Lüftung

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martl

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Hallo Leute!

Ich möchte, sobald die Temperatur eine Holzbearbeitung im Freien wieder zulässt, einen neuen Tubus für meinen 18"Dobson bauen. Ich plane eine Belüftung mit insgesamt 6 Ventilatoren. Wer kann mit Tips bezüglich Vibrationsisolierung geben bzw. ist es vorteilhaft, die angesaugte Luft zu filtern, um den Staubeintritt so gering wie möglich zu halten. Welchse Filtermaterial wäre da effektiv, ohne den Luftdurchsatz allzusehr zu behindern.
Gruß
Martin
 
Hallo Martin,

neulich war in der SuW ein Beitrag über die Anbringung eines Lüftungssystems am Tubus, allerdings nur mit zwei Ventilatoren. Es wird beschrieben, dass die Vibrationen mit Gummiringen recht klein gehalten werden.
Was das mit den Filtern angeht, wie wäre es mit sehr engmaschigem Draht ( vielleicht aus dem Chemiebereich ).
Aber um Staub fern zu halten, müssten diese wirklich schon sehr engmaschig sein. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Natürlich muss man bedenken, wie Du die Lüfter installieren willst. Dass sie die warme Luft von aus dem Tubus herausbefördern, oder kalte Luft hinein. Wenn alle Lüfter nach aussen blasen, sind Filter ja überflüssig.
Oder denk über den Bau eines Gitterrohrtubus nach, da brauchst Du gar keine Lüfter <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Gruß Michael
 
Für die gängigen Axiallüfter gibt es kleine Gumminupsies, auf welche man die Lüfter stecken kann. Das geht schon ziemlich gut. Wenn das nicht reicht, könnte man den Lüfter auch an Gummibändern aufhängen, wie den Fangspiegelhalter an der Spinne.
Meine Luft wird durch Kunststoffgaze mit 42 µm Maschenweite gefiltert, das ist meiner Meinung nach ausreichend. Staub kommt eh auf den Spiegel, die Gaze soll lediglich verhindern, daß dicke Brocken auf die Oberfläche geschossen werden.
 
HI Michael !

>>Wenn alle Lüfter nach aussen blasen, sind Filter ja überflüssig.


Das gilt aber nur in einem staubfreien Reinraum, oder ?? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Bernd
 
Hallo Michael!
Ich hab schon einen Gitterrohr-Dobson, bloß habe ich die Spiegelzelle damals als 21mm Multiplex-Platte ausgeführt, welche beim Temperaturangleich nicht gerade hilfreich ist. Das soll jetzt durch eine Zelle aus Aluprofilen behoben werden. Drei Lüfter sollen auf die Spiegeloberfläche blasen, 2 auf der gegenüberliegenden Seite die Luft absaugen und einer soll die Spiegelrückseite abkühlen. Zumindest für die ersten 3 werde ich einen Filter benötigen.

Hallo Stefan!
42µm klingt recht klein, geht da überhaupt noch Luft durch? Wo gibt's so ein Material?
Gruß
Martin
 
Hai Leute!

Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht (Anstoss dazu gab der Bericht im aktuellen SuW)

Diesem Bericht entnehme ich, dass sich ein "Luftpolster" über der Spiegeloberfläche bildet,
welches isolierend wirkt.
Also geht es ja eigentlich "nur" darum, die Luft vor dem Spiegel in einer homogenen Bewegung zu halten,
damit sich dieses Luftpolster nicht bildet - wer dennoch seinen Newt in einen Windkanal umbaut,
handelt sich unnötig viel Vibrationen ein & verbraucht auch unnötig viel Akku-Power.

Ich werde bei meinem Gitterrohr-Dobs (es ist ja nur ein kleiner 110/800) einen saugenden PC-Lüfter
an die Tubus-Rückwand schrauben, und den "ansaug-Luftstrom" mit einer Blende so umlenken,
dass das Luftpolster über dem Spiegel abgesaugt wird.


Das sollte dann auch schon reichen... (hoffentlich... s'wird sich zeigen..)


