Linsen vom Fernglas richtig Reinigen ...

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Carsten_Gaebe

Aktives Mitglied
Hallo Leute,
tja, je mehr Gläser sich bei mir stapeln, desto grösser wird auch der Wunsch nach einer empfehlenswerten Methode zur Reinigung der optischen Oberflächen. (Habe auch schon gesucht).
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Aus bislang gemachter Erfahrung kann ich an sich behaupten, dass ich noch nie eine Verschmutzung eines Objektives erlebt habe, die wirklich eine auffällige (merkliche) Verschlechterung der optischen Leistung verursacht hätte. (ich meine, bei okularseitigem Siff merkt man das schon viel eher: Wimpernschmiere, ö.ä.)

Eigentlich heisst das dann doch, dass ich, wenn ich mit Reinigungsaktivitäten beginne, dies eigentlich ohne wirklichen Grund tue ... und schlimmer noch, sogar wieder einmal des Guten zu viel mache !

Ist es nicht so, dass prinzipiell jeder Reinigungsvorgang das potentielle Risiko in sich birgt, die Oberflächen zu schädigen ?

Hoffentlich hängt hier niemanden dies Thema schon zum Halse raus, aber wie macht ihr das ? Welche Mittelchen verwendet ihr ? Lappen, Druckluftpinsel, ... ?

Ich träume schon davon, mir die MC-Vergütung von den Linsen zu rubbeln, grausam !

Danke für eure Tipps vorab


Viele Grüsse

Carsten


 
Hallo Carsten,
ich verwende seit Jahren ein Luftgebläse von Hama,
ergänzt durch einen weichen Haarpinsel in hartnäckigen Fällen.

Meine Regeln:
1.Schutz geht vor Reinigung
2.Selten reinigen
3.Niemals wischen
4.Niemals Druckgas verwenden

Spiegel, ausbaubare Prismen und einzelne Linsen und wasserdichte Ferngläser reinige ich in schwacher lauwarmer
Spüllösung mit gutem Nachspülen mit destilliertem (!)
Wasser.
Ich verwende diese Maßnahmen vor allem auch für meine Fotoausrüstung, wobei ich dort auf allen meinen Objektiven UV-Filter als Fingerabdruck- und Staubschutz habe.
Wer sich wundert, dass ich Ferngläser wasche, dem sei gesagt: bei 8 bft auf der Nordsee kommt viel Salz und im Bereich flacher Wattengewässer sogar Sand auf die Linsen...<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
CS aus Karlsruhe,
Alex
 
Hallo Carsten,
ich reinige die optischen Flächen meiner Ferngläser
mit Optikreinigungsflüssigkeit L von Baader
und nur mit einem Mircrofasertuch-ohne Druck!
Bitte kein Papiertuch verwenden,die können Kratzer verursachen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> !
Staub wird vorsichtig mit einem Pinsel beseitigt.
Reinigung nur wenn unbedingt nötig!
So habe ich mein Deltrintem 8x30 von Zeiss Jena schon 15 Jahre,
und die Linsen sind immer noch im neuwertigen Zustand <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Mit freundlichem Gruß, Gerd
www.bksterngucker.de
 
Hallo Carsten,

also da muß man vor allem unterscheiden:

1) Fett und Schmiererei von den Wimpern an Okularen, Brillengläsern, Fotoobjektiven etc.:

nehme ich einfach Mikrofasertuch, Lidl, weiß universal, 2 Stück zu 2€. Die sind sehr weich
und kratzen überhaupt nicht. Am besten noch vorher anhauchen. Linsen sehen hinterher wie neu aus,
die Mikrofaser saugt das Fett richtiggehend ab. Lösemittel würde ich nicht empfehlen (löst alles
mögliche an und verteilt es dann breit auf der Oberfläche - siehe Naßabspielen von Schallplatten)

2) Sand, Staub und kratzender Schmutz:

habe ich wenig Erfahrung, wäre ich aber vorsichtig (s. meine Vorredner)

3) oberflächenverspiegeltes (Teleskopspiegel, Kameraspiegel der SLR's und DSLR's usw.)

am besten gar nicht reinigen, bleibt besser leicht angestaubt.

Reinigen ist bei teurer Optik immer auch Ritual, also wird es hier sicher sehr viele unterschiedliche Ratschläge
geben (das Thema war übrigens schon vor so 1-2 Jahren hier mal breit behandelt worden).

Gruß
 
Hallo zusammen & danke für die vielen Infos.

Habt ihr Erfahrung damit gesammelt, wann eine Verschmutzung der Objektive wirklich eine sichtbare Beeinträchtigung des Seherlebnisses mit sich bringt ?

Putzen wir nicht häufig eher, weil wir uns eine Verschlechterung nur aufgrund der theoretischen Möglichkeit einbilden ?

Klar, wenn ich beschlagene Linsen habe, am Objektiv oder am Okular, fällt dies sofort auf. Aber etwas Staub, oder ein satter Fingerabdruck .... ich meine wohl eher nur unter 'Laborbedingungen' ... oder ?

Viele Grüsse
Carsten




 
Fast keine Verschmutzung beeinträchtigt das Seherlebnis so sehr, wie die permanente Sorge, das Glas könnte schmutzig sein und müßte eigentlich geputzt werden.

Das Problem ist ein psychologisches und zwar so ähnlich wie in dem Fall, wo jemand ein 1500 Euro Fernglas besitzt, aber mit einem Lidl-Glas beobachtet, damit das teure nicht beschmutzt und/oder beschädigt wird.

Wir haben Nachbarn, die fahren bei Regen immer mit dem Rad, um das Auto zu schonen (kein Witz).

Der Mensch ist viel seltsamer, als man es sich vorstellen kann.



Zum Putzen: Ich putze Foto-Objektive seit 35 Jahren (Minolta, Leica, Nikon) ohne Kratzer oder Vergütungsschäden. Fernglasvergütungen sind heutzutage noch viel widerstandsfähiger als fotografische Objektive. Außerdem müssen das aber schon gewaltige Schrammen sein, ehe man sie überhaupt bei der Durchsicht sieht. Allerdings, die Blauvergütungen der optischen Geräte aus den 50iger bis 70iger Jahren hat man ganz schnell abgewischt! Die darf man überhaupt nicht putzen: Beispiel Hertel&Reuss-Spektive (die Vergütung sitzt nur innen).


Moderne Ferngläser darf man putzen. Man sollte vorsichtig sein und anhaftende Partikel vorher ohne Kraft entfernen. Dann nach Möglichkeit unter fließendem Wasser reinigen oder auch nur mit einem feuchten Tuch. Letzte Feuchtigkeitsspuren entfernt man mit einem Mikrofasertuch (nicht die normalen, sondern die mikrorauhen).

