Lüfter gegen Tubusseeing - Spezifikationen?

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Starman_JHR

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Hallo, alle zusammen,

um das Tubusseeing während der Beobachtung in den Griff zu bekommen möchte ich am Tubusende hinter der Spiegelfassung eine, den Tubus luftdicht abschließende, Platte mit einem saugenden Lüfter anbringen. Diese Lüfter-Platte soll abnehmbar sein und eigentlich nur während der Beobachtung Verwendung finden.
Ein stärkeres Herunterkühlen des HS auf Umgebungstemperatur ist nicht nötig, da das Teleskop (Ein Dobson 14", f/4,5) zusammen mit meinem fest montierten Refraktor draußen in meiner Garten-Sternwarte steht.
Zum Beobachten nehme ich den Dobs dann raus und beobachte im Garten oder, je nach Lust und Laune, packe ich alles ins Auto und fahre zu einem dunkleren Ort. Auf jeden Fall hat der HS weitestgehend Umgebungstemperatur, da auch die Sternwarte recht gut durchlüftet wird und kein größerer Wärmestau darin entsteht.

Nun suche ich den passenden Lüfter für meine geplante "Absaugvorrichtung" und da fangen die Probleme an...

Mit der Suchfunktion finde ich hier im Forum zum Thema "Lüfter" zwar einiges (wo montieren, wie montieren, Richtung des Luftstroms im Tubus, usw.) und ich lese auch, daß man besser große, langsam laufende Lüfter verwenden sollte, alles klar, aber alle diese Infos helfen mir bei der Auswahl des "Richtigen" irgendwie nicht weiter...

Gut, ein Lüfter sollte möglichst vibrationsarm und rel. leise sein, das ist klar, nur - welchen nimmt man?
Reicht ein Lüfter mit Gleitlager (evtl. Probleme bei Minustemperaturen?) oder sollte es ein kugelgelagerter sein?
Und welche Größe nimmt man denn am besten? 8x8cm? 12x12cm? Ich habe sogar einen PC-Gehäuselüfter mit 22cm Durchmesser bei Conrad Electronic (AKASA AK-F2230SM 22CM PC-LÜFTER, Preis:14,95) gesehen, der möglicherweise auch astrotauglich wäre...

Oder ist weniger die Größe des Lüfters, sondern eher die Luft-Fördermenge in Verbindung mit möglichst kleiner Drehzahl für die Auswahl entscheidend?

Wieviele "Luftwechsel" pro Stunde (oder pro Minute) im Tubus sind eigentlich nötig, um das Tubusseeing zu minimieren? Ich habe mal gelesen, 10 pro Stunde reichen völlig, ein anderer schreibt, es sollten mehrere pro Minute sein...?
Mein Tubus hat ein Volumen von 0,176 Kubikmeter (38 cm Innendurchmesser, 155 cm lang). Wenn ich mal von 10 Luftwechsel pro Stunde ausgehe würde das ja bedeuten, es bräuchten in dieser Zeitspanne nur 1,76 Kubikmeter Luft durchgesaugt zu werden - da schafft ja selbst der lahmste Lüfter locker das zehnfache... Oder reicht diese Menge wirklich aus?

Ich hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen.

CS
Jörg
 
Hallo Jörg,

meines Wissens gibt es keine speziell für Teleskope entwickelten Lüfter. Man ist also auf eigene Versuche angewiesen. Nach meiner Einschätzung wäre ein möglichst großer langsam laufender Lüfter sinnvoller als mehrere kleine Flitzer. Das scheint aber weniger kritisch zu sein. Ich hab auch noch nie davon gehört, dass ein Lüfter wegen zu geringer Außentemperatur versagt hätte. Wichtig ist vor allen, dass der/die Lüfter vibrationsarm laufen. Ggf. kann man durch nachträgliche Auswuchtung Abhilfe schaffen. Das ist allerdings ohne spezielle Messmittel eine Sysiphusarbeit.

Die angegebenen Durchflußmengen gelten natürlich nur bei völlihg freiem Querschnitt, d. h. ohne Strömungswiderstände durch Einschnürungen und Umlenkungen an Kanten. Wenn man es genauer wissen will wie viel tatsächlich gefördert wird müsste man sich mit spezieller Messtechnik ausrüsten.

Bei der Planung von Belüftungmaßnahmen sollte man sich die folgenden Effekte vorstellen:

1. Der Spiegelkörper hat zu Beginn der Beobachtung meist eine höhere Temperatur als die Außenluft. Das verursacht optisch störende Luftschlieren im Strahlengang, die durch Belüftung abgeführt weden müssen. Der Wärmefluß vom Spiegel an die ungebende Luft ist direkt proportional der Temperaturdifferez. Daraus folgt dass zu Beginn der Belüftung die Spiegeltemperatur relativ schnell fällt und dann immer langsamer. Irgendwann wird die Differenz so gering dass keine störenden Luftschlieren am Spiegel mehr enstehen.

2. Während dieser Abkühlphase ergeben sich innerhalb des Spiegels Temperaturdifferenzen, die je nach Substrat zu mehr ode weniger deutlichen Deformationen des Spiegels führen. Wenn man z. B. Zerodur, Sitall o. ä. oder auch Quarzglas als Substrat verwendet kann man diesen Effekt getrost vergessen. Nach eigenen Erfahrumg mit einem 10" Zerodurspiegel sowie einem 12" aus Quarzglas konnte man das Teleskop aus dem beheizten Hobbyraum in die frostige Nachtluft stellen und nach Einschaltung der Belüftung praktisch sofort sinnvoll Planeten beobachten. Ein 8" Spiegel aus Foatglas brauchte unter annähernd gleichen Bedingungen erst mal 1/2 Stunde kräftige Belüftung.

