Mal wieder das Thema Fett

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Rotwang

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Auf der Suche nach Fett für meine Montierung und meiner Russentonne (das Teil geht nur recht schwergängig) hba ich einiga Sahcen bei uns in der Garage gefunden. Jetzt halt "nur" noch die Frage welches am besten ist.

BP Energrease LS-EP 2
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Das Fett sieht eher so aus wie der Syntahonig - gelblich bis durchsichtig. Enthält wohl Lithium.

Daten laut BP Homepage:
Mehrzweckfette mit hoher thermischer und mech-anischer Belastbarkeit für Wälz- und Gleitlager aller Bauformen und -größen mit hohen und niedrigen Drehzahlen, korrosionsschützend. Temperatureinsatzbereich: ca. -25°C bis + 130°C.


TA-Walzerit M
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Hier habe ich keine weiteren Angaben gefunden. Weder auf der Dose noch im Netz. Ist wohl für Walzen/Lagerschmierung gedacht. Vielleicht kennt es ja einer. Fett ist schwarz.


K.S. Paul PBC (Poly Butyl Cuprysil)
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Laut Aussage meines Vaters "das beste Fett das es gibt und auch das teuerste" - ob das stimmt weiss ich nicht, aber das Fett ist im Moment mein Favorit. Eigentlich ist es wohl kein Fett sonder Kupferpaste für Monatgezwecke. Enthält auch Kupfer - deswegen die kupferne Farbe.

Infos des Herstellers:
http://www.kspaul.de/TDB/MP-PBC.pdf

Mehr Infos eines anderen Herstellers:
http://www.dbi-brunner.de/copadat.html


Die restlichen Fette waren schon in der kühlen Garage zu Fest um in einer Montierung gute Dienste zu leisten.


Der "Fühltest" der Fette ergab das eigentlich alle Fette gleich schmieren und selbst bei der sog. Kupferpaste waren keine Partikel zu spüren (die sollen ja wohl laut hersteller kleine Poren im Metall ausfüllen!!!).

Also was meint ihr "Fettexperten" dazu? Hat einer Erfahrungen mit einem dieser Stoffe und kann mir was empfehlen?

CS
Sebastian

Edit:
Der staatlich annerkannte Kühltruhentest hat ergeben das alle drei sich im Grunde nicht verschlechtern. Einzig das Walzerit war meiner meinung nahc etwas zäher als vorher.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
*g*
Ich hätte einen Ironie-Tag setzten sollen.

Also ich hab einfach alles Fett was ich so gefunden hatte auf ne Metallplatte getan (immer zwei Kleckse pro Fettsorte). Metallplatte deshalb weil sie selber stark abkühlt und demnach deb Eigenschaften der Montierung Nahe kommt.

Dann erstmal bei Zimmertemperatur mit nem Zahnstocher testen inwieweit Fäden gezogen werden (also allgemeine Viskosität testen) und alle Ergebnisse schön merken oder halt aufschreiben. Da ich von jeder Fettsorte zwei Kleckse gemacht habe kann ich jetzt zweimal den "Fingertest" machen - einmal im Normalzustand und einmal im kalten.

Zeigefinger mitten in den Klecks patschen und ein wenig rumrühren und ab und zu hochheben, damit kann man erstens Schmiereigenschaften und zweitens die "Klebrigkeit" testen.

Dann das ganze ab in die Gefriertruhe. Warten, warten, warten und bei gut abgekühlter Platte die ganzen Tests mit den übriggebliebenen Klecksen testen.

Das ist das "Geheimnis" meines heut morgen ausgedachten Testes *g*

Mittlerweile hab die Fettflächen vorhin nochmal getestet - mittlerweile bin ich von dem Wunderfett PBC abgerückt. Das BP Fett hat imho die besten Gleiteigenschaften - das PBC "trocknet" eher schneller weg so das nicht mehr die volle Schmierleistung gegeben ist. Und da Lithiumfett schon öfter hier im Forum öfter mal emphoflenm worden ist werde ich wohl dieses nehmen.

Es sei denn es kommt ein wirklicher Experte und mich in Sachen PBC besser beraten kann.

