Lohnt sich eine stabilere Montierung?

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Eirikurii

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Hallo zusammen,

(mein Post ist etwas lang geworden - für diejenigen, die keine Lust haben alles zu lesen hab ich am Ende des Posts alles wichtige kurz zusammengefasst)

da dies mein erster Post in diesem Forum ist möchte ich mich wenigstens kurz vorstellen: mein Name ist Erik und ich komme ursprünglich aus einer anderen Naturwissenschaft - der Biologie - in welcher ich gerade an meiner Masterarbeit bastle. Für die Astronomie habe ich schon seit meiner Kindheit ein großes Interesse, habe mit einem Billigteleskop versucht, Mond und Himmel zu beobachten und in der Uni begeistert Astronomie-Vorlesungen neben meinem Studium gehört.

Daher habe ich nun endlich den Schritt gewagt, von (eigenen und geliehenen) Billig-Lidl-Teleskopen auf etwas Brauchbareres umzusteigen und habe mir ein Bresser Spica 130/650 Newton für 330 € gekauft. Vor dem Kauf habe ich (auch hier im Forum) viel gelesen und verglichen, daher ist mir durchaus bewusst, dass sehr viele Empfehlungen in dieser Preisklasse eher zu Dobsons mit größerer Öffnung geführt hätten. Gegen diese habe ich mich aber bewusst entschieden:
Ich habe keinen geeigneten Balkon zum beobachten und werde daher hauptsächlich zu Fuß zu einem Beobachtungsplatz in der Nähe gehen (ein Auto müsste ich für jede Tour mieten, das wird sicher ab und zu gehen, auf Dauer aber zu teuer). Daher war mir nicht nur eine große Öffnung wichtig, sondern eben auch eine begrenzte Länge sowie ein möglichst nicht zu großes Gewicht. Aufgrund fehlender Unterlagen an meinem voraussichtlichem Hauptbeobachtungsplatz hätte ich den Tubus früher oder später zudem ohnehin auf ein Stativ gestellt. Der 130/650er Newton erscheint mir daher als guter Mittelweg, ich bin damit auch weitgehend (ohne große Erfahrung, zugegeben) zufrieden. In mein Budget passte das Teleskop auch gerade so und meinen Vorhaben (mein Fokus liegt v.a. auf DeepSky, wobei ich natürlich den Planeten auch nicht abgeneigt bin) sollte es entsprechen.

Ich benötige aber Eure Erfahrung und Ratschläge in einer Sache: die Montierung, wenn auch als EQ3 angepriesen, habe ich durch Vergleiche mit anderen Angeboten als EQ2 identifiziert (ist das korrekt?). Das Ganze ist etwas wackelig, wenn man beispielsweise am OAZ scharf stellt. Die Bewegung des Teleskops mit den biegsamen Wellen funktioniert wackelfrei, allerdings glaube ich dass das bei stärkerem Wind anders sein könnte und mit der Zeit nervig wird. Ich habe daher die Idee, bei Bresser nachzufragen ob ich die vorhandene Montierung gegen eine stabilere tauschen könnte und den entsprechenden Aufpreis nachzahle. Recherchen zu den einzelnen Montierungen ergeben so ungefähr Neupreise von 170 € für EQ2 und 260-270 € für EQ3-2, also eine Differenz von ca. 100 € (Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege). Mit dem Bresser-Kundendienst habe ich gute Erfahrungen und glaube daher, dass das klappen könnte. Alternativ könnte ich das gesamte Paket zurückschicken (ich bin noch locker in den 2 Wochen nach dem Kauf), das will ich aber eigentlich garnicht.

Meine Frage wäre also: Lohnt sich eine solche Aufrüstung (EQ2 -> EQ3-2) erfahrungsgemäß? Oder wird das Teleskop mit einer etwas stabileren Montierung nicht wirklich erheblich weniger wackeln (gerade, weil die derzeitige Monti ja noch gerade so "erträglich" wackelt). Oder wäre das Geld sinnvoller in anderem Zubehör angelegt - die beiliegenden Okulare sind schließlich auch nicht das gelbe vom Ei und werden daher früher oder später durch bessere ersetzt.

Ich danke Euch jetzt schon für die Ratschläge :)

