Linse im Refraktor richtig befestigen bzw. lagern.

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TaurusM45

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Hallo zusammen,

Ich habe hier einen 8" F/9 Refraktor mit einer relativ günstigen Linse von DKD.
Jetzt bekommt er irgendwann mal eine neue Linse - von Istar oder mal schauen wo ich eine herbekomme.

Nun möchte ich aber mit der neuen Linse nicht die gleiche "Katastrophe" erleben, wie mit der alten die aktuelle noch drin ist.
An den Stellen wo die Zug - und Druckschrauben sind, sind je (3 Stück Innenseite der Linsen) Muschelbrüche von der Größe eines Fingernagel eines Zeigefinger.
Sehr ärgerlich, aber das muss mir passiert sein, weil ich die Zugschrauben wohl zu fest angezogen habe und somit eine Verspannung im Objektiv entstanden ist.

Wie "lagere" ich nun die Linse richtig auf dem Übergangsteil Linse/Tubus - also da wo die Fassung draufgeschraubt wird?
Macht es Sinn unter der Linsenfassung - dort wo sie quasi aufliegt - einen dünnen Ring aus Moosgummi (1-2mm) zu machen, der ein wenig Druck aus der Sache rausnimmt und man ein zu festes Anziehen der Schrauben vermeiden kann? Oder wie kann ich den Brüchen vorbeugen?
Wie ist so eine Refraktorobjektiv am besten gebettet?

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir da jemand helfen könnte.

viele Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas,

doch, ich habe einen gebaut, habe das gefasste Objektiv einfach vorn und hinten mit einem Ring geklemmt. Vom Durchmesser passte es ziemlich genau in den Tubus, eine Lage Gaffa-Band drum und fertig.

Beitrag im Thema "Der Ruck-Zuck-Refraktor" Der Ruck-Zuck-Refraktor

Ich nehme aber an, dass Dir eine etwas ausgefuchstere Lösung vorschwebt ;)

CS.Oli
 
Prinzipiell ist die Fassung nicht tauglich, wenn durch die Zug-Druck-Schrauben Kraft auf die Linsen eingeleitet wird. Habe so eine Konstruktion auch noch nicht gesehen. Bei den meisten justierbaren Fassungen ist die Ebene wo die Justageschrauben sitzen vor oder hinter der Ebene der Linsen. Nur wenn massiv die Fassung verkantet würde, bestünde da ein mögliches Risiko, aber ich nehme an, dass eher sich die Flansche verbiegen, bevor da Kräfte zu den Linsen gelangen.
Vielleicht waren die Vorschraubringe oder seitliche Justageschrauben zu fest?
Es gab auch schon Fälle, wo die Fassungen innen zu klein waren oder schnelle Temperaturwechsel.
Meine APO Linsen verfügen über einen Schraubflansch. D.h. sind gar nicht justierfähig, was bei der vorhandenen Ausführungspräzision auch nicht erforderlich ist…
Schau Dir doch mal die Flansche von Istar an. Die sollten schon funktionieren…
CS Ulrich
 
Aber warum nimmst Du nicht ein wenig schwarzen Lack und deckst die Muschelbrüche ab? Bei der großen
Öffnung merkst Du gar nichts von den paar fehlenden Quadratzentimetern…
CS Ulrich
 
Also die Muschelbrüche sind abgedeckt nur ist jetzt immer noch die Frage der richtigen Lagerung. Vielleicht wird die Linsenfassung samt Linsen einfach plan aufgelegt und festgeschraubt. Und die Druckschrauben gar nicht erst verwendet. Die Justage war vorher auch so gering, dass das bestimmt keine Auswirkungen hat wenn alles plan aufliegt.

beste Grüße
 
Hallo Oli, stell doch mal ein paar Bilder ein, damit wird es etwas klarer. Du kannst u.U. auch noch Spiralfedern zwischen die Flansche legen…Die Zug- und Druckschrauben haben schon Berechtigung. Dass die Justage gehalten wird. Aber natürlich nicht festknallen, sondern nur leicht anziehen.
Über die Muschelbrüche würde ich mich nicht so aufregen. Abgedeckt ist super. Bei 8“ Öffnung ist das leicht verschmerzbar….Natürlich nicht so sexy, aber der Lichtverlust ist total irrelevant.
CS Ulrich
 
Hallo Ulrich,

ich denke Du meinst den Andreas...

CS.Oli
 
Hallo Andreas

Grundsätzlich gilt, alle Arbeiten ohne große Krafteinwirkung!
Die Grundeinstellung ist so gedacht, das der Objektivflansch auf dem Tubusflansch einfach aufliegt und dann mit denn Zugschrauben fest gemacht wird.
Die Druckschrauben liegen dabei nur an.
Hast du einen extra Objektivflansch wie auf dem Foto, so wird das Linsenpaket dort eingeschraubt und gerade so angezogen das es anliegt.
Wenn das Tubusrohr und die Drehteile gut gefertigt wurden, stimmt die Justage des Objektiv zum OAZ meist schon.
Muss man trotzdem justieren, dann dreht man alle Zugschrauben nur leicht auf und legt zwei davon wieder leicht an.
Die dritte Schraube dreht man max. 1/6-1/4 Drehung auf und dreht mit der Druckschraube leicht nach.
Stimmt die Justage, kann man die Zugschrauben wieder etwas fester anziehen.
Ich drehe an den Schrauben nur so fest, wie es der kurze Hebel des Innensechskantschlüssel etwa zulässt.
Das ist schwierig zu beschreiben, also wenn man spürt das die Schraube Wiederstand aufbaut noch einen kleinen Ticken mehr ca. 1/8 Drehung zudrehen?

