Dane Vetter
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
ich möchte hier einen kurzen Vergleich zeigen, den ich aus eigenem Interesse einmal machen wollte. Ich hoffe, ich trete damit nicht direkt ein OSC vs. Mono Wespennest los. Ich bin ein Anhänger von beidem, und möchte damit eher meinen Workflow hinterfragen.
Durch eine kürzliche Aufnahmeserie am Coma Galaxienhaufen hat sich eher zufällig die Gelegenheit ergeben, Daten vom gleichen Objekt am gleichen Teleskop mit zwei unterschiedlichen Kameras zu vergleichen. Zuerst hatte ich an meinem 6 Zoll Apo eine ASI 6200MM im Einsatz und dafür LRGB aufgenommen. Später brauchte ich die Mono Kamera für ein anderes Setup im Schmalbandbereich und habe deshalb an diesem Objekt mit einer ASI 2400MC weitergemacht. Da hat es mich schon etwas in den Fingern gejuckt, wie ein direkter Vergleich aussehen würde.
Ganz fair ist der Vergleich natürlich nicht, denn ein Pixel der 2400 besitzt rund 2,5 mal mehr Fläche als ein Pixel der 6200. Das dürfte sich beim Signal zu Rausch Verhältnis pro Pixel durchaus bemerkbar machen. Ideal wäre für so einen Vergleich eigentlich meine ASI 6200MC gewesen, die zu dem Zeitpunkt allerdings parallel an einem anderen Setup im Einsatz war. Trotzdem fand ich es spannend zu sehen, was bei vergleichbarer Gesamtbelichtungszeit mit diesen beiden Kameras am selben Objekt tatsächlich herauskommt. Meine Erwartung war zunächst, dass die Mono über die Luminanz einen deutlichen Vorteil zeigen müsste.
Die LRGB Daten der Mono waren insgesamt länger belichtet als die Daten der OSC. Um die Vergleichbarkeit zu verbessern, habe ich die Mono Daten deshalb für einen eigenen Versuchsstack auf die Belichtungszeit der OSC reduziert. Die ASI 2400MC kam auf 14 Stunden 30 Minuten Gesamtbelichtungszeit. Die ASI 6200MM habe ich für diesen Vergleich auf 8 Stunden 30 Minuten Luminanz sowie jeweils 2 Stunden pro Farbkanal gestutzt, also auf eine aus meiner Sicht ungefähre praxisnahe LRGB Verteilung.
Die Bearbeitung in PixInsight war bewusst schlicht gehalten. Auf alle Daten wurde lediglich eine GradientCorrection angewendet. Die RGB Kanäle der Mono wurden per LinearFit angeglichen und anschließend direkt über LRGBCombination kombiniert. Danach erfolgte bei beiden Varianten die Farbkalibrierung mit SPCC. Abschließend wurden beide Bilder mit den Standardeinstellungen von MAS gestretcht. Weitere Schritte wie Dekonvolution, Entrauschung oder sonstige Optimierungen habe ich bewusst nicht durchgeführt.
Was mir dabei auffällt:
Die großpixelige OSC zeigt bei den kleinen Galaxien erstaunlich ähnliche Details wie die Mono Variante. Sterne und Objekte wirken bei der OSC insgesamt einen kleinen Hauch aufgeblähter, während die Mono minimal feiner zeichnet. Das ist sichtbar, fällt aus meiner Sicht aber eher sehr dezent aus - selbst bei 200% Ansicht. Inwieweit Seeing und andere Bedingungen der jeweiligen Nächte hier zusätzlich mit hineingespielt haben, kann ich schwer beurteilen. Dennoch hätte ich bei der Mono Aufnahme etwas mehr Abstand erwartet.
Gleichzeitig scheint die OSC insgesamt etwas mehr Signal pro Pixel einzusammeln, was sich auch bei sehr schwachen Sternen bemerkbar macht. Das dürfte vor allem mit der deutlich größeren Pixelgröße zusammenhängen, trotz des grundsätzlichen Nachteils durch die Bayer Matrix. Farblich zeigen sich ebenfalls Unterschiede. Zudem wirkt das Rauschen bei der OSC etwas präsenter und gröber - vielleicht auch aufgrund der Bayer Matrix und dann noch großen Pixeln? Die Körnung ist bei der Mono auf jeden Fall besser/feiner/dezenter.
Ich habe dazu einige direkte Gegenüberstellungen bei 200 Prozent Vergrößerung fürs Pixelpeepen angehängt.
Mich würde interessieren, wie ihr das seht und ob ihr bei gleicher Rahmenbedingung ein ähnliches Ergebnis erwartet hättet.
Abschließend noch eine kleine Randnotiz:
Bei mir kommen die Mono Kameras in erster Linie für Schmalband und gelegentlich noch für Luminanz zum Einsatz. Für RGB nutze ich aus persönlicher Vorliebe meistens lieber die OSC. Der klassische LRGB Workflow gehört bei mir daher eher nicht zum Standard.
ich möchte hier einen kurzen Vergleich zeigen, den ich aus eigenem Interesse einmal machen wollte. Ich hoffe, ich trete damit nicht direkt ein OSC vs. Mono Wespennest los. Ich bin ein Anhänger von beidem, und möchte damit eher meinen Workflow hinterfragen.