Manchmal muß man auch mit Alkohol oder Waschbenzin gegen Fett oder Fingerabdrücke vorgehen (man kann auch Zeiss-Optik-Putzmischung 1 nehmen. Das ist 1/3 Waschbenzin mit 2/3 Äther und 30 ml kosten soviel wie 4 Liter Waschbenzin). Die Putzmischung ist sehr gut, verdunstet aber zu schnell.

Jedes mechanische Wischen hinterläßt auf optischen Flächen Spuren, die man anfangs nur unter dem Mikroskop, später mit einer Lupe sehen kann. Dass man auch mal versehentlich einen mit dem bloßen Auge sichtbaren Kratzer verursacht, läßt sich einfach nicht verhindern. Wann sieht man diese Beschädigungen bei der Durchsicht? Ich weiß es nicht. Selbst bei meinen uralten Porros, die innen auf den optischen Flächen einen regelrechten matten Belag haben, sieht man es nicht. Wahrscheinlich ist die Lichttransmission dadurch mit der Zeit besser geworden, die Wirkung einer Vergütung wurde ja nicht erfunden, sondern entdeckt.

Also feucht und vorsichtig reinigen! Absolut tödlich sind übrigens Fingerabdrücke (besonders wirksam bei Babys und Kleinkindern) und Vogelkot. Wenn man Pech hat ist die Vergütung nach 12-24 Stunden irreparabel beschädigt (regelrecht zerfressen).


Gruß
Walter




 
Fingerabdrücke nach 12-24 Stunden hinterlassen bereits eine Wirkung? Das ist ja mehr als bedenklich. Hätte nicht gedacht, dass auch bei heutigen robusten Vergütungen menschliche Ausdünstungen so viel SChaden anrichten können.
 
Mikrofasertuch und neuer Optikreiniger von B+W

Eigentlich habe ich mich schon seit Wochen hier aus dem Forum ausgeklinkt, weil ich derzeit sehr im Streß bin und vor meinem Urlaub noch eine größere Sache abschließen muß. Aber zu diesem Thema möchte ich dennoch schnell eine kurze und sehr aktuelle Information geben:

Die Optikfirma Schneider-Kreuznach (Großformat-, Vergrößerungs-, Digital-, Kino-Projektionsobjektive, optische Filter bis hin zu Erderkundungs-Satellitenobjektiven) bringt unter dem Namen B+W (das ist der für Filter zuständige Geschäftsbereich von Schneider-Kreuznach) demnächst einen speziellen Optikreiniger auf den Markt, der garantiert unschädlich für alle derzeit und in den letzen Jahrzehnten üblichen Ein- und Mehrschichtvergütungen ist. Er wird in einer Sprühflasche erhältlich sein und besteht im wesentlichen aus Alkohol mit Antistatika (das sind Mittel zur Verhinderung elektrostatischer Aufladung beim Putzen, die sonst wieder Staubpartikel anziehen würde) und weniger als 0,01% silikongesättigten Polymeren als Emulgator (diese Substanzen verhindern das Entmischen der Bestandteile). Diese Inhaltsstoffe lösen keine Gehäuseteile oder Lacke an, die z.B. an der Linsenfassung beim Reinigen berührt werden können.

Zum Reinigen werden zunächst möglichst berührungslos Staub und andere locker anhaftenden Partikel mit einem kleinen Blasebalg (gibt's im Fotohandel, z.B. von Hama) oder notfalls mit geringstmöglichem Druck mit einem sauberen Pinsel entfernt. Dann wird ein bißchen der Flüssigkeit auf ein sauberes Baumwolltuch (fusselfreies, frisch gewaschenes Taschentuch, sofern so etwas im Zeitalter der Papiertaschentücher noch irgendwo im Haushalt zu finden ist) gesprüht und damit die Glasoberfläche in kreisender Bewegung unter minimalem Andruck abgewischt. Danach wird mit einem guten und sauberen Mikrofasertuch, z.B. dem ebenfalls von Schneider-Kreuznach erhältlichen B+W Photo-Clear, ebenfalls unter nur minimalem Druck die noch feuchte Oberfläche trockengewischt. Man kann natürlich die Flüssigkeit auch aufs Mikrofasertuch sprühen, aber ich halte die Trennung zwischen einem Tuch für naß und einem Tuch für trocken für besser, da sich auf dem nassen Tuch eventuell bald Schmutz und Staub von den Linsenoberflächen sammelt und ich das Mikrofasertuch zum trockenen Nachwischen möglicht lange sauberhalten möchte. Sowohl das feuchte wie das trockene Wischen sollten bei aller Sorgfalt mit einigen wenigen Wischbewegungen durchgeführt werden. Ewig langes Herumwischen bringt nichts, sondern erhöht nur unnötig die Kratzgefahr und führt, speziell in der trockenen Phase, am Ende doch trotz der Antistatika zu elektrostatischer Aufladung.

Da ich (als Freiberufler, nicht als Firmenangehöriger!) u.a. für Schneider-Kreuznach und B+W technische Dokumentation erstelle (mancher hier wird zumindest mein B+W-Filterhandbuch kennen), habe ich von Schneider-Kreuznach ein Testmuster des neuen Optikreinigers und des Mikrofasertuchs Photo-Clear zur Prüfung und Begutachtung bekommen und an verschiedenen Filtern, Objektiven und Brillen getestet. Die Ergebnisse waren „perfekt klar” im wahrsten Wortsinne.

Dieser Optikreiniger, der sich außer für Foto-/Film-/Videoobjektive und Filter auch für Ferngläser, Spektive und Teleskope empfiehlt, ist momentan noch nicht im Handel erhältlich - also bitte nicht gleich im Fotogeschäft danach fragen -, sondern wird erst in einigen Wochen auf den Markt kommen. Also gegebenenfalls für etwa Mitte/Ende Juni vormerken; dann sollten die Fotohändler ihn liefern können.

Noch ein kurzes Wort zu selbstgemixten Rezepturen: Es kursieren immer wieder Empfehlungen, z.B. Isopropylalkohol, destilliertes und entmineralisiertes Wasser, ein paar Tropfen Pril oder eines ähnlichen Spülmittels, Waschbenzin usw. oder (so ähnlich) in gewissen Mischungsverhältnissen selbst zusammenzurühren. Im Prinzip kann das schon funktionieren. Aber bei den Spülmitteln wie z.B. Pril sind immer irgendwelche Duftstoffe und evtl. Hautpflegemittel drin, die eigentlich nichts auf Linsenoberflächen zu suchen haben und schleierartige Rückstände bilden können. Waschbenzin oder gar Lösungsmittel wie z.B. Azeton sind als Reinigerbestandteile deswegen gefährlich, weil evtl. Lacke oder andere Farben an der Fassung oder Klebestellen (manche Linsen sind am Rand in der Fassung eingeklebt, manchmal Schraubringe durch Klebung oder Lack gesichert) angelöst werden und sich dann diese gelösten Substanzen nach dem Verdunsten des Reingers in dünnster Verteilung auf der Linsenoberfläche wiederfinden. Geeignete Antistatika fehlen zudem in Eigenrezepturen. Und da so ein kleines Fläschchen nicht die Welt kosten wird, sollte man nicht zum Pfennigfuchser werden und wegen ein paar Cent Einsparung ein zweitklassiges, eventuell sogar bedenkliches Mittelchen selbst zusammenrühren, sondern lieber auf einen von Experten zusammengestellten, gründlich geprüften und garantiert unbedenklichen kommerziellen Optikreiniger zurückgreifen.

