Luger ST

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tautologe

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Hallo,
ich bin absoluter Neuling, was optische Geräte betrifft, und würde mir gerne zum Einstieg ein Fernglas kaufen und bin noch auf der Suche nach einem geeigneten Einsteigergerät für die Beobachtung von Mond, Planeten und anderen interessanten Objekten wie Nebel etc.

Gestern war ich bei Globetrotter und da hab ich ein Auge auf die Luger ST Reihe geworfen:
* 8x40 84,95 EUR http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=117568
* 10x50 99,95 EUR http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=117569
* 12x50 109,95 EUR http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=117570

Ich habe mit den Vorführgeräten mal aus dem Fenster geschaut, wusste aber auch nicht so recht, auf was ich jetzt achten sollte und was das für Nachtbeobachtungen relevant sein könnte. Mir ist jedenfalls nichts negativ aufgefallen. Ich konnte sie auch ohne Brille (ca. -4/-5 Dioptrin) scharfstellen.

Erstmal die Frage, hat jemand Erfahrungen mit einem dieser Geräte? Sind sie für meine Zwecke gut geeignet oder haben sie Schwächen die man als Laie nicht sofort erkennt? Oder gibt es bessere Geräte zum gleichen Preis / gleich gute zum günstigeren Preis. Mehr als 100 EUR möchte ich eigentlich nicht ausgeben, insofern wäre das 12x50 schon hart an der Grenze. Und schwerer sollten sie auch nicht sein (das 10x50 wiegt 850g).

Zum anderen wäre meine Frage, welche Vergrößerung für Freihandbeobachtung (evtl abgestützt) am besten geeignet wäre. Ein Stativ will ich nicht benutzen müssen. Welche Objekte/Details sieht man mit einem 12er/10er Gerät, die man mit dem 8er nicht sehen kann?
Ist beim 12er das Zittern so stark, dass ich am Ende weniger sehe als mit dem 8er? Was sind da eure Erfahrungen?

Vielen Dank schon mal im Voraus!
 
Hallo Tautologe!

Ich habe zwar keine Erfahrung mit Luger-Gläsern, aber trotzdem ein paar Hinweise für dich.

1. Für die Freihand-Beobachtung (auch aufgestützt) ist 10-fache Vergrößerung das höchste der Gefühle. Der Vergrößerungsgewinn gegenüber 7-8x verliert sich schnell gegen die stärkere Zitterbewegung des Bildes.

2. Ich habe mal auf der Luger-Homepage nach den technischen Daten geschaut und mir fiel auf, dass bei der ST-Reihe keine Angaben zum Glasmaterial der Prismen gemacht werden. Das deutet auf BK-7-Prismen, die gegenüber den besseren BaK-4-Prismen u.a. kontrastschwächer sind. (Bei der SX-Reihe wird auf die BaK-4-Prismen hingewiesen.) Außerdem ist das Sehfeld von 116m auf 1000m beim ST 7x50 nicht gerade imponierend ...

Vielleicht solltest du dich doch nochmal bei anderen Anbietern, z.B. hier umsehen. Sollte es aber doch unbedingt ein Luger ST sein sollen, dann gibt es die auch günstiger als bei Globetrotter, z.B. hier.

CS
Michael
 
Hallo Michael, danke für deine Antwort!

Natürlich muss es kein Luger ST sein, ich hab das Gerät nur mal als Referenz genommen, um überhaupt einen Orientierungspunkt zu haben und weil Globetrotter bei mir um die Ecke ist, was das Umtauschen evtl. unkomplizierter macht.

Ich hab natürlich auch schon bei Onlineshops gesucht, das Problem ist nur, ich weiß grad mal was 10x50 bedeutet. Auf sowas wie Glasmaterial würde ich gar nicht kommen und könnte das auch nicht beurteilen.

Wenn mir jemand sagt: "das XYZ für 70EUR ist nach eigener Erfahrung empfehlenswert, weil ..., ist billiger aber genauso gut wie das Luger, hat zwar die Nachteile N1, N2 und N3, die sind aber nur für Hobbytaucher relevant" würde mir das schon weiterhelfen.

Also nehmen wir mal dieses hier:
http://www.teleskop-express.de/shop...las---LE-Serie---Weitwinkel---vielseitig.html

TS Optics 10x50 LE, 49,90EUR, Dämmerungszahl 22,4, Sehfeld 114m - also vergleichbar mit dem Luger ST 10x50, lediglich etwas schwerer, dafür nur halb so teuer und inklusive Zubehör. Und es hat die von dir erwähnten BAK-4 Prismen.

Also wäre dieses dem Luger schon mal klar vorzuziehen oder übersehe ich etwas? Was mir nur fehlt ist eine Angabe zum Diptrienausgleich.
 
Hallo tautologe!

Da du bereit bist bis 100 EUR zu investieren, muss es ja auch nicht unbedingt das TS1050LE sein, obwohl es für den Preis sicher okay ist. Dann würde ich eher das TS10x50WP empfehlen. Vorteil: Das Glas ist wasserdicht, es kann keine Feuchtigkeit ins Innere vordringen und die Optik kann auch nicht von innen beschlagen. Außerdem ist das Bild kontrastreicher und die Randschärfe besser als beim LE. (Ich konnte schon beide direkt vergleichen.)

