mal schön etwas kaputt gebastelt - ich könnte mir in den Hintern beißen

TaurusM45

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Hallo zusammen,

die meisten von euch kennen ja nun schon meine 8" Refraktor. Nun hat der OAZ schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und wollte nicht mehr so richtig.
Unter Last konnte ich nicht mehr richtig fokussieren und er ist immer durchgerutscht.
Nun dachte ich schau ich mal was das Problem ist. Habe den Anpressdruck etwas erhöht und dann auf einmal ein lautes Knacken.
Ich hab mich erstmal nicht getraut mich zu bewegen, weil ich genau wusste, da ist jetzt was schief gegangen.
Ich musste dann leider feststellen, das eines der vier kleinen Kugellager für die Führung des Auszugrohr gebrochen ist und nun leider gar nix mehr funktioniert.

Da der OAZ nun schon etwa 15 Jahre alt ist, mache ich mir kaum die Hoffnung, da noch etwas repariert zu bekommen.
Ich habe mit meinem Händler gesprochen und er meinte, ich solle das gute Stück mal einschicken.

Für den Fall, dass das nix wird mit reparieren, wovon ich mal ausgehe, kennt jemand diesen OAZ hier und hat vielleicht noch einen übrig? Leider ist der nirgendwo mehr zu bekommen.
Teleskop Eiegenbau8.jpg


ist ein 3" OAZ. Teleskopseitig wird er einfach auf den Flansch aufgesteckt und mit drei Madenschrauben in 120° gehalten. Innendurchmesser Teleskopseitig ist 4" (102mm)

Bin gerade etwas verzweifelt, da von den neueren OAZ von heute keiner die passenden Maße hat um am Teleskop angebracht zu werden.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas,
sehr ärgerlich, klar.
Aber selbst wenn das Teil tatsächlich nicht repariert werden kann, lässt sich ein neuer Auszug passend machen.
Über APM zum Beispiel bekommst Du jeden Adapter gemacht, den Du brauchst. In bester Qualität.

Aber nun drücke ich Dir die Daumen, dass Dein alter Auszug wiederbelebt werden kann.

CS

Dietmar
 
Hallo Dietmar,

vielen Dank für den Tipp. Sollte der alte OAZ das zeitliche segnen, dann werde ich mal nach München fahren und einen nahezu Passenden und guten raussuchen und mich, wenn er nicht direkt passt mal an APM wenden.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo,
Bei mechanische Elementen geht auch mal was kaputt. Sowieso, wenn Kugellager falsch belastet werden. Die sind nicht da um größe Kräfte radial zur Lagerschalen aufzunehmen. Da gibt es andere konstruktive Lösungen. Lager kann man aber tauschen und drei Muster hast du ja. Das Auto tauscht du ja auch nicht aus, weil ein Radlager kaputt ist. Das sind Standartgrößen, die man bestellen und tauschen kann. Ich würde aber gleich alle vier wechseln. Ist kein großer Aufwand, auch nicht finanziell.
Klar bekommst du auch einen neuen Auszug und adaptieren geht immer.
Da kostet dann aber ungleich mehr als die vier Lagerchen.

Gruß Thomas
 
Ziel ist auf jeden Fall, den OAZ zu retten. Wenn ich genau drüber nachdenke bekomme ich die Lager auch selbst gewechselt. Da muss ich glaub ich nicht den Händler bemühen.
Hoffe nur, dass die Chinesen damals Standardgrößen verbaut haben.
Man man man wenn man keine Arbeit hat, dann macht man sich welche
 
Wenn ich dann hoffentlich die Lager problemlos gewechselt bekommen habe, wie kann ich dann die Friktion erhöhen, sodass er nicht mehr so einfach durchrutscht?
Höherer Anpressdruck funktioniert ja offensichtlich nicht. Gibt es da sonst noch ne Lösung, wie man die Haftreibung da erhöht?
 
Ohne jetzt den Auszug genau zu kennen...die Kugellager dienen der - möglichst spielfreien - Führung des Innenrohrs und sicherlich keinesfalls dazu, um die Schwergängigkeit einzustellen bzw. sogar zu erhöhen. Das wäre ein gegenteiliger Verwendungszweck eines Kugellagers. Es muss irgendwo am OAZ noch weitere Einstellschrauben geben, die z.B. ein Teflon-Reibplättchen stärker gegen das Innenrohr drücken oder ähnliches. Auch ist mir eine Konstruktion bekannt, bei der über eine Blattfeder die Einstellwelle in ihrer freien Drehung gebremst wird, wodurch dann auch ein Bremseffekt erzielt wird. Handelt es sich beim OAZ um einen Auszug mit Zahntrieb (also Zahnstange und Zahnrad = Rack and Pinion / R&P) oder um einen Reibwellenantrieb ähnlich dem Crayford oder Diamond Steeltrack?
Ich würde nochmal genau auf die unterschiedlichen Gewindestift-Schrauben (Madenschrauben) schauen...da muss eine Einstellmöglichkeit sein. Der OAZ macht ja einen ganz soliden Eindruck, wäre ehr nicht zu erwarten, dass da keine Einstellmöglichkeit vorhanden ist.