In diesem Sinne wünscht künftig klare Sicht durch alle Linsen, Prismen und Filter

Walter E. Schön
 
Hallo Carsten,

das ist wohl der "Knackpunkt": die Objektive muß man normalerweise nur selten reinigen (sind ja nicht im
Kontakt mit Wimpernfett und anderen Schmieren), dagegen die Okulare täglich mehrmals, wenn man
viel beobachtet,
Bei verfetteten Okularen ist die Sicht so schlecht, daß man alle Vorteile der Vergütung verliert - ja ich habe sogar
(von meinen Lesebrillen) den Eindruck, daß es schlimmer werden kann als ganz ohne Vergütung ("heller Schleier"
über dem ganzen Bild, Kontrast total kaputt, selbst die Auflösung wird richtig schlecht) - man sieht es bereits an
der Farbe der vergüteten Oberfläche: wenn die ungleichmäßig wird, unbedingt mit Mikrofasertuch putzen!

Bei Brillen habe ich schon einige Leute regelrecht geschockt: ohne Putzen ist Zeiss Punktal oder Rodenstock
kein bißchen besser als der billigste "Kassenschrott" ohne Vergütung - nach Putzen "ist alles klar":
beste Auflösung, Entspiegelung arbeitet optimal und man würde die Zeiss wegwerfen, wenn es die
"Fujinon-Vergütung" auch auf Brillengläsern gäbe (selbst die besten Zeiss und Rodenstock sind eigentlich
noch geradezu (bei dem Preis!!!!) unverschämt spiegelnd - und die Optiker können nicht mal Werte für
die Restreflexion nennen - wieder ein schönes Beispiel, warum deutsche Qualität oft nicht mehr gefragt ist:
sie ist nicht mehr nachprüfbar besser (der Optiker fragt höchstens, ob man die gelbe oder grüne Entspiegelung
will - im Zweifelsfall halt die violette- aber alle sind KLASSEN schlechter als die der Fujinon Ferngläser!!!!!),
sondern bloß ohne Argumente extrem teuer.

Wieso haben Zeiss oder Leica Ferngläser eigentlich nicht diese optimale Vergütung? Ist die für solche
"Topferngläser" zu teuer? Ich habe bisher immer bei optimaler Vergütung nur über Fujinon sprechen hören
("Objektive fast unsichtbar") Zeiss und Leica dagegen spiegeln noch richtig schön!
 
Hallo Hanz,

erzähle doch keine Horrorgeschichten, nach denen jeder
sein Fernglas sofort wegwirft <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Du redest über die paar Prozent, welche Du als alter
Fernglasfetischist so eben erahnen kannst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Oder ???


Beste Grüße
Dirk
 
Hallo Hanz,

klar stören verfettete Okularlinsen. Aber das, was Du beschreibst passiert doch nur bei so alten Okular-Gurken, auf denen man, wegen des geringen Augenabstands, ständig mit den Wimpern herumschrubbt. Schon bei den Zeiss Jena oder Docter Nobilems passiert das nicht mehr. Bei den modernen Gläsern von Zeiss und Leica ist das überhaupt kein Thema. Ich führe zwar keine Liste, aber ich reinige Okulare nicht öfter als Objektive und meistens ist es nur draußen eingefangener Staub, der durchaus auch anhaftende fettige Bestandteile hat.

Die Vergütung von Brillen und Ferngläsern würde ich nicht vergleichen. Die Ziele sind einfach verschieden. Von Zeiss und Rodenstock gab es mal eine spezielle Superentspiegelung, bei denen man das Glas nur noch fühlen konnte. Diese Entspiegelung hat sich, nach anfänglichen Erfolgen, nicht durchgesetzt. Jedes kleine Staubkörnchen stellte sich mit diesen Gläsern wie auf dem Silbertablett dar und das Putzen war ein fast abendfüllendes Programm, wenn man wirklich keinerlei Schlieren und Staub mehr sehen wollte. Zehn Minuten später war dann wieder irgendwas auf den Gläsern zu sehen. Da man seine Kunden nicht dem Wahnsinn preisgeben wollte, hat man dies dann eingestellt.

>>Ich habe bisher immer bei optimaler Vergütung nur über Fujinon sprechen hören

Wo und wann bitte? Würde mich aufrichtig interessieren. Bisher habe ich nur mal gelesen, Fujinon-Ferngläser hätten eine Transmission von 97-98%. Dazu kann ich nur sagen, veräppeln kann ich mich selber.

Fujinon baut Ferngläser, die alle ursprünglich für Behörden/Marine/Militär entwickelt wurden. Bei denen steht aber wie bei den BW-Gläsern von STEINER, Zeiss u.a. nicht die optische Qualität im Vordergrund, sondern die mechanische Überlebensfähigkeit in rauher Umgebung und bei unsachgemäßer Behandlung. Für die Optik selbst gibt es weder in USA noch in Europa spezielle militärische Forderungen, wenn man einmal von Zusatzausstattungen wie Farb- oder Laserfiltern absieht.

Die reflektierten Farbbilder auf Fernglasobjektiven lassen keinen Rückschluß auf die Gesamt-Transmission zu (müßte langsam jeder wissen). Bei den heutigen Vergütungen spielt Reflexion, im Vergleich zur Absorption im Glas, eine absolut untergeordnete Rolle (bezüglich der Gesamt-Transmission und Farbneutralität). Aber Deine Beobachtung kann ich zumindest für Leica Trinovids bestätigen. Ein Glas der BA-Serie hat nur Reflexe im Bereich Grün-Türkis, während die BN-Serie mit der zusätzlichen Hartvergütung vielfarbige und sogar weiße Reflexbilder zeigt. Die Hartvergütung dürfte eine Art Siliziumoxid sein, was die weissen Reflexe erklären würde. Ich war, als ich das zum erstenmal gesehen habe, zugegebenermaßen sehr befremdet. Trotzdem haben die BNs die bessere Gesamt-Transmission, obwohl eine Hartvergütung zum besseren Schutz vor Putzschäden, die optische Wirkung der Vergütung an sich zumindest nicht verbessert.

