Hallo Winfried,
die f/6,3 SCs hatten visuell keinen besonders guten Ruf, und ich frage mich auch, wie die Teile mit heutigen Schärfeanforderungen von CCD-Chips harmonieren. Ich befürchte negatives.
Es kommt sehr auf den Anspruch an, womit man zufrieden ist. Ein 8" f/4 Newton ist nicht wesentlich größer als ein 8" SC, bietet fotografisch aber viel attraktivere Belichtungszeiten, was für Deepsky und Kometen sehr wichtig ist. Problem ist die Komakorrektor, die normalen Korrektoren Baader MPCC und Vixen Komakorrektor 2 sind nicht optimal was die Randschärfe angeht (genauso wenig, wie ein herkömmliches SC). Mit TeleVue Paracorr wird die Performance eines 8" f/4 deutlich besser. Ein 8" f/5 ist 20cm länger, aber dafür würde die Komakorrektur einfacher und besser, da kommt man vielleicht auch mit dem "normalen" MPCC hin.
Das von Meade verbesserte SC Design, äh... AFC - äh - irgendwie, komme nicht auf den neuen Buchstabensalat, bis vor dem Patentstreit jedenfalls ARC behebt das Randschärfeproblem des früheren SCs sehr gut, ist aber nicht nur teuer, sondern mit f/8 oder f/10 fotografisch langsam. f/8 ist ja nur in Gabelmontierung erhältlich (Gruß an Meade, das ist eine Dummheit, das so zu bauen!).
Ich empfehle eine deutsche Montierung (Bauform, nicht Herkunftsland) allein deshalb, weil man da im Rahmen der Tragkraft jedes Teleskop da drauf schnallen kann. Dadurch relativiert sich auch fotografisch einiges. Ein weiteres Teleskop auf eine astrofotografisch solide (und beherrschte) Montierung schnallen ist vergleichsweise preisgünstig, denn fotografisch sind ja auch kleine Optiken interessant, zum Beispiel gerade für Kometen 300mm, 500mm (gibt es schnelle Russentonnen), oder auch das 135mm Tele oder 180mm Tele auf f/4 abgeblendet (Schärfe).
Das alles geht mit parallaktischer Montierung deutscher Bauweise ganz easy, per Doppelplattform, Kamerahalterung an Gegengewichtstange (für Tele) usw.
Wichtig ist: Man sollte vor allem eine Montierung für Astrofotografie kaufen, das Teleskop ist erstmal Nebensache, weil leicht austauschbar, usw. Mit einem Super-Teleskop und einer Sch...-Montierung geht gleich gar nichts!
Für 2000 Euro würde ich mal nach einer gebrauchten GP-DX Ausschau halten und diese mit einem stabileren Stativ nachrüsten. Alternativ dazu wäre eine EQ-6, die aber eine Skyscan oder eine mit verbesserten Motoren/Getrieben sein muss. Die Skyscan schränkt wegen der Kosten für's Goto das Verfügbare Geld für den ganzen anderen benötigten Kram erheblich ein. Das ist auch nicht zu unterschätzen, denn Teleskop, Leitrohr, Leitrohrschellen, Doppelplattform, Fadenkreuzokular, T2 Adapter, usw. sind ja auch noch zu beschaffen.
Betrachtet man das derart kommt man eigentlich schon zu dem Schluss, dass herkömmliche SC-Goto-Systeme ohnehin schon zu teuer sind, und auch wenn man nur ein SC OTA kauft, kommt man mit Monti und Tubus allein schon drüber. Von daher müsste das hinfällig sein und selbst bei Gebrauchtkauf kommt man durch das nötige Zubehör über's Budget hinaus.
Wobei, achso, je nachdem welches SC verwendet wird, ist man ggf. Gezwungen, einen Off-Axis-Ansatz zum Nachführen zu benutzen, wenn der Spiegel sich nicht festsetzen lässt. Der ist bei den 8" SCs leider für sein sehr dunkles Bild (Randabschattung des SCs) bekannt.
Clear Skies
Sven