M15 nur nebliger Fleck...

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thebadhabbit2001

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Hallo liebe Kollegen,

ich habe eine bescheidene Frage. Ich habe gerade versucht M15 zu beobachten. Nach etwas Suche am Landhimmel habe ich das gute Stück per Starhopping von Enif aus entdeckt.

Leider habe ich nicht viel mehr als einen nebligen Fleck erkannt. Keine aufgelösten Sterne, nix. Das helle Zentrum war zwar zu erahnen, aber alles in allem nur ein großer unscharfer Flatschen.

Dejustage kann ich eigentlich ausschließen, da ich kurz vorher Jupiter in guter Qualität beobachtet habe.

Mein Equipment ist ein 200/1000 Newton, die Okularwahl viel auf eine 2x Barlow mit 25mm, 20mm und 12,5mm. Brachte alles aber keine Verbesserung.

Frage: Warum habe ich nur einen nebligen Fleck gesehen?

Vielen Dank vorab für Eure Unterstützung.

Gruß
Sven
 
Hi Sven,

aus meinen vergangenen Beobachtungen fasse ich zusammen:
M15 hat ein sehr kompaktes Zentrum. Mit dem 12"er konnte ich erste Sterne aufgelöst ab ca. 80-facher Vergrößerung ausmachen. Ab 115-fach waren viele Sterne erkennbar, das Zentrum blieb jedoch weitgehenst kompakt, was sich auch bei höheren Vergrößerungen im Regelfall nicht weiter auflösen ließ. Bei seltenen Ausnahmen - wenig Seeing - ging auch mal etwas mehr.

CS
Chris

 
Moin Chris,

willst Du mir damit sagen, ich habe einfach nicht hoch genug vergrößert? Mit meiner Konfiguration habe ich ja zumindes mit dem 12,5mm Okular auf 80x vergrößert. Aber außer, dass der verschwommene neblige fleck größer geworden ist, ist nichts an detaillreichtum dazugekommen.

Kannst Du mir sagen was ich tun muss, um diesen Sternhaufen auflösen zu können? Oder alternativ, gibt es Sternhaufen, die sich für meine Konfiguration besser eignen?

Vielen Dank und Gruß
Sven
 
Ich hab gestern Nacht auch mal das Rohr in die Richtung gedreht, während Io vor Jupiter vorbeizog. Leider hatte ich massig Licht im Rücken (Notiz an mich selbst: Lichtdichtes Badezimmer- Fensterrollo besorgen!) und leichten Dunst.
Ich konnte mit dem 203/1000 Newton ab etwa 100fach eine leichte Körnigkeit des Zentrums ausmachen. Einzelsterne konnte ich aber nicht auflösen. Der Rand soff im Fremdlicht ab. Höhere Vergrößerungen kosteten zu viel Helligkeit.

Wenn Du ein einfacheres Objekt suchst, kann ich Dir M13 im Hercules empfehlen, falls Du den noch nicht beobachtet hast. Der steht aktuell nach Sonnenuntergang halbhoch im Westen. Warte aber nicht z lange, sonst steht er zu tief.

Gruß
Andreas
 
Hi Sven,

ich wollte damit sagen, dass M15 auch mit mehr Öffnung nicht unbedingt immer und schon gar nicht immer bis zum Zentrum auflösbar ist.
Die Erfolgsaussichten mit einem 8"er M15 aufzulösen sind entsprechend geringer. Da hilft auch höheres Vergrößern nicht.

Konkrete Empfehlungen für "auflösbare" Kugelhaufen möchte ich nicht geben. Es ist m.E. das Wesen des Beobachtens, das selbst herauszufinden. ;)

CS
Chris
 
Servus.

Meine Beobachtung zu Messier 15:

200/800mm Newton:

Vergrößerung 170x.
Großer Sternhaufen. Sehr hell. Heller Kern, 1/3 vom Haufendurchmesser.
Bis zum Kern in unzählige feine Sterne aufgelöst. Um dem Haufen sind versprengte Gruppen. Rund.


300/1200mm Newton:

Vergrößerung 255x.
Sehr heller und deutlich sichtbarer mittelgroßer Kugelsternhaufen.
Kleiner, heller und kompakter Kern. Der Kern ist nicht aufgelöst.
Die Bereiche um den Kern sind in unzählige Sterne aufgelöst.
Aus dem Haufen gehen viele Sternketten heraus.
Runde Grundform. Unregelmäßiger Rand mit sternleeren Einbuchtungen.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Hallo Andreas,

so ähnlich lässt es sich beschreiben, was ich auch gesehen habe. Nur die Körnigkeit blieb mir auch verwehrt. Das zum Rand hin alles "absoff" beschreibt es sehr gut.

Ich habe zwar sehr viel theoretische Erfahrung, in der praktischen Astronomie bin ich aber noch ein echter Anfänger :-)
Es hatte mich nur überrascht, dass ich so rein gar nichts an M15 ausmachen konnte, dachte daher zuerst an eine Fehlkonfiguration meines Fernrohres...

M13 ist ein guter Tipp, vielen Dank. Beobachtet habe ich ihn noch nicht, M15 war sozusagen mein Einsteigerhaufen. Es kann also nur besser werden ;-)

Vielen Dank für die vielen Antworten und guten Hinweise. Ich berichte wieder wenn ich M13 ausgemacht und beobachtet habe.

Thx und clear skies
Sven
 
Hi Sven,

stimmt deine Justage? Wie war dasSeeing bei dir Gestern?
M15 sollte ab 6" am Rande aufgelöst sein.