Gruß
Walter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Woher willst du wissen, dass die Verspiegelung von Fujinon tatsächlich effektiver ist? Nur weil man ein wenig Farbe sieht, heißt das nicht, dass Welten dazwischen liegen müssen. Wenn ich mich recht an einen Beitrag von Walter E. Schön erinnere, dann macht auch eine unterschiedliche Färbung zweier Vergütungen eines Fernglases keinen sichtbaren Unterschied (beim Durchsehen), nur einen kosmetischen.
Man müsste also eine aufwändige Messung vornehmen, um zu ein haltbares Ergebnis zu kommen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

ich kann dem nur zustimmen, dass man die Objektive nur selten, die Okulare aber viel öfters reinigen muss.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass selbst leicht verschmutzte Okulare die Kontrastleitung deutlich mindern. So sinkt die optische Leistung locker so stark ab, dass aus einem sehr guten Fernglas nur noch ein gutes wird.
Auch konnte ich öfters kleine festgetrocknete Wassertröpfchen oder Staub als leichte Verdunklungen im Bild erkennen.

Seither achte ich immer auf sehr saubere Okulare um die beste optische Leistung aus meinen Ferngläsern herauszuholen (Nikon 8x32 HG und CZJ Dekarem). Beim Dekarem muss man aber schon sehr häufig reinigen, da der Augenabstand so gering ist und die Wimpern die Okulare ständig verschmutzen.

Zum Reinigen benutze ich ein (schon oft gewaschenes) Baumwolltaschentuch, das frisch gewaschen ist. Dann hauche ich die Linsen an und wische sanft. Ich verwende immer nur unbenutzte saubere Stellen des Taschentuches. Damit bekomme ich schnell sehr saubere Linsen.
Für die Zukunft werde ich mir wohl den neuen Reiniger von B+W besorgen.

Noch eine Frage: Könnte man nicht auch normales Fensterputzmittel nehmen (aus der Sprühflasche)?
Ich habe damit schon Prismen gereinigt und die sind schön sauber geworden.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Walter,

ich stimme Dir gern zu, wenn Du die "Katalogdaten" Transmission bei Fujinon nicht glaubst. Auch ich halte
selbst bei optimaler Vergütung eine GESAMTtransmission >95% für ziemlich unwahrscheinlich bei so vielen
optischen Oberflächen.

Dagegen möchte ich Dir ganz klar widersprechen, was die Wichtigkeit der möglichst völlig reflexfreien Vergütung
betrifft: hier geht es nicht um die (eigentlich relativ unwichtige) Transmission +/- weniger Prozent (die das Auge, das
ja "logarithmisch" Helligkeiten wahrnimmt, kaum bemerkt und auch dadurch kompensieren kann, daß es sich eben
etwas empfindlicher einstellt). Hier geht es um Kontrast, und da das Auge bezüglich Kontrastwahrnehmung
immer noch jedem Digital- (und chemischen) Aufnahmegerät haushoch (Zehnerpotenzen) überlegen ist, versaut
das gespiegelte Licht eben diesen Kontrast (genauso wie die Fettschicht auf dem Okular).
Also für mich ganz klar: die unsichtbarste Linse ist die beste (wird mir jeder Teleskop-Okularbeurteiler sofort
zustimmen) - und da sind den heute oft geradezu schrill bunt reflektierenden Optiken nach meiner Beobachtung
ganz normale, gute MgF2-Monovergütungen manchmal sogar überlegen. Hat mal irgendwer hier statt Transmission
REFLEKTION gemessen? Da das Auge ja wie gesagt logarithmisch funktioniert, ist eine Reflektion von 0,1 statt 1%
grad etwa doppelt so gut und eine von 0,01% vierfach.

Gruß
 
Hallo Dirk,

also wenn Du Ferngläser wegwerfen willst, weiß ich eine gute Zielrichtung....
vor allem wenn es sich um Topferngläser mit ungeputzten Okularen handelt.
Ich habe derzeit 4 Packungen Mikrofasertuch für sowas bereit!

Spaß beiseite - vielleicht habe ich besonders fettige Wimpern? Mein Shampoo ist
auch das gegen Fett und Schuppen und Du hast vielleicht das für trockenes Haar?

Immer noch Spaß? Vielleicht liegt das am Thema (Ferngläser)? Da habe ich Dich allerdings als
"mit allen e-bay-Gurken und vielen guten Gläsern vertrauten Schrauber" abgespeichert, also
kann unsere Meinung eigentlich gar nicht so wesentlich verschieden sein!
Und nur zum Beispiel:
die Objektive meines geliebten Danubia 11x80 habe ich bisher vielleicht 1-2mal geputzt (nach Erhalt),
die Okulare mindestens 50mal - Du nicht?

Gruß
 
Transmission (bzw. Reflexion) und Kontrast

Weil ich derzeit beruflich sehr im Streß bin, kann ich nicht voll in diese Diskussion mit allen Einzelheiten einsteigen (obwohl es mich juckte). Aber folgende Anmerkungen will ich dennoch machen:

A. Grundsätzlich volle Zustimmung zu Deiner Aussage, daß die Vergütung mit der höchsten Transmission die beste ist (zumindest für alle innen im Fernglas oder Teleskop liegenden Flächen, denn bei Front- und Hinterlinse kommt noch hinzu, daß hier auch die Beständigkeit gegen Umwelteinflüsse und die Kratzfestigkeit eine wichtige Rolle spielen, was manchmal der Grund sein kann, an dieser Stelle auf eine andere Vergütung mit höherer Transmission zu verzichten – zumal bei der großflächigen Frontlinse, deren Reflexion für den Lichteinfall von vorn gar keine Kontrastminderung zur Folge hat!).

B. Viele meinen, daß besser Transmission (z.B. beim Zeiss FL im Vergleich zum Ultravid) automatisch auch den besseren Kontrast zur Folge haben müsse. Das ist nicht unbedingt der Fall. Zwar trägt bessere Transmission zur Kontrasterhöhung bei, aber es gibt noch weitere Ursachen außer schlechter Transmission (bzw. stärkerer Reflexion an den Glas-Luft-Linsenflächen), die den Kontrast herabsetzen können: 1. Bei ungünstigen Linsenkrümmungen und Linsenabständen kann es sein, daß das an den Glasoberflächen mehrfach reflektierte Streulicht relativ gebündelt ins Sehfeld gelangt*, während bei anderen Krümmungen und Abständen eine breitere Verteilung des Streulichts auftritt und so ein größerer Teil fürs Bild unschädlich außerhalb des Sehfeldes gelenkt wird. 2. Die Reflexionen an der Tubusinnenseite und den darin enthaltenen Elementen (z.B. Fokussiergestängen, Schneckengängen und Gewinden) können bei verschiedenen Ferngläsern ungeachtet ihrer Transmission sehr unterschiedlich sein. 3. Die von der optischen Konstruktion abhängige Lichtverteilung im Punktbild hat erheblichen Einfluß auf die Kontrast in Feinstrukturen (Kantenschärfe). So ist es durchaus möglich, daß z.B. das Zeiss FL trotz etwas höherer Transmission im Kontrast dem Leica Ultravid unterlegen sein könnte (wie hier und in anderen Foren mehrfach berichtet wurde).

* Das hat schon dazu geführt, daß man optische Kontruktionen besserer Auflösung zugunsten anderer etwas niedrigerer Auflösung verworfen hat, weil die dabei aufgetretenen Reflexe bei Gegenlicht oder starkem Streulicht nicht in den Griff zu bekommen waren. Deshalb wird heutzutage von den guten Optikherstellern eine Konstruktion per Computerberechnung (Raytracing) auch daraufhin untersucht, wie sich solche diffuse und gebündelte Reflexe auswirken.

C. Wenn das Auge Lichtintensitäten (genauer: Leuchtdichten bzw. bei Betrachtung des Netzhautbildes Beleuchtungsstärken) logarithmisch wahrnimmt, so heißt das nicht, daß man daraus Faktoren für die Beurteilung der „empfundenen Helligkeit” ableiten kann, die sich aus dem Logarithmus zur Basis 10 ableiten. Du hast hier gesagt, 0,1% Reflexion sei doppelt so gut wie 1% und 0,01% sei viermal so gut. Das ist nicht richtig. Um die Aussage „doppelt” so gut anwenden zu können, muß man zuvor experimentell prüfen oder allgemeinverbindlich (gut begründet) festlegen, was für einen Maßstab bzw. was für eine Skala man zugrundelegt. Ich würde das so machen: Wenn ich eine Fläche aus einem gegebenen Abstand mit einer Lichtquelle beleuchte, die erzielte Motivhelligkeit als Basis nehme und dann dieselbe Fläche aus demselben Abstand mit zwei solchen (identischen) Lichtquellen beleuchte, dann ordne ich der nun erzielten Motivhelligkeit die Qualität „doppelt so gut” zu. Eine weitere Verbesserung um dieselbe Gütestufe ergäbe sich dann bei nochmaliger Verdoppelung. Das heißt dann, daß ich nicht auf Zehner, sondern auf Zweierpotenzen aufbauen oder den Logarithmus auf der Basis 2 berechnen muß. Eine Reflexion von 1% ist und bleibt daher 10mal so hell wie eine vom 0,1% und 100mal so hell wie eine von von 0,01%. Aber in Helligkeitsstufen (von jeweils einer Helligkeitsverdoppelung) ausgedrückt, wäre 0,1% Reflexion um 3,3 Stufen besser und 0,01% Reflexion um 6,6 Stufen besser als 1% Reflexion.

Wer übrigens solche Berechnungen selbst anstellen möchte und auf seinem Taschenrechner nur den Zehnerlogarithmus (= Logarithmus zur Basis 10) findet, erhält den Logarithmus einer Größe x zur Basis 2, indem er den Logarithmus von x zur Basis 10 nimmt und durch den Logarithmus von 2 zur Basis 10 teilt (log 2 = 0,30103, also log x durch 0,30103 teilen).

Walter E. Schön

Nachtrag: Weil's hier von den allermeisten Forumsteilnehmern immer und immer wieder falsch geschrieben wird, bitte „reflektieren” mit t (kommt von lat. „reflectere” = zurückbiegen, zurückwenden), aber „Reflexion” genauso wie „Reflex” (kommt von lat. „reflexum” = das Zurückgeworfene) mit x schreiben!
 
Re: Transmission (bzw. Reflexion) und Kontrast

Hallo Walter,

natürlich müßte da eine wissenschaftlich fundierte Skala eingesetzt werden, während ich nur mit "altbekannten
Prinzipien" argumentiert habe. Bloß´was will man da nehmen: im "photopischen" Hellsehbereich (wenn's hell ist, nicht wenn
man ein "Medium" braucht) gilt die CIELab-Formel, die hat ne Wurzelfunktion drin (logWurzel=0,5). Was darunter stattfindet,
(im mesopischen und skotopischen Bereich) mir leider nicht so recht bekannt, aber aus der Praxis ist mir sehr klar:
bei einem 4er Himmel kann man keine 5er Objekte sehen - und für das Fernglas gilt ja wohl kontrastmässig so etwa dasselbe:
Wenn die Hintergrundhelligkeit (Streuung usw.) einen gegebenen Wert hat, kann ich nicht darunter kommen.

Was die Okularbeiträge betrifft, sind da übrigens die Teleskopfreaks Klassen weiter: sie haben bereits die Okulare
bezüglich "Geisterbilderanfälligkeit" längst gecheckt und da sind dann manche Typen einfach bekannte Problem-
macher (siehe im Forum Okulare, war glaub ich bei "history of the astronomic eyepiece" - einfach mal googeln).

Und was hat das jetzt alles mit "Putzen" zu tun? Kontrast geht halt durch Dreck weg! Und das Fernglas gar nicht erst
zu benutzen, ist wohl keine Lösung (denn ein nicht benutztes Lidl ist so viel billiger als ein nicht benutztes Zeiss,
daß es nur von gar keinem Fernglas übertroffen wird).

Schöne Pfingsten und herzliche Grüße
 
Hallo hanz,

war ein Missverständniss. Ich meinte nur, dass nicht alles
High-End sein muss, um glücklich zu sein.

Putzen ist ein ganz anderes Thema ;-)

Viele Grüße
Dirk
 
Fernglas(kurz)bildungsurlaub

So ist es durchaus möglich, daß z.B. das Zeiss FL trotz etwas höherer Transmission im Kontrast dem Leica Ultravid unterlegen sein könnte (wie hier und in anderen Foren mehrfach berichtet wurde).


Hallo,

ich halte diese Berichte für falsch und habe entsprechend vage Bemerkungen bisher nur in diesem Forum gelesen. Einige weitere Behauptungen (z.B. weiße Reflexe auf Linsenaußenflächen bei Leica o.ä.) lassen ebenfalls auf gewisse Defizite in der praktischen Kenntnis aktueller Optikprodukte schließen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Ist ja nicht schlimm, lässt sich beseitigen, wenn man den Dingen einmal auf den Grund gehen möchte. Ich kann nur jedem empfehlen, sich ein eigenes Bild zu machen und sich nicht auf Dinge zu verlassen, die man nur vom Hören und Sagen kennt - egal aus welcher Quelle. Auch ausgewiesene Fachleute sind vor - ich nenne es einmal - Sekundärmotivationen nicht gefeit. Es gibt in diesem Jahr u.a. auch in Süddeutschland Gelegenheit, einmal Geräte leibhaftig in die Hand zu nehmen, auszuprobieren und miteinander zu vergleichen, über die hier und andernorts so viel geschrieben wird. Zahlreiche Wahrnehmung dieser Angebote würde die Gesprächsbasis diesbezüglich im Forum in angenehmer Weise verbreitern, wie ich hoffe (ist jetzt wirklich nicht ironisch, sondern ernst gemeint).

