starbuck
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Hallo Astrokollegen,
Ich benutze für die Astrofotografie als Unterbau eine Losmandy G11 Montierung. Das Teleskop ist ein 10 Zoll Newton mit einem auch für ein 12 Zoll Spiegel passenden Tubus (320mmx1150mm). Das Teleskop bringt mit Rohrschellen und Prismenschiene 15,2 kg auf die Waage, die G11 sollte also nach den Angaben von Scott Losmandy den Tubus locker mit Reserven tragen können. Bei Windstille war dies auch kein Problem. Sobald aber etwas Wind aufkam war die Astrofotografie schwierig bis unmöglich. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass die Montierung mit dem Tubus aufgrund des Hebels überladen war und schnell in Schwingung geriet. Mein Eindruck war auch, dass das Hauptproblem im Bereich des Polblocks zu suchen war. Sobald der Tubus aufgesattelt war, war hier eine deutliche Bewegung spürbar, trotzdem sehr fest angezogenen Verschraubungen.
Jetzt am Wochenende habe ich die Montierung „zerlegt“, d.h. den Polblock vom Rest der Montierung getrennt: dies geht relativ einfach durch Entfernung der zentralen Inbusschrauben und der ausseraxialen Inbusschrauben zur Fixierung der Polhöhe. Dann muss man einen Messingachse, der die Montierung im Polblock fixiert am besten mit Rundholz und Gummihammer vorsichtig rausklopfen. Danach kann man Montierung und Polblock trennen.
Mit Hilfe einer Ventillehre zeigte sich schnell, dass zwischen den Backen des Polblockes und dem Zapfen mit dem die Montierung zwischen den Backen des Polblockes sitzt ein seitliches Spiel von 0,6 mm bestand. Zusätzlich hatte die Messingsachse ein Spiel von etwa 0,2 mm im dazugehörigen Loch der Montierung. In die Löcher im Polblocks ließ sie sich satt ohne Spiel einsetzen. Der Bolzen, mit dem die Polhöhe verstellt wird, besaß ein deutliches seitliches Spiel. Dies wollte ich erst mal nicht korrigieren, da ich hierfür einen komplett neuen Bolzen hätte anfertigen müssen.
Die Lösung: Dank der Hilfe von Markus (etalon), der mir eine Auswahl von Blechen verschiedener Materialien und Materialstärken zur Verfügung stellte, konnte ich die Steifigkeit der Montierung deutlich verbessern. Hierzu wurde das seitliche Spiel im Polblock durch passende Bleche fast vollständig ausgeglichen. Auch das Bohrloch in der Montierung für die Messingsachse wurde durch die Einlage eines dünnen Messingrings (0,1mm) soweit verkleinert, dass hier kein Spiel mehr vorlag. Der Zusammenbau war etwas fummelig, da ich das Material nicht kleben wollte. Zuerst wurde das passend zugeschnittene Blech in den Polblock eingesetzt und anschließend die Montierung und der Polblock zusammengefügt. Das Einsetzen der Messingsachse ohne den Blechring aus der Bohrung zu schieben war deutlich schwieriger und musste mehrfach wiederholt werden. Nachdem dies gelungen war wurden die Schrauben eingesetzt und die Einheit aus Montierung, Stativ und Teleskop komplett aufgebaut. Hier zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Stabilität. Kräftigere Schläge gegen das vordere Tubusende wurden mit einem kurzen Nachschwingen unter 2 s quittiert – kein Vergleich mehr zu der Situation vor dem „Tuning“.
Dies nur als kleine Anregung gegebenenfalls mal die baulich bedingten "Toleranzen" an der Montierung zu überprüfen. Hier kann man teilweise mit geringem Aufwand Abhilfe schaffen.
Viele Grüsse
Stefan
Ich benutze für die Astrofotografie als Unterbau eine Losmandy G11 Montierung. Das Teleskop ist ein 10 Zoll Newton mit einem auch für ein 12 Zoll Spiegel passenden Tubus (320mmx1150mm). Das Teleskop bringt mit Rohrschellen und Prismenschiene 15,2 kg auf die Waage, die G11 sollte also nach den Angaben von Scott Losmandy den Tubus locker mit Reserven tragen können. Bei Windstille war dies auch kein Problem. Sobald aber etwas Wind aufkam war die Astrofotografie schwierig bis unmöglich. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass die Montierung mit dem Tubus aufgrund des Hebels überladen war und schnell in Schwingung geriet. Mein Eindruck war auch, dass das Hauptproblem im Bereich des Polblocks zu suchen war. Sobald der Tubus aufgesattelt war, war hier eine deutliche Bewegung spürbar, trotzdem sehr fest angezogenen Verschraubungen.
Jetzt am Wochenende habe ich die Montierung „zerlegt“, d.h. den Polblock vom Rest der Montierung getrennt: dies geht relativ einfach durch Entfernung der zentralen Inbusschrauben und der ausseraxialen Inbusschrauben zur Fixierung der Polhöhe. Dann muss man einen Messingachse, der die Montierung im Polblock fixiert am besten mit Rundholz und Gummihammer vorsichtig rausklopfen. Danach kann man Montierung und Polblock trennen.
Mit Hilfe einer Ventillehre zeigte sich schnell, dass zwischen den Backen des Polblockes und dem Zapfen mit dem die Montierung zwischen den Backen des Polblockes sitzt ein seitliches Spiel von 0,6 mm bestand. Zusätzlich hatte die Messingsachse ein Spiel von etwa 0,2 mm im dazugehörigen Loch der Montierung. In die Löcher im Polblocks ließ sie sich satt ohne Spiel einsetzen. Der Bolzen, mit dem die Polhöhe verstellt wird, besaß ein deutliches seitliches Spiel. Dies wollte ich erst mal nicht korrigieren, da ich hierfür einen komplett neuen Bolzen hätte anfertigen müssen.
Die Lösung: Dank der Hilfe von Markus (etalon), der mir eine Auswahl von Blechen verschiedener Materialien und Materialstärken zur Verfügung stellte, konnte ich die Steifigkeit der Montierung deutlich verbessern. Hierzu wurde das seitliche Spiel im Polblock durch passende Bleche fast vollständig ausgeglichen. Auch das Bohrloch in der Montierung für die Messingsachse wurde durch die Einlage eines dünnen Messingrings (0,1mm) soweit verkleinert, dass hier kein Spiel mehr vorlag. Der Zusammenbau war etwas fummelig, da ich das Material nicht kleben wollte. Zuerst wurde das passend zugeschnittene Blech in den Polblock eingesetzt und anschließend die Montierung und der Polblock zusammengefügt. Das Einsetzen der Messingsachse ohne den Blechring aus der Bohrung zu schieben war deutlich schwieriger und musste mehrfach wiederholt werden. Nachdem dies gelungen war wurden die Schrauben eingesetzt und die Einheit aus Montierung, Stativ und Teleskop komplett aufgebaut. Hier zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Stabilität. Kräftigere Schläge gegen das vordere Tubusende wurden mit einem kurzen Nachschwingen unter 2 s quittiert – kein Vergleich mehr zu der Situation vor dem „Tuning“.
Dies nur als kleine Anregung gegebenenfalls mal die baulich bedingten "Toleranzen" an der Montierung zu überprüfen. Hier kann man teilweise mit geringem Aufwand Abhilfe schaffen.
Viele Grüsse
Stefan