CS
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

da ich ein etwas älteres Motorrad habe das ich selbst warte, konnte zum Thema Fett schon einige Erfahrungswerte sammeln...

Zur Prüfung der Viskosität von Fetten: Ich weiß zwar nicht, wie die Hersteller dies genau messen; man kann das aber leicht selbst überprüfen. Man nimmt dazu am besten eine geschliffene Rundstange (10-14mm) aus Stahl und nimmt eine Messingbuchse, deren Bohrung ein paar hundertstel Millimeter größer ist als die Rundstange. Die Stange fettet man ein und schiebt die Messingbuchse auf. Mit einer Federwaage oder einem Kraftmesser kann nun bei den verschiedenen Temperaturen die Gleitfähigkeit der Messingbuchse gemessen werden.
Montierungen und Fernrohre sind Temperaturen von ca. -20°C bis +40°C ausgesetzt. In diesem Bereich sollte das Fett keine all zu großen Viskositätsunterschiede aufweisen. Ich hatte mal eine kommerzielle Montierung, bei der bei +40° das Schneckenspiel deutlich zu groß war. Bei +10° war es normal und bei -15° konnte das Treibrad nur unter einem gewissen Kraftaufwand gedreht werden. So sollte es eigentlich nicht sein.

Als weiteres ist bei einem Fett die Eigenschaft der Langzeitschmierung interessant. Mit der Zeit wird das Fett steifer oder verharzt gar. Dann muß es natürlich durch neues ersetzt werden. Je nach Qualität ist das unterschiedlich. Meist helfen da nur Langzeiterfahrungen weiter und es hängt natürlich auch von der jeweiligen Belastung ab.

keine allzu fettigen Finger wünscht dir Herbert
http://zellix.bei.t-online.de
 
Hallo Sebastian,

noch kurz etwas zur Hochtemperatur-Kupferpaste: Ich habe ein ähnliches Fett - es glänzt aber silbern. Ich fette damit Bremsnocken und Bremsschlüsselwellen. Es ist auch hervorragend für die Schrauben am Auspuffkrümmer geeignet. Zum Schmiern von Montierungen rate ich ab, denn nach dem "trocknen" verklumpt überschüssiges Fett und bildet auch Kügelchen.

Ich könnte dir aber ein anderes Fett für Montierungen empfehlen: Es ist sog. MsO2 und wird zum Schmieren von Gleichlaufgelenken benutzt.

Gruß, Herbert
 
Danke für die Antworten.

Das mit dem Test mit der Rundstange hört sich vielversprechend an. Werd mal sehen ob ich was entsprechendes finde und dann nochmal testen.

Ja wie schon geschrieben bin ich auch von der Kupferpaste ab - es "trocknete" doch etwas schnell. Ich hab gestern meine Russentonne mit dem BP Lithiumfett eingeschmiert. Jetzt läuft sie schon viel besser als vorher - allerdings ist der "mit-zwei-Finger-Dreheffekt" nicht eingetreten. Mal gucken - evtl muss ich am Gewinde noch etwas abschleifen - das scheint an einigen Stellen etwas rauh zu sein.

Gruss
Sebastian
 
Hallo Sebastian,

ganz zufällig kenne ich mich mit der Fertigung von Gewinden auch ganz gut aus.
Zuerst muß ein Gewinde erst mal trocken richtig laufen. Es darf kein Schmutz und kein Grat auf dem Gewinde sein. Läuft es da richtig, braucht man nur noch das richtige Fett...
Ich kann dir gerne etwas MsO2-Fett zuschicken, da ich gerade an Muttis VW-Jetta Bj.82 die Manschetten der Antriebsgelenke für den TÜV erneuern mußte. Dann kannst du ja mal den Unterschied zu den anderen Fett sehen.
Du wirst es fast nicht glauben, aber zum Thema Fett kommen bei der Fachgruppe öfter Anfragen und ich denke über einen Artikel fürs übernächste VdS-Journal nach, in dem man den Leser etwas aufklären könnte. Möchtest du an diesem Artikel mitarbeiten? Näheres dazu kannst du dann bei uns erfahren.

Freundliche Grüße, Herbert,
Fachgruppe Amateurteleskope/Selbstbau
http://www.vds-astro.de/fg-selbstbau
 
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