Low Expansion - Grundsätzliches

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TS-Wolfi

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Hallo Sternfreunde,

an dieser Stelle möchte ich, eher für die Einsteiger, eine wichtige Anmerkung machen:

Die wichtigste Eigenschaft, die ein Glasträger haben soll, ist Homogenität. Das beste Material nützt nichts, wenn Verspannungen drinnen sind.

Bei GSO sind die Materialien, welche geliefert werden, durch die Bank sehr gut.

Die thermischen Eigenschaften des Glasträgers, über die so viel geschrieben wird, sind nicht so ausschlaggebend. Sie entscheiden lediglich, wie schnell der Spiegel seine optimale Form im Zuge der Temperaturanpassung erhält. Dies ist eher für Beobachtungen mit hohen Vergrößerungen relevant (Mond und Planeten).

Selbst ein Spiegel mit einem Ausdehnungsverhalten, wie Zerodur oder auch wie Low Expansion, ist nicht sofort einsatzbereit. Erstmals strahlt der Spiegel Wärme ab, die für das Tubus Seeing sorgt. Auch das Gesamtteleskop strahlt Wärme ab. Je nach Temperaturunterschied braucht ein Teleskop, egal mit welchem Spiegel ausgestattet, unterschiedlich lange für den Angleichungsprozess.

Sicherlich, unterm Strich gewinnt man mit Low Expansion etwas Zeit, gerade für Mond- und Planetenbetrachtung. Aber definitiv nicht mehr.

Der Grund für diese Erleuterung ist ein einfacher:
Gerade Einsteiger, die mehr und mehr derartige Geräte kaufen, werden durch die vielen Diskussionen und das Hervorheben des Glasträgers irritiert. Es wird schon fast der Eindruck erweckt, daß das Trägermaterial wichtiger ist, als die Abschattung und Beugung durch Spinne und Fangspiegel oder die Qualität des Auszuges oder die Qualität der Spiegeloberfläche selbst.

Das ist es nicht - Lediglich eine Zeitersparnis ist es, die durch ein Spiegelmaterial mit geringem oder kaum mehr messbarem Ausdehnungswert erreicht wird.

Wolfi Ransburg

PS: An dieser Stelle richte ich auch ein herzliches Dankeschön an die Sternfreunde, die sich nicht scheuen, auch kritische Stimmen an uns zu richten, sowohl über das Forum als auch direkt. Diese Stimmen helfen uns, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren, nähmlich die Sternfreunde, die uns vertrauen.
 
Hi WOlfi,

Die thermischen Eigenschaften des Glasträgers, über die so viel geschrieben wird, sind nicht so ausschlaggebend. Sie entscheiden lediglich, wie schnell der Spiegel seine optimale Form im Zuge der Temperaturanpassung erhält. Dies ist eher für Beobachtungen mit hohen Vergrößerungen relevant (Mond und Planeten).

Während ich grundsätzlich völlig zustimme, finde ich diese Aussage problematisch - zumindest für Langzeitfotografie. Und zwar wegem dem Problem der Spiegellagerung. Die muß ja einerseits so sein, dass der Spiegel über längere Winkelveränderungen am Himmel nicht verrutscht. Anderseits aber, sollte sie den Spiegel auf keinen Fall einzwängen, um das Mirror-Pinching zu vermeiden.

Da wäre mir dann ein Spiegel erheblich lieber, der sich gar nicht ausdehnt. Nur müsste dann die Fassung das gleiche machen.

Aber nix für ungut, du richtest dich ja speziell an Anfänger und visuelle Nutzer und da kann man das von dir gesagte nur unterstreichen.
 
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