3. Die Oberfläche des Tubus strahlt permanent IR in den Weltraum ab, empfängt aber gleichzeitig IR- Strahlung von der Umgebung, besonders vom Boden und nicht zuletzt vom Beobachter. Das führt zu erheblichen Temperaturdifferenzen an der Tubusinnenseite und damit zu mehr oder weniger ausgeprägtem Tubusseeing. Dieser Effekt steigt mit der Größe des Tubus und ist sehr abhänging von den äußeren Bedingungen wie Wind, Transparenz des Himmels und Luftfeuchte. Nach eigenen Versuchen scheinen bei einem im Durchmesser überdimensionierten Tubus diese Störungen weniger deutlich ausgeprägt zu sein. Sicher ist, dass ein Tubus mit Iso- Hülle (Schaumstoff mit Alu- Schicht außen o. ä) wirkungvoll Tubusseeing unterdrückt.

Wenn ich mal von 10 Luftwechsel pro Stunde ausgehe würde das ja bedeuten, es bräuchten in dieser Zeitspanne nur 1,76 Kubikmeter Luft durchgesaugt zu werden - da schafft ja selbst der lahmste Lüfter locker das zehnfache... Oder reicht diese Menge wirklich aus?

Das reicht vielleicht für die Dauerbelüftung nach Temperaturanpassung des Spiegels aus, sofern man einen Iso- Tubus hat. Ich würde da lieber den lahmsten Lüfter möglichst locker arbeiten lassen :biggrin:

Gruß Kurt



 
Hallo Kurt,

danke für Deine Antwort.

Mir ist schon klar, daß es keine speziell für Teleskope entwickelten Lüfter gibt, deswegen schrieb ich ja auch nur "astrotauglich"... aber vielleicht kommt ein findiger Astrohändler ja mal auf die Idee, geeignete Lüfter und passende Montagesets für die von ihm angebotenen Teleskope, speziell Newtons, in seiner Angebotspalette aufzunehmen.
Das Montagematerial (nicht den Lüfter!) müßte der Händler dann wohl in Eigenregie herstellen (lassen), denn von den großen Teleskopbauern wie z. B. Meade, GSO, Orion etc. wäre in dieser Richtung wohl eh nichts zu erwarten...
Jedenfalls habe ich bei den mir bekannten Händlern sowas noch nicht entdeckt. Hinreichend bekannt, daß ein konstanter Luftstrom durch den (Newton-)Tubus den HS schneller auf Umgebungstemperatur bringt, das Tubusseeing reduziert und damit die Bildqualität verbessert, ist den meisten wahrscheinlich bekannt. Und Käufer gäbe es bestimmt auch bei einer vernünftigen Preisgestaltung, denn nicht jeder will oder kann sich da was passendes selber basteln.

Aber solange will ich nicht warten... könnte u. U. ja ewig dauern, bis da mal was angeboten wird, also wird gebasteltet - wenn ich, wie schon erwähnt, denn "richtigen" Lüfter habe...

Klar, ein möglichst großer, langsam laufender, vibrationsarmer und leiser Lüfter sollte es sein. Vielleicht sollte ich dann den bereits erwähnten 22 cm-Lüfter (Lautstärke 24dBA, Fördermenge 96 Kubikmeter/h bei 600 U/min) kaufen und einbauen... oder doch besser ein "Nur"-12cm-Lüfter?

Du meinst also, ob ein Lüfter nun ein Gleitlager oder ein Kugellager hat, ist, bezogen auf winterliche Temperaturen, ziemlich egal. Gut, das grenzt die Auswahl schon etwas ein, dann tendiere ich zu Gleitlager. Die sind billiger und die Auswahl ist größer. Ich hatte halt nur die Befürchtung, daß ein Lüfter mit Gleitlager bei Minustemperaturen evtl. schwergängiger ist und dann nicht mehr mit niedrigeren Spannungen (z. B. 9 Volt) läuft.

Und das die tatsächliche Fördermenge des Lüfters wegen der Einengungen im Tubus (HS, HS-Halterung) nicht mit der angegebenen übereinstimmt, sondern kleiner ist, daran hatte ich bis jetzt noch nicht gedacht, danke auch für diesen Tip.

Wie schon erwähnt, der HS meines Dobs (Material: Suprax) muß ja nicht mehr von Zimmertemperatur ausgehend heruntergekühlt werden, weil er ja draußen in meiner Sternwarte steht. Es ist also nur noch zu Beginn der Beobachtung eine geringe Restangleichung an die Umgebungstemperatur und während der Beobachtung die stetige Angleichung an die fallenden Nachttemperaturen erforderlich.

Was meinst Du - wie oft sollte ein Luftaustausch pro Stunde oder Minute im Tubus stattfinden? Gibt es da überhaupt irgendwelche Richtwerte, woraufhin man dann anhand des Tubusvolumens die nötige Lüfter-Fördermenge berechnen und damit den passenden Lüfter ermitteln kann? Reicht es bei einem außen nicht isolierten Tubus, wenn ein laues, kaum spürbares, Lüftchen durch den Tubus weht, damit kein Tubusseeing entsteht, oder sollte es doch eher ein strammer Luftzug sein, sodaß der Tubus zusätzlich Laubsaugerqualitäten bekommt?

