlich dunkler (20fach = AP 3)volles WW Gesichtsfeld - mein Lieblingsoku an diesem Gerät

mit Antares Ultra 10mm: Unschärfe beginnt deutlich sichtbar zu werden

mit Brennweiten <10mm so schlecht, wie man es von einem relativ kurzbrennweitigen, billigen Achromaten mit schlimmen Fertigungstoleranzen erwarten kann.

Um das Gerät für Astro zu optimieren, müßte man also Okular und Objektiv ersetzen, für Natur ist 20fach mit dem "Bertele" recht hübsch, vor allem weil man einen Nahbereich ab ca. 4m erschließen kann durch teilweises Herausziehen des Okulars.

Im Lieferzustand ist es so schlecht, daß es bei ebay sogar für 20€ (+Versandkosten) angeboten wird. Und dort gibt es tatsächlich andere sehr billige Refraktoren mit 1 1/2" Wechseloptik und Amiciprisma, sind halt nicht ganz so "schnuckelig".

Gruß

 
Hallo zusammen,

das mit der Vignettierung habe ich auch schon festgestellt. Etwas schade, da man mit einem 40mm Plössl gut 4° wahres Gesichtsfeld erreichen könnte (bei 350mm Brennweite und 36° Eigengesichtsfeld).

Auch bei meinem 25mm Kellner sowie dem TSSWM 20mm ist eine leichte Vignettierung sichtbar. Beim TSSWM 15mm und abwärts passt es.

Trotz dieser Erkenntnis habe ich nach dieser schönen Anleitung von hanz (mit leichten Änderungen) den Umbau auf 1 1/4" gewagt und bin vorerst sehr glücklich damit. Jetzt müsste es nur mal eine klare Nacht geben. Am meisten wird wohl mein bisher arbeitsloses TSSWM 20mm herhalten, da es doch deutlich mehr Gesichtsfeld bringt. Grob geschätzt dürften es trotz Vignettierung ca. 3° sein, wenn ich mich nicht vertan habe. Bei einer Vergr. von ca. 17x finde ich das schon sehr ordentlich bei einem recht hellen Bild.

Den Asti am Objektiv habe ich übrigens auch. Hab wieder alles ordentlich festgeschraubt, da es vermutlich keinen Gewinn bringt. Vielleicht reduziert sich ja der Asti durch bewusste Verspannung des Objektivs ;)

FÜr mich ist dieses Spektiv (mit montiertem Rigel Quickfinder) eine sehr günstige Ergänzung zu meinem 4.5" Newton und 8" Dobson. Allerdings waren meine Erwartungen nicht ganz so hoch und für den Preis ist es ok, sofern man bastelwillig ist :) Und irgendwas astronomisches musste ich einfach bei diesem "schönen" Wetter machen.

Gruß, Robert
 
Kleines Update für unsere Bastelfreunde: Ich habe gestern das Spektiv komplett zerlegt und alle Öffnungen an den Plastikhalterungen für die Prismen mit Schleifpapier und Feile vergrößert. Irgendwo muss ja die Vignettierung herkommen. Ein kurzer Test heute brachte ein sichtbar größeres Gesichtsfeld, wobei der Aufwand dafür kaum lohnt. Mein TSSWM 20mm wird jetzt nur noch minimal vignettiert. Ich muss mal schauen, ob da vielleicht noch mehr geht.
 
Hallo Männer (nur solche haben sich anscheinend an der Diskussion beteiligt),

nun haltet mal den Ball flach!

Das Ding kostet 30 Euro. Dafür bekommt man 60 mm Öffnung, eine veränderliche Vergrößerung 20-60 x, einen 45° Winkeleinblick, eine Transporttasche und ein Stativ.

