Lulin bei NGC 3024 & Co. im 24 Zöller

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

DeepSkyFreak

Aktives Mitglied
Hallo Leute!
Der erste „frühlingshafte“ Tag bot Mike, Erwin, Rudi jun. und Rudi sen. sowie mir auch wieder eine bereits lang ersehnte Deep Sky Beobachtungsgelegenheit. Ich leide ja zur Zeit auch unter akuter Galaxien-Abstinenz, da ich für einige Zeit in Österreich bin und mein Teleskop in der thailändischen Heimat steht. Aber Mike’s 24-Zöller ist da eine gute Behandlung für meinen Frust der momentanen Teleskoplosigkeit.
Die Bedingungen waren in dieser Nacht vom Sa, 28. Feb auf So recht brauchbar, Grenzhelligkeit so bei 5.6mag, ich bilde mir ein sogar besser im Zenith, aber immer wieder hohe Cirren-Bänke die über unseren Standort in der Obersteiermark hinwegzogen. Das Seeing war eher schlecht mit 5 (10) und wurde im Verlauf der Nacht auch kaum besser. DAS Ereignis der Nacht sollte aber durch die nicht so perfekten Bedingungen nicht getrübt werden – die Begegnung zwischen Lulin und der Galaxiengruppe NGC 3016, 3019, 3020, 3024.
Als wir den ersten Blick auf den Kometen und die Gruppe warfen, war Lulin etwa 15‘ von den Galaxien entfernt und es bot sich ein überwältigender Anblick bei 197x (13mm Nagler). NGC 3024 (13.1mag) ist eine helle edge-on Galaxie und kaum weniger auffällig als 3020 (12.2mag) die eine geringere SB aufweist. 3019 (15.2mag) entging uns zunächst, aber nach einem Blick auf die Karte und mit „averted vision“ sprang auch sie locker ins Auge. 3016 fiel besonders durch ein sehr heller kompaktes Zentrum auf.
Ein erneuter Blick auf Lulin um Mitternacht offenbarte uns dann die edge-on Galaxie NGC3024 innerhalb des Kometenkopfes! Trotz der Helligkeit von Lulin schien die 13.1mag Galaxie auffällig durch die Gasmasse des Kometen hindurch – was für ein Anblick!
Nachdem alle von uns andere Lieblingsobjekte haben, ging die weitere Reise ein wenig chaotisch, aber nicht minder interessant weiter:
M51: Trotz der hohen Cirren, die die Beobachtung ein wenig behinderten, ein grandioser Anblick. Dennoch, M101 und NGC2903 schlugen sich noch spektakulärer (siehe weiter unten).
M65, 66, NGC 3628: eines der schönsten Triplets am Himmel! Bei M65 fiel uns sofort das feine Staubband, das sich am Rand um die Galaxie windet, auf. Es macht M65 richtiggehend dreidimensional. Weitaus komplexer ist der Anblick von M66 mit ihrem riesigen südlichen Spiralarm und dem Anschein von zerrissener Struktur bei 197x. Toll! NGC3628: Zum ersten Mal konnte ich die äußersten Randbereiche dieser riesigen edge-on so detailiert erkennen. In meinem 15“ waren mir die ausfächernden Wolken an den extremen Rändern bislang verborgen geblieben. In Mike‘s 24“ bot 3628 einen sehr ungewöhnlichen Anblick, würde man doch nicht erwarten, das eine edge-on Galaxie an den Enden wieder breiter und komplexer wird! Wahnsinn. Die einzelnen Knoten im Staubband zu zeichnen wäre eine Aufgabe für Stunden gewesen.
M95, 96, 105: Riss mich nicht so vom Hocker (von der Leiter…) wie 65,66,3628. Vielleicht hätte ich mir mehr Zeit nehmen sollen. Nächstes mal.
NGC 2903: Ein Feuerrad am Nachthimmel! Der Detailreichtum in den Spiralarmen ist gewaltig. Ich bin kein schlechter Zeichner, aber so etwas zu Papier zu bringen wäre eine Herausforderung. 197x.
NGC 281: Dieser Gasnebel in Cassiopeia verlangt nach sehr guten Bedingungen und einem OIII Filter, den wir nicht hatten. Mit Filter hatte ich NGC 281 in meinem 15“ schon besser in Erinnerung. Solche und andere schwache Gasnebel sind tückisch, wenn die Verhältnisse nicht optimal sind.
NGC 2022: Ein Planetarischer zum drüberstreuen: Klein aber fein ist diese Miniversion des Ringnebels. Der 15.2mag ZS war eigentlich mein Ziel, blieb uns aber durch das schlechte Seeing verwehrt. 365x.
NGC 4361: Noch ein wenig beobachteter Planetarischer im Raben. Ein heller 13mag ZS ist umgeben von einer nebeligen ovalen Masse mit undeutlichen Strukturen. Obwohl 10.9mag hell, sieht der Nebel schächer aus als zu erwarten wäre. 197x.
M13: Ich brauche nicht zu erwähnen, wie ein Kugelhaufen in einem 24“ aussieht…
M101: Wieder ein Sprung zurück in die Galaxienwelt: Im 13er Nagler (197x) ein Anblick, den man nicht so schnell vergisst! Die Spiralarme sind aufgelöste in unzählige Knoten und Wolkenfetzen und durchsetzt mit ebenso vielen Vordergrundsternen. Trotz der geringen Flächenhelligkeit blieb der Gesamteindruck der Spiralarme schön erhalten. Grandios!
Den Abschluss des schönen Abends gaben wir noch einem Planetarischen:
Saturn: Eigentlich viel zu hell im 24“… hat wer einen Filter?... Die gute Qualität von Mike’s Spiegel (und der Nagler-Okulare) zeigte sich in der Beobachtung des Mondes von Enceladus (11.8mag) nur weinige Bogensekunden neben der hellen Ringkante des Planeten. Saturn selbst gab nichts her – das Seeing war einfach zu miserabel.
NGC2392 (Eskimo): Phantastisch blau-grün bei niedriger Vergrösserung und sogar noch bei 197x. Bei 197x waren auch beide „Hüllen“ des PN schön zu erkennen. Auch die dunkleren Gebiete in der inneren Hülle und um den ZS waren schön zu sehen. 365x brachte dann noch eine Steigerung der Detailreichhaltigkeit. Die ganze Gasmasse schien nun zerfetzt in Struktur, wobei die intensive Farbe bei dieser Vergrößerung nicht mehr auffällig war.
Alles in Allem eine tolle Nacht, in der wir auch noch andere Objekte wie M42, etc beobachteten. M42 zu beschreiben, würde aber ein paar Seiten benötigen ;)
CS, Armin, Mike & Co
 
Sorry für die vielen Schreibfehler im oberen Beitrag - ich war schon ziemlich "übernachtig"... :augenrubbel:
Armin
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben