Luftunruhe - Seeing

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mhr571218

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Hallo!
Ich habe am vergangenen Abend wieder die ganze Ausrüstung vom Keller hochgeschleppt, da es schon vor Sonnenuntergang nach einer fantastischen Nacht aussah. Leider belehrte mich später das Flimmerbild im Okular eines Besseren und das ganze war wie schon öfter ziemlich umsonst.
Wer hat Erfahrung oder kann mir Literaturhinweise oder Internetlinks geben zur Abschätzung des Seeings aufgrund der vorhergehenden Wetterlage. Welche Vorbedingungen sollten erfüllt sein bzw. sind Anzeichen für große Luftunruhe. Mein Wohnort ist im Voraplenland in der Nähe von Augsburg. Vielen Dank für alle Antworten, Gruß Henning
 
Hi Henning,
so wie dir ist es mir auch schon oft ergangen.
Wenn man immer schon im Vorhinein wüßte
wie gut das Seeing ist, dann könnte man sich
viel Ärger ersparen.
Aber diese Vor-Beurteilung habe ich mittlerweile
aufgegeben. Erst beim Blick durchs Okular
klärt sich ob das Seeing was taugt.
Kürzlich war der Wind so stark daß das Teleskop
nicht ruhig stehen bleiben wollte, aber das Bild
von Jupiter war äußerst detailreich. Manchmal
geht kein Wind und alles sieht bestens aus, aber
schon bei 100-fach gibts nur noch Matsch.
Also mit Gewißheit kann man das Seeing bestimmt
nicht vorhersagen. Aber mit der Zeit stellt man
einige Gesetzmäßigkeiten fest, die durchaus
aussagekräftig sind, allerdings kann man auch
ziemlich daneben liegen.
Also mit eindeutigen Fakten kann ich dir nicht
dienen, aber vielleicht ist es ein Trost für dich
wenn ich sage, daß bei mir mindestens jede
zweite Nacht durchs Seeing unbrauchbar
gemacht wird.
Außer Kreuzschmerzen also nichts gewesen.
 
Hallo Henning,

nun, genaues zur Seeing-Abhängigkeit von der Wetterlage kann ich dir nicht sagen, ich denke aber auch, dass es zu viele lokale Einflüsse gibt, um gutes Seeing vorherzusagen. Eher lässt sich vermutlich sagen, wann das Seeing schlecht ist.

Ich schaue immer, bei welchen Sternen man Flimmern sieht. Je heller die nicht flimmernden Sterne sind bzw. je niedriger über dem Horizont Sterne bestimmter Helligkeit nicht flimmern, umso besser sollte eigentlich das Seeing sein. Wenn auch die Planeten ganz leicht flimmern, (was sie ja eigntlich nicht tun sollten), dann kann man es ganz vergessen.

Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass es oft in der Abenddämmerung eine max. halbstündige Phase gibt, in der dass Seeing besser ist, weil (nach meiner Theorie) der Boden und die bodenahe Luft gleiche Temperatur haben. Wenn es dann dann im weiteren Verlauf des Abends kälter wird, wird das Seing wieder schlechter.

Viele Grüße
Christian
 
Hallo,

wie schon gesagt wurde, fließen in das Seeing
sehr viele lokale Einflüsse ein.

Das macht eine Vorhersage sehr schwierig.
Zum Teil ist das jedoch nicht unmöglich.
Ein Teil des Seeings entsteht ja auch in den
oberen Atmosphärenschichten. Dort ist der
Einfluss der lokalen Bedingungen äußerst gering.

Ich verwende die folgende Seite zur Seeing-Einschätzung,
sie zeigt die hohen Strömungen und Winde.

http://weather.unisys.com/aviation/6panel/avn_300_6panel_eur.html

Fast stillstehende Luft ist hier pink dargestellt.
Wenn Deutschland also pink ist, hat man eine Chance auf
gutes oder sehr gutes Seeing. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Vielleicht hilft das dem einen oder anderen.

Viele Grüße,

Mario
 
Hallo Christian,

Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass es oft in der Abenddämmerung eine max. halbstündige Phase gibt, in der dass Seeing besser ist, weil (nach meiner Theorie) der Boden und die bodenahe Luft gleiche Temperatur haben. Wenn es dann dann im weiteren Verlauf des Abends kälter wird, wird das Seing wieder schlechter.

Richtig, das habe ich auch schon festgestellt
und von einigen anderen auch gehört.

Ich denke, das ist der Umkehrpunkt zwischen Aufheizung
durch die Sonne und Abkühlung.

Der Temperaturgradient verringert sich, wodurch sich
die Luftmassen "stabilisieren", danach sorgt ein neuer
Gradient durch zunehmende Abkühlung dafür,
dass sich die Luftmassen wieder in Bewegung setzen.

Viele Grüße,

Mario
 
Hallo,

Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass es oft in der Abenddämmerung eine max. halbstündige Phase gibt, in der dass Seeing besser ist, weil (nach meiner Theorie) der Boden und die bodenahe Luft gleiche Temperatur haben. Wenn es dann dann im weiteren Verlauf des Abends kälter wird, wird das Seing wieder schlechter.

Richtig, das habe ich auch schon festgestellt
und von einigen anderen auch gehört.

Das erklärt, warum meine bisher beste Saturnaufnahme in der Dämmerung entstanden ist, trotz noch relativ hellem Himmel. Seeing ist eben alles. Zudem ist diese Erklärung sehr einleuchetend.

Gruß und CS ... Lars
 
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