Mein erstes eigenes Fernrohr war ein 10-30 x 30 von Quelle. Das bekam ich damals (60er Jahre) gebraucht für 10 DM, neu kostete es stolze 39 DM (mein Tachengeld war 5 DM im Monat). Das Objektiv war ein Feldstecherobjektiv f4 mit erheblichem sekundärem Spektrum. Das Okular war weitwinklig aber trotzdem nur ein unvergütetes Ramsden; daraus resultierte erhebliche Unnschärfe am Rand. Allerdings blieb das große scheinbare Gesichtsfeld auch bei der 10fachen Vergrößerung erhalten, da durch verschieben der Umkehrlinse gezoomt wurde. Der Einblick war natürlich geradeaus. Das Ganze gab es ohne Deckel und Tasche mit einem Stativchen gegen das das Kleinstativ des Lidl ein technisches Wunder ist. Die 30fache Vergrößerung ließ sich höchstens ein Mal an Doppelsternen realisieren, sonst wurde die Abbildung einfach zu schlecht. Trotzdem habe ich damit (auf einem echten Fotostativ) hunderte Stunden zugebracht und die Entdeckungen Galileis (Jupitermonde, "Henkel" am Saturn, Venus als Sichel) nachvollzogen und das meiste gesehen was Vereinskollegen damals mit dem Kosmos Linsensatz beobachteten. Ich besitze es noch heute und würde es nicht hergeben auch wenn nebenan meine schöne Sternwarte steht.

So muss man auch das Spektiv von Lidl betrachten. Nachdem das Wetter mir erstmals Gelegenheit zu einem Test bot hier meine Einschätzung:

Als Einsteigergerät für Jugenliche oder als Reisefernrohr um das man keine Angst haben muss ist es voll geeignet.

Ja, das Gesichtfeld ist bei 20fach klein; das haben aber die meisten Zoomokulare an sich. Hier sind die gängigen Produkte von TS u.ä. nicht besser. Die für diese z.T. angebotenen Okulare mit Festbrennweiten sind echt teuer und es ist ein elendes Gefummel diese einzusetzen.

Ja, auch mein Obektiv hat einen (allerdings erträglichen) Astigmatismus. Dafür entspricht das sekundäre Spektrum dem was bei f6 zu erwarten ist, wer mehr will muss zu einem ED Spektiv greifen und dieses zahlen.

Ja, das Bild halte ich bei 20fach für recht ansehenlich. Am Mond kann man sich einen prima Übeblick verschaffen und mit etwas höherer Vergrößerung deutlich mehr Details sehen als in einem 10x50 Fernglas (egal welcher Preisklasse). Am Jupiter sah ich problemlos SEB und NEB, die 4 großen Monde sowieso. An diesem für Linsenoptiken nicht leichten Objekt war 50fache Vergrößerung noch "ohne Schmerzen" möglich. Mit Sicherheit kann man auch den Saturnring und die Venussichel mit dem Spektiv vernünftig sehen.

Nein, leider waren die Umstände nicht geeignet "Deep Sky" zu testen. Ich musste mich mit Delta Orionis als Doppelstern und dem Trapez (direkt über dem Osthorizont) begnügen. Beides war durchaus befriedigend auch wenn ein paralles aufgebautes Tasco Spektiv mit fester Vergrößerung und damals vielfach höherem Preis hier ein schöneres Bild bot.

Nein, ich halte diesen Kauf nicht für rausgeworfenes Geld sondern werde es z.B. beim nächsten Trainingslager in eine Sportschule mitnehmen um den anderen abends einen Blick zum Mond zu ermöglichen ohne mein Gepäck durch Astrokrams zu belasten.

Fürs neue Jahr alles Gute, guckt mit Spaß und lasst euch die Laune nicht durch Perfektionisten verderben.

Gerhard Schmitt (Sterngucker Frankenberg e.V.)