Gruß
Lots
 
Hallo Sven,

mit deinem 8" Newton sollten um M15 an sich schon deutlich Einzelsterne hervortreten. Ich hatte gestern zufällig die Gelegenheit, M15 durch einen C8 zu betrachten. Der Kugelsternhaufen war bis auf das Zentrum deutlich in Einzelsterne aufgelöst. Ein herrlicher Anblick war dass...
Selbst mein 4" Refraktor zeigt bei geduldiger Betrachtung und dunklem Himmel schon schwach Einzelsterne aufblitzen. Wobei hier das Bild des "nebligen Flecks" überwiegt.
Vielleicht hattest du Dunst? Oder schlechtes Seeing?
M13 ist leichter aufzulösen. Schon mit 4" sind eine Vielzahl schwache Einzelsterne um das nebulöse Zentrum erkennbar. Der Herkuleshaufen ist größer und nicht so kompakt wie M15.

Gruß,

Stefan
 
Zitat von Lots:
Hi Sven,

stimmt deine Justage? Wie war dasSeeing bei dir Gestern?
M15 sollte ab 6" am Rande aufgelöst sein.

Gruß
Lots

Jetzt verunsichert ihr mich doch, na toll ;)
Vielleicht dich Dejustage? Ich weiß es nicht, zumindes per Lasercollimator sah alles gut aus. Vielleicht hab ich unbemerkt auch schon mit Taubeschlag zu kämpfen gehabt?

Ich hoffe eine der nächsten Nächte noch einmal nutzen zu können und versuche M15 auf´s Korn zu nehmen. Komme ich denn mit 80facher Vergrößerung an meinem 8" Newton in den Genuß von aufgelösten Sternen, wenigstens am Rand?

Gibt es eine einfache und sichere Methode das Seeing zu bestimmen? Derzeit behelfe ich mir mit meteoblue.com...

Thx und Gruß
Sven
 
Hi Sven,

80facher Vergrößerung an meinem 8" Newton in den Genuß von aufgelösten Sternen, wenigstens am Rand?

Aha, da haben wir es. Wenn Justage und Seeing OK, dann kann es eigentlich nur noch an der fehlenden Vergrößerung liegen. 80fach ist einfach zu wenig. Probiere es mal mit 150x. Es gilt bei Kugelsternhaufen. So hoch wie es das Seeing erlaubt, je höher umso besser. Gerade wenn man den KS in Einzelsterne auflösen will.

Gruß
Lots
 
Hallo Lots,

okay, dass könnte dann wirklich der Knackpunkt sein.

Ich bin mir grad auch gar nicht mehr sicher, ob ich bei dem 12,5mm auch die Barlow davor gesetzt habe, rein rechnerisch wären das ja schon 160x Vergrößerung gewesen. :gutefrage:

Bei dem 20mm und 25mm mit Barlow wäre ich bei 80x und 100x Vergrößerung gelandet. ?)

Ich denke ich werde einfach nochmal testen. Auch M13 versuche ich mal ins Rohr zu kriegen, wobei ich im Westen deutliche Aufhellung durch Stadtlicht (Essen) habe. Mal sehen was da geht...

P.S. Hat jemand noch Tipps bzgl. der Bestimmung vom Seeing?

Vielen Dank und Gruß
Sven
 
Hallo zusammen,

ordentlich Traffic bei Sternhaufens! Ob sich da jemand beobachtet fühlt?

Wir haben gestern in GT ebenso beide Objekte im 12" f/5 Dobson beobachtet und hüben wie drüben Einzelsterne auflösen können. Mir gefiel M15 deutlich besser, das lag aber daran, dass Herkules schon relativ niedrig im Westen stand. Beobachtet wurde vorwiegend mit Nagler T6 in 11 und 7 mm, also 136 und 214-fach.

Das Vorstadtseeing (Bortle 4-5) würde ich auf 2-3 auf Stathis Skala beziffern.

Herzlich, Olaf
 
Zitat von Cor_Caroli:
Beobachtet wurde vorwiegend mit Nagler T6 in 11 und 7 mm, also 136 und 214-fach.

Ohje, ich seh schon mit meinen Vergrößerungen hinke ich da weit hinterher.

Die Vergrößerung scheint hier wirklich die Lösung zu sein. Vom Gefühl würde ich behaupten, dass das Seeing deutlich zu schlecht war um noch höher zu Vergrößern.

Ich hatte am Jupiter stellenweise schon eine ordentliche Suppe im Okular.

@Lots: Danke für den Link.

Gruß
Sven
 
Hi Sven,

komisch also 80x zu hoch, das muss das Seeing ja grauenhaft gewesen sein. Wobei Jupiter zum messen das Seeing eher ungeeignet ist. Am Besten ein Stern 2ter Größenklasse höher 60° nehmen. Das Seeing ist sehr stark Höhen abhängig. Auch darauf achten das keine Dächer/Schornsteine direkt unter dem Objekt stehen.
Faustregel: Je Höher umso besser. Unter 30° haste in Deutschland fast immer "Suppe"!

Gruß
Lots
 
Hi Sven,

das könnte dann auch Tubus-Seeing sein.
Hast Du einen Lüfter am Tubus?
 
Hallo Chris,

nein, ich habe keinen Lüfter dran. Aber ich gebe meinem Teleskop eigetnlich genug Zeit auszukühlen. 45-60 Minuten plane ich immer ein.

Nach meiner Einschätzung und dem was ich bis dato gelesen habe sollte die Zeit reichen. Der Lüfter sorgt eigentlich ja nur für eine schneller Auskühlung.

Oder täusche ich mich, dann korrigiert mich bitte! :super:

Gruß und cs
Sven
 
Hi Sven,

Threads über Lüfter und deren Sinn gibt es hier zu genüge. Einfach mal suchen ;-)

CS
Chris
 
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