Viele Grüße Kay
 
Es ist in der Tat ein Reibwellenantrieb und ja es gibt einige Madenschrauben an denen man rumdrehen kann. Ist nur die Frage wo dreht man welche Schraube um den gewünschten Effekt zu bekommen.
Erster Schritt wird jetzt mal sein, neue Kugellager einzubauen. Die bekommt man ja wie ich gesehen habe in allen möglichen Größen. Da wird wohl was Passendes dabei sein.
 
Bei den kleinen Kugellagern gibt es zumindest (ähnlich den Norm-Größen bei den normalen Lagern) auch Vorzugsreihen bei den Baugrößen...da werden die Chinesen bestimmt nicht noch ein eigenes Süppchen kochen sondern sich auch am verfügbaren Markt bedienen. Ich denke wenn Du eins mit dem Messchieber ausmisst, wirst Du schnell passende Größen finden:

Viel Erfolg und viele Grüße Kay
 
Hallo Andreas,
Du kannst die Friktion erhöhen, indem Du die Welle und die Reibfläche mattierst, z.B. durch zartes Sandstahlen.
Dadurch ergibt sich eine Art Mikroverzahnung, die besser greifen sollte im Vergleich mit ganz glatten Flächen.
Nach diesem Prinzip werden, wenn ich es richtig sehe, die Diamond Steeltrack von Baader gebaut (mit hartem Diamantstaub halt....)

Zusätzlich lässt sich die Reibhaftung durch den Einsatz eines winzigen Tröpfchens Keilriemensprays (z.B. von Würth) erhöhen.
Das Spray hinterlässt eine leicht klebrige Fläche, die das Losbrechmoment etwas verändert.

CS

Dietmar
 
Rutscht denn die Reibwelle an der Schiene durch oder rutscht das Innenrohr im Außenrohr zu leicht durch (wobei sich dann der Triebknopf immer noch mitdrehen würde...)?
Das mattieren der Welle würde den Biss zwischen Triebwelle und Schiene verbessern, trotzdem könnte das Innenrohr immer noch zu leicht im Außenrohr verschiebbar sein und durch Gewicht verstellt werden. Hast Du dazu was beobachtet?

Viele Grüße Kay
 
Rutscht denn die Reibwelle an der Schiene durch oder rutscht das Innenrohr im Außenrohr zu leicht durch (wobei sich dann der Triebknopf immer noch mitdrehen würde...)?
Das mattieren der Welle würde den Biss zwischen Triebwelle und Schiene verbessern, trotzdem könnte das Innenrohr immer noch zu leicht im Außenrohr verschiebbar sein und durch Gewicht verstellt werden. Hast Du dazu was beobachtet?

Viele Grüße Kay
Hallo Kay und alle anderen,

ja die Reibwelle rutscht an der Schiene durch.
Könnte es auch klappen, wenn man die Schiene und Reibwelle mit etwas Schmirgelpapier anraut? Oder macht das keinen Sinn?

So Kugellager (die Guten) sind schonmal bestellt.

Wäre doch gelacht, wenn ich zusammen mit meinem Vater nen 8" Refraktor hinbekomme aber den OAZ nicht ans Laufen bekäme
Viele Grüße
Andreas
 
...so der OAZ läuft wieder. Kugellager getauscht. Neu eingestellt. Die Laufflächen etwas angeraut und jetzt ist er wieder am Refraktor.
Danke für eure Tipps.
Grüße
Andreas
 
:y:
 
Hallo Andreas,

hast du auch geprüft, ob die Passschrauben, die die Lager vermutlich aufnehmen ( ist zB beim Baader Diamond Steeltrack so) noch gerade sind? Ansonsten könnte der Auszug eiern. Solltest du da neue brauchen kann ich dir ggf helfen, welche zu finden.

CS Johannes
 
Hallo Johannes,

vielen Dank für deine Antwort. Welche Schrauben meinst du da genau? Am OAZ sind nämlich einige Schrauben an denen man was drehen kann

Viele Grüße
Andreas
 
Hi Dietmar,

na dann werd ich morgen mal in den Baumarkt gehen und kein Silikonspray kaufen

Viele Grüße
Andreas
 
Gute Idee,
kannst natürlich auch zwei oder drei kein Silikonspray kaufen.
Man kann ja nie wissen, ob man es nicht irgendwann wieder einmal nicht braucht.

CS

Dietmar
 
Hallo Andreas, ich meine die Schrauben oder Bolzen, auf die die Lager gesteckt sind. Beim Baader Diamond Steeltrack sehen die so aus, wie angehängt. Da die dort sehr mickrig dimensioniert sind, verbiegen die bei zu starker Klemmung schnell, wie der fotografierte auch.

CS Johannes
 

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