Beste Grüße,
Erik


Zusammenfassung des Wichtigstem: Ich habe ein neues 130/650-Newton und überlege, ob ich die neue EQ2 (?)-Montierung gegen eine neue, etwas stabilere Montierung (z.B. EQ3-2) eintausche. Allerdings benötige ich erfahrene Ratschläge, ob sich die Stabilität damit wirklich merklich verbessert oder der draufzuzahlende Differenzbetrag (100 € wären vielleicht noch drin...) nicht viel besser in hochwertigere Okulare angelegt wären. Danke schonmal im Voraus :)
 
hallo erik,

ohne jetzt deine frage wirklich zu beantworten: es gibt einen feinen astro-stammtisch in dresden, welcher sich immer am vollmondnahen donnerstag trifft. eine gute möglichkeit, mal zu fachsimpeln. dieser stammtisch kündigt auch hier bei a.de seine treffen an - im treffpunktunterforum...
ausserdem gibt es ein eigenes kleines dresdner astroforum im netz, über welches man sich bei passendem wetter zum spechteln verabredet. ohne auto ist unser stammplatz allerdings nicht wirklich erreichbar... :(
um aber auch deine frage aus meiner(!) sicht zu beantworten: eine stabile montierung ist in meinen augen das wichtigste! stöbere doch mal auf gebrauchtmärkten, wie hier im forum, oder bei ebay... ne eq3-2 (so der richtige name) oder auch ne eq-5 findet sich immer mal.
oder packe den kleinen newton in eine selbstbau-rockerbox... das kommt natürlich auf deine handwerklichen fähig- und möglichkeiten an.

vg aus dresden - ronald
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hm, sicherlich wird die EQ3-2 etwas stabiler sein. Aber ob das recht viel bringt und wieviel genau kann ich nicht sagen, da ich die von Bresser nicht kenne. Sicherlich wird sie aber noch schwerer sein und das ist für dich ja auch ein wichtiger Punkt wie du sagst. Ob man sowas noch gerne durch die Gegend trägt will ich mal bezweifeln.

Was ich jedoch sagen kann ist, dass ich kürzlich einen ähnlichen 130/650 Bresser hatte und dessen Spiegel leider garnicht so gut war. Obwohl mir beugungsbegrenzt garantiert wurde, traf dies leider nicht mal annähernd zu. Damit war zB die Cassini-Teilung im Saturnring nur kaum bis garnicht sichtbar. Ging retour.

Wenn ich eine Empfehlung aussprechen würde, dann kann ich dir zu einer Skywatcher AZ-4 Montierung raten. Die ist leicht, da sie ohne Gegengewicht auskommt, und allemal stabiler als diese Wackelmontierungen der Billigteleskope. Draufsetzen würde ich einen PDS-Newton von Skywatcher, da hört man nur gutes von der Spiegelqualität.
 
Hallo,

ich bin vor kurzen von einem Lidle teleskop mit EQ1 zu einer EQ3 PRO Goto umgestiegen und muss sagen das es jetzt nicht mehr so einfach ist zum Beobachtungpunkt zu laufen (ca. 500m). Montierung, Kameratasche, Rucksack mit Bleiakku und Schnickschnak wiegen gleich mal schnell zusammen 30kg , dazu kommt noch das die Montierung recht unhandlich ist.
Aber es lohnt sich in jedem Fall !

Ich habe zwar nicht die jahrelange Erfahrung wie so manche hier im Forum aber die Montierung ist fast oder sogar das wichtigste in deinem Setup. Man sollte immer das größte kaufen was drin ist.

MFG
Tibor
 
Hallo ihr drei,

vielen Dank für Eure Ratschläge. Das Thema hat sich vorerst erledigt: Ich habe das Teleskop heute erstmals draußen getestet und war etwas enttäuscht. Die Bedingungen (Stadtrand, nicht ganz ohne Lichtquellen in der Nähe...) waren nicht die besten, das muss man dem Gerät wohl zugute halten. Dennoch, ich habe nichts auch nur annähernd scharf gestellt bekommen, die Okulare sind alles andere als gut, das Ganze wackelt derart, dass ein Objekt sofort wieder unscharf ist sobald man die Hand vom OAZ nimmt und das Teleskop einigermaßen still steht.

Ich werde das Gerät morgen zurück schicken und mich nach Alternativen umsehen. Um die Beratung dazu würde ich dann aber morgen in einem neuen Thread bitte, der Übersicht halber :)


@Ronald: Vom Dresdner Astrostammtisch habe ich schon gelesen und würde mich tatsächlich auch gern mal dazu setzen, wenn es die Zeit erlaubt. Und noch viel lieber komme ich mal mit aufs Feld, Auto ist an sich kein Problem, solange ich nicht jeden Tag eins miete. Vielleicht trefft Ihr Euch ja sogar in den nächsten Tagen mal? Im Dresdner Astroforum warte ich noch auf meine Freischaltung :)

Beste Grüße und vielen Dank an Euch!
Erik
 
Hallo,
auch wenn schon vieles gesagt ist, möchte ich noch anmerken, was ich gans am Anfang meines Astro Hobbies gelernt habe: für einen guten Beobachtungsgenuss visuell, und erst recht für Astrfotografie, steckt man sein Geld lieber erst in eine gute Montierung und dann, im Rahmen des Budgets, in gute Optiken.
Auf einer stabilen Montierung hast Du mehr Freude mit etwas kleinerer Öffnung als umgekehrt.
Und ich fahre seit Jahren gut damit, mir Geräte am Gebrauchtmarkt zu kaufen. Davon abgesehen sind ja zum Vorteil der Hobbyastronomen die Qualität von Optiken und Montierungen gestiegen, während die Preise gefallen sind.
 