Eine persönliche Empfehlung von mir wäre das TS8x56LE. Zwar etwas geringere Vergrößerung als ein 10x50 (= ruhigeres Bild), aber dafür mehr Öffnung (=mehr Licht). Ich habe es selber und bin total zufrieden damit.

Vorteil eines Einkaufs bei TS: Du kannst das Glas bei Nichtgefallen zurückgeben oder dir evtl. zwei, drei Gläser zum Vergleich schicken lassen, das Beste behalten und die anderen zurückschicken. (Einfach am Telefon danach fragen.)

Eine kurze Einführung in das wichtigste zum Fernglaskauf findest du übrigens bei MEADE/Bresser -> "Fernglas-Infos".

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen!?

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Michael,
vielen Dank für deine Anmerkungen!

Ich habe mir nun doch das günstigere 10x50LE gekauft und mal ein wenig (allerdings unter schlechten Bedinungen - Raum Hamburg) getestet. Erstmal bin ich schon begeistert, weil ich einige Dinge, wie den Andromedanebel und die Jupitermonde zum ersten Mal entdecken konnte.

Sternenhaufen kann man auch ganz gut beobachten. Ich hab dann aber den Andromeda-Nebel gesucht, der nur als Schleier wahrnehmbar war. Ich weiß hier nicht, ob es an der Lichtverschmutzung liegt. Vielleicht auch am Dioptrienausgleich, den muss ich schon komplett ausreizen. Es ist nicht einfach ein schön scharfes Bild zu bekommen.

Anschließend habe ich dann mal die Jupiter-Monde raussuchen wollen. Dabei ist mir negativ der Regenbogen-Effekt am Jupiter (und auch beim Erdmond) aufgefallen und dass es bei der Vergrößerung doch recht schwer fällt, das Fernglas so lange ruhig zu halten bis man die Monde als schwachen Punkt erkennt - wenn ich nicht wüsste dass sich die Monde tatsächlich genau dort befinden (heute abend ist es Callisto), würde ich die Punkte fast als Spiegelung deuten. Monde, die sich nahe am Jupiter befinden, lassen sich aufgrund des Regenbogens gar nicht beobachten.

Nun ist meine Frage erstmal, welche Effekte mit dem Fernglas zusammenhängen (beim Regenbogen ist das klar) und inwieweit diese bei anderen nicht auftreten. Ich würde das Glas nämlich doch umtauschen und tendiere erstmal doch zu dem von dir vorgeschlagenen 8x56LE.

Also konkret: Nimmt man beim 8x56LE einen RBE wahr? Welche Detailverluste ich aufgrund der niedrigeren Vergrößerung zu erwarten habe gegenüber dem 10x50 bzw. inwieweit werden diese durch die größere Lichtstärke kompensiert? Um mal konkrete Objekte zu benennen: Wie gut lassen sich z.B. die Jupitermonde beobachten, kann man bei Andromeda mehr als einen unförmigen Schleier sehen (oder hängt das hier nur mit der Lichtverschmutzung zusammen)? Und was kann ich mit dem 8x56LE nicht sehen, was man mit dem 10x50LE könnte.

Danke nochmal!
 
Zitat von tautologe:
Ich hab dann aber den Andromeda-Nebel gesucht, der nur als Schleier wahrnehmbar war. Ich weiß hier nicht, ob es an der Lichtverschmutzung liegt. Vielleicht auch am Dioptrienausgleich,
....

Monde, die sich nahe am Jupiter befinden, lassen sich aufgrund des Regenbogens gar nicht beobachten.

Die Sichtbarkeit von M31 hängt wenig mit dem Dioptrienausgleich oder der Schärfeeinstellung insgesamt zusammen. Nebelobjekte verlieren nur wenige von ihrem Erscheinungsbild, wenn sie ein klein wenig unscharf gestellt sind - im Gegensatz zu Sternen. Mitten in Hamburg: Das war die Lichtverschmutzung. Für Nebel musst du ins Dunkle fahren. Am ehesten lassen sich noch offene Sternhaufen beobachten, wenn sie das Glas als Einzelsterne auflöst.

Zu den chromatischen Effekten: Das ist einer der Punkte, wo sich Qualitätsunterschiede der Gläser zeigen. Hierin ist begründet, dass einige Gläser das zehnfache von anderen kosten, und in anderen Punkten (z.B. Streulichtunterdrückung) auch.
Zunächst musst du versuchen, den Planeten in der Mitte des Gsichtsfeldes zu halten, dort ist die Abbildung am besten. Wenn du zu einem anderen Glas tendierst, kannst du die Farbabweichungen auch am Tage testen. Dazu eignen sich kleine, kontrastreiche Objekte: Elektroleitungen gegen den bewölkten Himmel z.B. Die Farbsäume sind auch am Tage sichtbar, vor allem ins Blaue gehend. Der Gelbsaum ist schwere zu sehen, zumindest für mich.
Ich rate also dazu, das Glas am Tage auf Herz und Nieren zu prüfen, falls du nicht im Versand kaufst.
 
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