Lustbühelnacht mit 16"

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norbert

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>> Beobachtungsbericht vom 12. Jänner 2003, 21.50 - 23.40 Uhr am
>> Observatorium Lustbühel/Graz bzw. 0.15 - 0.55 in Wildon (Norbert
>> Steinkellner)
>>
>> Geräte:
>>
>> Am Lustbühel:
>> Teleskop: 16" SC Meade LX-200 (f/10) auf Goto-gesteuerter Montierung
>> Okulare: 40mm, 26mm, 12,3mm (alle Meade Superplössl Serie 4000),
>> zusätzlich ein 40mm 2" GSO "SP" (Dreilinser, "TS-Astro")
>>
>> In Wildon:
>> Teleskop: GSO 680 8"-Newton in Dobsonmontierung
>> Okulare: 25mm TAL-König, 22-7,4mm TS-Zoom, Antares 2xBarlow
>> (achromatisch)
>>
>> Endlich klarer Himmel für das Astropraktikum - und obwohl die Sterne
>> gefährlich und unheilverheißend funkeln und zudem der schon recht
>> satte Mond (10. Tag) vom Himmel brennt, geht's auf zum Lustbühel, wo
>> Volker Leinweber und Christian Möstl schon bei ihrer ersten
>> Aufwärmpause sind.
>>
>> Hinauf zum 16"er und ein Blick auf den eingestellten Mond: meine
>> Befürchtungen bezüglich der Luftqualität werden noch deutlich
>> übertroffen: ein fürchterliches Wabern, im 26mm (154fach) schmerzt es
>> geradezu in den Augen, selbst im 40mm (100fach) ist es kaum
>> erträglich. Trotzdem beginne ich gleich mit meinem
>> Beobachtungsprogramm (nach der Nebel- und
>> Wolkenorgie der letzten 1000 Wochen (?) ist man eben ausgehungert
>> ...).
>>
>> Alle Richtungsangaben im folgenden beziehen sich auf die Abbildung
>> des Teleskopes, also in diesem Fall: Aufrecht und seitenverkehrt (SC
>> + Zenitprisma), im Newton dann: auf dem Kopf stehend.
>>
>>
>> CLAVIUS: Eines der prächtigsten Mondobjekte, sie ich meine, leider
>> schon ein gutes Stück weg vom Terminator. Im Wallrund dieses großen
>> Kraters "fehlt" an einer Stelle ein gutes Stück des Walles, ca. 50°.
>> Links daneben hat ein Krater den Wall zerbombt. Ein Stück (etwa 80°)
>> weiter gegen den Uhrzeigersinn hat sein "Zwillingsbruder", bei dem
>> allerdings ein
>> deutlicher Zentralberg auszumachen ist, ebenfalls den Wall zerbombt.
>> An diesen Krater schließt sich ein Bogen an kleiner werdenden Kratern
>> in der Wallebene an, vier an der Zahl. Zwischen dem zweiten und dem
>> dritten ist ein undefinierbares Etwas im Gewaber der Abbildung zu
>> erkennen.
>
> Dreifachstern Gamma Andromeda: 2.2m/4.9m, 9,6" (der beiden
> Hauptkomponenten):
>
> Ein schöner farbiger Doppelstern im 26mm: ein hellweißer Hauptstern
> und ein blauer Nebenstern. Alerdings: das Seeing zerfetzt den
> Hauptstern fast bis zu seinem Begleiter, die Sternbilder sind
> erbärmlich. Von der 3. Komponente ist da nicht einmal zu träumen ...
>
> M1 (Crab-Nebel):
>
> Unter diesen Bedingungen (Mond + Kulturhauptstadt Graz 2003) scheinbar
> eine fast unlösbare Aufgabe. Ich bildete mir ein, bei indirektem Sehen
> einen Hauch von "trüben Fleck" zu sehen, der sich beim Bewegen des
> Teleskopes iom Blickfeld bewegte, also kein Dreck an der Okularlinse
> des 26mm sein konnte ...
>
> M35:
>
> Im 40mm Meade íst das Gesichtsfeld vom Sternhaufen praktisch völlig
> ausgefüllt, die äußersten Bereiche abgeschnitten. in meinem GSO
> 2"-Okular macht sich dieser grosse OH dank mehr Umgebung deutlich
> besser. Bei beiden ließ sich die Abbildung kaum scharfstellen, besser
> gesagt: gar nicht. Ich finde die Fokussierung dieses LX-200 überhaupt
> schrecklich, mit dieser Schraube ist an ein feinfühliges Fokussieren
> gar nicht zu denken.
>
> Auffällig im Sternhaufen: ein rötlich-gelblich leuchtender Stern, der
> einzige mit deutlicher Farbe im ganzen Haufen, unter dem sich eine
> nach "links" drehende bogenförmige Kette von helleren Sternen
> anschließt.
>
> Vom dichten OH, der direkt neben M35 sein sollte, konnte ich nichts
> ausmachen.
>
> M37 (wenn wir gerade in der Gegend sind ...):
>
> schöner dichter OH, besonders eindrucksvoll sieder im 2"-Okular,
> obwohl uns auffiel, dass die Qualität der Randabbildung des
> 2"-Dreilinsers bei weitem nicht mit der der Meade 4000 SP (haben die
> nicht eine
> eudiaskopische Bauform?) konkurrieren kann - na kein Wunder, für einen
> Dreilinser finde ich es trotzdemn seehr ordentlich!