Mitunter wird man von dem Angebot auf solchen Optikmessen förmlich erschlagen, verzettelt sich und vergisst wichtige klärungsbedürftige Fragen. Deshalb empfehle ich, sich vorher eine kleine Agenda zu notieren und sich auf bestimmte Fragen und Modelle zu konzentrieren. Da liefert das Forum hier ja z.B. reichlich Stoff, den es ggf. zu verifizieren gilt. Hilfreich ist es u.U. auch, ein Fernglas, mit dem man gut vertraut ist, als Referenzfernglas mitzunehmen.
Hier einige ausgewählte Veranstaltungshinweise in Deutschland (für Details bitte selbst weiter googeln):

Katinger Watt (Nähe Eider Mündung)
Naturerlebnistage
21. und 22. Mai 2005, Katinger Watt

Altmühlsee
Ornitreff 2005
2. bis 5.6. Juni

Helgoland
Helgoländer Vogeltage
13. - 15. Oktober 2005 auf Helgoland

Der Vorteil solcher Veranstaltungen gegenüber selbst gut sortierten Händlern (die sind selten genug) ist die Möglichkeit, die Gläser - auch mehrere im direkten Vergleich - für längere Zeit im Freien praxisnah zu testen. Auch sind mehrere Hersteller in der Regel selbst vertreten und können direkt angesprochen werden.

Denjenigen, welche bedauerlicherweise solche Termine nicht wahrnehmen können, möchte ich einige hier vermutlich weniger bekannte Internetseiten noch als ergänzende Infoquelle empfehlen. Damit ist natürlich nicht gesagt, dass ich nun immer mit den dort getroffenen Aussagen übereinstimme würde. Doch im Großen und Ganzen überwiegt das Richtige. Es ist sicher kein Zufall, dass diese informativen Seiten aus kleinen Ländern (Finnland, Niederlande und Norwegen) stammen, aus Ländern also, die aus Herstellersicht keine große Bedeutung haben dürften. Der bekannte S. Ingraham von "betterviewdesired.com" wurde ja von Zeiss als Berater eingekauft und soll u.a. bei der Entwicklung der Victory FL Ferngläser mitgewirkt haben. So muss man eben auf "exotische" Länder ausweichen, wenn man sich einigermaßen herstellerunabhängig informieren möchte. Ich möchte Euch deshalb diese von mir teilweise schon bei früherer Gelegenheit genannten Seiten nicht vorenthalten, auch wenn die sprachlichen Anforderungen teilweise etwas - für den Norddeutschen wohl weniger schwierig - ungewohnt sind <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />.

http://www.alula.fi/GB/index.htm (auf "Published reviews of optics" klicken)

http://www.tvwg.nl/ (auf "Testrapporten" klicken)

http://www.kikkertspesialisten.no/ (auf "Tester pa" z.B. kikkerter klicken)

Steve











 
Re: Fernglas(kurz)bildungsurlaub

Hallo Steve,

praktische Erfahrungen sollte und muß jeder selbst machen. Und nur die kann man dann auch als Erfahrungsbericht weitergeben. Wie Du oft und gerne schreibst hast Du wohl schon alle Erfahrungen gemacht - oder könnte es sein, dass Du auch noch gewisse Defizite hast, die sich ausräumen ließen? Dir wird es da sicher nicht anders gehen, wie jedem von uns.

Zu den Testseiten aus den "kleinen Ländern" gibt es sicher auch unterschiedliche Meinungen. Zur ersten Orientierung sind diese Testberichte sicher gut geeignet. Aber um exakt zu sein, Testberichte sind es eigentlich nicht, sondern ebenfalls Erfahrungsberichte ohne statistische Relevanz. Genau dies ist der springende Punkt.

Praktische (eigene) Erfahrungen werden durch solche "Testberichte" nicht ersetzt. In einigen englischen und amerikanischen Foren kann man sehr gut beobachten, wie interessierte Unerfahrene diese Berichte geradezu als Optik-Bibel betrachten, und zwar umso mehr, je öfter darauf verwiesen wird.

Dies ist alles sehr verständlich und nachvollziehbar. Trotzdem muß man auch immer wieder die Ergebnisse dieser Test relativieren. Hier meint man oft durch entsprechende Punktevergabe, sich selbst eine allgemeine Verbindlichkeit geben zu können, die diesen Tests garnicht zukommt. Beispiel Alula 43,25 Punkte sind natürlich besser als 43 Punkte - das kann je nach Sichtweise höchst wissenschaftlich, oder einfach lächerlich sein. Sicher ist es beides nicht, aber es wird beim Leser ein gewisser Eindruck erweckt.

Wenn es um die besten und teuersten Optiken geht, sollte jeder vielmehr nach jedem Testbericht sorgfältig die "Collected Wisdoms" (Nummer 6 war's glaub' ich) von Holger Merlitz lesen.

Walter <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Streit um besten Kontrast

Hallo Steve,

da ich nicht zu denen gehöre, die Gerüchte in Umlauf bringen oder weiterverbreiten, habe ich in meinem von Dir zitierten Satz doch klar zm Ausdruck gebracht, daß dies nicht meine Meinung ist, und nicht aus sprachlichem Ungeschick, sondern sehr bewußt habe ich darum die Möglichkeitsform „daß ... unterlegen sein könnte” gebraucht. Es ging mir doch ausschließlich darum zu zeigen, daß höhere Transmission nicht zwangsläufig auch höheren Kontrast bedeuten muß (auch wenn normalerweise beide ganz gut miteinander korrelieren). Ob das Gerücht vom höheren Kontrast des Utravids im Vergleich zum Zeiss FL stimmt oder nicht, vermag ich derzeit nicht zu sagen, da ich noch keine Gelegenheit hatte, beide direkt miteinander zu vergleichen. Und der Vergleich müßte direkt erfolgen, weil beide Ferngläser bestimmt auf sehr hohem Niveau ganz dicht beieinanderliegen. Also lasse ich die Frage weiterhin offen, bis ich eines Tagen dank eigener Vergleichsmöglichkeit mehr weiß.

Zu Deinen drei genannten Terminen: Leider ist nur die Veranstaltung am Altmühlsee noch halbwegs in meiner Nähe (ich hatte bereits geplant, Ende April für ein Wochenende zu diesem Vogelparadies zu fahren, aber meine derzeitige Arbeitsüberlastung hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht). Von dem Ornitreff Anfang Juni hatte ich schon Kenntnis, aber von Ende Mai bis Mitte Juni werde ich in Südtirol sein und somit diese Chance ungenutzt verstreichen lassen müssen. Wenn ich dann Ende Juni den Besuch des Altmühlsees nachholen werde, wird es zwar noch immer viele Vögel zu beobachten und mehrere Ferngläser zu testen geben, aber die Veranstaltung ist dann leider schon vorbei.