CS
Jörg
 
Moin Jörg,

ich verbaue sehr gerne die Noiseblocker Lüfter.
Sie sind bei hoher Förderleistung sehr leise und Laufruhig.
Ich habe sie seit 3 Jahren im Dob und sie haben sowohl -8°C als auch ´ne Wasserdusche durchgemacht.

Während des Aufbaus lasse ich ihn ca. 20 Minuten mit 12V rennen, danach stöpsel ich ihn auf 9V um und später läuft er dann praktisch Geräuschlos auf 6V permanent weiter.

Zu beziehen über die Bucht oder www.noiseblocker.de

Genauere Links:
http://www.noiseblocker.de/de/produkt_luefter_nb-ultrasilentfan-sx2.php
http://cgi.ebay.de/NEU-Noiseblocker...yZ139514QQrdZ1QQssPageNameZWD1VQQcmdZViewItem

Weiteres: http://www.pteng.de/astro/gso880/luefter/frame_r.htm
 
Hallo Jörg,
meine Empfehlung: Scythe S-Flex

extrem leise und vibrationsarm
http://www.caseking.de/shop/catalog/product_info.php?cPath=26_958&products_id=4268
montiert auf
http://www.caseking.de/shop/catalog/product_info.php?cPath=26_958&products_id=329
mit
http://www.caseking.de/shop/catalog/product_info.php?cPath=26_958&products_id=5192

Läuft bei mir im 12er Dobs und im 6er Fotonewton zur vollsten Zufriedenheit.

Ebenfalls zu empfehlen sind die Lüfter von Noctua http://www.caseking.de/shop/catalog/default.php?cPath=26_1082 .
 
Hallo Ralf,

die Scythe S-Flex hab ich in meinem Silent-PC.
Dort ist er wirklich gut.

Die sind m. E. für ´nen größeren Dob viel zu schwach, bringen nur die Hälfte an Förderleistung vom Noiseblocker, der auf gleicher Drehzahl/Förderleistung nach meiner Erfahrung nicht lauter/unruhiger als der S-Flex ist.

Der Noctua ist ebenfalls m. E. zu schwach und zu teuer.

In so fern: Power kann man runterdrehen, rauf geht´s nicht... m. M.
 
Hallo Jörg,

also gehe mal davon aus Du hast dich für (richtigerweise) für eine saugende Konstruktion entschieden hast.
Siehe meine Fotos, habe meine Tubusrückseite mit 3 fach Fensterdichtband rundherum abgeklebt (hier bitte nicht so nah wie im Bild an die Einstellschrauben rankleben, sonst lassen diese sich nur noch schwer drehen!) und darauf die aus 5mm Birkensperrholz bestehende Lüftereinheit angeschraubt (klar ha be ich noch 3 Gewindelöcher M3 in die Spiegelhalterung gebohrt/geschnitten. Siehe kleine Schrauben mit Beilagscheiben!

Hier mal ein Foto des hinteren Tubus mit Dichtband:
Link zur Grafik: http://www.ingold-altmannstein.de/Abdichtung.jpg

Hier mit angeschraubter Lüfterplatte:

Link zur Grafik: http://ingold-altmannstein.de/HS-Lüfterplatte.jpg

Durch dieses Fensterdichtband ist eine Entkopplung der Lüftervibrationen hinreichend gewährleistet!

Wichtiger ist schon, welche Spannung dir für den Betrieb des Lüfters zur Verfügung steht?

Unter 12Volt macht das Ganze bei großen Lüftern und ich denke mal du wirst um einen 120x120 mm Lüfter mit mind. 80 m3/h nicht herumkommen, keinen Sinn, denn je mehr Luft abgesaugt werden soll, bei gleicher Voltzahl, desto schneller (lauter) muss sich der Lüfter drehen! Abgesehen davon, sind die grossen Lüfter (130 -200 mm) nicht mehr für unter 12 Volt zu haben!

Ich verwende bei meinem 10" Dobson eine Billiglüfter NMB 3610KL-04W-B40 (Best.-Nr: 320157) http://www.pollin.de (kostet 1,95 € bei Pollin Elektronic mit 92x92 mm, Betriebsspannung von 6 - 13,8 Volt bei einer Luftmenge von 81 m3/h. Die Lautstärke ist bei voller Drehzahl mit 39dB(A) noch als leise zu bezeichnen. Nach dem Auskühlen des HS drehe ich mittels Spannungsreglers (kostet max. 5,-€ im Selbstbau) sowieso auf das Laufminimum zurück. Die Spannung beträgt dann nur noch ca. 6 Volt.

Also, es muss kein teurer Edellüfter sein, wichtig ist, dass er bei niedriger Spannung anläuft, bzw in einem weiten Spannungsbereich regelbar ist und gut (Dichtungsband) gegenüber der Spiegelzelle entkoppelt ist!

 
Hallo Ekkehard, hallo Ralf, hallo Werner,

danke zunächst mal für Eure Infos...

Ich hätte gerne zeitnaher geantwortet, aber meine Frau war gestern "etwas" im I-Bäh-Fieber und gab den PC erst am späteren Abend endlich frei...da wars mir dann doch schon zu spät und so muß nun meine Mittagspause dran glauben...