>
> M42: Orionnebel
>
> Im 40mm Meade: Das Trapez ist deutlich sichtbar, der Nebel wunderbar
> hell und deutlich grün gefärbt - sehe ich zum ersten mal! Von "rechts"
> ragt unübersehbar eine Dunkelwolke in den hellen Emissionsnebel und
> scheint weit hinein bis dicht vor das Trapez zu reichen. Mehrere
> Ausläufer des Nebels sind zu sehen, am deutlichsten einer über einer
> Kette von 3 hellen Sternen. Am seiner Unterseite läuft M42 recht spitz
> zu.
>
> 26mm: Die Ausläufer sind noch besser zu sehen, vor allem ein
> lichtschwächerer, jedoch sehr ausladender , der sich bei "11 Uhr" nach
> "links" hinauszieht. Ein richtiges Scharfstellen war aber wieder nicht
> möglich ...
>
> 12,3mm: Der Nebel ist damit nicht mehr gut zu sehen, das Trapez konnte
> vollends nicht mehr scharfgestellt werden.
>
> Jupiter:
>
> Im 26mm ein cremefarbener Gatschfleck mit allen seinen 4 Monden im
> Gesichtsfeld: 3 relativ nahe der Planetenscheibe, einer am Rand des
> Gesichtsfeldes. Selbst die beiden Äquatorialbänder sind kaum zu
> erkennen!
>
> Saturn:
>
> Volker und Christian haben die Cassiniteilung vor einer Stunde noch
> ausmachen können, jetzt war keine Chance, mit keinem Okular. Keinerlei
> Details an Planet oder Ring.
>
> theta Tauri (3.4m/3.8m, 5,7' Distanz):
>
> weiter Doppelstern, Im 26mm noch beide Komponenten zu sehen, aber
> schon sehr weit auseinander, geht eben noch so ins Gesichtsfeld. Ein
> Stern ist weiß bis blauweiß, der andere deutlich gelblich.
>
> Wir wollten noch einmal M1 mit meinem Astronomics UHC-Filter
> probieren, da steckte die Kuppel der Sternwarte fest, und es begann zu
> läuten, das war's dann. Wir konnten den Fehler nicht einfach beheben
> und räumten zusammen.
>
>
> Teil2: 0.15 bis 0.55 Uhr, Wildon:
>
> Zuhause stand dann der bereits gut ausgekühlte Dob im Garten, und ich
> sauste zum Vergleichen.
>
> Jupiter:
>
> Dank Telrad stelle ich solch Zeugs gleich schnell ein wie mit Goto...
> und jetzt war ich erstaunt. Welch ein Unterschied! Im 8"er waren die
> beiden Äquatorialbänder deutlich, das "untere" deutlich dunkler und
> kompakter als das "obere", eher zerfledderde. Die "obere" Seite des
> Jupiter war deutlich dunkel gefärbt, auf der "unteren" Seite war noch
> ein weiteres Band zu sehen, etwa in der Mitte zwischen dem
> Äquatorialband und dem Pol. Verwendetes Okular: TS-Zoom ohne und mit
> 2xAntares Barlow. Der bei jeder Vergrößerung deutlich zentrale
> Fangspiegel im exfokalen Bild bestätigte mir erfreulicherweise den
> Erfolg der heute vormittag
> geleisteten Justierarbeit. Kurt Schreckling sei Dank!
>
> Saturn:
>
> Auch mit dem GSO keine Cassiniteilung. Immerhin ist der äußere Rand
> des Ringes dunkler als der innere Bereich zu sehen.
>
> M42:
>
> schön im 25mm König, am besten aber im Zoom bei 160fach. Struktur,
> Dunkelwolke und Ausläufer gut sichtbar, natürlich weniger hell als im
> 16"er und ohne Farbe. Dafür lässt sich das Bild deutlich besser
> scharfstellen.
>
> M35: auch im GSO mit dem 25mm "allein", ohne den dichten OH daneben.
> Hier sind alle Sterne weiß, kein färbiger wie im 16"er...
>
> M1: nicht gefunden, allerdings nur kurz gesucht (brrrr!)
>
> Mond: Bei 160fach im Zoom war Clavius einerseits "ruhiger",
> andererseits weniger "fein" zu sehen als bei 154fach im 16"er auf der
> Sternwarte.
>
> Da das Zittern meiner Primäroptik (Ich!) das Seeing schon locker
> übertraf, trat ich dann die Flucht Richtung heisser Tee an!
>
>
> Norbert Steinkellner
 
Hallo Norbert,

wie hat Dir der Abend gefallen? Ausser dem Orion schienen die anderen Objekte ja eher nicht so toll gewesen zu sein. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> M1 mit einem 16" SC hätte ja eine Wucht sein müssen! In der Liste fehlen schwache Nebel, bei denen das Telekop hätte zeigen können, wo der Hammer hängt. War wohl zu hell. Da freut man sich wieder auf einer dieser klaren, dunklen Nächte. In letzten Januar-Drittel sieht es ja wieder gut aus mit dem Mond. Der wird dann erst spät wieder sichtbar. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Clear skies
Jens
 
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