Maksutov 100/1000 als Einsteigerteleskop?

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Nighthawk

Neues Mitglied
Hallo Astronomiefreunde,
ich bin zwar neu im Forum und habe noch kein eigenes Teleskop, bin aber in der Theorie nicht unbewandert. Momentan schaue ich mich nach einem nicht allzu teuren Einsteigerteleskop um, das ich mir demnächst vielleicht leisten kann - ich hatte da an ein Maksutov 100/1000 mit f/10 gedacht. Natürlich mit entspannter Optik und ein bisschen Zubehör... bei Teleskop-Service bin ich auf ein enstprechendes Gerät gestoßen.
Zum Thema Montierung: Da ich das kleine Teleskop vorerst auf einem hochwertigen (azimutalen) Kamerastativ montieren wollte, stellt sich diese Frage vorerst nicht. Ich hatte daran gedacht, mir zuerst die oben genannte "Russentonne" für den Einstieg zu holen, später eine hochwertige Montierung zu kaufen und noch später ein hochwertiges Maksutov-Newton an diese Befestigung zu schnallen. Praktischerweise kann ich das kleine Maksutov dann als Leitrohr weiterverwenden.

Soviel zur Theorie - was meint ihr? Ist das ein vernünftiger Einstieg, um einen tieferen Blick in den Sternenhimmel zu werfen? Die Nachteile der azimutalen Montierung sind mir bekannt, aber wie oben sicher schon zu lesen ist, wird das ggf. geändert, sobald es mein Budget erlaubt.
 
Danke für den Hinweis, ich habe mal ein bisschen in dem Thread gestöbert und mich noch weiter nach Alternativen umgeschaut. Soweit ich das sehe, liegt der größte Vorteil der Russentonne in der sehr kompakten Bauweise bei guter optischer Leistung. Allerdings bin ich mir jetzt nicht sicher, ob mein Geld mit einem 114/900er Newton auf parallaktischer Montierung nicht besser angelegt wäre...
Soweit ich das sehe, bekomme ich nämlich für den doppelten Preis des 100/1000er ein gutes Teleskop mit guter Montierung und ein bisschen Zubehör. Jetzt stellt sich halt nur die Frage, wie es mit der "Widerverwertbarkeit" eines entsprechenden Teleskopes aussieht - wie schon gesagt, die Russentonne könnte man später noch als Leitrohr verwenden. Aber was macht man mit einem (doch recht großen) Newton? Klar, verkaufen kann man es sowieso... aber gibt es noch sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten als Zweitgerät?
 
ich finde den gedanken, sich als einsteiger ein gerät
zu kaufen, welches später eine optimale ergänzung
zu einem größeren gerät ist, auch ganz hervorragend.

da das spätere gerät mit sicherheit recht groß und
daher eher unhandlich bzw. weniger transportabel
sein wird, wäre ein kleines (=kurzes) und leichtes
gerät dann die optimale ergänzung, vor allem wenn
es auch noch ein großes gesichtsfeld bietet, denn
auch das wird beim späteren, großen gerät eher
klein ausfallen.

infrage kommen also vor allem kurze richfield-refraktoren
oder richfield-newtons zb:

- 80/400mm fraunhofer v. Sky-Watcher
- 80/480mm fraunhofer v. GSO
- 90/500mm frauhofer v. TS
- 102/500mm fraunhofer v. Sky-Watcher
- 102/640mm fraunhofer v. TS

- 114/500mm newton v. Sky-Watcher
- 115/440mm newton Astroscan b. ICS

mein persönlicher favorit wäre der 80/480mm fraunhofer v. GSO.
besonders kurz und leicht, 2"-anschluß, riesen gesichtsfeld,
reisetauglich, leitrohrtauglich, später auch als supersucher verwendbar.
montiert auf fotostativ (für reisen) und auf Astro1 m. nachführung
für zuhause.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Hallo,

Binoviewer hat ja schon einiges geschrieben. Die dort genannten sind recht kurzbauende Teleskope die zum einen sehr handlich sind und deshalb auch später noch gerne mit auf Reisen gehen und wie schon beschrieben sehr große Gesichtfelder zulassen. Teleskope mit längeren Brennweiten vergrößern selbst bei der sinnvollsten Minimalvergrößerung soviel daß manche Objekte auch mit Weitwinkelokularen nicht mehr ins Gesichtsfeld passen.

Für viele stellt sich die Frage der Aufrüstung nicht und das Fernrohr das man anschafft soll dann möglichst vielseitig sein und ist erst mal auf Jahre hinaus als einziges gedacht. Dann hat man mit einem 4,5-Zöller Newton ein schönes Gerät, dem man schon einige Allroundfähigkeit nachsagen kann.

Eine weitere Kombinationsmöglichkeit wäre ein Refraktor bis 4 Zoll f10, dem Du später einen lichtstarken Newton an die Seite stellst. Durch die spontane Einsatzbereitschaft eines Refraktors bzw. die Vorzüge am Planeten wirst Du ihn auch noch gerne einsetzen, wenn Du einen größeren Newton angeschafft hast.