Walter E. Schön
 
Re: Fernglas(kurz)bildungsurlaub

Hallo Steve,

praktische Erfahrungen sollte und muß jeder selbst machen. Und nur die kann man dann auch als Erfahrungsbericht weitergeben. Wie Du oft und gerne schreibst hast Du wohl schon alle Erfahrungen gemacht - oder könnte es sein, dass Du auch noch gewisse Defizite hast, die sich ausräumen ließen? Dir wird es da sicher nicht anders gehen, wie jedem von uns.

Hallo Walter,

natürlich habe auch ich noch Wissenslücken und es gibt so manches - praktisch wie theoretisch - was ich gerne noch genauer untersuchen oder verstehen würde. Ein Beispiel dafür wäre eine systematische Klärung, wie genau wichtige optische Eigenschaften miteinander zusammenhängen, ein Thema, das hier ja auch wieder einmal berührt wurde (Kontrast, Helligkeit, Auflösung, Mittenschärfe vs. Schärfe über das ganze Bildfeld etc.). Allerdings hüte ich mich davor, mich über Geräte zu äußern, die ich nicht oder zumindest nicht gut kenne. Es besteht dann immer die Gefahr, dass es jemand merkt. Das gilt auch für gewisse Tendenzen, wenn sich bestimmte Urteile oder Meinungen über einzelne Hersteller wiederholen, die nicht richtig sind. In einem unübersichtlichen und wenig transparenten Markt wie dem der Fernoptik besteht aus verständlichen Gründen das Bedürfnis nach Orientierung und Vereinfachung. Dies erklärt viele Pauschalaussagen über Hersteller, Modelle usw., die sich bei wortwörtlichem Hinsehen oft als falsch oder verzerrt darstellen.

Zum Thema Testberichte trägst Du hier Eulen nach Athen und wiederholst den entsprechenden Hinweis, den ich bereits zum Ausdruck gebracht hatte. Über Berichte mit statistischer Relevanz brauchen wir nicht zu reden, denn die gibt es nicht. Ich persönlich schätze fundierte Erfahrungsberichte aber mehr als alles andere. Die Berichte von Alula haben übrigens auch für den erfahrenen Anwender eine hohe Stichhaltigkeit und gehören zu den präzisesten Informationen, die im Moment verfügbar sind. Wem das nicht reicht, kann es ja besser machen. Natürlich kann man immer an irgendwelchen Kleinkram herumkritteln, ohne dass dadurch irgendetwas gewonnen wäre. Das ändert aber nichts daran, dass die dort getroffenen Aussagen in einem sehr hohen Grad mit meinen eigenen Erfahrungen übereinstimmen (Beispiel: die Beurteilung des Pentax-Spektivs <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />).

Steve

 
Re: Streit um besten Kontrast

da ich nicht zu denen gehöre, die Gerüchte in Umlauf bringen oder weiterverbreiten, habe ich in meinem von Dir zitierten Satz doch klar zm Ausdruck gebracht, daß dies nicht meine Meinung ist, und nicht aus sprachlichem Ungeschick, sondern sehr bewußt habe ich darum die Möglichkeitsform „daß ... unterlegen sein könnte” gebraucht.

Hallo Walter,

das ist mir natürlich nicht entgangen. Doch Gerüchte können auch unbeabsichtigt trotz Verwendung des Konjunktivs entstehen. Dem wollte ich vorbeugen, da es mir einfach darum geht, ein möglichst objektives Bild über die betreffenden Geräte zu vermitteln. Wenn es gelänge, die tatsächlichen Stärken und Schwächen auch der Spitzengläser genau zu beschreiben, hätten Foren wie dieses m.E. größere Möglichkeiten, Einfluss auf Weiterentwicklungen und Verbesserungen zu nehmen.

Schade, dass Du die Veranstaltungen nicht besuchen kannst. Es lohnt sich wirklich. Die besonderen Eigenschaften eines Glases werden häufig deutlicher, wenn man ein typgleiches im direkten Vergleich dagegen hält und die Möglichkeit gibt es kaum irgendwo so ausgiebig, wie auf diesen Veranstaltungen. Es gibt noch einige kleinere Veranstaltungen, auf welche Zeiss irgendwo hinweist. Falls gewünscht, kann ich das noch einmal heraussuchen. Die größte Veranstaltung dieser Art und Vorbild weltweit ist übrigens die jährlich stattfindende "The British Birdwatching Fair" in Rutland Water, UK, welche in diesem Jahr vom 19.08. bis 21.08.05 stattfindet. Informationen findet man unter www.birdfair.org.uk. Es gibt einige Freaks, die sich alljährlich aus allen Teilen der Welt extra dorthin aufmachen.

Steve








 
Re: Fernglas(kurz)bildungsurlaub

Hallo Steve,

da sind wir uns ja weitgehend einig. Nur das Du hier pauschal Kenntnisdefizite und/oder "gewisse Tendenzen" unterstellst, fand ich etwas absonderlich. Ich will dies nun nicht weiter verbreitern, aber mit Unterstellungen, positiven wie negativen, sollten wir doch vorsichtig sein, eben weil uns die Hersteller mit den interessantesten technischen Details meist ziemlich im Regen stehen lassen.


Die Berichte von Alula haben übrigens auch für den erfahrenen Anwender eine hohe Stichhaltigkeit und gehören zu den präzisesten Informationen, die im Moment verfügbar sind.

Die Wortwahl suggeriert schon einen ziemlichen Objektivitätsanspruch. Wie präzise die Information (die Testergebnisse) sind, könnte man aber nur abschätzen, wenn es grobe Widersprüche zu anderen Berichten gäbe. Und das ist bei Spitzenoptik ziemlich unwahrscheinlich.

Da Du ja oft ziemlich indirekt (so um drei Ecken herum) argumentierst, möchte ich noch einmal kurz aber direkt auf die "weißen Reflexbilder" der Leica-Hartvergütung (wohl gemerkt, ich nehme an, dass sie die Ursache ist) eingehen. Obwohl ich nicht davon ausgehe, dass mein Trinovid 7x42 BN so einzigartig ist, kann ich Dir diese gerne mal zeigen. Vielleicht ergibt sich ja mal ein Treffen - ich schau mir jedes Jahr die Graugänse im deutsch/holländischen Grenzgebiet an und bin auch 1-2mal im Jahr in Lemkenhafen auf Fehmarn und besuche die Wallnau.

Um nochmal präzise zu sein: die weißen Reflexe sind weder so stark, wie z.B. bei unvergüteten 50-60iger Jahre Gläsern, noch kann ich behaupten, dass sie wirklich rein weiß sind, sie sehen nur weiß aus.