Tip für Filtermaterial: Schau'Dir mal einen Straps genauer an (Den Straps, nicht den Inhalt! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />)
Vorteil an einer dünnen Syntetikmembrane ist, dass sie sich statisch auflädt, und dadurch
den Staub regelrecht ansaugt!
(So werden auch Staubkörner festgehalten, die kleiner als die Maschen sind!)

ventilierte Grüsse,
Silvio
 
42µm klingt recht klein, geht da überhaupt noch Luft durch? Wo gibt's so ein Material?
Ja, geht schon noch was durch, natürlich nicht so viel, wie bei einem echten "Sieb". Das Material ist Kunstoffgaze, die bei uns im Institut zu Planktonnetzen verarbeitet wird. Gibt's mit 20, 42, 100, 150, 250 und noch mehr µm. Wenn Du das Zeug nicht gerade quadratmeterweise brauchst... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Hallo Bernd,

also das habe ich auch gedacht, bevor ich diesen Beitrag in SuW gelesen habe. Es ist doch eigentlich ganz logisch.
Vorrausgesetzt die Filter haben die entsprechende "Pustkraft", und es sich um keinen Gitterrohrtubus handelt, entsteht darin ein Unterdruck, was dazu führt, dass die kalte Luft nachströmt. Da die nachströmende Luft auch parallel zu den Lichtstrahlen läuft, entstehen keine Turbulenzen.

Gruß

Michael
 
Hallo Silvio!
Mmmmh... Fernrohr mit Strapse - wenn da meine Frau nicht eifersüchtig wird <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> . Ich will natürlich nicht, dass mein Fernrohr abhebt, aber bei 18 Zoll brauche ich für eine gleichmäßige Durchmischung dieser Grenzschicht wohl 3 Ventilatoren. Außerdem stand im Artikel von S&T, dass eine Belüftung von der Seite überhaupt für größere Spiegel besser sei als von hinten. Den Artikel in SuW muss ich mir erst noch durchlesen.

Danke für das Angebot wegen des Planktonnetzes, wenn ich das Gerät gebaut habe, sehe ich weiter.
Gruß
Martin
 
Re: Lüftung / Luftschichten...

Hmmm, ich hätte da mal einen Denkanstoss:


Wodurch werden die Schlieren denn verursacht?

Wir sind uns einig, das Phänomen nennt sich "Fernrohrseeing", aber was ist es denn genau? bzw. wodurch wird es wirklich ausgelöst?


Meine Theorie:

Die unterschiedliche Temperatur im Tubus ist nicht das eigentliche Problem, sondern nur der Anfang der Verkettung!

Das Problem ist, dass sich die Luftmoleküle verschiedener Temperatur (=verschiedene Dichte!) nicht ausreichend durchmischen, sondern, dass sich jeweils die Mokelüle der selben Dichte "zusammenraufen".
Zwischen ihnen und der "Gegenpartei" (dem Haufen mit anderer Dichte) bildet sich eine optisch wirksame Fläche. (NUR diese Flächen verursachen das Fernrohrseeing!)

Also entstehen doch die optischen Flächen erst, wenn sich "häufchen bilden"....
Wenn dies nicht passiert, müss der Luftstrom nicht homogen sein...??

Oder behauptet hier Jemand, der Luftstrom in einem Tubus, dessen Luft seitlich abgesaugt wird, sei direkt über dem Spiegel noch homogen??

Demnach sollte die Sache mit der Lüftung funktionieren, sobald:
a) die "Tubusluft" sich mit der Luft direkt über dem Spiegel durchmischt.
b) die "Gesamtluft" im Tubus sich ausreichend mit der Aussenluft vermischt.

Also gilt:
a) im Tubus und über dem Spiegel die Luft möglichst wild aufmischen
b) dieses Gemenge immer gut mit wirbelnder Frischluft füttern
c) die Abgesaugte Warmluft muss nicht unbedingt "hinten raus". Aber sie muss weg vom Tubus, bevor sie sich beruhigt. Denn dann bildet sie mit der "anderen" Luft wieder optische Flächen...

Das würde heissen, dass ein Dobson, mit LowExpansion-Spiegel auch dann ein scharfes Bild liefert, wenn folgende Bedingungen herschen:

- Der Spiegel hat 20° mehr als die Umgebung (!), ist eigentlich erst am abkühlen
- Die Luft hat überall die selbe Dichte, weil sie von einem Luftstrom so durchgewirbelt wird, dass sich keine Flächen Bilden.

Oder, wenn wir das Beispiel vom SuW nehmen. Der hat ja (mit eingeschaltener Lüftung) nach kürzester Zeit schon ein klares Bild, obwohl der Spiegel noch nicht ausgekühlt war!! Wäre dieser nämlich nach 10 min schon ausgekühlt gewesen, hätte sich das Bild beim Ausschalten der Lüftung nicht mehr verschlechtern dürfen! Jedoch ist kurz nach erneutem Einschalten der Lüftung das Bild wieder klar geworden???


Was haltet Ihr von dieser Theorie?
Denk'ich mir da n' Humbuk zusammen, bloss weil ich meinen Erstbau mit Gitterrohr mit nur einem Lüfter durchblasen will? Oder stimmt's wirklich?
Dass müsste ja auszuprobieren sein -
ich habe aber leider keinen LowExpansion Spiegel... (wenn sich der Spiegel verzieht, gibt's eh kein klares Bild - Luftstrom hin oder her...)