 
Hallo Gerhard,

ganz unbrauchbar ist das Teil natürlich nicht, Galileo wäre sicher so total von den Socken davon gewesen, daß er gleich noch den Orion-Nebel mitentdeckt hätte (den habe ich neulich damit mit dem Bertele 17,5mm Oku sehr deutlich indirekt gesehen). Am Mond war natürlich 20x nicht gerade toll, aber den Saturnring konnte man schon erkennen. Vielleicht stelle ich da wirklich zu hohe Ansprüche. Aber für mich geht das Spektiv gegen mein 20x60 Tento Fernglas (mit dem es am Himmel nicht mitkommt, sowas ähnliches hat TS ja auch in neu) oder gegen den 114er Newton (dazu brauche ich dann auch wohl nichts mehr zu sagen).
Ich finde einfach für den Anfang ein brauchbares Fernglas 10x50 (ich fing mit dem "Lidl" an) mit großem Gesichtsfeld und dazu dann (später) einen längeren Refraktor etwa wie das alte Lidl-Teleskop oder - noch besser- einen 114er Newton die bessere Ausgangsbasis. Mit dem Spektiv mit dem Zoom-Oku kommt man weder an Planeten noch an deep sky wirklich gut ran. OK, es ist kleiner als der Newton und besser mitzuschleppen und das Teleskop, das man im Fall des Falles nicht dabei hat ist sicher immer das schlechteste.
Was ich inzwischen noch bei anderen Lidl-Spektiven im Markt gesehen habe, ist die Qualitätsschwankung. Es gibt welche, bei denen die erste Okularlinse richtig dunkelblau ist (bei meinem so hell, daß ich daraus "nicht vergütet" geschlossen habe). Und es gibt welche, bei denen die Okulare beim Zoomen innnen nicht "schlackern" - da sah das Bild auch "irgendwie besser" aus.

Gruß
 
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Hallo zusammen,

die Ansprüche, Erwartungen und Einsatzzwecke sind halt sehr verschieden, woraus sich natürlich verschiedene Meinungen bilden. Ich habe erst kürzlich mit dem Spektiv den recht hellen Kometen C/2012 K5 (LINEAR) bei Vollmond aus der Stadt Leipzig mit einem TSSWM 20mm aufspüren können. Schnell einsatzbereit, wenig Gewicht und Volumen. Genau dafür ist mir das Spektiv das Geld wert gewesen. Für mich jedenfalls die bessere Variante als ein Fernglas mit geradsichtigem Einblick. Der Asti fällt mir zumindest bei geringer Vergrößerung, welche ich meist einsetze, kaum auf. Für Deepsky dürfte er kaum eine Rolle spielen. Ein kurzer Test am Mond brachte mit einem TSSWM 9mm (38x) für meine Augen ein recht ansehnliches Bild ohne störenden Farbfehler (da hatte ich schlimmeres erwartet). Beim TSSWM 6mm (58x) wurde das Bild aber dann doch etwas flau und der Asti und/oder (?) Farbfehler waren deutlicher.

In Summe bin ich (allerdings erst nach dem Umbau auf 1.25" zwecks Weitwinkel) sehr zufrieden :)

Kleine Frage: Mir ist bei dem Spektiv aufgefallen, dass bei Tagesbeobachtung unter direkter Sonneneinstrahlung eine deutliche, halbrunde Aufhellung am unteren Bildrand zu sehen ist. Sogar die Prismenkanten waren teils sichtbar. Kann dies jemand bestätigen oder liegt es vielleicht doch an meinem "Aufbohren der Prismenlöcher"? Bei "normalen" Lichtverhältnissen sehe ich davon nichts. Ich habe sogar schon die Prismenkanten/-flächen geschwärzt.

Gruß, Robert
 
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Hallo Blackbert,

hast tatsächlich recht: für deep sky sehr hübsch. Hatte heute zum erstenmal so 1/2 Stunde mit klarem Himmel und die Plejaden waren zum Heulen schön und ganz optimal im Gesichtsfeld. Allerdings war im Zenit mit dem 45° Einblick die Sache trotz 2m Photostativ doch etwas unbequem. Und es brauchte das kleine Dingen doch fast 20 Minuten zum Abkühlen, ehe es gut funktionierte, Jupiter nicht mehr hüpfte und ich bemerkte, daß der Fokus für meine "kurzen" Okulare immer noch nicht reicht (muß nochmal 1-2mm Okularrohr weg).
Aber die Kombination Bertele 17,5mm Mikroskop-Okular (derzeit 13€ incl. Versand bei microscoop-service auf ebay, unter "Foto und Camcorder" nach #097 suchen) mit dem Lidl-Spektiv ist mit 43€ wirklich ein ganz beachtliches "deepsky-Röhrle". Mit 100€ WW-Okular wär's sicher weniger attraktiv. Für das Bertele mußte ich den Okulartubus innen etwas ausschmirgeln (war sonst zu dick), sitzt jetzt aber dafür auch bei Zenitbetrachtung völlig fest und sicher.

