Nightwatch
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Hallöle!
Hier mein Beobachtungsbericht vom 30.06.06...
Beobachtungsbericht
Der LIDL und Deep Sky? Jo, auch das geht!
Deutschland hat Argentinien im Viertelfinale besiegt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" /> Ein packender Krimi, der bis zu Elfmeterschießen führte. Dank Klose Ausgleich zum 1:1 und Lehmann im Tor sind wir jetzt im Halbfinale, wo wir die Italiener empfangen dürfen.
Es kam also alles zusammen, was zusammen gehörte: gute Laune, gutes Wetter, Mond weg und eine gute Seeingvorschau!
Der Aufbau fand diesmal auf der Terrasse meiner Eltern statt, wo ich freien Blick Rtg. Süd-Ost bis Norden habe. Später stieß dann noch Marek (alias MarekBRA) hinzu.
Die Umgebungswerte:
30.06.2006 ab 21:30 Uhr UTC, Aufbau eine halbe Stunde früher
Wind Stärke 1 Bft. aus Süd-Ost
Temperatur ca. 20° C zu Beginn, ca. 18°C zum Abbau
Seeing ca. 8/10
Ich möchte an dieser Stelle einen Vergleich anstellen. Beim letzten Mal (Thread: „Was geht mit kleiner Öffnung und Vollmond“, sh. hier ), habe ich den 114/500er benutzt. Heute kein Mond (bzw. der ist schon wieder weg) und folgender Aufbau:
Astro 4
70/700 LIDL-Scope Skylux
Okulare: 32mm Plössl, 15mm Plössl, 10mm Plössl und 7,5mm Plössl
M13
Nu is dunkel. M13 finde ich schnell, is ja nicht sonderlich schwierig. Kasten des Herkules suchen, von der Erde aus die „rechte Seite“ nehmen und ca. … ach, Ihr wisst ja wo… <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" />
Im 32er Plössl sehe ich einen kleinen, runden, verwaschenen Fleck. Ich habe mir angewöhnt
erst mal beim 32er zu bleiben und mir die Umgebung zu merken. Ich wandere ein wenig hin und her und sehe einige interessante Sternengruppen, die ich mir einpräge. Vielleicht interessante Fernglasobjekte?
Dann zentriere ich wieder M13. Dank des Seeings sehr optimistisch und schmeiße das 7,5mm Plössl rein. Die Auflösung reicht leider nicht. Da hatte ich mit dem 114/500 mehr Erfolg, aber ich kann den KS gut in drei Bereiche aufteilen: Äußerster Randbereich: ganz schwach gräulich leuchtend, innerer Randbereich etwas heller und dann der markant helle Kern.
Soll ich übertreiben und die Barlow reinmachen? Warum nicht…aber nicht mit dem 7,5mm Plössl. Mit dem 10er und der 2fach Barlow erreiche ich die max. sinnvolle Vergrößerung von 140fach, aber das ist zu viel, schade. Man sieht zwar M13 recht gut, aber ich bekomme ihn nicht scharf gestellt.
M92
Im 32 Plössl ist auch der Kugelsternhaufen recht schnell zu finden. Über pi HER Richtung Kopf des Drachen, etwa die Hälfte der Strecke und ein klein wenig rechts halten.
Es könnte der kleine Zwillingsbruder von M13 sein, zumindest wie man es im Okular ausmacht. Zwar ist er nur halb so groß und etwas lichtschwächer, dennoch genau so schön anzuschauen. Bis zum 10er Plössl gehe ich, dann ist Schluss. Das 7,5er bringt nämlich nicht mehr die große Erleuchtung am M92.
M57
Ich wechsele das Sternbild und wander zum Nachbarn, der Leier. Immer noch da, wo er hingehört, sehe ich den Ringnebel. Im 32er Plössl offenbart sich aber lediglich ein „Stern“ der sich ein wenig von den umgebenden Sternen unterscheidet. Erst im 15mm Plössl kann ich kann ich einen nebelartigen, diffusen Fleck bescheinigen. Ich schraube den UHC-Filter ins Okular und stelle fest, dass er weit weniger bringt als beim 114/500, aber er funktioniert. Ich habe ein wenig mehr Kontrast. Auch das 10mm Plössl mit UHC-Filter funktioniert gut. Hier aber steigt wieder meine Sehnsucht nach mehr Öffnung.
M56
Um den LIDL zum Schwitzen zu bringen, schwenke ich auf M56, einen KS Richtung Cygnus. Dieser ist mit 5’ und 8,5mg (lt. Karkoschka) ein tolles Testobjekt. Ich habe nicht viel erwartet, war umso mehr positiv überrascht: im 32er Plössl habe ich zwar die richtige Stelle gefunden, den KS aber nicht wahrgenommen. Im 15mm Plössl habe ich dann ein wenig gesucht und siehe da: ein kleiner Fleck macht zeigt sich. Besonders beim indirekten Sehen erkennt man das 30000 Lichtjahre entfernte Objekt. Also doch nicht so schwierig für das kleine Rohr.