Lüfter: Wenn ich Eure Empfehlungen nun richtig nterpretiere, sollte ich also besser einen Lüfter mit einer Luftfördermenge von mindestens 80m³/h (oder eher mehr) wählen, auch wenn ich den Lüfter nur zur laufenden Temperaturanpassung und Vermeidung des Tubusseeings während der Beobachtung und NICHT zum Herunterkühlen von z. B. Wohnzimmertemperatur brauche...
Laufen lassen sollte ich den Lüfter dann in einem Spannungsbereich zwischen 6 und 9 Volt (also mit geringerer Drehzahl und somit Fördermenge). Die Verwendung des Lüfters mit der regulären Spannung von 12 - 13 Volt, also quasi mit der Höchstfördermenge (besagte Menge > 80m³/h), wäre für die Vermeidung des Tubusseeings nicht nötig, ich hätte aber im Bedarfsfall aber eine gewisse Leistungsreserve.
Ist meine Interpretation soweit korrekt?


Ekkehard:
Von den Noiseblocker-Lüftern der Firma Blacknoise habe ich schon mal gehört, sind wohl recht hochwertig.
Wie ich auf Deiner Homepage lese, hast Du den 12cm-Lüfter von Noiseblocker "NB-UltraSilentFan SX1" in Deinen Tubus eingebaut. Empfehlenswert wäre für mich aufgrund des Tubusvolumens dann wohl der SX2. Dieser läuft also auch, trotz seiner Größe, bereits bei 6 Volt an, das ist gut zu wissen...

Wie auch Werner dazu schreibt - Ein (astrotauglicher) Lüfter sollte bei niedriger Spannung anlaufen, bzw in einem weiten Spannungsbereich regelbar sein... ganz meine Meinung...

Die Lüfterplatte werde ich wohl so wie Du es auf Deine Homepage vorschlägst, aus Birke-Multiplex bauen. Meinst Du 6 mm Dicke langen bei einem Plattendurchmesser von 39 cm? Oder sollte ich besser 8 bis 10 mm nehmen?


Ralf:
Deine Lüfter-Empfehlungen auf der Seite von CaseKing.de lesen sich auch ganz interessant... Die Lüfter sind vom Preis und von den techn. Eigenschaften her ähnlich den Noiseblockern, wenn ich mal so vergleiche. Der Scythe S-FLEX 120mm Fan SFF21F hat einen Luftdurchfluss von 63,7 CFM = 110 m³/h, der von Ekkehard vorgeschlagene Noiseblocker Lüfter SX2 bietet einen Luftdurchfluss von 73 CFM = 126 m³/h, dafür ist er mit 31dBA (anstatt 28) minimal lauter, zieht aber 0,2 Ampere weniger Strom...
Wie sieht es mit der Skalierbarkeit der Betriebsspannung aus? Läuft Dein Scythe S-FLEX auch noch mit 6 Volt? Dazu finde ich bei CaseKing nichts.
Die Noiseblocker vertragen lt. Ekkehard wohl auch eine "Wasserdusche" wohingegen ich beim Scythe S-FLEX lese, daß während des Betriebes hohe Luftfeuchtigkeit vermieden werden soll - das wäre aber schlecht wenn während der Beobachtung einem das Tauwasser die Röhre herunterläuft und der Lüfter dann evtl. zum Rasensprenger wird.... aber das wird wohl wesentlich unkritischer sein, als wie sich das in den techn. Daten liest, sonst hätte sich Dein Lüfter ja bestimmt auch schon mit leisem Knistern per Kurzschluss verabschiedet und da Du ihn weiterempfiehlst hattest Du in dieser Richtung bisher wohl auch keine Probleme...

Der Noctua 120mm Lüfter NF-S12-1200 liest sich von den techn. Daten her auch ganz gut, vor allem wg. der geringen Leistungsaufnahme, dem großen Spannungsregelbereich von 4-13 Volt und nur 17 dB(A) Lautstärke bei bis zu 83 m³/h, aber mit rund 20 Euros plus Versand ist er mir dann doch etwas zu teuer.


Werner:
Ja, der Lüfter soll saugend montiert werden.
Die Idee mit dem Fensterdichtband zur Vibrationsdämpfung finde ich gut, werde ich auch an die (noch zu bauende) Lüfter-Platte anbringen. Ich habe noch 2m Tesa-Moll Schaumstoffdichtung, mit der hatte ich schon gute Erfahrung in Sachen Schwingungsdämpfung gemacht.
Der Schwerpunkt meines Tubus liegt etwa 45 cm oberhalb des unteren Tubusendes (bei 155 cm Gesamtlänge) und ich hatte bei der Beobachtung arge Ausschwingzeiten von ca. 6-7 Sekunden. Am Übergang Tubus-Rockerbox hatte ich nur wenig Möglichkeiten für schwingungsdämpfende Maßnahmen, daher nahm ich meine Rockerbox auseinander, beklebte die Stirnflächen der Einzelteile mit besagter Tesa-Moll Schaumstoff-Dichtung und schraubte alles wieder zusammen und siehe da - die Ausschwingzeit betrug nur noch ca. 2 Sekunden...
Zusätzlich zur Schaumstoff-Dichtung werde ich auch noch einen Antivibrations-Rahmen zwischen Lüfter und Montageplatte anbringen. Das sollte wohl auf jeden Fall genügen, Lüfter-Vibrationen auszuschalten.
Allerdings möchte ich die Platte abnehmbar gestalten, da bin ich am hin- und herüberlegen, wie ich Tubus und Platte am besten verbinden sollte. Ich habe im Forum schon öfters gelesen, daß gerne Klettband verwendet wird, aber so richtig gefällt mir das nicht, da gibts bestimmt andere Möglichkeiten, Oweh, mein Kopf raucht schon...., Hilfe, ich bin im Bastelfieber...

Die Lüfter > 12 cm, von denen ich schrieb (z. B. der 22 cm - Lüfter von Akasa), lassen sich zwar auch mit 12 Volt betreiben, haben aber, wie ich inzwischen gelesen habe, das Manko, mit Spannungen < 10 Volt nur noch schlecht oder garnicht laufen zu wollen. Eigentlich logisch, denn je größer der Lüfter im Durchmesser, desto größer auch die Masse, die bewegt werden muß, d. h. der mit weniger Spannung erzeugte geringere Drehimpuls reicht dann nicht aus, den Lüfter anlaufen zu lassen... also bleibe ich wohl besser bei einem 12 cm-Lüfter, bei dem die verwendbare Betriebsspannung und somit die Drehzahl variabler sind, auch wenn der Tubus mit 38 cm Innnendurchmesser einen größeren Lüfter vertragen könnte....

Die Homepage von Pollin Electronic habe ich mir angeschaut. Deinen Lüfter (Best.-Nr: 320157) scheint es dort nicht mehr zu geben. Für meine Zwecke gab es da nur zwei 12 cm -Lüfter, wobei der ARCTIC COOLING AF12025L mit einem Laufgeräusch von 22 dBA und einer Fördermenge von 37CFM = 64 m³/h bei einer Drehzahl von 1000 U/min wohl noch am ehesten in Frage käme. Der Preis von 3,95 plus Porto und Versand wäre ja ganz angenehm, doch nachdem was ich jetzt so erfahren habe schätze ich, daß die Fördermenge des Lüfters doch zu gering sein könnte...


Noch eine Frage an alle zum Schluss - Ist eigentlich trotz saugendem Lüfter während der Beobachtung eine zusätzliche äußere Tubusisolierung sinnvoll oder z. B. bei größeren Volltuben sogar notwendig, oder braucht man diese dann eher nicht?

CS
Jörg
 
Hallo Jörg,

ich habe auch schon lange den SX2 im 10", da die Runterkühlzeiten damit erheblich in den Keller gingen.

Der SX1/2 läuft auch mit 4,5V problemlos, dann ist die Fördermenge natürlich minimal.
Ich meine am regelbaren Netzteil lief er ab 3V sicher an, weiß es aber nicht mehr genau....

Ich denke daß eine 6mm Multiplexplatte ausreicht.
Wenn sie in´s Schwingen kommt, kannst Du ja noch ein paar Leisten aufkleben.

Ich kann nicht sagen, ob andere Lüfter auch ´ne Dusche abkönnen... Kondenswasser leitet ja nicht.
Als ich gesehen hatte wie das Wasser da über den Lüfter plätschert, dachte ich auch daß ich nun ´n Neuen besorgen muß.
Die Wälzlager in den SX können es aber wohl ganz gut verknusen, meiner läuft wie am ersten Tag.

Zur Tubusisolation: Ich habe im 10" mit Blech-Volltubus innen Velours geklebt (auch auf meinen Seiten unter GSO880).
Diese ca. 1-1,2mm dicke Folie isoliert schon so gut, daß ich bis dato keine äussere Isolation vermisse....m. E. reicht das aus.


 
Hallo Jörg,
der S-Flex läuft auch bei 6V noch sicher, ist meine Dauerbetriebsvariante.
Mit Feuchtigkeit oder Wasser hatte ich bisher noch kein Problem. Die Lüfterplatte ist aus Plexiglas, da kondensiert bisher nix dran und von der Tubusaußenwand kann zum Lüfter nix hinlaufen.

 
Hallo Ekkehard, hallo Ralf,

Ekkehard:
Der SX2 ließe sich zur Not also sogar noch mit einer 4,5 Volt Batterie betreiben und würde dann mit minimaler Fördermenge laufen...
Zur Tubusisolation: Ich habe schon längere Zeit Veloursfolie im Tubus, dann sollte diese Isolation im Zusammenspiel mit dem Lüfter wohl ausreichen um Tubusseeing zu unterbinden...

Ralf:
Der Scythe S-FLEX hat wie der SX2 Noiseblocker-Lüfter bei geringen Spannungen also auch keine Anlaufschwierigkeiten und ich spekuliere mal, daß er wie der NB-SX2 auch noch mit 4,5 Volt laufen würde...

Dann habe ich jetzt wohl die Qual der Wahl bei der Lüfterauswahl und werde wohl eine Münze werfen...

Nochmals danke für Eure Infos...

CS
Jörg
 
Hallo Jörg,

1. Bei 39cm Durchmesser würde ich 8mm Multiplex als Lüfterplatte nehmen.

2. Den Fensterdichtgummi habe ich auf die Spiegelhalterung geklebt, so konnte ich sicher sein, dass kein Loch entsteht wo der Lüfter die Luft gleich seitlich ansaugt! Hätte den Gummi auch in zwei Breiten rumkleben können, Platz wäre genug da (siehe Bild). Achtung!! Der Kleber dieses Fensterdichtgummis klebt wie [zensiert]! Brigst Du kaum mehr runter! Ha eine Nahaufnahme des Gummis angehängt, damit Du siehst, wie er strukturiert ist!

Link zur Grafik: http://www.ingold-altmannstein.de//GummiNah.jpg


3. Meinen Lüfter bei pollin gibt es natürlich noch! Einfach auf der Startseite die Best.-Nr. 320157 eingeben oder links Bauelemente > Lüfter ....dann ists der vierte von unten.
Würde in deinem Fall aber die best.-Nr: 320039 empfehlen, ist ein 120x120mm Lüfter mit 75cfm also 75 x1.699 = 127 m3/h Leistung! Wie flexibel hier der Anlauf ist, weis ich nicht aber bei dem Preis kannst ja den meinigen für 1,95€ einfach vorsichtshalber mit dazu kaufen (Porto ist eh Fixpreis).

Was unbedingt empfehlenswert ist, ist das Schutzgitter, sonst tuts bein hinlangen bei voller Leistung schön weh und dem Lüfter brechen evtl. die Flügel ab1 Also hinten auf demn Lüfter ein entsprechendes Schutzgitter montieren ( Best.-Nr:
320232 für 92x92mm Lüfter oder 320250 für den 120x120mm Lüfter).

Hier nochmal meine Lüfterplatte im montiertem Zustand, da ich nicht sicher bin, ob das Bild gestern angehängt wurde:

Link zur Grafik: http://www.ingold-altmannstein.de/HS-Luefterplatte.jpg

Hier kann man auch erkennen, dass der Lüfter auf einer Dichtung (Doppelklebeband) zur Schwingungsabsorption montiert ist!

So, durchlesen tu ichs jetzt nicht nochmal, Rechtschreibfehler darfst behalten :/

Viel spass bei der Bastelei und wenn du einen elektronischen Rat (Drehzahlregelung!) brauchst, nur zu! Frag einfach!
 
Hallo Jörg,

ich nutze den bereits erwähnten Noise-Blocker und ein zufällig passender Eimerboden dient als dichte, leicht steckbare und entfernbare Abdeckplatte auf der der Lüfter mittels Fensterdichtgummis und nur mit den beiliegenden Silikon-Durchziehstopfen schwingungsabsorbierend befestigt ist.
Ich regele 12 Volt Spannung stufenlos über Poti, was wohl bedeutet, dass unabhängig von der Drehzahl 12 Volt gezogen werden, ist aber bei dem starken Akku der EQ-Plattform nebensächlich.
Velours isoliert schon ganz gut, ich habe trotzdem noch 3 mm strkes Styrodur um den Tubus gezogen und mit Metallklebefolie kaschiert. Es macht im Grenzbereich nachweislich noch mal etwas aus, habe öfter zwei gleichwertige Geräte ohne Iso-Tubus nebendran stehen.

CS
*entfernt*
 
Hallo Werner,

Die Frage nach der Plattenstärke hat sich bereits erledigt. Ich habe von einem Bekannten heute abend eine 40x40cm Birke-Multiplexplatte mit einer Stärke von 9,5 mm bekommen. Mal schauen, wie rund das Mittenloch für den Lüfter und die Außenrundung (38,5 cm Durchmesser) mit der Stichsäge zu bekommen ist...

Der Tubus-Abschlussring ist nur 12 mm breit, die Tesa-Moll Schaumstoff-Dichtung 9 mm, aber da ich die Dichtung ganz außen auf die Montageplatte kleben werde, sollte es keine größeren Passungenauigkeiten und keine Probleme mit der Dichtigkeit am Tubus geben, es sei denn die Stichsäge sägt die Außenrundung nicht so wie ich es will...

Mit der Suche nach Deinem Lüfter war das irgendwie merkwürdig - ich habe heute mittag auf der Homepage von Pollin Electronic die Best.-Nr. 320157 bei der Suchfunktion eingegeben - ohne Suchergebnis. Habe ich jetzt wiederholt und mir wird der Axiallüfter NMB 3610KL-04W-B40 angezeigt...

Der 12 cm-Lüfter (Hochleistungs-Axiallüfter 1225) wäre vom Preis und Luftfördermenge evtl. auch noch eine Alternative zu den von Ekkehard und Ralf empfohlenen Noiseblocker SX2 bzw. Scythe S-FLEX. Er läuft allerdings mit 39 dBA, scheint also nicht gerade leise zu sein...
Es ist halt die Frage, ob er auch mit niedrigen Spannungen (an)läuft, darüber steht bei Pollin nichts. Vielleicht rufe ich mal Pollin Electronic an und frag mal nach, evtl weiss das ja jemand...

Das Schutzgitter ist eine gute Idee! Darauf bin ich noch garnicht gekommen, werde ich also auch noch einplanen...

Drehzahlregelung für den Lüfter:
Ich habe eine Einhell-Energiestation (11Ah) bei der ich verschiedene Spannungen (3 - 6 - 9 und 12 Volt) abgreifen kann. Dazu müßte ich dann je nach Lüfterdrehzahl entsprechend umstöpseln. Da wäre eine stufenlose Drehzahlregulierung vielleicht nicht unpraktisch... wenn meine "Absaugvorrichtung" fertig ist und das Wetter endlich
mal mitspielt werde ich mal alles testen (auch das Handling...).
Evtl. würde ich dann gerne auf Dein Angebot wg. Drehzahlregelung für den Lüfter zurückkommen...

CS
Jörg
 
Hallo Günther,

also reicht Fensterdichtgummi (ich hätte dazu Tesa-Moll Schaumstoff-Dichtung) anstatt eines speziellen Antivibrations-Rahmens zwischen Lüfter und Montageplatte wohl auch aus...

Ich habe von einem Bekannten gestern abend eine 40x40cm Birke-Multiplexplatte mit einer Stärke von 9,5 mm bekommen. Daraus säge ich mir mit der Stichsäge die Montageplatte für den Lüfter. Ich hoffe, das geht einigermaßen damit, wahrscheinlich wird das Aussägen des Mittenlochs für den Lüfter etwas problematisch, da das Sägeblatt ja nicht gerundet ist.
Diese Silikon-Durchziehstopfen (anstatt Befestigungsschrauben) zu den Noiseblocker-Lüftern - wie sind diese mit Deiner Abdeckplatte verbunden? Geklemmt? Geklebt? Und wären die Stopfen auch für eine Verbindung mit meiner Lüfterplatte (wie gesagt: 9,5 mm dick) lang genug oder Deiner Meinung nach für meine Platte eher nicht geeignet?

Für die Regelung der Lüfter-Drehzahl habe ich zunächst meine Einhell-Energiestation (11Ah) vorgesehen, bei der ich verschiedene Spannungen (3 - 6 - 9 und 12 Volt) abgreifen kann. Wie ich auch Werner schon schrieb, wäre eine stufenlose Drehzahlregulierung (mit Poti) überlegenswert... aber ich teste erstmal mit dem was ich habe, sobald alles fertiggebaut ist und das Wetter hoffentlich endlich bald mal wieder gescheite Beobachtungsbedingungen bietet...

Sollte trotz Entlüftung und Velour immer noch merkbares Tubusseeing vorhanden sein, muß ich wohl doch den Tubus auch von außen isolieren... na erst mal abwarten...

CS
Jörg
 
Hallo Jörg,

Tesa Moll ist sicher ok.
Mit den Silikonstopfen kann man bei der dicken Platte nichts machen, aber naja...man könnte sagen solche Lösungen sind etwas...."overdressed". Neigst Du zur Perfektion kannst Du sicher vibrationshemmende Lagerbuchsen für die Schrauben "erfinden".
Bei meinem dünnen Eimerboden werden diese Stopfen einfach durchgezogen und halten an einer extra dafür vorgesehenen Verjüngung ihres Durchmessers.
Ähnliches gilt für die stufenlose Regelung über Poti (Umstöpseln geht auch) und die Tubusisolierung bringt halt noch Mal einige Prozent im Höchstvergrößerungsbereich die manche Leute ihr Leben lang nicht vermissen werden,ich aber eben nicht missen will.

CS
*entfernt*

 
Hallo Günther,

meintest Du mit "overdressed" die Silikonstopfen oder etwa die 9,5 mm dicke Platte für den Lüfter...?

Wenn letzteres - naja, kann schon sein, aber wenn ich die Platte nun schonmal geschenkt bekomme... relativ leicht und stabil... da hätte ich eben nur ungern "NEIN!" gesagt...

CS
Jörg
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Jörg,

nein, ich meine die vibrationsdämpfed gelagerte Platte + den vibrationsdämpfend montierten Lüfter der dann auch schon so hochwertig ist, dass er eigentlich gar nicht vibriert.
Man könnte das schon "overdresser" im Sinne von übertrieben nennen, andererseits habe ich es halt doch so gemacht, weil der Mehraufwand nahe Null ist.

CS
*entfernt*

PS: Mein erster, wesentlich einfacher gebauter, Lüfter (aus einem ausgeschlachteten PC) hat Vibrationen übertragen. War bei +300fach zu sehen, wenn das Seeing wirklich eingefroren war.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

da Du die gleichen Voraussetzungen hast wie ich, nämlich eine Sternwarte, in dem Dein Dob lagert, würde ich den Lüfter auch abnehmbar, saugend, einbauen.

Holzplatte darunter ist ok, danach habe ich aber alles anders gemacht: Extrem starken Lüfter aus meinem alten Colorvergrößerer (Kopf hatte 2x 500 Watt Halogenlampen!) für Wandmontage, 4 Meter Schlauch angeschlossen, diesen über einen Adapter an das Teleskop gebaut, fertig.

Wenn abgenommen, bleibt nur das Holzbrett und der Flansch übrig, Erschütterungen kann es durch den Schlauch auch während des Betriebs nicht geben, da hoch flexibel und lang genug. Nachteil: läuft nur über 220 Volt, aber da gibt es ja genug, die auf 12 Volt laufen.

CS
Winfried
 
Hallo zusammen

Ich verwende auch einen Externen Bodenventilator und bin sehr zufrieden mit dieser Lösung!

Die Externelösung garantiert quasi das keine Schwingungen auf das Instrument übertragen werden.

Der Ventilator hat ein 40cm Rotorblatt und ist in 4 Stufen einstellbar um macht satte 7540 m³/h Luftdurchsatz.
Dadurch ist es möglich an einen 12" Newton mit einem 36mm Spiegel in 30min ein brauchbares Bild bei einer Temperaturdifferenz von 25C° zu erhalten.

Mit einem 120mm PC-Lüfter mit ca. 70 m³/h Luftdurchsatz dauerte es gut 1.5h bis das Beugungscheibchen auszumachen war.

Gruß Uwe
 
Hallo Winfried, hallo Uwe,

Eure Lösungen lesen sich auch sehr interessant und könnten vielleicht eine Alternative zur bisher von mir angedachten Lüfter-Lösung (saugender Lüfter, montiert auf Platte aus Birke-Multiplex) sein. Ich bin aus Zeitgründen eh noch nicht zu einer Realisierung gekommen...
Allerdings kann ich mir Eure Vorrichtungen nicht so richtig vorstellen. Könnt Ihr evtl. ein paar Bilder davon hier im Forum zeigen...? Oder, wenn Ihr möchtet, gebe Euch auch gerne meine E-Mail-Adresse.

Winfried:
Die Luft wird also über diesen Schlauch abgesaugt. Welchen Innendurchmesser hat dieser? Bei 4 m Schlauchlänge - bleibt denn da am Teleskopboden noch eine genügend große Saugwirkung übrig? Und welche Leistungsmerkmale hat denn der Lüfter?

Uwe:
Wenn ich es richtig verstehe, verwendest Du den Bodenventilator zum Anblasen und Herunterkühlen des Spiegels? Wenn das so ist - wie gehst Du nach dem Herunterkühlen weiter gegen das Tubusseeing durch die stetig sinkenden Nachttemperaturen und dem ständigen Temperaturnachlauf des HS vor? Läuft der Bodenventilator weiter? Oder hast Du ein offenes Teleskopsystem bei dem das nicht nötig ist?

CS
Jörg
 
Hallo Jörg,

ich wäre ein wenig vorsichtig mit zu starkem Luftdurchsatz, auch das kann kontraproduktiv sein.

Meinen Noiseblocker regele ich nach der Auskühlzeit auf unter halbe Leistung herunter, das reicht gegen das Tubusseeing vollkommen, auch für die Anpassung an weiter sinkende Temperaturen während der Beobachtung in der Regel aus, damit der Spiegel nicht allzusehr "hinterher läuft".

Im Höchstvergrößerungsbereich meine ich einen geringfügigen negativen Einfluss zu starker Luftströmung zu bemerken.
Das könnten auch rein theoretisch winzige Vibrationen des Lüfters bei "Volllast" sein, ich kann mir das aber bei meiner Konstruktion kaum vorstellen und tippe eher auf unerwünschte Verwirbelungen in oder vor dem Tubus.

CS
*entfernt*
 
Hallo Jörg

Nun, dass ist ganz unterschiedlich. Eigentlich beobachte ich ja eh nur Sonne, Mond, Planeten und Deep Sky eher sporadisch. Mit dem 12" beobachte ich meist nur, wenn die Aussichten auf gutes Seeing auch gegeben sind für 12" Öffnung.
Das bedeutet, dass die Objekte hoch im Meridian stehen müssen, denn dort habe ich das Fenster um auch mit dem 12" aufgelöste Bilder bei hoher Vergrößerung zu beobachten.

Wenn ich es richtig verstehe, verwendest Du den Bodenventilator zum Anblasen und Herunterkühlen des Spiegels?

Ja das funktioniert bestens und es geht wesentlich schneller als mit einem PC-Lüfter.
Man kann damit übrigens auch andere Instrumente wie Refraktoren schneller herunterkühlen, da der Lüfter ordentlich Wind macht.

Wenn das so ist - wie gehst Du nach dem Herunterkühlen weiter gegen das Tubusseeing durch die stetig sinkenden Nachttemperaturen und dem ständigen Temperaturnachlauf des HS vor?

Nun meiner Meinung nach reicht hier eine Tubusisolierung.
Wichtig ist mir eben eine schnelle Anpassung an die herschende Umgebungstemperatur.
Ohne Lüfter sieht man anfangs nur eine großes Lichtbälchen und mit Lüfter habe ich in ca. 30min schon anzeichen vom Beugungsscheibchen.

Läuft der Bodenventilator weiter? Oder hast Du ein offenes Teleskopsystem bei dem das nicht nötig ist?

Wie gesagt, ich beobachte oft in der zweiten Nachthälfte und komme eigentlich sogar ohne Lüfter aus. Ich weiß das es zwar Nächte geben kann in denen die Temperatur selbst in der zweiten Hälfte noch einmal stark fallen kann, doch sind diese wohl eher selten oder man hat in dieser Nacht eh nicht das Seeing für super Bilder.
Bisher war ich eigentlich immer zufrieden mit dem Bild, wenn das Instrument auch vollständig ausgekühlt war.

Hier noch mal zwei Bilder:

Link zur Grafik: http://de.geocities.com/refraktion99/22.jpg

Link zur Grafik: http://de.geocities.com/refraktion99/23.jpg

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe, hallo Günther,

danke zunächst mal an Dich, Uwe, für die Bilder... Deine Lüfterlösung zum schnellen Herunterkühlen des Spiegels merke ich mir, denn sollte ich doch mal in die Verlegenheit kommen, meinen HS relativ schnell um 10 - 20 Grad auf nächtliche Umgebungstemperatur herunterkühlen zu müssen, ist Deine Idee eine gute und praktikable Alternative zu den üblichen Kühlmethoden.

Ich habe in meiner Garage noch einen ähnlich großen Lüfter zu stehen, der zudem höhenverstellbar ist. Wenn ich das Teleskop in der Rockerbox in die waagerechte lege und den Lüfter davorstelle, sollte auch kein bodennaher Staub/Dreck/oder was auch immer da unten evtl. rumfliegt zum Spiegel geblasen werden...


Günther, Du hast natürlich völlig recht mit Deinen Bedenken wegen dem zu starkem Luftdurchsatz bei einem solch großen Lüfter. Klar, das wäre bestimmt kontraproduktiv, wenn ein solcher Lüfter während der Beobachtung laufen würde, und daher würde ich diese Methode auch nur für das schnelle Herunterkühlen des HS anwenden...

Aber da mein Dobson, wie schon erwähnt, draußen in meiner Sternwarte steht und der HS ja weitestgehend schon Umgebungstemperatur hat, werde ich erstmal nur die Lösung "langsam laufender saugender Lüfter" gegen das Tubusseeing während der Beobachtung ausprobieren.
Vielleicht isoliere ich den Tubus später auch noch von außen, sollte die Lüftung und die im Tubus angeklebte (und wohl auch zu einem gewissen Grad isolierend wirkende) Veloursfolie nicht ausreichen...

CS
Jörg
 
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