Hallo Wolfgang,
vielen Dank für den Hinweis!
Das Nikon hatte ich schon mal auf dem Schirm und damals auch viel recherchiert.
Die Daten sehen wirklich sehr gut aus und Deine Empfehlung bedeutet mir recht viel, haben wir doch einen sehr ähnlichen Astrogeschmack ;-)
Heute ist das Lunt 20x70 bei mir angekommen und ich schildere mal meine ersten Eindrücke.
Das Glas kommt sehr gut verpackt und mit dabei ist eine sehr ansprechende und gut gemachte Tasche aus robustem Canvas mit Innentasche für Kleinteile und Zubehör:
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http://www.arsmachina.de/astro/lunt01.jpg
Und hier das corpus delicti neben dem Canon 15x50 IS:
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http://www.arsmachina.de/astro/lunt02.jpg
Der Grössenunterschied ist gewaltig, beim Gewicht ist es nicht ganz so schlimm, 1200 Gramm gegen 1950 Gramm
Hier das Lunt mit dem Stativadapter, der mir übrigens sehr gut gefällt. Er wird nach Abnehmen eines kleinen Schutzdeckels von vorne in die Schwenkachse des Glases geschraubt und nimmt das Glas deshalb fast in seinem Schwerpunkt auf. Das gefällt mir deutlich besser als Adapter, welche die Schwenkachse klemmen und dadurch viel zu weit hinten ansetzen.
Durch diese Art der Befestigung des Adapters stehen einem auch alle Möglichkeiten offen, kleine Einarmgabeln zu adaptieren, die es auf dem Zubehörmarkt gibt:
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http://www.arsmachina.de/astro/lunt03.jpg
Hier die rückseitige Ansicht mit den grossen und schön vergüteten Okularen.
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http://www.arsmachina.de/astro/lunt04.jpg
Und hier die blau vergüteten Objektive.
Das innere des Glases ist schön tief geriffelt und gut geschwärzt. Das sollte für einen guten Kontrast sorgen:
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http://www.arsmachina.de/astro/lunt05.jpg
Und hier nun das Glas wie ich es benutzen und testen werde, mit dem Manfrotto MagicArm am zero gravity chair:
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http://www.arsmachina.de/astro/lunt06.jpg
Natürlich habe ich gleich ein paar Tagbeobachtungen gemacht, auch im Vergleich mit meinen beiden Canon 10x42 und 15x50.
Testobjekte waren ein etwa 1000m entfernter Sendemast, diverse Hochspannungsleitungen sowie Ziegeldächer, Kamine und Backsteinwände - was man halt so mit einem Fernglas anschaut
Der Augenabstand von 16mm ist für mich ideal, ich kann das grosse Gesichtsfeld komplett überschauen.
Die Gummimuscheln lassen sich aber für Brillenträger auch umklappen.
Die für ein Astroglas übliche Einzelfokussierung lässt sich gut einstellen und geht weder zu leicht noch zu fest.
Sehr praktisch ist die extrem lange Skala auf den Okularen, meine Augen sind absolut identisch und wenn ich eine Seite scharfgestellt hatte musste ich auf der anderen Seite einfach nur genau den selben Wert einstellen und es hat perfekt gepasst.
Die Abstufung der Vergrösserungen meiner Testgläser von 10x, 15x und 20x passt wie erwartet sehr gut, die Detailerkennung mit 20x am Sendemast ist erkennbar am Höchsten.
Verzeichnungen an senkrechten oder waagerechten Objekten konnte ich keine feststellen, auch die Randunschärfe ist minimal, man muss sie wirklich explizit suchen um sie zu sehen, aber hier wird sich genaueres bei Nacht zeigen...
Auch die CA an hellen Kanten im Randbereich gestaltet sich wie erwartet, beim 10x42 ist sie nicht vorhanden, beim 15x50 sieht man leichte purpurne und grüne Ränder, beim Lunt sind diese etwas stärker und intensiver.
Aber auch das muss gar nichts bedeuten, denn ich will keine Wäscheleinen sondern Sterne betrachten.
In der Bildmitte konnte ich auch an hellen Kanten keine CA feststellen.
Die generelle Schärfe des Glases ist sehr gut und kann sich durchaus mit den Canons messen.
Nun hoffe ich auf gutes Wetter.
Ich habe vor das Glas bis zum nächsten Neumond zu behalten, so kann ich sämtliche Beobachtungsszenarien vom Vollmond bis zu Deepsky ausprobieren, auch werde ich versuchen Saturn noch zu erhaschen.
Grüsse Jochen