M29
Ich ziehe weiter auf meinem Beutezug in den Cygnus. Dort das Ziel M29. Im 32er Plössl schöner Anblick. Ein offener Haufe, der ein wenig den Plejaden ähnelt. Im 15er Plössl zähle ich elf Sterne und ein paar Hintergrundsterne. Schönes Bild, aber nicht sehr spektakulär.
NGC7000
Versuche ich gar nicht erst mit dem LIDL. Aber das 8*50 Fernglas zeigt eine ganz leicht gräuliche Fläche. Die Form von Nord-Amerika kann ich aber nicht erkennen.
Mittlerweile ist auch dann auch Marek dazugestoßen. Er ist im Begriff sich ein größeres Gerät
anzuschaffen, vorher lasse ich ihn aber auf mein Equipement los, er soll sich erst mal mit der äquatorialen Montierung vertraut machen, da er bislang nur azimutal unterwegs war.
Ich zeige ihn M13. Gemeinsam suchen wir dann noch mal M29 auf und M57. Während er mit dem Karkoschka sehr interessiert arbeitet schwinge ich mich noch mal ans Fernglas, lege mich auf den Boden und schweife den Himmel entlang. Ein Satellit, der durch den Schwan fliegt wird von mir soweit wie möglich verfolgt. Das macht meist großen Spaß, denn ein langsamer Satellit bringt einen an Gegenden vorbei, die man so noch nicht kennen gelernt hat.
Abschließend – ich merke die heranschleichende Müdigkeit – habe ich noch versucht M81 und M82 heranzuholen, aber ich war schon zu groggy. Um zwei Uhr baue ich ab. Die Geräte bleiben bei meinen Urlaubmachenden Eltern – sehr praktisch.
Wieder zu Hause angekommen, habe ich noch ein wenig gen Himmel geschaut und was sehe ich um kurz vor drei an Nordhimmel??? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" /> Nachtleuchtende Wolken, strukturiert wie hellblaue Federn. Wenn ich nur nicht so müde wäre….
Fazit:
Auch ein LIDL kann – wenn gut in Schuss (Veloursfolie, OAZ-Kürzung,…) – einiges am Himmel zeigen und ich bin sehr stolz auf dieses Gerät: am Planeten kaum Farbfehler, nadelfeine Sternabbildung und guter Kontrast.
Sicher hätte ich noch M81 und M82 geknackt, sind ja schon im Fernglas sichtbar. Aber wenn man einmal anfängt seine Augen zu reiben, dann ist es vorbei.
Hier mein Beobachtungsbericht vom 30.06.06...
Beobachtungsbericht
Der LIDL und Deep Sky? Jo, auch das geht!
Deutschland hat Argentinien im Viertelfinale besiegt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" /> Ein packender Krimi, der bis zu Elfmeterschießen führte. Dank Klose Ausgleich zum 1:1 und Lehmann im Tor sind wir jetzt im Halbfinale, wo wir die Italiener empfangen dürfen.
Es kam also alles zusammen, was zusammen gehörte: gute Laune, gutes Wetter, Mond weg und eine gute Seeingvorschau!
Der Aufbau fand diesmal auf der Terrasse meiner Eltern statt, wo ich freien Blick Rtg. Süd-Ost bis Norden habe. Später stieß dann noch Marek (alias MarekBRA) hinzu.
Die Umgebungswerte:
30.06.2006 ab 21:30 Uhr UTC, Aufbau eine halbe Stunde früher
Wind Stärke 1 Bft. aus Süd-Ost
Temperatur ca. 20° C zu Beginn, ca. 18°C zum Abbau
Seeing ca. 8/10
Ich möchte an dieser Stelle einen Vergleich anstellen. Beim letzten Mal (Thread: „Was geht mit kleiner Öffnung und Vollmond“, sh. hier ), habe ich den 114/500er benutzt. Heute kein Mond (bzw. der ist schon wieder weg) und folgender Aufbau:
Astro 4
70/700 LIDL-Scope Skylux
Okulare: 32mm Plössl, 15mm Plössl, 10mm Plössl und 7,5mm Plössl
M13
Nu is dunkel. M13 finde ich schnell, is ja nicht sonderlich schwierig. Kasten des Herkules suchen, von der Erde aus die „rechte Seite“ nehmen und ca. … ach, Ihr wisst ja wo… <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" />
Im 32er Plössl sehe ich einen kleinen, runden, verwaschenen Fleck. Ich habe mir angewöhnt
erst mal beim 32er zu bleiben und mir die Umgebung zu merken. Ich wandere ein wenig hin und her und sehe einige interessante Sternengruppen, die ich mir einpräge. Vielleicht interessante Fernglasobjekte?
Dann zentriere ich wieder M13. Dank des Seeings sehr optimistisch und schmeiße das 7,5mm Plössl rein. Die Auflösung reicht leider nicht. Da hatte ich mit dem 114/500 mehr Erfolg, aber ich kann den KS gut in drei Bereiche aufteilen: Äußerster Randbereich: ganz schwach gräulich leuchtend, innerer Randbereich etwas heller und dann der markant helle Kern.