Natürlich kann man immer an irgendwelchen Kleinkram herumkritteln, ohne dass dadurch irgendetwas gewonnen wäre.

Wie wahr.



Walter

P.S.: Verzeihung, mit dem Thema "Linsen vom Fernglas richtig Reinigen ..." hat das natürlich garnichts mehr zu tun.
 
Re: Fernglas(kurz)bildungsurlaub

Hallo Walter,

da sind wir uns ja weitgehend einig. Nur das Du hier pauschal Kenntnisdefizite und/oder "gewisse Tendenzen" unterstellst, fand ich etwas absonderlich. Ich will dies nun nicht weiter verbreitern, aber mit Unterstellungen, positiven wie negativen, sollten wir doch vorsichtig sein, eben weil uns die Hersteller mit den interessantesten technischen Details meist ziemlich im Regen stehen lassen.

Wenn man sich so Deine Beiträge (hier und bei Jülich) über Zeiss durchliest, kann man sich des Eindrucks einer gewissen Voreingenommenheit gegenüber dieser Firma nicht erwehren.

Die Wortwahl suggeriert schon einen ziemlichen Objektivitätsanspruch. Wie präzise die Information (die Testergebnisse) sind, könnte man aber nur abschätzen, wenn es grobe Widersprüche zu anderen Berichten gäbe. Und das ist bei Spitzenoptik ziemlich unwahrscheinlich.

Nicht andere Berichte wären hier entscheidend (zu denen es aber in der Tat entscheidende Widersprüche geben kann, s. z.B. die Bewertung des genannten Pentax Spektivs bei Alula und bei betterviewdesired), sondern die eigene Kenntnis der behandelten Produkte. Ich dachte, wir hätten hierüber Einigkeit erzielt. Deshalb mein Hinweise auf Veranstaltungen, auf denen man die Möglichkeit hat, solche Kenntnisse zu erwerben. Ich kenne einen großen Teil der dort behandelten Modelle und kann nur bestätigen, dass die Informationen zu einem ganz überwiegenden Teil mit meinen eigenen Eindrücken und Erfahrungen übereinstimmen. Fehler, Irrtümer passieren überall, natürlich auch bei Alula. Ich könnte Dir solche auch präzise auf den von mir genannten Seiten nennen. Doch lassen wir jetzt die Erbsenzählerei. Mir geht es einfach nur darum, das Wissen über die Black Boxes zu erweitern, welche die Hersteller uns präsentieren. Aussagen wie Zeiss hätte weniger Kontrast als Leica oder Leica zeige weiße Reflexe kann man so nicht stehen lassen, denn sie vernebeln besonders für Unerfahrene die Tatsachen. Sie stimmen nicht mit dem überein, was ich beim Betrachten und Vergleichen sehe. Es muss aber auch die Methode beschrieben werden, unter denen diese Erkenntnisse gewonnen und überprüft wurden.

Zu den "weißen" Reflexen. Selbst ein Besitzer des 10x50 Leica BN, habe ich praktisch alle Fernglas- und Spektivmodelle von Leica schon benutzt und getestet. Unter Ornithologen ist Leica eine sehr verbreitete Marke und so ergibt sich in meinem Bekanntenkreis immer wieder reichlich Gelegenheit, verschiedene Modelle zu testen. Die Farbe der Vergütung auf der Außenfläche Objektiv (nur auf der Außenfläche befindet sich ja die Hartvergütung) ist, soweit man das mit sprachlichen Mitteln überhaupt präzise beschreiben kann, immer grün/türkis und nicht weiß. Auf der Okularseite würde ich die Farbe als grün bis neutral/farblos bezeichnen. Nun, die Farbdeuterei von Vergütungen, insbesondere von weiter innen liegenden Linsen, hat zweifelos etwas von Kaffeesatzleserei (Zitat: "die weißen Reflexe sind weder so stark, wie z.B. bei unvergüteten 50-60iger Jahre Gläsern, noch kann ich behaupten, dass sie wirklich rein weiß sind, sie sehen nur weiß aus." Ich weiß nicht recht, was das bedeuten soll. Auf jeden Fall müsste man eine Reihe weiterer Ferngläser bei gleichem Versuchsaufbau vergleichsweise hinzuziehen, um hieraus irgendwelche weiteren Erkenntnisse zu ziehen.)
Entscheidend ist, was hinten herauskommt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Mitunter hilft es, wenn man die Projektionsmethode (Ich gebe zu, dass dies etwas abstrus ist. Ist nur für die wirklichen Freaks gedacht) benutzt. Dabei lässt man die Sonne so auf die Objektive scheinen, dass die sich dabei ergebende Reflexion auf einem danebengehaltenen weißen Blatt Papier sichtbar wird. Bei einem dreilinsigen Objektiv sieht man dann beispielsweise 3 verschiedene Lichtflecken unterschiedlicher Größe (nach der Reihenfolge der Linsen im Fernglas und damit dem Abstand zur Projektionsfläche) und Farbe. Durch Kippen und Verändern des Abstandes des Fernglases und des Papierbogens lässt sich die Größe dieser Abbildungen verändern und evtl. die Farbe besser erkennen. Wir sehen damit einen entscheidenden Teil des Lichts, welcher das Fernglas nicht passieren kann. Diese Methode lässt bestimmte Eigenschaften eines Fernglases evtl. deutlicher werden als das direkte Betrachten. Beim 15x50 Canon IS habe ich auf diese Weise z.B. feststellen müssen, dass das sich vor dem eigentlichen Objektiv befindende Schutzglas eine sehr deutliche violette Projektion verursacht, während die anderen Linsen unauffällig waren.

Steve
 
Re: Fernglas(kurz)bildungsurlaub

Hallo Steve,

ich denke, wir können an dieser Stelle im Moment wohl keine weitere Annäherung erzielen - das ist ja auch nicht zwingend notwendig. Wieso Du mir eine Voreingenommenheit gegenüber Zeiss unterstellst kann ich mir nicht erklären. Aber ich kenne Zeiss (West) auch als Firma recht gut und vielleicht kommt gerade deshalb manche Kritik etwas schärfer rüber, als es sonst der Fall wäre.

Wie dem auch sei, mein Angebot, die Leicas betreffend, steht jedenfalls. Die Auflösung dieses Widerspruchs zwischen uns würde mich wirklich interessieren. Denn es wäre schon seltsam, wenn die BNs, die Du gesehen hast, die typischen grün/türkisen Reflexe zeigten (wie mein 8x50 BA auch) und nur mein 7x42 BN aus der Reihe tanzen würde. Dies kann ich nun nicht so einfach glauben, denn die Unterschiede in den objektivseitigen Reflexbildern sind bei meinen beiden Gläsern keineswegs klein, sondern sehr deutlich und offensichtlich.

Walter

 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben