Mache ich etwas falsch oder erwarte ich zu viel?

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sYros

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Hallo,
ich habe seit knapp einer Woche ein Bresser Messier R-90 Refraktor. Ich habe bevor ich das Teleskop gekauft habe viel hier und auf anderen Seiten gelesen. Einer schrieb sogar er war überweltigt von der größe des Saturn bei dem Teleskop.
Gestern Abend gab es endlich mal Lücken zwischen den Wolken. Das wollte ich natürlich gleich nutzen und habe das Teleskop auf unserdem Balkon aufgebaut.
Dummerweiße habe ich von diesem Punkt aus nicht den vollen Himmel im Auge, daher konnte ich mich nicht am Nordstern ausrichten. Das war mir aber erstmal egal, da ich eh nur ein bischen rumschauen wollte was das Teleskop leistet.
Ich war anfangs ziemlich frustriert, weil egal was ich angefahren habe nichts vernünftig zu sehen war. Egal was ich angefahren habe, was mit blosem Auge auf dem Himmel ein Punkt war, war im Teleksop auch nur ein Punkt, eventuell etwas heller. Lediglich die Übersicht war besser, also es waren mehr Sterne zu sehen.
Als dann endlich der Mond aufgieng war das schon toll, ich habe viele Grater usw. sehr genau gesehen. Doch als ich dann den Saturn sehen wollte fand ich ihn auch recht schnell, nur so wirklich "groß" bekam ich ihn im Okular nicht. Egal welches ich verwendet habe. Er wurde nur minimal größer. Man konnte zwar schon den Ring erkennen, aber es sah eher aus wie ein Punkt mit einem Strich durch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" /> Ich dachte ich könnte ihn viel größer darstellen.

Was ich jetzt schon besser weiß:

- Nie mehr auf dem Balkon -> Schlechte Übersicht und die Schwingungen sind extrem (Holzbalkon)

- Ich fange nicht mehr um 20:00 an zu schauen

- Ich muss noch lernen mich besser zu orientieren


Nur was ich von euch Profis jetzt gerne wissen möchte ob ich einfach meine Erwartungen zurückschrauben muss, oder ob ich etwas falsch gemacht habe. Bloß keine falsche Scheu, ich bin für alles offen.

Mein Equitment:

Bresser Messier R-90 Refraktor 90/900
3 Plössl Okulare 10/15/90
2x Barlow Linse
Zenith Spiegel

Die Okulare habe ich alle durchprobiert, auch in Verbindung mit der Barlow Linse. Alle immer in Verbindung mit dem Zenith Spiegel.

Gruß,
Flo
 
Hallo Flo,

"groß" ist relativ, im 10mm bist du bei 90x, der Gute ist immerhin 1,2 Mrd Kilometer entfernt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" /> ... da ist Saturn noch nicht sehr groß (manche Gemüter hier sagen dass Planetenbeobachtung erst um die 200x anfängt interessant zu werden, aber das ist Ansichstsache, muss nicht sein und geht mit den kleinen Geräten auch nicht). Ich weiß jetzt nicht welche Barlow beim R90 dabei ist, aber ich habe keine allzuguten Erfahrungen mit "Billigbarlows" gemacht.

Zur Zeit bewegt sich die Ringstellung des Saturn auch immer weiter in Richtung "von der Seite".

Ich empfehle dir nochmals hier die Größenvergleiche an, du müsstest mit dem 10mm so zwischen dem 60x und 120x Bild liegen... Am besten halben Meter Abstand mit einem Auge durch ein gerolltes Blatt Papier.


Meinst du 9mm oder was anderes?

Grüße Benny
 
öhm, ich bin da eher bei dem 1. Bild. Und ich dachte eigendlich das wenn ich mir dieses Teleskop kaufe, kein Billigschrott angedreht bekomme. Das es kein Hochleistungsteleskop ist ist mir auch klar! Was mich so gewundert hat war, das sich eigendlich kaum was verändert hat, es wurde alles nur minimal größer!

Öhm, und Nein, da ist ein 10mm Plössl dabei, kein 9mm!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Flo,

du musst aufpassen dass du nichts durcheinander wirfst, die Vergrößerung hat rein gar nichts mit der Qualität des Teleskops zu tun sondern wird rein durch die physikalischen Gegebenheiten des Instruments bestimmt - namentlich die Brennweite. Mit einer billigen Tchiboröhre von 900mm Brennweite erreichst du exakt die selben Vergrößerungen wie mit einem zig-Tausend Euro Apo mit der selben Brennweite, einzig und allein die Schärfe und Qualität des Bildes hängen an der Qualität der Optik. Mit qualitativ sehr hochwertigen Geräten kann man höher vergrößern ohne dass man nur noch einen detaillosen Matschfleck sieht.

Setzt man die Faustregel: sinnvolle Maximalvergrößerung = Öffnung x 2 dann könntest du gewinnbringend bis 180-fach vergrößern, das würdest du mit einem 5mm Okular erreichen oder mit deinem 10er in Verbindung mit einer 2-fach Barlow.

Die Vergrößerung ist also einzig und allein von der Brennweite des Teleskops in Verbindung mit der Brennweite der eingesetzten Okularen abhängig - Außerdem kann man selbst mit einem sehr großen Teleskop nicht immer sehr hoch vergrößern weil dann das Seeing zum limitierenden Element wird.

Grüße Benny
 
Re: Mache ich etwas falsch oder erwarte ich zu vie

Moin Flo,

vielleicht sind die Erwartungen etwas zu hoch (keine Sorge, das renkt sich ein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />), vielleicht lag's aber auch an den Bedingungen...

