M1, die Reste der Supernova von 1054

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doktorflix

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Seit kurzem versuche ich lohnende Deep-Sky-Objekte aufzuspüren, ich verwende jetzt einen D=150mm/f=750mm GSO-Reflektor, den ich bei W.Ransburg erstanden habe. Mit dem 25mm Okular habe ich knapp zwei Grad Gesichtsfeld, mit dem 10mm Plössel sind es 45Gradminuten. Nachdem ich im letzen Jahr schon mit meinem alten D=114mm/f=500mm-Bresser im Orion "fündig" geworden bin, hatte ich nun gedacht, der Krebsnebel wäre für das neue Gerät mal interessant. Saturn steht jetzt ja auf derselben Breite wie M1 aber knapp 10 Längenminuten westlicher. Da habe ich mich von Saturn 1 1/2 Gesichtsfelder nach Westen gehangelt, was ich sah, hat mich aber enttäuscht. Der Deep-Sky-Filter half auch nicht.
Ist der Spiegel immer noch zu klein? Ist Saturn zu hell, zu nahe? Oder liegt es daran, dass ich in unserer 5000-Seelenstadt auf der Terasse geblieben bin, statt ins Feld zu fahren.
Wer beantworte auch Anfängerfragen?
Felix Lion, FLion@t-online.de
 
Hallo Felix,

an M1 habe ich mich mit meinem 8"er erst einmal versucht; ist leider schon etwas her. Aber auch mit 20cm Öffnung habe ich ihn als noch nicht berauschend in Erinnerung. Sah etwas wie ein KH im Feldstecher aus. Ein verwaschener, ziemlich kleiner Fleck. Allerdings ebenfalls unter erhelltem Kleinstadthimmel beobachtet.
 
Hallo,

stimmt, M 1 ist visuell kein Brüller.
Entscheidend ist ein dunkler Himmel, dann ist es zumindest kein schwieriges Objekt mehr. Nebelfilter helfen nicht, da der Nebel sog. Synchrotronstrahlung aussendet, keine Linien-Emission wie bei 'normalen' Gasnebeln.
Feine Strukturen im Nebel werden erst bei grossen Teleskopen, ich sag mal ab 40cm Öffnung aufwärts, sichtbar.

Gruss

Markus
 
Hallo Felix,

wenn Du von M1 enttäuscht warst, hast Du wohl einfach zu viel erwartet. Zwischen 114mm Öffnung und 150mm liegen ja nun auch nicht gerade Welten. Das ist in der Fläche gerade mal ein Faktor von 1.73, also deutlich weniger als eine Größenklasse (Faktor 2.51). Mit 10" unter 6Mag Himmel sehe ich in M1 auch nur ansatzweise Strukturen. Wenn man sich Zeit für ein Objekt nimmt, sieht man jedoch nach und nach mehr, die subtilen Kontraste erschließen sich meist nicht auf den ersten Blick. Außerdem verbessert sich das 'astronomische Sehen' mit zunehmender Erfahrung. Mit 150mm Öffnung solltest Du aber zumindest einen deutlichen, ovalen Nebelfleck erkennen können, falls die Himmelsqualität gut ist. Ich selbst war am Anfang froh, die gesuchten Objekte überhaupt im Okular erkennen zu können ...
Eine Menge Struktur hingegen solltest Du mit Deinem Teleskop im Orionnebel bei mittlerer Vergrößerung sehen können; schonmal versucht?
 
Ciao,

M1 ist ein etwas enttäuschendes Objekt, mach Dir nix draus. Selbst im C11 ist es nicht so toll. Filter-Tests besagen, dass auch sie wenig Verbesserung bringen. Dürfte daran liegen, dass das meiste Licht Synchrotronstrahlung (kontinuierliches Spektrum) ist, wie oben schon gesagt wurde.

Aus http://www.cloudynights.com/howto/filters.htm:

M1 CRAB NEBULA (SNR in Taurus)
DEEP-SKY: (3) Improves the contrast and brings out the wispy arc-like cusp on the eastern end.
UHC: (4) Darkens the background and reveals little hints of tattered detail on the edges with the eastern "cusp" now more visible.
OIII: (3) Much darker than in UHC, and appears slightly smaller and somewhat rounder, but with hints of filamentary detail on the edges and across the nebula at moderate powers.
H-BETA: (0) barely visible.
RECOMMENDATION FOR M1: UHC/DEEP-SKY (H-beta not recommended).


Gruss,
Peter
 
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