Maksutov oder Dobson

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Ernst_Stachowitz

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Hallo Sternfreunde!
Ich bin neu in diesem Forum und hoffe das Ihr mir Entscheidungshilfen geben könnt.
Ich betreibe dieses wunderschöne Hobby seit ca 2 Jahren und beobachte mit einem Bresser Refraktor mit webcam usw. bis jetzt war es ja auch ausreichend aber es wird Zeit meine Ausrüstung aufzubauen. So jetzt mein Problem, Ich hatte mich schon entschieden ein Skywatcher Dob-8 Planetary zu kaufen doch jetzt hab ich ein Angebot und zwar ein Maksutov-Cassegrain 90/1200 od.130/2000 bekommen.Preislich ist das Dob-8 und das Ma. 130/2000 ziemlich gleich.Für ein par Entscheidungshilfen wäre ich euch sehr Dankbar.
 
Hi,

wenn ich jetzt wüsste, womit Du bis jetzt beobachtest... Bresser gibts viele.
Aber, mal angenommen: 120/1000 von Bresser - kommen die Maks nicht in Frage, kein "Zugewinn" sozusagen. Bei einem 100/1000 ist der Gewinn "dünn". In diesem Fall ran an den Dobs.

Wenn Du viel DeepSky Objekte beobachtest, oder gerne möchtest, dann wieder der Dobs.
Wenn Du mehr der Planetenfreak bist, und den Komfort eines parallaktisch montierten Instruments haben möchtest, dann den 130er Mak.

In jedem Fall ist gerade der planetary Dob den genannten Instrumenten in allen Bereichen optisch überlegen. Allerdings würde sich der Mak schneller/leichter schleppen lassen, weshalb man vielleicht öfter damit 'raus geht.
Sollte Dir beim Dobson, gerade für Planetenbeobachtung die parallaktische Montierung fehlen, kannst Du später immer noch den Tubus auf eine EQ-6 z.B. aufsetzen.

Clear Skies
Sven
 
Hi!

Tja, ich habe gerade meine 10" Dobson verkauft, weil mir die Bequemlichkeit der Nachführung fehlt. Bei Planetenbeobachtung ist diese schon sehr angesagt.

Einen Mak-Cass. muss man auch nur sehr selten justieren, ganz im Gegensatz zum Netwon, ist nervend nach jedem Transport.

Auch die Reinigung des Hauptspiegels entfällt beim Mak, ganz im Gegensatz zum Newton, der schnell verdreckt (Tauwasser...).

Ein Vorteil des Mak ist sein Offnungsverhältnis (f10 bis f15). Da kann man jedes Okular einsetzen. Bei f6 kannst Du die billigen Plössl vergessen, da muss schon ein Pentax, Radian, usw. her.

Sven hat natürlich recht wenn er sagt, dass der Newton mehr zeigt, keine Frage. Er ist auch preisgünstiger pro cm. Öffnung. Man muss halt abwägen, was einem wichtiger ist.

Wie wäre es alternativ mit einem 8" SC, die gibts auch günstig gebraucht im Moment.

Viele Grüße
Andreas


 
Hi Andreas,

Du, ich schüttel hier mitm Kopp, beim lesen.
Also Reinigung: Die Mak-Meniskuslinse wird man wohl eher Öfter reinigen müssen, als den geschützten Spiegel beim Newton, ich hab' da auch Beispiele gesehen, da grausts einem! Ist Dir doch bitte klar, daß man beim Mak ohne Taukappe nicht alt wird und beim Newton sich schwer wundert, wenn in 2-3 Jahren eine Nacht auftaucht, in der auf dem Fangspiegel Tau auftritt. Fangspiegel, nicht Hauptspiegel!

Was Justage angeht: Also gut, es gibt schlabberig gebaute Teleskope, Newtons und theoretisch auch Maks, aber Maks sind in der Praxis noch nicht schlabberig. Die müssten dann nach jedem Transport justiert werden. Aber bei einem ordentlich verarbeiteten Gerät ist das wieder das Justage-Märchen, daß der Newton nach jedem Transport justiert werden muß. Und wenn es für Newton gelten würde, dann auch für SCs, für MCs, für Refraktoren, warscheinlich sogar für Luftlinsen.

Es stimmt einfach nicht !

Weiter. F/6 kein Plössl! Hut ab, der Herr hat Ansprüche! Also bei F/6 gibt es noch eine ganze Menge Okulare, die sehr zufriedenstellend arbeiten. Und auch Plössl sind hier durchaus gut verträglich, wenn auch oft nicht ganz sauber am Rand.
Die teuren Okulare fordert der Dobson vielmehr, weil man grosses Gesichtsfeld wünscht, damit man nicht alle 5 Sekunden dem Planeten hinterher-dobsen muß. "Mist! Wieder 'raus." Deshalb mein Hinweis auf eine parallaktische Montierung für später - ich bin nämlich gar kein freund davon!

Clear Skies und Frohes Fest
Sven
 
Hallo Cruiser,

meine Empfehlung: Wenn Deine zukünftigen Ambitionen verstärkt in Richtung Astrophotographie - Langzeitbelichgtung, nicht Webcam! - gehen, ist der (parallaktisch montierte) Mak das Ding der Wahl.

Für visuelle Beobachtungen: Öffnung so groß wie möglich (d.h. bezahlbar, schleppbar...)! Dann nimm den Dob.

Übrigens, was die Nachführung des Dob betrifft: KEINE PANIK! Das ist Übungssache, nach ein paar Beobachtungsstunden ist 200-fach kein Problem mehr. Wenn Dir die Planeten bei dieser Vergrößerung noch zu klein sind (wie mir): höhere Vergrößerung anwenden, sobald Dir die Planeten (oder andere Objekte) bei 200-fach nicht mehr "abhauen".


Gruß

Utz.
 
Hi Sven,

ich habe da vollkommen andere Erfahrungen gemacht, akzeptiere das bitte. Es gibt noch eine zweite Meinung neben Deiner, auch wenns schwer fällt.

Ein offenes System ist völlig anfällig gegen Verschmutzung und das Tauwasser rinnt bei entsprechendem Wetter nur so an der Tubusinnenwand nach unten, das kann doch nicht diskutabel sein. Bei einem Mak ist der Spiegel auf der Linse angebracht/aufgedampft, das ist sehr justierunanfällig. Auch das kann man nicht wegdiskutieren. Plösslokulare sind kein Spaß bei f/6, das ist viel zu schnell für die, das ist subjektiv meine Meinung, dazu stehe ich. Bedenke, das die Konstruktion dieser ortoskopischen Okulare aus der Zeit der langbrennweitigen Refraktoren stammt und dafür sind sie auch gut!

Es kotzt - 'schuldigung - mich an, dass alle Welt die Newtons / Dobsons in die Höhe hebt, bloss weil sie so billig und in Mode sind. Auch diese Systeme haben Nachteile. Das will nur keiner hören.

Frohe Weihnachten
Andreas
 
Hallo alle zusammen!
Also erst einmal Danke für die Antworten!
Ich hab ganz vergessen zu schreiben welcher Bresser Ref. also ein 70/900 nicht gerade ein Top Gerät aber für den Anfang war es mir ausreichend.Da ich mein neues Gerät Stationär verwenden möchte steigt die Tendenz zum Dob.Wichtig wäre mir auch das ich für Deep Sky gerüstet bin eher weniger für Planeten.Ich sehe am besten wäre es zwei Geräte zu habe eines für Planeten und eines für Deep Sky aber das lässt der Finanzminister nicht zu.Ich werde mich für das Dob entscheiden und mir dann irgendwann eine gute Montierung dafür zulegen (wenn Astrofotografie für mich aktuell wird ).Also noch einmal Danke und ein schönes Weihnachtsfest
E.S.
 
hi folks,
da möchte ich doch auch mal meinen senf ablassen. obwohl was ich zu sagen hätte, hat sven im grossen und ganzen schon gesagt. ein dob ist nun mal das optimum im preis/leistungsverhältnis. und wenn die rockerbox dem rücken nicht gefällt - naja bald gibts wieder osterfeuer.
rauf auf eine montierung damit. mein f/5 verträgt sich übrigens sogar mit einem tal plössl. die randschärfe ist sicherlich nicht 100% aber mehr als brauchbar. und wenn wasser oben reinläuft - läufts unten auch wieder raus.
einen abgesoffenen spiegel habe ich jedenfalls noch nicht gesehen.

in diesem sinne - merry x-mas

achso, um die frage zu beantworten - natürlich beide <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />
 
Re: Maksutov oder Dobson:Preisfrage!

Hallo Andreas,

als ausgesprochener Liebhaber des Newtonteleskopes möchte ich auch noch etwas zu den von dir genannten "Kontra"-Argumenten schreiben:
Tja, ich habe gerade meine 10" Dobson verkauft, weil mir die Bequemlichkeit der Nachführung fehlt. Bei Planetenbeobachtung ist diese schon sehr angesagt.
Das ist ein gutes Argument,trotz Optimierung geht bei meinem 200/1200 Dob 300x zwar,das häufige "nachschubsen" kostet aber Konzentration,bis 240x gehts aber tadellos,Weitwinkelokulare erleichtern hier die Beobachtung.

Einen Mak-Cass. muss man auch nur sehr selten justieren, ganz im Gegensatz zum Netwon, ist nervend nach jedem Transport.
Hmmm,nach jedem Transport justieren?Dann war etwas an deinem Dobson fehlkonstruiert oder du hast die Justage nicht gekontert.Bei den Dobsons die ich kenne muß der Fangspiegel vieleicht alle 20 Transporte mal minimal nachgestellt werden,wenn überhaupt.Der Hauptspiegel etwas öfter,ich sehe jedesmal darauf,aber nur weil ich pingelig bin,nur für Planetenbeobachtung mit hoher Vergrößerung justiere ich die Winzigkeit nach.

Ein Maksutov sollte meiner Ansicht nach nicht einen aufgedampften Sekundärspiegel haben,dadurch geht ein Freiheitsgrad für die Auslegung des Systems verloren,weil die Maksutovplatte und der Sekundärspiegel den gleichen Krümmungsradius haben.
Der Hauptspiegel in seiner Fassung ist bei gleicher Größe und Gewicht selbstverständlich genauso dejustieranfällig wie der eines Newton.Bei hochwertigen Exemplaren ist die Spiegelzelle besser konstruiert,das gilt aber auch für einen entsprechenden Newton.

Auch die Reinigung des Hauptspiegels entfällt beim Mak, ganz im Gegensatz zum Newton, der schnell verdreckt (Tauwasser...).
Na ja,der Hauptspiegel des Mak ist bei einem geschlossenem System vor Staub und Tau geschützt.Aber nicht die Maksutovplatte,die taut ohne Tauschutzkappe extrem schnell zu.
Ein großer Mak kann sich durch den geschlossenen Tubus nur sehr sehr langsam an die tieferen Temperaturen während der Beobachtung anpassen,deshalb haben die besseren einen Lüfter und damit das nicht zum verstauben des Spiegels führt sogar noch Staubfilter an den Einströmöffnungen.

Tau bildet sich immer dort,wo sich Luft mit relativ hoher Feuchte an kühlen Oberflächen abkühlen kann.Dies bilden sich wenn bei Windstille und klarem Himmel Teile des Teleskopes durch Infrarotabstrahlung unter die Lufttemperatur fallen.

Diese Flächen sind zum Beispiel der himmelwärts weisende Teil des Tubus,die Spiegel beim Gitterrohrtubus und die Schmidtplatte bzw Maksutovplatte des katadioptischen Systems.

Der Volltubus-Newton/Dobson ist das System,welches als einziges noch Beobachtungen zuläßt,während alle anderen schon abgesoffen sind.
Ob man bei solchem Rheumawetter beobachten will ist natürlich eine ganz andere Frage <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .
Der Tau rinnt am Tubus herunter,aber die Spiegel bleiben frei und der Tau läuft unten wieder raus.

Ein Vorteil des Mak(-Cassegrain) ist sein Öffnungsverhältnis (f10 bis f15). Da kann man jedes Okular einsetzen. Bei f6 kannst Du die billigen Plössl vergessen, da muss schon ein Pentax, Radian, usw. her.
Da will ich dir teilweise zustimmen.Bei f/6 sollte aber ein Plössl noch funktionieren(wobei die heute unter diesem Namen verkauften Okulare "Symmetrical" sind),dein 10" obson wird wohl ein f/5 gewesen sein,da geht es dann schon los mit dem Ärger.
Die Pentax und Radian werden wegen des größeren Gesichtsfeldes genommen,beim Dobson immer ein Thema.

Das Pentax ist nach offizieller Verlautbarung bis f/6,4 korrigiert.Ich habe bei einem ausführlichen Vergleichstest mehrerer Weitwinkelokus am f/6 Dobson bei meinem 21er XL auch einen Hauch Randunschärfe festgestellt,aber in nicht störendem Ausmaß,man muß schon darauf achten damit es auffällt.
Das f/15 Verhältnis ist natürlich optimal wenn man mit einfach aufgebauten Okularen ohne Barlow Planeten beobachten will,da reicht schon ein 10mm Oku für eine Austrittspupille von knapp 0,7mm.Ein Newton mit f/15 wäre optisch ein Traum(kein Koma bemerkbar,justage unproblematisch,winzige Obstruktion,aber leider zu unhandlich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> .

Bei einem Mak ist der Spiegel auf der Linse angebracht/aufgedampft, das ist sehr justierunanfällig.
Ist er aufgedampft kann man ihn nur mit der ganzen Platte justieren,falls das möglich ist(normalerweise nicht),wenn er in einer Fassung sitzt ist er justierbar,aber dann gelten die gleichen Aussagen wie für den Fangspiegel den Newton,weil eine gut ausgeführte Spinne die Fangspiegelhalterung genauso stabil trägt wie die Maksutovplatte.
Ich würde die Mak-Version vorziehen,die einen justierbaren Sekundärspiegel hat,weil die volle Justierbarkeit für optimale Bilder nötig ist,neben dem schon weiter oben genannten Argument der Freiheitsgrade.

Es kotzt - 'schuldigung - mich an, dass alle Welt die Newtons / Dobsons in die Höhe hebt, bloss weil sie so billig und in Mode sind. Auch diese Systeme haben Nachteile. Das will nur keiner hören.
Doch,auch der Newton hat Nachteile,das will ich gerne zugeben,die Argumente sollten aber stimmen.

Meiner Ansicht nach ist der Hauptnachteil des Newton,daß der paraboloide Haupspiegel nur den Öffnungsfehler korrigieren kann.
Die Abbildung ist auf der Achse unübertroffen gut,da kommt auch ein Apo nicht mit,aber sie läßt außerachsial schnell nach.Wie schnell hängt vom Öffnungsverhältnis ab,bei f/4 sehr schnell,bei f/10 ist Koma im Bildfeld kein Thema mehr.

Den zweiten Nachteil teilt sich der Newton mit dem Refraktor:
Die Länge entspricht ca der Brennweite.Die wünschenswerten Öffnungsverhältnisse von f/10 oder gar länger werden bei größerer Apertur schnell unhandlich.

Der dritte Nachteil ist:Im Billigbereich wird viel Mist unter der Bezeichnung Newton verkauft,f/5 mit sphärischem Spiegel zum Beispiel,da tränen einem die Augen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />

Schade,daß deine Erfahrungen mit dem Newton/Dobson negativ waren.Ich hoffe aber daß du dein Traumsystem findest(oder schon gefunden hast.

Schöne Weihnachten euch allen wünscht

Karsten
 
Hallo Ernst(cruiser),

ich hatte einmal die Gelegenheit mit einem 70/900 FH bei extrem gutem Seeing zu beobachten.Die Optik war schon sehr ordentlich,Farbfehler nur wenn man sich darauf kapriziert,Jupiter und Saturn zeigten viele Details.

Leider machte die eq1 Montierung das Beobachten zum Gedultsspiel,fokusiieren,warten bis das Gewackel aufhört,etwas nachfokussieren(wieder warten)...

Den Tubus würde ich,wenn er denn gut ist,als schnell einsetzbares Zweitteleskop behalten,auf einer brauchbaren Montierung!

In meiner Antwort auf Andreas habe ich noch einiges geschrieben was vielleicht von Interesse sein könnte.
Mein Standarthinweis beim Kauf eines preiswerten Newton/Dobsons ist immer:
Auf die optische Qualität achten und ein Teleskop nehmen,bei dem der Hersteller "beugungsbegrenzte Abbildung" oder Strehl 0,8 garantiert.Wäre Schade das Geld für eine Gurke zu verbraten...

Ich lese gerade,daß du aus Wien kommst,vielleicht kann dir Tom(Binoviever)noch ein bischen weiterhelfen?!

Viel Spaß beim aussuchen und ein schönes Weihnachtsfest wünscht

Karsten
 
Hallo Karsten!
Danke für die Interessanten Informationen.
Mit dem 70/900 Ref kann man schon einiges an Planeten sehen nur wie du schon geschrieben hast mit der EQ 1 ein Geduldspiel.Aber klein beginnt man. Den Tubus werde ich mir behalten und auf eine stabilere Montierung setzen und es als zweitgerät verwenden (Dein Tip).Ich muss wirklich sagen dieses Forum ist sehr Hilfreich überhaupt wenn man als Neuling in diesem Bereich Tätig ist da ist man für jeden Tip Dankbar und man kann so manchen Fehlkauf von vornhinein ausschliessen.Mit TOM(Binoviever) werd ich mich mal in Verbindung setzen.Über die Feiertage hab ich ja noch genug Zeit zum Schmökern und Testberichte zu lesen.
Danke nochmal und schönes Fest
mfg Ernst
 
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