I.d.R. bleibt es bei den meisten sowieso nicht bei einem Gerät und man tut gut daran die Anschaffungen so abzustimmen, daß sie sich gut ergänzen.

CS
Adrian Herrmann
 
An Geräte mit kurzer Brennweite habe ich bis jetzt noch gar nicht gedacht... aber das wäre natürlich auch eine gute Lösung. Wie sieht es denn bei etwa 500mm Brennweite mit dem Farbfehler bei Refraktoren aus? Soweit ich weiß, ist der bei höheren Brennweiten eher zu vernachlässigen (abgesehen von hochwertigeren Geräten wie Flourid-Apos, aber da reicht mein Budget nicht für). Sollte man bei den kurzbrennweitigen besser gleich einen Filter dazubestellen, um den Farbsaum zu reduzieren?
Generell würde mir der GSO 80/480 zusagen, aber lohnt sich ein 2"-Auszug überhaupt in dieser Größenklasse? Abgesehen vom etwas größeren Gesichtsfeld ist der Refraktor durch die 80mm doch nicht sooo besonders lichtstark, oder?

Fragen über Fragen... jetzt habe ich mich gerade in Richtung Spiegelteleskope bewegt und bekomme doch wieder einen Schubs zu den Refraktoren... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Hallo Nighthawk!
Ist halt die Frage, was Du bevorzugt beobachten möchtest:
Für Sternhaufen, Gasnebel, hellere planetarische Nebel und grossflächige Strukturen ist ein kurzbrennweitiger Refraktor bes. mit 2"-Auszug (Fotografie) ein ideales Gerät, das auch gerne mit Dir auf Reisen geht. Richtig deep-sky fängt bei acht Zoll an, da wäre dann ein Dobson (Preis-Leistungsverhältnis) die Wahl und Planeten entweder ein langbrennweitiger Fraunhofer oder, wenns ein bissel mehr sein darf, ein Maksutov-Newton.
Eine Russentonne ist wiederum ein tolles Teleobjektiv für Mond und Sonne ( bes. Finsternisaufnahmen) und nie rausgeworfenes Geld. Ist halt immer die Frage, was Du beobachten möchtest....
Sternklare Nächte
Berthold vom WIDATO
www.widato.de
 
es ist ganz einfach...

keine sorge, wirklich kompiziert ist das nicht,
wenn man der sache einfach ins auge sieht!

du hast drei möglichkeiten:

1. du kaufst dir jetzt ein allroundgerät (newton 114/900),
das du später dann wahrscheinlich wieder verkaufen wirst.

2. du holst dir ein kurzes richfield- und reisegerät,
mit abstriche bei der planetenbeobachtung, das du später
eben als ideale ergänzung zum großen gerät behalten kannst.

3. du holst dir jetzt ein kleines planetengerät (maksutov 102/1400),
mit abstrichen bei richfield und deepksy, das du später
möglicherweise als reiseplanetengerät behältst, oder aber
vielleicht doch auch wieder verkaufst.

du mußt dich nur zwischen diesen drei varianten entscheiden.
im prinzip ist es egal welche du wählst, du fährst mit allen
drei möglichkeiten gut und wirst ne menge spaß haben.
es ist eben ganz alleine deine entscheidung die dir auch
niemand abnehmen kann. wir, als alte hasen, können dir
nur die möglichkeiten zeigen.

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Deep-Sky mit den großen Dobsons kommt für mich vorerst nicht in Frage, als Erstgerät muss für mich schon etwas auf einer "normalen" Montierung her. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Wenn ich mir das so anschaue, läuft es für mich doch eher auf eine Entscheidung zwischen Russentonne und kurzbrennweitigem Refraktor hinaus. Was mir nur ein bisschen Sorgen macht, sind lichtschwache Objekte - nicht unbedingt Deep-Sky, aber Nebel usw. sind ja nicht unbedingt die Objekte, für die ein Refraktor Top ist?
Dass Planeten mit kurzer Brennweite nicht so berauschend werden, ist mir bewusst - aber Planetenbeoabachtung ist für mich weniger interessant (höchstens mal ab und zu einen Blick drauf werfen).

Aber der Gedanke, mir einen Richfield-Refraktor zu holen, um nachher evtl. ein Spiegelteleskop mit längerer Brennweite (vielleicht Maksutov-Newton, siehe oben) zu ergänzen, gefällt mir immer besser. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Stellt sich halt nur noch die Frage mit dem Farbfehler - ist er bei einem entsprechenden Gerät zu vernachlässigen?
 
Hi Nighthawk,
grade die kleinen Richfieldrefraktoren sind DeepSky ( Nebel,Sternhaufen und GX ) geeignet. Damit kannst Du zum einen riesige Gesichtsfelder erzielen und
dennoch mit Verwendung einer Barlow hochvergrößern.
Der Farbfehler, der auf auf jeden Fall da ist, fällt bei Deep Sky nicht so ins Gewicht. Im Regelfall wirst Du ihn nur beim Mond und Planeten bemerken. Aber dagegen gibt es Filter und da Planeten Dir nicht so wichtig sind... kann m.E. nur der kurze Refraktor Dein Teleskop werden.
CS
Antares
 
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