Ein Großteil der Wackelei bei einer EQ3-2 kommt vom mitgelieferten Alu-Stativ. Glücklicherweise lassen sich die Stativbeine sehr einfach durch die Beine eines Berlebach Report-Stativ ersetzen. Vorzugsweise durch welche mit nur einem Auszug. Das bringt wirklich eine Menge an Stabilität.
Damit wird die EQ3-2 zu einer richtig guten Reisemontierung.
Wenn es also eine EQ3 sein soll, versuche noch ein Berlebach Report dazu zu bekommen. Eine EQ5 kommt meist mit einem wesentlich stabileren Stahlrohr-Stativ.

Grüße

*entfernt*
 
Hallo!

Zitat von astrofan17:
auch wenn schon vieles gesagt ist, möchte ich noch anmerken, was ich gans am Anfang meines Astro Hobbies gelernt habe: für einen guten Beobachtungsgenuss visuell, und erst recht für Astrfotografie, steckt man sein Geld lieber erst in eine gute Montierung und dann, im Rahmen des Budgets, in gute Optiken.
Auf einer stabilen Montierung hast Du mehr Freude mit etwas kleinerer Öffnung als umgekehrt.
Und ich fahre seit Jahren gut damit, mir Geräte am Gebrauchtmarkt zu kaufen. Davon abgesehen sind ja zum Vorteil der Hobbyastronomen die Qualität von Optiken und Montierungen gestiegen, während die Preise gefallen sind.

Diesen Aussagen kann ich mich zu 100 Prozent anschliessen! Das sind genau meine Erfahrungen und die aus meinem Umfeld. Wenn ich heute ein Budget von 1000 Euro für ein Teleskop hätte, dann würde ich davon 700 in Montierung und Stativ stecken und 300 in Fernrohr und Okulare. Vielleicht sogar 800/200...
Die beste Optik nützt nichts, wenn das Bild zittert und man nach dem Okulawechsel das Objekt nicht mehr im Gesichtsfeld hat.

Eine (gebrauchte!) Montierung der „EQ-5-Klasse“ findet man, je nach Qualität des beiliegenden Stativs, ab ca. 200 Euro, für vielleicht 300 Euro schon mit einem soliden Stativ und Nachführung. Das wäre für mich das mindeste an Stabilität, wenn die Brennweite langsam in Richtung 1m geht.

Bessere Okulare und sonstiges Teleskopzubehör kann man sich nach und nach für vergleichsweise geringe Beträge zusammenkaufen. In die Montierung muss man aber einmal einen größeren Betrag investieren...

Viele Grüße
Maximilian
 
Hallo zusammen,

wie schon angedeutet habe ich das Teleskop zurück geschickt und mich nach Alternativen umgesehen. Praktischerweise bin ich auf eine Kleinanzeige gestoßen, in der ein gebrauchtes, aber unbenutztes Galaxy D8-Dobson mit ordentlicher Ausstattung und Zubehör (Mikrofokus, 4 brauchbare Weitwinkelokulare (30, 15, 9, 5mm), Telrad-Sucher, dazu noch einen ordentlichen Satz Sternkarten) verkauft wurde. Der Preis lag zwar leicht über meinem eigentlichen Rahmen (knapp unter dem Neupreis des Dobsons ohne Zubehör), erschien mir aber unschlagbar, nachdem ich zusammengerechnet habe, wieviel ich für das ganze Paket ausgeben müsste, wenn ich es mir neu kaufe. Also hab ichs gekauft und abgeholt - und bin nach einem ersten Test mehr als begeistert!

Ich kann mittlerweile verstehen, warum Einsteigern immer gern der 8" Dobson empfohlen wird. Eigentlich wollte ich ja keinen Dobson, aber ich habe mich überzeugen lassen, dass eine ordentliche Montierung auch nicht wirklich leichter oder weniger sperrig ist als eine Rockerbox. Das Teleskop kann ich jetzt zwar nicht mehr ohne weiteres ohne Auto transportieren, wenn ich aber ehrlich bin hätte ich das mit dem 130/650 Newton auch nicht gemacht, zumindest nicht die 20km aus der Stadt raus. Und wenn ich mir ohnehin für den entsprechenden Abend ein Auto mieten muss (dank Teilauto ist das ja unkompliziert und nicht zu teuer) ists letztendlich auch egal, ob ich da nun ein 65- oder 120cm langes Rohr reinpacke.

Ich danke Euch dennoch für die guten Ratschläge! Irgendwann in ferner Zukunft mache ich mir dann auch mal Gedanken über eine stabile Montierung und Astrofotografie-Equipment, das hat aber noch (viel!) Zeit :)

Liebe Grüße,
Erik
 
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