Die Diskusion sei eröffnet.....

Grüsse,
Silvio

P.s. spezielle Grüsse an alle ATM'ler: ich habe zwar noch kein Ergebnis nachzuweisen, aber eigentlich zähl'ich mich schon dazu: Habe gestern offiziell mit meinem ULDOB_1 - Projekt begonnen. Werde das Ergebnis dann hier Euerer Kritik unterwerfen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />
(oder darf man sich erst ATM'ler nennen, wenn man Glas- und Pechstaub in der Wohnung hat? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />)
 
Nochmals das Zitat von dir :Wenn alle Lüfter nach aussen blasen, sind Filter ja überflüssig.


Hi Michael,

wenn alle Ventilatoren absaugen, dann ziehts dir die Luft hauptsaechlich zur Oeffnung rein. Mit allem Bluetenstaub und so !
Hoechstens du machst ein Filter ueber die Offnung ;-))))))

Gruss

Bernd
 
Ich habe sämtliche Diskussionen über Lüftung sehr interessiert verfolgt.
Gestern habe ich dann einfach mal einen billigen Lüfter (2,-) mit
Pappe und Doppelklebeband provisorisch hinten an meine alte 8"/1200mm-Dose geklebt.

Also, für diesen Wahnsinnseffekt nehme ich gerne etwas Blütenstaub in Kauf ;-)

Nach 20 Sekunden "Auskühlzeit" und eingeschaltetem Lüfter konnte ich
problemlos mein 5mm LVW einsetzen.
Normalerweise muss ich das Teleskop dafür 2 Stunden auskühlen lassen.

Lüfter aus, Lüfter an, Lüfter aus, Lüfter an.

Dieses "Spielchen" trieb ich einige Male und war jedesmal begeistert über den Effekt.

Ohne Lüfter war der Mond ein waberndes Etwas, mit Lüfter zeigte sich ein knackig scharfes Bild.
Von Vibrationen keine Spur.
Dann zogen Wolken auf.

Bei nächster Gelegenheit geht´s an den Saturn.


Beste Grüße
Dirk
mohlitz@t-online.de

www.beobachterforum.de

http://www.fh-jena.de/contrib/fb/et/stud/sebastiansauer/meister.htm
 
Also doch "Luftschichten" ...?

Hallo Dirk!

Dein Bericht bestätigt ja ziemlich genau meine Theorie, dass das Fernrohrseeing
nicht direkt von der Spiegeltemperatur abhängt, sondern, was mir der (vom Spiegel erwärmten Luft)
im Tubus drinnen weiter geschieht... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Freut'mich, dass Du so gute Ergebnisse erzielt hast!

Ich werde versuchen, für meinen ULDOB_1 einen leisen PC-Prozessor-Lüfter zu organisieren,
die sollen ja sehr gut gelagert sein. (wenn ich ihm mit etwas Unterspannung betreibe,
läuft er noch n'Bissel langsamer -> ruhiger und noch Vibrationsärmer)

Grüsse aus dem Regen,
Silvio
 
Ich habe die Luft aus dem Tubus gesaugt, damit vor dem Spiegel der "Düseneffekt" entsteht.
Das hat noch einen weiteren Vorteil.
Staubteilchen sammeln sich eher in Bodennähe.
Die Luft am oberen Ende dürfte zumindest theoretisch etwas sauberer sein.

Viele Grüße
Dirk
 
Re: Lüftung / Luftschichten...

Hallo Silvio!

Ich glaube, Du hast das schon richtig ausgeführt.
Das, was man als wabernde Luft sieht, sind Luftmassen unterschiedlicher Dichte, und die Trennflächen derselben kommen als optisch wirksame Flächen dazu.

Solange man nur Luftmassen einer Temperatur im Tubus hat, also keinerlei Dichteunterschiede und keine Trennflächen, ist es völlig egal, ob ein Luftstrom homogen ist oder nicht.

Durch das Absaugen der Luft provoziert man nebenbei auch eine gleichmäßige "Füllung" des Tubus mit Frischluft, da die Luftmassen auch über die Spiegeloberfläche streichen müssen.

Von unten pusten kühlt zwar lokal den Spiegel, die Luftmassen auf der anderen Seite bleiben aber unbewegt, und können wabern.

Man MUSS auch nicht lüften, die vier Teleskope des VLT auf dem Paranal werden auch nicht zwangsbelüftet, der kühle Atem der Wüste sorgt hier für Ruhe.
Hier streicht der Wind in die Dome hinein und schwurbelt auf völlig inhomogene Weise über die nur 17cm dicken meisterhaften Spiegel und um die Montierungen...


Grüße
Thomas
 
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