Durch eine kürzliche Aufnahmeserie am Coma Galaxienhaufen hat sich eher zufällig die Gelegenheit ergeben, Daten vom gleichen Objekt am gleichen Teleskop mit zwei unterschiedlichen Kameras zu vergleichen. Zuerst hatte ich an meinem 6 Zoll Apo eine ASI 6200MM im Einsatz und dafür LRGB aufgenommen. Später brauchte ich die Mono Kamera für ein anderes Setup im Schmalbandbereich und habe deshalb an diesem Objekt mit einer ASI 2400MC weitergemacht. Da hat es mich schon etwas in den Fingern gejuckt, wie ein direkter Vergleich aussehen würde.
Ganz fair ist der Vergleich natürlich nicht, denn ein Pixel der 2400 besitzt rund 2,5 mal mehr Fläche als ein Pixel der 6200. Das dürfte sich beim Signal zu Rausch Verhältnis pro Pixel durchaus bemerkbar machen. Ideal wäre für so einen Vergleich eigentlich meine ASI 6200MC gewesen, die zu dem Zeitpunkt allerdings parallel an einem anderen Setup im Einsatz war. Trotzdem fand ich es spannend zu sehen, was bei vergleichbarer Gesamtbelichtungszeit mit diesen beiden Kameras am selben Objekt tatsächlich herauskommt. Meine Erwartung war zunächst, dass die Mono über die Luminanz einen deutlichen Vorteil zeigen müsste.
Die LRGB Daten der Mono waren insgesamt länger belichtet als die Daten der OSC. Um die Vergleichbarkeit zu verbessern, habe ich die Mono Daten deshalb für einen eigenen Versuchsstack auf die Belichtungszeit der OSC reduziert. Die ASI 2400MC kam auf 14 Stunden 30 Minuten Gesamtbelichtungszeit. Die ASI 6200MM habe ich für diesen Vergleich auf 8 Stunden 30 Minuten Luminanz sowie jeweils 2 Stunden pro Farbkanal gestutzt, also auf eine aus meiner Sicht ungefähre praxisnahe LRGB Verteilung.
Die Bearbeitung in PixInsight war bewusst schlicht gehalten. Auf alle Daten wurde lediglich eine GradientCorrection angewendet. Die RGB Kanäle der Mono wurden per LinearFit angeglichen und anschließend direkt über LRGBCombination kombiniert. Danach erfolgte bei beiden Varianten die Farbkalibrierung mit SPCC. Abschließend wurden beide Bilder mit den Standardeinstellungen von MAS gestretcht. Weitere Schritte wie Dekonvolution, Entrauschung oder sonstige Optimierungen habe ich bewusst nicht durchgeführt.
Was mir dabei auffällt:
Die großpixelige OSC zeigt bei den kleinen Galaxien erstaunlich ähnliche Details wie die Mono Variante. Sterne und Objekte wirken bei der OSC insgesamt einen kleinen Hauch aufgeblähter, während die Mono minimal feiner zeichnet. Das ist sichtbar, fällt aus meiner Sicht aber eher sehr dezent aus - selbst bei 200% Ansicht. Inwieweit Seeing und andere Bedingungen der jeweiligen Nächte hier zusätzlich mit hineingespielt haben, kann ich schwer beurteilen. Dennoch hätte ich bei der Mono Aufnahme etwas mehr Abstand erwartet.
Gleichzeitig scheint die OSC insgesamt etwas mehr Signal pro Pixel einzusammeln, was sich auch bei sehr schwachen Sternen bemerkbar macht. Das dürfte vor allem mit der deutlich größeren Pixelgröße zusammenhängen, trotz des grundsätzlichen Nachteils durch die Bayer Matrix. Farblich zeigen sich ebenfalls Unterschiede. Zudem wirkt das Rauschen bei der OSC etwas präsenter und gröber - vielleicht auch aufgrund der Bayer Matrix und dann noch großen Pixeln? Die Körnung ist bei der Mono auf jeden Fall besser/feiner/dezenter.
Ich habe dazu einige direkte Gegenüberstellungen bei 200 Prozent Vergrößerung fürs Pixelpeepen angehängt.
Mich würde interessieren, wie ihr das seht und ob ihr bei gleicher Rahmenbedingung ein ähnliches Ergebnis erwartet hättet.
Abschließend noch eine kleine Randnotiz:
Bei mir kommen die Mono Kameras in erster Linie für Schmalband und gelegentlich noch für Luminanz zum Einsatz. Für RGB nutze ich aus persönlicher Vorliebe meistens lieber die OSC. Der klassische LRGB Workflow gehört bei mir daher eher nicht zum Standard.