lidlscope, Sonnenbeobachtung

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braunbär

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Hallo liebes Forum,

ach, seit Jahren steht das Lidlscope unbenutzt in der Garage. Nun ist die Motivation wieder da, das gute Stück ein bißchen zu benutzen. Ich zähle mich aber zu den "blutjungen Anfängern".

Eine Frage habe ich:
kann man mit dem Lidlscope die Sonne beobachten (Projektionsmethode), oder wird das Gerät dabei Schaden nehmen?

Viele Grüße
Braunbaer

 
Moin Namenloser!

Bei dem ganzen Plastik, was im Lidlscope verbaut ist (Auszug, Zenitspiegel, Okulare), würde ich von der Projektionsmethode Abstand nehmen und mir lieber einen Bogen Sonnefilterfole kaufen. Die Folie wird vor dem Objektiv befestigt und ermöglicht gefahrloses Beobachten der Sonne.

Selbstbauanleitungen für Filterhalterungen gibt's im Netz genug. Die Filterfolie kriegst Du u.a. bei Astromedia.
 
Hallo Braunbaer,

wenn das vom Objektiv kommende Lichtbündel nur unverkittete Linsen trifft, sollte es gehen. Problem: Die beiden längerbrennweitigen Okulare, besonders das mit der längsten Brennweite, haben relativ große Linsen, sind aber AFAIK Kellner, also mit einer verkitteten Augenlinse ausgestattet. Das 4-mm hat als Ramsden keine Verkittung, aber so kleine Linsen, daß man die Plastikfassung erwischt und anschmort.

Man kann aber ein Huygens mittlerer oder längerer Brennweite ersteigern oder auf dem ATT kaufen, dann sollte bei entsprechender Vorsicht (Fassung aus Kunststoff!) die Sonnenbeobachtung kein Problem sein. Sollte das Okular anschmoren, liegt der Verlust im Bereich von maximal 5 Euro.

Allerdings muß man immer beim Teleskop bleiben, da andernfalls die Sonne soweit abwandert, daß der Okularauszug getroffen werden könnte, welcher vermutlich aus Plastik besteht.

Im Zweifelsfall ist der Objektivfilter die ausrüstungschonendere Wahl.

Grüße

fquadrat
 
Hi,,
auch dir danke für den Hinweis. Ich denke, mit der Folie fahre ich am besten. Die sollte auch gleich noch für das Fernglas reichen - und reicht mir für den Anfang völlig.

Viele Grüße
Braunbaer
 
Hallo fquadrat,

kurzer Einspruch!

Ich habe schon 3 blinde Teleskope 2x Lidl und ein 90mm Mak für junge Astrofreunde gereinigt, weil sich der verkockelte Kunststoff selbst der billigen Kellner und Plössl innen an den Glaslinsen niedergschagen hatte.
Die heute, teils über dubiose Internetanbieter verramschten Okulare für 9-22 Euro, haben nur selten noch Metall oder zu mindest den hitzefestem schwarzen Bakelit früherer Tage.
Da ein junger Einsteiger kaum auf Grund der dortigen Anzeigen, die noch guten Okulare von dem Ramsch unterscheiden kann, rate ich nicht mehr zur Sonnenprojektion als Anfangsbeobachtungen.
Ich warne aus oben genannten Gründen sogar ausdrücklich davor!

Wer aber von einem erfahrenen Sternfreund ein Metallokular von Kellner, Mittenzwey oder auch Huygens / Ramsden bekommen kann, soll es dann damit versuchen.

Gruß Günter
 
Hallo Günther,

deswegen habe ich ja geschrieben, ein Okular mit großen Linsen zu verwenden und immer beim Teleskop zu bleiben. Das Einstellen der Sonne muß natürlich schnell geschehen.

Habe schon einmal ein 4-mm-Ramsden gesehen, dessen Plastikfassung ziemlich verkokelt war und die Linse davon "beschichtet" wurde. Mehr als das Okular des Tchiboskops war aber davon nicht betroffen. Daß das Teil kein gutes Bild brachte, lag an anderen Gründen - die von mir erfolgreich behoben werden konnten. Man glaubt nicht, was für einen Mist ein teleskopeverkaufender Augenoptiker bauen kann, wenn er so ein Gerät mal justieren soll.

Die Gefahr des Anschmorens kann man dadurch verringern, daß man eine Unterlegscheibe aus Metall (oder etwas Ähnliches) vor der Feldlinse anbringt. Was nicht durch die Öffnung geht, wird größtenteils reflektiert. Bis die Scheibe zu heiß ist, hat man die Sonne wieder in der Mitte.

Kellner-Okulare sind übrigens nicht geeignet, da die Augenlinse aus einem verkitteten Dublett besteht.

Grüße

fquadrat

PS
Der ATT-Preis für Billighuygens liegt bei 5 Euro.
 
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