Maksutov / Schmidt-Cassegrain für Astrofotografie?

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MorbidJelly

Mitglied
Moin, ich suche ein kompaktes Rohr für die (mobile) Astrofotografie (AF).

Ist AF eigendlich zufriedenstellend mit den oben genannten Systemen möglich? Fotografieren möchte ich alles.. von Paneten zu Kometen bis DS.
Das Gerät sollte schon 8" haben..

Als Chipträger kommt eine EOS 30Da oder eine CCD webCam (gelegendlich)zum Einsatz.

Die Monti sollte sauber nachführen (GoTo nicht relevant).
Preisbereich ca. 2000€.
Ich habe schon mal angefragt, und auch ein paar hilfreiche Antworten bekommen. Ich hätte aber gerne einige Meinungen von anderen C8-SGT o.ä. gehört.

THX & CS
 
Hallo,

vielleicht gibt es dieses Gerät noch: ich hatte zur Fotografie eine Meade SC in 8", allerdings mit Brennweite 1280mm und damit f6,3. Mit Focalreducer waren es dann f4, eine sehr gute Fotomaschine. Habe sie allerdings verkauft, war recht selten. Frage einfach mal bei Meade nach, ob das noch hergestellt wird.
Optisch visuell war`s natürlich nix, da über 40% Obstruktion, aber fotografisch macht das ja nichts aus.

Montierung: kann ich wenig sagen, meines war eine normale Gabelmonti. Aber: eine Deutsche Montierung sollte besser sein und die kann nicht stark genug sein, ggf. EQ-6 modifiziert.

CS
Winfried
 
Hallo Winfried,

die f/6,3 SCs hatten visuell keinen besonders guten Ruf, und ich frage mich auch, wie die Teile mit heutigen Schärfeanforderungen von CCD-Chips harmonieren. Ich befürchte negatives.

Es kommt sehr auf den Anspruch an, womit man zufrieden ist. Ein 8" f/4 Newton ist nicht wesentlich größer als ein 8" SC, bietet fotografisch aber viel attraktivere Belichtungszeiten, was für Deepsky und Kometen sehr wichtig ist. Problem ist die Komakorrektor, die normalen Korrektoren Baader MPCC und Vixen Komakorrektor 2 sind nicht optimal was die Randschärfe angeht (genauso wenig, wie ein herkömmliches SC). Mit TeleVue Paracorr wird die Performance eines 8" f/4 deutlich besser. Ein 8" f/5 ist 20cm länger, aber dafür würde die Komakorrektur einfacher und besser, da kommt man vielleicht auch mit dem "normalen" MPCC hin.
Das von Meade verbesserte SC Design, äh... AFC - äh - irgendwie, komme nicht auf den neuen Buchstabensalat, bis vor dem Patentstreit jedenfalls ARC behebt das Randschärfeproblem des früheren SCs sehr gut, ist aber nicht nur teuer, sondern mit f/8 oder f/10 fotografisch langsam. f/8 ist ja nur in Gabelmontierung erhältlich (Gruß an Meade, das ist eine Dummheit, das so zu bauen!).

Ich empfehle eine deutsche Montierung (Bauform, nicht Herkunftsland) allein deshalb, weil man da im Rahmen der Tragkraft jedes Teleskop da drauf schnallen kann. Dadurch relativiert sich auch fotografisch einiges. Ein weiteres Teleskop auf eine astrofotografisch solide (und beherrschte) Montierung schnallen ist vergleichsweise preisgünstig, denn fotografisch sind ja auch kleine Optiken interessant, zum Beispiel gerade für Kometen 300mm, 500mm (gibt es schnelle Russentonnen), oder auch das 135mm Tele oder 180mm Tele auf f/4 abgeblendet (Schärfe).

Das alles geht mit parallaktischer Montierung deutscher Bauweise ganz easy, per Doppelplattform, Kamerahalterung an Gegengewichtstange (für Tele) usw.

Wichtig ist: Man sollte vor allem eine Montierung für Astrofotografie kaufen, das Teleskop ist erstmal Nebensache, weil leicht austauschbar, usw. Mit einem Super-Teleskop und einer Sch...-Montierung geht gleich gar nichts!

