Anette_Aslan
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Liebes Astrovolk,
der für mich äusserst fluffige Krabbennebel M-1, der Gottseidank leicht aufzufinden ist und sich gleich neben Zeta Tauris befindet, entpuppt sich nicht unbedingt als visueller Hit im Teleskop eines Ottonormalsterblichen.
Ich suche ihn aber immer wieder gern auf, um an ihm auch ein wenig Erfahrung mit dem Seeing zu machen, es gibt ja Nächte, da ist er nicht zu sehen.
Als ich ihn neulich so in meinem 32mm im Zehnerdob hatte, da stellte ich mir vor, meine Nachbarin stünde ausgerechnet in diesem Moment am Zaun und fragt, ob sie denn auch mal reinschauen dürfe?
Nicht auszudenken, wie ich dieses Gefluffe ausschücken müsste, um einer weiteren peinlichen Frage auszuweichen: uuuuund dafür kaufen sie sich diese teuren Teleskope?
Zunächst einmal werden absolut unerfahrene Nicht-astro-interessierte eh beim Erstenmal falsch ins Oku schauen und gar nichts sehen, wenn es nicht der Vollmond ist.
Dann sehen die Leute nichts, weil das was sie zu sehen erwartet haben auch sowieso niemals zu sehen ist: eine schöne bunte und rotierende Galaxie mit herrlich detailreichen Spiralarmen.
Wenn ich sie mit mehreren Anläufen dann langsam an den Durchblick durch ein Okular eingespielt habe, wird sie vielleicht diesen Hauch von Hauch wahrnehmen.
Dann muss ich dazu aber einen halben Astrovortrag halten: ja, also das ist der Krabbennebel, ein Supernova-Überrest, also quasi nur noch der Staubring oder Sternenhülle, der ins Universum geschleudert wurde vor ein paar millionen Jährchen.
Schon die alten Chinesen haben um 1054 diese überaus nicht zu übersehende Explosion am Himmel beobachtet und berichten in ihren Analen davon, doch unsere lieben Mittelalterastronomen haben da nichts verzeichnet, weil wir wohl wie immer oder meistens diesen Hochnebel hier haben....oder weil man nicht sieht, was nicht sein darf, sowas gibts ja.
Jedenfalls ist der Überrest-Stern im Zentrum dieser Sternenhülle der erste Pulsar, der überhaupt entdeckt wurde...aber das ist ein Bereich der Radioastronomie.........
Frau Nachbarin, die auch schon um einiges Älter ist als ich und lieber Weihnachtssterne auf dem Kirchweih-Markt kaufen würde, staunt und staunt, es wird ihr sichtlich kalt und kälter und sie bedankt sich und geht von hinnen, mit der Idee im Kopf, dass ich einen supernovamässigen Knall haben muss, für sowas Geld auszugeben.
Vor 40 Jahren hätte mir vorher aber auch einer ganz schön was erzähhlen müssen, damit ich solche Objekte wie M-1 zu schätzen weis. Es ist einfach gut, recht viel Hintergrundinformation zu den einzelnen Objekten am Himmel zu haben, wegen dieser peinlichen Momente...und der teuren Instrumente.........
Liebe Grüsse von Anette
der für mich äusserst fluffige Krabbennebel M-1, der Gottseidank leicht aufzufinden ist und sich gleich neben Zeta Tauris befindet, entpuppt sich nicht unbedingt als visueller Hit im Teleskop eines Ottonormalsterblichen.
Ich suche ihn aber immer wieder gern auf, um an ihm auch ein wenig Erfahrung mit dem Seeing zu machen, es gibt ja Nächte, da ist er nicht zu sehen.
Als ich ihn neulich so in meinem 32mm im Zehnerdob hatte, da stellte ich mir vor, meine Nachbarin stünde ausgerechnet in diesem Moment am Zaun und fragt, ob sie denn auch mal reinschauen dürfe?
Nicht auszudenken, wie ich dieses Gefluffe ausschücken müsste, um einer weiteren peinlichen Frage auszuweichen: uuuuund dafür kaufen sie sich diese teuren Teleskope?
Zunächst einmal werden absolut unerfahrene Nicht-astro-interessierte eh beim Erstenmal falsch ins Oku schauen und gar nichts sehen, wenn es nicht der Vollmond ist.
Dann sehen die Leute nichts, weil das was sie zu sehen erwartet haben auch sowieso niemals zu sehen ist: eine schöne bunte und rotierende Galaxie mit herrlich detailreichen Spiralarmen.
Wenn ich sie mit mehreren Anläufen dann langsam an den Durchblick durch ein Okular eingespielt habe, wird sie vielleicht diesen Hauch von Hauch wahrnehmen.
Dann muss ich dazu aber einen halben Astrovortrag halten: ja, also das ist der Krabbennebel, ein Supernova-Überrest, also quasi nur noch der Staubring oder Sternenhülle, der ins Universum geschleudert wurde vor ein paar millionen Jährchen.
Schon die alten Chinesen haben um 1054 diese überaus nicht zu übersehende Explosion am Himmel beobachtet und berichten in ihren Analen davon, doch unsere lieben Mittelalterastronomen haben da nichts verzeichnet, weil wir wohl wie immer oder meistens diesen Hochnebel hier haben....oder weil man nicht sieht, was nicht sein darf, sowas gibts ja.
Jedenfalls ist der Überrest-Stern im Zentrum dieser Sternenhülle der erste Pulsar, der überhaupt entdeckt wurde...aber das ist ein Bereich der Radioastronomie.........
Frau Nachbarin, die auch schon um einiges Älter ist als ich und lieber Weihnachtssterne auf dem Kirchweih-Markt kaufen würde, staunt und staunt, es wird ihr sichtlich kalt und kälter und sie bedankt sich und geht von hinnen, mit der Idee im Kopf, dass ich einen supernovamässigen Knall haben muss, für sowas Geld auszugeben.
Vor 40 Jahren hätte mir vorher aber auch einer ganz schön was erzähhlen müssen, damit ich solche Objekte wie M-1 zu schätzen weis. Es ist einfach gut, recht viel Hintergrundinformation zu den einzelnen Objekten am Himmel zu haben, wegen dieser peinlichen Momente...und der teuren Instrumente.........
Liebe Grüsse von Anette