M51 mit 12" F5 Dobson & Asi120mm | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

M51 mit 12" F5 Dobson & Asi120mm

komposer

Mitglied
Hallo,

jetzt konnte ich gestern Nacht mein länger auf der Wunschliste stehendes Vorhaben M51 mit dem 12" F5 Dobson & Asi120mm umsetzen.
Belichtungszeit 313 x 2 Sek. mit meiner manuellen Selbstbauplattform.

Echt erstaunlich was mit so wenig Gesamtbelichtungszeit mit dem Dobson möglich ist. Hier das 80% verkleinerte Luminanzbild:
Zielbild-g4p80s2c.jpg


Die Farbe stammt von dieser Aufnahme mit meinem 76/300mm Newton Selbstbau:
M51-160418-300mm-neu2c.jpg


In Fitswork angepasst, anschließend ein L-RGB erstellt und noch etwas in gimp weiter bearbeitet:
M51-050519-1500mm-p80c.jpg

Gruß,
Holger
 

AstroRider

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Hallo Holger,

echt cool was Du da machst.
Jetzt wäre es noch spannend, wie so ein Bild mit einer der moderneren
ASI´s z.B. ASI290MM aussehen würde.

Grüße
Volker
 

komposer

Mitglied
Hallo Volker,

die Asi120mm ist zumindest schon einmal deutlich empfindlicher als die Asi120mc. Mit der manuellen Plattform und der Hand am Hebel ist so etwas ein echtes Geduldsspiel. Die 313 Frames brauchten über eine halbe Stunde und ich war beim Aussortieren nicht gerade streng. Da sind also auch noch weniger gute Einzelbilder im Stack.

Ein größerer Sensor wäre natürlich eine feine Sache, denn bei 1500mm Brennweite sind ca. 6mm Diagonale echt sehr wenig.
Da passen nur recht kleine Objekte drauf.

Gruß,
Holger
 

Optikus

Mitglied
Moin,

dann stellt sich die Frage, was wäre denn - bleibt man bei ASI - die nächste Evolutionsstufe? Da gibt's inzwischen so viele Modelle, dass man langsam den Überblick verliert.

CS
Jörg
 

DocHighCo

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Hallo,

ja die 120MM ist empfindlicher als die 120MC. Sie hat komischerweise auch einen anderen Sensor. Das kommt nicht nur vom Wegfall der Bayermaske.
Für mich ist nicht das Bildergebnis das Erstaunlichste, sondern wie Holger es schafft die Galaxie im kleinen Blickfeld des Sensors zu halten beim Aufnehmen. Das verlangt bestimmt nach viel Fingerspitzengefühl.
Bei kurzen Aufnahmen ist ein rauschärmerer Sensor noch mal deutlich im Vorteil, wenn das Ausleserauschen wesentlich wird. Für die ASI120 findet man Angaben von fast 3,5 - 4 e beim Ausleserauschen und für die 290 weniger als 1 e - also nur ein Viertel. Wenn das Signal/Rauschverhältnis bei Kurzeitbelichtungen vom Ausleserauschen dominiert wird, müßte man bei schwachen Signalen mit der ASI120 fast 16 mal solange belichten wie mit der ASI290, um auf das gleiche S/R zu kommen!
Deshalb ist es klasse, was Holger hier noch mit der ASI120 herausholt.

Gruß

Heiko
 

AstroRider

Mitglied
Hallo Jörg,

pauschal kann man das sicher nicht sagen, sollte ja zum jeweiligen Setup passen.
Aber gerade die erwähnte ASI290MM ist zum Beispiel so eine Evolutionsstufe, beim Rauschen,
der Empfindlichkeit und der Sensorgröße.

Bei den ganz großen ASI's (wie 1600 etc.) stellt sich dann schon eher die Frage, ob die
längere Auslesezeit die Arbeit mit so einem Setup schwieriger macht.

CS
Volker
 

komposer

Mitglied
Hallo Heiko,

ja das manuelle Nachführen erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl.
tisch-norden.jpg


Es ist eigentlich kaum zu Glauben, dass mit der dürftigen Konstruktion eine Belichtungszeit von 2 Sek. bei der doch sehr großen Brennweite von 1500mm möglich ist. Im Prinzip kommt mir das Ziehen am Hebel eher wie ein Halten vor.
Ich taste mich da an die richtige Kraftdosierung heran und halte dann die Galaxie so gut es im Zentrum. Manchmal gelingt das sogar so gut, dass gleich mehrere Einzelbilder scharf sind, also punktförmige Sterne. Es gibt aber auch Phasen wo ich das nicht so gut hinbekommen. In dieser Nacht war ich aber wirklich gut unterwegs mit ca. 25% Verwendungsrate.

Wenn ich jetzt aber kritischer aussortiere, komme ich nur noch auf 144 Frames. Mal sehen ob ich da nochmal nachlegen werde, es steckt mit mehr Zeitaufwand durchaus noch Potential in dieser Aufnahmetechnik.

Das Seeing war übrigens schon im Livebild teilweise extrem zu erkennen. Bei dieser großen Brennweite fallen schon bei den 2 Sek. Aufnahmen deutliche Schwankungen auf.
einzelbild-vergleich.jpg

Wie Ihr seht, bei beiden Bildern hatte ich gut nachgeführt, die Sterne sind punktförmig. Dennoch wirkt das linke Bild durch das schlechte Seeing richtig aufgebläht. Aussortiert hatte ich das hier allerdings nicht, sonst wären niemals 313 Frames zusammengekommen. Vielleicht sollte ich das bei Gelegenheit wirklich nochmal wiederholen. Was da wohl möglich wäre wenn ich z.B. 500 Frames mit der rechten Qualität hätte.

Die Kamera werde ich weiter nutzen, eine Neuanschaffung ist nicht geplant.

Gruß,
Holger
 

komposer

Mitglied
Hallo,

so ich konnte gestern Nacht nochmal nachlegen. Ab Mitternacht habe ich bis kurz nach 1 Uhr mit ruhiger Hand am Hebel versucht weitere scharfe Einzelframes zu sammeln. Von den bisherigen 313 Frames habe ich heute noch einige schlechte gelöscht und anschließend die neuen Frames ergänzt.
So sind es jetzt 733 x 2 Sek. und das sieht man auch am neuen Endergbnis.
Hier erst einmal in SW auf 80% verkleinert:
M51-Mai2019-1500mm-p80sw-c.jpg


und dann wieder das fertige L-RGB:
M51-Mai2019-1500mm-p80c.jpg


Ich bin immer noch fasziniert was mit meiner manuellen Selbstbauplattform mit dem Dobson möglich ist.

Gruß,
Holger
 

Okke_Dillen

Mitglied
Wirklich erstaunlich! Macht Mut für die Zukunft unter Starlink... ;)
Gruß Okke

PS: ich sehe gerade, AT2019abn ist ja immer noch zu sehen, gut 140 Tage nach Ausbruch! :oops:
 

GalaxieFinder

Mitglied
Hallo Holger,

höchsten Respekt vor deiner Technik und ruhigen Hand, da kommen wirklich sehr feine Ergebnisse raus! :)

LG, Markus
 

KopyM

Mitglied
Hallo Holger!

Das ist erstaunlich, was du mit Deinem Equipment schaffst! Sehr beeindruckend!!(y)

Beste Grüße,
Martin
 
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