Für 2000 Euro würde ich mal nach einer gebrauchten GP-DX Ausschau halten und diese mit einem stabileren Stativ nachrüsten. Alternativ dazu wäre eine EQ-6, die aber eine Skyscan oder eine mit verbesserten Motoren/Getrieben sein muss. Die Skyscan schränkt wegen der Kosten für's Goto das Verfügbare Geld für den ganzen anderen benötigten Kram erheblich ein. Das ist auch nicht zu unterschätzen, denn Teleskop, Leitrohr, Leitrohrschellen, Doppelplattform, Fadenkreuzokular, T2 Adapter, usw. sind ja auch noch zu beschaffen.
Betrachtet man das derart kommt man eigentlich schon zu dem Schluss, dass herkömmliche SC-Goto-Systeme ohnehin schon zu teuer sind, und auch wenn man nur ein SC OTA kauft, kommt man mit Monti und Tubus allein schon drüber. Von daher müsste das hinfällig sein und selbst bei Gebrauchtkauf kommt man durch das nötige Zubehör über's Budget hinaus.
Wobei, achso, je nachdem welches SC verwendet wird, ist man ggf. Gezwungen, einen Off-Axis-Ansatz zum Nachführen zu benutzen, wenn der Spiegel sich nicht festsetzen lässt. Der ist bei den 8" SCs leider für sein sehr dunkles Bild (Randabschattung des SCs) bekannt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

ich hab`s ja geschrieben: Das Meade f6,3 war eine reine Fotomaschine und visuell NIX!
Aber fast alle meine Aufnahmen sind damit entstanden, und die sind schon vorzeigbar. Fotografisch leuchtet dieses Gerät das volle KB-Format aus, ohne Vignettierung. Und die CCD`s haben ja eine kleinere Chipfläche.
Aber ich denke, man wird dieses Teil eh nirgens mehr bekommen. Mit dem speziellen Reducer kommt man damit ja auch auf f4. Zumindest wäre die Suche danach einen Versuch wert, den visuell will dieses Gerät so und so niemand mehr.

CS
Winfried
 
Hi,

eher gering, ja, aber...
Der Punkt ist, dass einfach ein Mindestanspruch schonmal eine sauber laufende Montierung ist. Ansonsten hat man immer Eiersterne oder gar Striche. Man muss sich damit beschäftigten, und in dem Maße wächst auch der Anspruch.
Ich denke, der 8" f/5 auf der CAM ist fotografisch untermontiert, weil die Montierung zusätzlich ja noch ein Leitrohr mit Schellen und Doppelplattform tragen muss. Zum gut 8 Kilo schweren Newton kommen dann ganz easy 3 Kilo Leitrohr mit Schellen, ein Kilo Doppelplattform mit Prismenklemmen, 500g Kamera und schon ist man über 12 Kilo, während ich die ADM/CAM fotografisch eher zwischen 8 und 10 Kilo belasten würde. Geht man drüber, wird man zu sehr windanfällig und die Ausschwingzeiten werden zu lang, zum Beispiel auch für Mondfotografie.

Auf so eine CAM würde ich fotografisch dann eher einen 150/750 setzen, dann sind die Reserven da. Nur steht oben im Thread der (unbegründete) Wunsch nach einem 8-Zöller.

Einen 200/800 kann man fotografisch auf einer GP-DX betreiben, da kommt man dann hin, bzw. diese Kombination wurde ja schon von vielen Sternfreunden eingesetzt. Da es die EQ-6 inzwischen mit modernen Getrieben gibt (Skyscan und Syntrec) kann man die Montierung auch ohne große Umbauten gut für Langzeitbelichtung nutzen. Da hat man dann die nötige Tragkraftreserve für einen 200/1000 Newton. Passt auch noch in den gesetzten Preisrahmen.
Falls 8" also gefragt sind, um auch visuell mit dem Teleskop zu schauen, dann wäre ein 200/1000 wesentlich empfehlenswerter, als der für visuelle Beobachtung und Planetenfotografie wegen f/4 kompliziertere f/4 Newton.
Fotografisch optimiert gibt es einen 200/1000 von GSO, der Celestron C8N gefällt mir aber visuell besser (kleinerer Fangspiegel) und der Zahn & Trieb Okularauszug am Celestron ist fotografisch leichter zu handhaben. Die günstigen Crayford-Auszüge neigen nämlich dazu, sich unter dem Gewicht der Kamera selbst zu verstellen, oder bei fester gezogener Klemmung dann den Fokussiertrieb durchrutschen zu lassen. Es ist also diffizil, die richtige Einstellung für den Andruck und die Klemmung des Auszuges herauszufinden. Und weil man fotografisch sowieso eine Million Dinge austüfteln muss, muss der OAZ nicht auch noch ein Problem mitbringen. Der kleinere Fangspiegel des Celestron wird dann aber fotografisch wohl zu einem Helligkeitsabfall in den Bildecken führen. Kann man per Flatfield ausgleichen, aber wünschst man sich auch nicht gerade.

Also wie immer: Choose your poison!

Clear Skies
Sven
 
.. also ist der Tubus "schon ok" mit f/5. Nur die Montierung sollte schon eine EQ-6 sein....
(EQ-6 Go-to SynScan Pro Montierung v3.20).

Denn habe ich eine vernünftige Monti "für später"...
 
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