Re: Maksutov oder Dobson
reisfrage!
Hallo Andreas,
als ausgesprochener Liebhaber des Newtonteleskopes möchte ich auch noch etwas zu den von dir genannten "Kontra"-Argumenten schreiben:
Tja, ich habe gerade meine 10" Dobson verkauft, weil mir die Bequemlichkeit der Nachführung fehlt. Bei Planetenbeobachtung ist diese schon sehr angesagt.
Das ist ein gutes Argument,trotz Optimierung geht bei meinem 200/1200 Dob 300x zwar,das häufige "nachschubsen" kostet aber Konzentration,bis 240x gehts aber tadellos,Weitwinkelokulare erleichtern hier die Beobachtung.
Einen Mak-Cass. muss man auch nur sehr selten justieren, ganz im Gegensatz zum Netwon, ist nervend nach jedem Transport.
Hmmm,nach jedem Transport justieren?Dann war etwas an deinem Dobson fehlkonstruiert oder du hast die Justage nicht gekontert.Bei den Dobsons die ich kenne muß der Fangspiegel vieleicht alle 20 Transporte mal minimal nachgestellt werden,wenn überhaupt.Der Hauptspiegel etwas öfter,ich sehe jedesmal darauf,aber nur weil ich pingelig bin,nur für Planetenbeobachtung mit hoher Vergrößerung justiere ich die Winzigkeit nach.
Ein Maksutov sollte meiner Ansicht nach nicht einen aufgedampften Sekundärspiegel haben,dadurch geht ein Freiheitsgrad für die Auslegung des Systems verloren,weil die Maksutovplatte und der Sekundärspiegel den gleichen Krümmungsradius haben.
Der Hauptspiegel in seiner Fassung ist bei gleicher Größe und Gewicht selbstverständlich genauso dejustieranfällig wie der eines Newton.Bei hochwertigen Exemplaren ist die Spiegelzelle besser konstruiert,das gilt aber auch für einen entsprechenden Newton.
Auch die Reinigung des Hauptspiegels entfällt beim Mak, ganz im Gegensatz zum Newton, der schnell verdreckt (Tauwasser...).
Na ja,der Hauptspiegel des Mak ist bei einem geschlossenem System vor Staub und Tau geschützt.Aber nicht die Maksutovplatte,die taut ohne Tauschutzkappe extrem schnell zu.
Ein großer Mak kann sich durch den geschlossenen Tubus nur sehr sehr langsam an die tieferen Temperaturen während der Beobachtung anpassen,deshalb haben die besseren einen Lüfter und damit das nicht zum verstauben des Spiegels führt sogar noch Staubfilter an den Einströmöffnungen.
Tau bildet sich immer dort,wo sich Luft mit relativ hoher Feuchte an kühlen Oberflächen abkühlen kann.Dies bilden sich wenn bei Windstille und klarem Himmel Teile des Teleskopes durch Infrarotabstrahlung unter die Lufttemperatur fallen.
Diese Flächen sind zum Beispiel der himmelwärts weisende Teil des Tubus,die Spiegel beim Gitterrohrtubus und die Schmidtplatte bzw Maksutovplatte des katadioptischen Systems.
Der Volltubus-Newton/Dobson ist das System,welches als einziges noch Beobachtungen zuläßt,während alle anderen schon abgesoffen sind.
Ob man bei solchem Rheumawetter beobachten will ist natürlich eine ganz andere Frage <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .
Der Tau rinnt am Tubus herunter,aber die Spiegel bleiben frei und der Tau läuft unten wieder raus.
Ein Vorteil des Mak(-Cassegrain) ist sein Öffnungsverhältnis (f10 bis f15). Da kann man jedes Okular einsetzen. Bei f6 kannst Du die billigen Plössl vergessen, da muss schon ein Pentax, Radian, usw. her.
Da will ich dir teilweise zustimmen.Bei f/6 sollte aber ein Plössl noch funktionieren(wobei die heute unter diesem Namen verkauften Okulare "Symmetrical" sind),dein 10" obson wird wohl ein f/5 gewesen sein,da geht es dann schon los mit dem Ärger.
Die Pentax und Radian werden wegen des größeren Gesichtsfeldes genommen,beim Dobson immer ein Thema.
Das Pentax ist nach offizieller Verlautbarung bis f/6,4 korrigiert.Ich habe bei einem ausführlichen Vergleichstest mehrerer Weitwinkelokus am f/6 Dobson bei meinem 21er XL auch einen Hauch Randunschärfe festgestellt,aber in nicht störendem Ausmaß,man muß schon darauf achten damit es auffällt.
Das f/15 Verhältnis ist natürlich optimal wenn man mit einfach aufgebauten Okularen ohne Barlow Planeten beobachten will,da reicht schon ein 10mm Oku für eine Austrittspupille von knapp 0,7mm.Ein Newton mit f/15 wäre optisch ein Traum(kein Koma bemerkbar,justage unproblematisch,winzige Obstruktion,aber leider zu unhandlich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> .
Bei einem Mak ist der Spiegel auf der Linse angebracht/aufgedampft, das ist sehr justierunanfällig.
Ist er aufgedampft kann man ihn nur mit der ganzen Platte justieren,falls das möglich ist(normalerweise nicht),wenn er in einer Fassung sitzt ist er justierbar,aber dann gelten die gleichen Aussagen wie für den Fangspiegel den Newton,weil eine gut ausgeführte Spinne die Fangspiegelhalterung genauso stabil trägt wie die Maksutovplatte.
Ich würde die Mak-Version vorziehen,die einen justierbaren Sekundärspiegel hat,weil die volle Justierbarkeit für optimale Bilder nötig ist,neben dem schon weiter oben genannten Argument der Freiheitsgrade.
Es kotzt - 'schuldigung - mich an, dass alle Welt die Newtons / Dobsons in die Höhe hebt, bloss weil sie so billig und in Mode sind. Auch diese Systeme haben Nachteile. Das will nur keiner hören.
Doch,auch der Newton hat Nachteile,das will ich gerne zugeben,die Argumente sollten aber stimmen.
Meiner Ansicht nach ist der Hauptnachteil des Newton,daß der paraboloide Haupspiegel nur den Öffnungsfehler korrigieren kann.
Die Abbildung ist auf der Achse unübertroffen gut,da kommt auch ein Apo nicht mit,aber sie läßt außerachsial schnell nach.Wie schnell hängt vom Öffnungsverhältnis ab,bei f/4 sehr schnell,bei f/10 ist Koma im Bildfeld kein Thema mehr.
Den zweiten Nachteil teilt sich der Newton mit dem Refraktor:
Die Länge entspricht ca der Brennweite.Die wünschenswerten Öffnungsverhältnisse von f/10 oder gar länger werden bei größerer Apertur schnell unhandlich.
Der dritte Nachteil ist:Im Billigbereich wird viel Mist unter der Bezeichnung Newton verkauft,f/5 mit sphärischem Spiegel zum Beispiel,da tränen einem die Augen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />
Schade,daß deine Erfahrungen mit dem Newton/Dobson negativ waren.Ich hoffe aber daß du dein Traumsystem findest(oder schon gefunden hast.
Schöne Weihnachten euch allen wünscht
Karsten