Hallo nochmal,
kennst du zufällig diesen Uhrenwitz : Warum ist eine defekte Uhr besser (genauer) als eine, die läuft? Eine Uhr, die steht, zeigt wenigstens 2 Mal am Tag ganz exakt die korrekte Zeit. Eine Uhr, die läuft, geht immer falsch

.
Das Wabern des Bildes durch die Luftunruhe ist ja ein kontinuierlicher Prozess, d.h. im Grunde kann nur eine unendlich kurze Belichtungszeit die Bewegung wirklich einfrieren. Natürlich helfen einem solche theoretischen Spitzfindigkeiten in der Praxis nur bedingt weiter, sie können einen höchstens vor vergeblichen Anstrengungen bewahren.
Alternativ kann man sich der Sache ingenieurmässig nähern, und anfangen zu rechnen. Es gibt m.W. detallierte Wettervorhersagen, die auch Seeingprognosen beinhalten, d.h. soundsoviel " Amplitude. Frequenz wird schon schwieriger, weil das ja nicht exakt periodisch abläuft. Wenn man auch dafür z.B. wenigstens Pseudo bzw. Mittelwerte hat, kann man dann versuchen zu berechnen, wie lange man belichten darf, damit ein 'wahrer Bildpunkt' bei gg. Brennweite und Chip/Pixelfläche nur genau soviel auf dem Chip wabert, wie eben ein Pixel gross ist. Ein Grundproblem dabei bleibt: du weisst ja nicht, in welchem Zustand der Verzerrung das Bild in diesem Moment gerade ist. Du weisst nur, dass es während der angepasst kurzen Belichtung nicht weiter verzerrt wird, als deine Kamerapixel auflösen können, aber der Frame kann trotzdem für die Tonne sein, weil du eben nur einen x-beliebig verzerrten Stand fixierst.
-cb
PS: im Betrieb der Profisternwarten spielt das Thema ja eine grosse Rolle. Da werden mit Lasern künstliche Referenzpunkte in den Himmel geschossen, und die Luftunruhe der Atmosphärenschichten sogar höhenselektiv herausgerechnet. D.h. in der wissenschaftlichen Literatur gibts bestimmt entsprechende Paper mit den ganzen theoretischen Hintergründen. Dürfte allerdings recht anspruchsvolle Lektüre sein...