Also, zuallererst: Sterne bleiben Punkte, egal mit welchem Teleskop. Klingt komisch, ist aber so <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pftroest.gif" alt="" />. Da sämtliche Sterne (unsere Sonne mal ausgenommen - aber die bitte nicht einfach so ohne Objektivfilter beobachten, is klar...) weit weg sind (also, so richtig weit. Viel weiter noch als "einfach weit". Quasi unglaublich weit.), kann ihre Fläche nicht auf die Entfernung abgebildet werden, sie sind faktisch Punktquellen, allerdings unterschiedlicher Intensität.

Daß die Erwartung da ist, Sterne flächiger zu sehen, liegt an den Fotos, die allüberall veröffentlicht werden: hier "verbreitern" sich die Punkte durch Sättigungseffekte der Fotoemulsion bzw. Überlauf/Streuung bei CCD. Lediglich Planeten lassen sich augrund ihrer relativen Nähe flächig abbilden, wie du ja bereits am Saturn (demnächst rückt auch Jupiter wieder in interessante Beobachtungsstunden) feststellen konntest. Wirklich "groß" läßt sich Saturn nur an sehr langbrennweitigen Teleskopen mit großer Öffnung darstellen - aber dafür ist's dann meist mit der Schärfe nicht so doll, da bei hoher Vergrößerung auch die Luftunruhe entsprechend mitvergrößert wird. Je höher die Vergrößerung, umso unruhiger das Bild.

Eventuell war es auch diese Luftunruhe, die dir das Saturn-Bild "verleidet" hat. Gerade in der aktuellen Wetterlage ist das Seeing (die Luftruhe bzw -unruhe, je nachdem) oft recht schlecht, was sich durch die Windgeschwindigkeiten andeutet. Bei unruhiger Luft ist der Ring oft nicht besonders gut auszumachen.

Versuch's am besten noch ein paar Mal bei hoffentlich besserer Sicht (auch nicht zu horizontnah - in Horizontnähe ist die Luftunruhe "geballt", da man durch eine größere Luftmasse blickt - so ab 23:00 Uhr müßte es derzeit gehen). Die Größe des Bildes ist dabei unerheblich, mit dem 15er Okular solltest du (ohne Barlow) berits einen guten "Aha"-Effekt haben. Ich kann mich noch gut an meinen "ersten Saturn" erinnern, winzig, mit kleiner Öffnung (Newton mit 72mm....), aber 1/2wegs klar und - wow <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" /> Ringe live, nicht nur auf Foto! Falls das OK ist, vergrößer etwas mehr mit dem 10er.

Die Barlow würde ich erstmal beiseite lassen - mehr Linsen im Strahlengang nehmen auch mehr Licht weg - und am Anfang muß man sich erstmal "einsehen". Nur nicht die Flinte in's Korn schmeißen.

Ansonsten versuch mal h+chi Persei (etwa in der Mitte zwischen Perseus und Cassiopeia) anzupeilen, das gibt schon ein deutliches Aha <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />. Ok, es sind immer noch Punkte - aber was für welche <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Der Mond ist Zwecks Training auch nicht zu verachten, mit einer Mondkarte bewaffnet (z.B. Virtual Moon Atlas) lassen sich recht viele Details ausmachen - einen ersten Schritt in diese Richtung hast du ja bereits erfolgreich unternommen.

Laß dich nicht durch den ersten Blick entmutigen - Wolkenlücken bieten nicht unbedingt die besten Beobachtungsbedingungen. Nimm dir Zeit, Ruhe und Gelassenheit, und erober mit deinem Teleskop das Universum <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />
 
Re: Mache ich etwas falsch oder erwarte ich zu vie

Ok, dann werde ich das nächste mal auf jeden fall deutlich später anfangen und schauen das es keine Wolken am Himmel gibt. Muss ich im Notfall warten.

@lordgoron
Das würde ja heißen, ich kann auf 180x vergrößern. Allerdings bekomme ich da das Bild nicht mehr wirklich scharf. Das könnte ja an der Barlow Linse liegen, diese ist von keinem speziellen Hersteller oder so, und die Qualität ist, soweit ich das beurteilen kann nicht so gut wie die von den Okularen.
Lohnt es sich also, wenn ich ein paar Erfahrungen mehr gesammelt habe, eher eine bessere Barlow Linse zu kaufen, oder ein 5mm Okular?
 
Re: Mache ich etwas falsch oder erwarte ich zu vie

Hi Flo,

Wie Michael schon geschrieben hat und ich es auch habe anklingen lassen ist das limitierende Element das Seeing, die Luftunruhe, aber rein rechnerisch können bei guten Bedinungen mit deinem Gerät 180x drin sein.

Ich habe wenig Referenzen in Sachen Barlow, hatte bisher nur zwei Stück, eine superbillige NoName Plastik und eine (wesentlich bessere aber wohl immer noch unterstes Preissegment) Meade Barlow, im entsperchnden Okular war das Bild immer besser, also würde ich dann eher ein 5mm Okular kaufen. Welches? Da können dir Leute mit Erfahrung sicher mehr zu sagen, grundsätzlich weiß ich, dass am Planeten möglichst wenig Linsen zum Einsatz kommen sollten, wie z.B. bei den sogenannten Orthos. Dann werden in letzter Zeit immer wieder diese "Planetenokulare angepriesen, aber wie gesagt, ich habe keine praktische Erfahrungen mit diesen Okus.

Ich selbst nutze ein 5mm LE Okular mit dem ich einigermaßen zufrieden bin Sven Wienstein hat (unter anderen) sie hier getestet.

Viele Grüße Benny
 
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