Gruß
 
Nachtrag zur Qualität des verbauten achromatischen Objektivs:
gestern bei gutem Himmel mal "so von Hand" meine beiden Novoflex Foto Achromaten als Objektiv benutzt (8/600 und 5,6/400), Objektive vom Novoflex Schnellschuß System.
OK, sie haben wesentlich mehr Öffnung (beide ca. 75mm). Aber vor allem das 600er bringt eine ganz andere Welt: nadelstichfeine Sterne, Orion Nebel in Direktsicht schön hell...
Aber auch der 400er bringt wesentlich bessere Abbildungsqualität gegenüber dem 60/350er Originalobjektiv.
Fazit: das Lidl Spektiv bringt auch vom Objektiv her nur einen Bruchteil dessen, was ein guter (noch nicht mal ED)Achromat leistet. Und ich würde mir ein Spektiv für Astro und allgemein doch eher als 90er kaufen.
Astro-Fans mit Neigung zu Refraktoren kann ich vor allem den 8/600er von Novoflex sehr empfehlen (Problem: Einbau in existierende Teleskop-Systeme). Die Novoflex Achromaten wurden vor allem für maximale Schärfe in Bildmitte ohne Ausgleich der Bildfeldwölbung und optimalen Kontrast optimiert - genau das, was man für ein gutes Planetenobjektiv braucht
Gruß
 
Hallo Leute, hallo Hanz,

durch den letzten Beitrag habe ich mich doch bewegen lassen in einer Arbeitspause heute das Objektiv zu tauschen. Ich hatte ein altes 60er Objektiv von Hertel und Reuss und es hat scheinbar die gleiche Brennweite. Aber halt nur scheinbar; jetzt fehlt zu fokusieren gerade so ein wenig. Ich werde in den nächsten Tagen versuchen das Objektiv ein wenig näher ans Okular zu rücken ohne den Rückbau unmöglich zu machen. Hoffentlich hört ihr dann bald von Ergebnis.

Hoffentlich bald wieder Beobachtungswetter wünscht

Gerhard
 
Hallo

Vor ein paar Tagen hab ich das Spektiv begutachtet.
Leider ist die Vergütung nicht vergleichbar mit den 90 mm Spektiven.
Das Prismensystem ist wohl das gleiche wie beim 90 - er - ein Porrosystem mit einem Bauernfeindprisma für den 45 ° Einblick.
Ergibt etwa 130 mm Glasweg. Ich sag das deshalb, weil ich vor ein paar Jahren für 20 E ein 90 mm Spektiv in der billigen Aldi/Tschibo Version abgestaubt habe und da gleich aufgemacht habe.
Diese Spektive lassen sich bei der Rohrschelle auseinanderschrauben, sodaß man ohne Prismenkörper und Zoomokular weiterbauen kann.
Da beim Original viel Glasweg verbaut ist, ´sollte auch das Objektiv danach gerechnet sein - wahrscheinlich sind aber die Toleranzen größer als der Unterschied mit/ohne Glasweg. Ich hatte das Glück, daß schon länger ein 90°Amiciprisma mit 40mm freier Öffnung aber unvergütet herumlag, welches ich an das 90 er drangebaut habe.
Mit 32 mm 70° Okular ein schönes und sehr transportables Weitfeldspechtelgerät für den groben Wald und Wieseneinsatz.
Besonders hoch vergrößern kann man auch beim 90 nicht - bei 40x aufwärts wirds weich.
Das Problem ist bei diesen Spektiven das Prismensystem, da vor allem die extrem lausig konstruierte Innenfokusierung. Ich hab die gleich rausgeworden. (Sie dürfte bei beiden Spektiven baugleich sein).
Wenn man das so sieht kauft man eigentlich nur ein 60 mm F/6 Objekiv mit einseitiger Blauvergütung.
Alternativen zum vergleichbaren Preis wären defekte gebrauchte Ferngläser mit ähnlicher Öffnung oder Sucherobjektive. ( Mich hat mein 50 mm F/4 GSO Sucher angenehm überrascht und ihn für Eineinviertelzoll umgebaut mit 90°Amici).

Ich würds es so sehen: wer gern bastelt für den ist es nicht verkehrt, und als Einstieg für Kinder und Jugendliche auch nicht schlecht ansonsten gibts besseres.

Endlich mal wieder klare Nächte wünscht

Felix
 
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