Objektiv 1.jpg


Löst man die anderen zwei Zugschrauben nicht mit, entsteht sehr schnell Spannung in der Linsenzelle, da die gegenüberliegende Seite ja noch auf dem Tubusflansch flach und fest aufliegt.
Alufassungen sind da noch mehr empfindlicher, als wie zum Beispiel Strahlfassungen von LZOS/APM, weil das Alu mehr nachgibt.
Grundsätzlich reichen kleine Abstandsänderungen zwischen Objektiv- und Tubusflansch von 1/10mm und weniger um das Objektiv zu justieren.

Also ich würde kein Moosgummi dazwischen machen.

Durch die Muschelbrüche müsstest du das Linsenpaket versetzen, so das die Zentrierschrauben an einer anderen Stelle auf den Linsenrand drücken.
Öffnet man diese seitlichen Zentrierschrauben ist das Objektiv meist verstellt und dezentriert. Häufig ist dann Koma zu sehen, welche sich auch nicht mit den Zug- und Druckschrauben wegzentrieren lässt.

Man könnte aber Glück haben, in dem man alle seitlichen Zentrierschrauben öffnet und das Linsenpaket am Fassungsrand aufstehen lässt und dann alle seitlichen Zentrierschrauben wieder leicht anzieht. Manchmal stimmt die Zentrierung dann schon recht gut?

Wurde das Objektiv einmal richtig vom Hersteller eingerichtet befindet sich meist eine Bleistiftmarkierung auf beiden Linsen, ein Zentrierstrich. Hier hatte das Objektiv einmal die beste Abbildung.
Dieser sollte deckungsgleich auf oberer und unterer Linse sein, so wie hier zu sehen. Allerdings sieht man hier nur einen Strich auf einer Linse der andere ist ein Reflex. Würde man jedoch die Fassung wegnehmen wäre auf beiden Linsen dieser Strich.
Sollte keine Markierung angebracht worden sein, sollte man selbst eine anbringen um nicht die Orientierung zu verlieren.

Solche Arbeiten an den Seitlichen Zentrierschrauben sollten eigentlich nur von einem Fachmann durchgeführt werden, der weiß was er macht und der auch die richtigen Messmittel zur Verfügung hat, wie zum Beispiel ein Laserinterferometer, oder ein Kollimator Aufbau mit einem Künstlichen Stern.

Objektiv 2.jpg


Von ISTAR hört man leider nicht viel gutes.
Hier ist mir was eingefallen: Istar

CS
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo nochmal,

vielen Dank für eure Tipps.
Zum Thema Istar. Ich gebe nicht allzu viel auf die Meinungen von Herrn S. Da Dieser doch über alles meckert und Schmipft ;-) was ihm in die Finger kommt.
Beste Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas,

ich hatte bis vor 2 Jahren auch so ein DKD 8 Zoll f 15 Objektiv welches in einen Schaer Refraktor verbaut war.
Dabei habe ich von Anfang an mit Tellerfedern gearbeitet, um nur mit den Zugschrauben justieren zu können, was sehr gut geklappt hat.

Allerdings sind die von Dir verlinkten Sprengringe untauglich für diesen Zweck, das sind reine Sicherungsringe.
Du müsstest mal googeln nach "Tellerfedern" oder "Belleville Washers".
Die gibt es in verschiedenen Stärken und werden dann paarweise eingesetzt. 3 Paar pro Schraube müssten bei Deiner Anwendung ausreichend sein.

Grüsse
Hans
 
Hallo Hans,

meinst du diese Dinger hier?

Mir ist halt wichtig, dass nirgendwo Kräfte auftreten, die das Objektiv beschädigen könnten.
Beim letzten DKD Objektiv hatte ich nämlich genau an den Stellen der Schrauben 3 Muschelbrüche

viele Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas,

ja genau, das meinte ich. Die gibt es in unterschiedlichen Stärken, je dicker desto stärker.
ich denke mal 0,5mm Materialstärke reichen, oder weniger. Die werden dann immer so geschichtet dass 2 Stück in der Mitte einen
Hohlraum bilden. 6 oder 8 Stück, also 3 oder 4 Paar pro Schraube sollten eigentlich ok sein. An beiden Enden der so gebauten Federsäule, also
am Flansch und an der Zelle kann man dann noch eine normale flache Unterlegscheibe einfügen.
Die Schraube zieht man dann an bis die einzelnen Scheiben sauber aneinander anliegen, also nicht mehr klappern, dann noch einen Tick mehr.
Auf keinen Fall Blockziehen, dann hat man keine Federwirkung mehr.

Ein bisschen rätselhaft kommt es mir schon vor, dass Du mit der original Zug / Druckschrauben Kombination soviel Kraft aufbringen konntest dass sich die Zelle dermassen verzogen hat dass es zu den Muschelbrüchen kam. Hat denn der Tubus einen vernünftigen Flansch? Die Zelle muss zum Flansch natürlich in jedem Justagezustand etwas Luft haben, also darf nicht aufsitzen. Diese Distanz bestimmst Du mit der Anzahl der Tellerfederpaare.

Grüsse
Hans
 
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