Soll ich übertreiben und die Barlow reinmachen? Warum nicht…aber nicht mit dem 7,5mm Plössl. Mit dem 10er und der 2fach Barlow erreiche ich die max. sinnvolle Vergrößerung von 140fach, aber das ist zu viel, schade. Man sieht zwar M13 recht gut, aber ich bekomme ihn nicht scharf gestellt.
M92
Im 32 Plössl ist auch der Kugelsternhaufen recht schnell zu finden. Über pi HER Richtung Kopf des Drachen, etwa die Hälfte der Strecke und ein klein wenig rechts halten.
Es könnte der kleine Zwillingsbruder von M13 sein, zumindest wie man es im Okular ausmacht. Zwar ist er nur halb so groß und etwas lichtschwächer, dennoch genau so schön anzuschauen. Bis zum 10er Plössl gehe ich, dann ist Schluss. Das 7,5er bringt nämlich nicht mehr die große Erleuchtung am M92.
M57
Ich wechsele das Sternbild und wander zum Nachbarn, der Leier. Immer noch da, wo er hingehört, sehe ich den Ringnebel. Im 32er Plössl offenbart sich aber lediglich ein „Stern“ der sich ein wenig von den umgebenden Sternen unterscheidet. Erst im 15mm Plössl kann ich kann ich einen nebelartigen, diffusen Fleck bescheinigen. Ich schraube den UHC-Filter ins Okular und stelle fest, dass er weit weniger bringt als beim 114/500, aber er funktioniert. Ich habe ein wenig mehr Kontrast. Auch das 10mm Plössl mit UHC-Filter funktioniert gut. Hier aber steigt wieder meine Sehnsucht nach mehr Öffnung.
M56
Um den LIDL zum Schwitzen zu bringen, schwenke ich auf M56, einen KS Richtung Cygnus. Dieser ist mit 5’ und 8,5mg (lt. Karkoschka) ein tolles Testobjekt. Ich habe nicht viel erwartet, war umso mehr positiv überrascht: im 32er Plössl habe ich zwar die richtige Stelle gefunden, den KS aber nicht wahrgenommen. Im 15mm Plössl habe ich dann ein wenig gesucht und siehe da: ein kleiner Fleck macht zeigt sich. Besonders beim indirekten Sehen erkennt man das 30000 Lichtjahre entfernte Objekt. Also doch nicht so schwierig für das kleine Rohr.
M29
Ich ziehe weiter auf meinem Beutezug in den Cygnus. Dort das Ziel M29. Im 32er Plössl schöner Anblick. Ein offener Haufe, der ein wenig den Plejaden ähnelt. Im 15er Plössl zähle ich elf Sterne und ein paar Hintergrundsterne. Schönes Bild, aber nicht sehr spektakulär.
NGC7000
Versuche ich gar nicht erst mit dem LIDL. Aber das 8*50 Fernglas zeigt eine ganz leicht gräuliche Fläche. Die Form von Nord-Amerika kann ich aber nicht erkennen.
Mittlerweile ist auch dann auch Marek dazugestoßen. Er ist im Begriff sich ein größeres Gerät
anzuschaffen, vorher lasse ich ihn aber auf mein Equipement los, er soll sich erst mal mit der äquatorialen Montierung vertraut machen, da er bislang nur azimutal unterwegs war.
Ich zeige ihn M13. Gemeinsam suchen wir dann noch mal M29 auf und M57. Während er mit dem Karkoschka sehr interessiert arbeitet schwinge ich mich noch mal ans Fernglas, lege mich auf den Boden und schweife den Himmel entlang. Ein Satellit, der durch den Schwan fliegt wird von mir soweit wie möglich verfolgt. Das macht meist großen Spaß, denn ein langsamer Satellit bringt einen an Gegenden vorbei, die man so noch nicht kennen gelernt hat.
Abschließend – ich merke die heranschleichende Müdigkeit – habe ich noch versucht M81 und M82 heranzuholen, aber ich war schon zu groggy. Um zwei Uhr baue ich ab. Die Geräte bleiben bei meinen Urlaubmachenden Eltern – sehr praktisch.
Wieder zu Hause angekommen, habe ich noch ein wenig gen Himmel geschaut und was sehe ich um kurz vor drei an Nordhimmel??? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" /> Nachtleuchtende Wolken, strukturiert wie hellblaue Federn. Wenn ich nur nicht so müde wäre….
Fazit:
Auch ein LIDL kann – wenn gut in Schuss (Veloursfolie, OAZ-Kürzung,…) – einiges am Himmel zeigen und ich bin sehr stolz auf dieses Gerät: am Planeten kaum Farbfehler, nadelfeine Sternabbildung und guter Kontrast.
Sicher hätte ich noch M81 und M82 geknackt, sind ja schon im Fernglas sichtbar. Aber wenn man einmal anfängt seine Augen zu reiben, dann ist es vorbei.