Anette_Aslan
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Liebe Astrofäns,
in den jüngst vergangenen Tagen war ich manchesmal froh, dass der Himmel des Nachts zu war, weil ich mit meiner hartnäckigen Erkältung die Kälte lieber meiden wollte. Doch wer ernsthaft astrokrank ist, der hadert mit dem Gewissen, so wie ich gestern Nacht, als kurz vor 24h der Himmel mal kurz aber fantastisch aufklarte.
Ei, soll ich nun da Draussen bei minus 5 den Nachbarn ein Ständchen husten, meine eisigen Füsse endgülitg erstarren lassen, was riskieren? Ich wägte ab, Orion winkte vom Meridian rüber und mir war dann wie Odiseuss, als er die Sirenen hörte: ich schmiß mich ins Meer der Kälte, verführt zu unvernünftigen Handeln....schnell alles an Klamotten übereinander was sich mitreißen ließ, den Oku-Rucksack über die Schultern, die Katze hinterm Ofen vorgejagt.... raus in den Garten, den Dobsi ausm Schuppen und erstmal einfach so von dieser klaren Nacht benommen, den Himmel "naked eye" genossen.
Eine Sternschnuppe aus den Zwillingen begrüßte mich, als sie von dort gen Südwest sauste und so langsam die Orientierung findend bin ich mal gleich rauf zu Mars, der auffälliger nicht sein konnte.
Im Baader Hyp 5 kam wieder dieser entsetzliche Heiligenschein um den Planeten, ich trickste herum und versuchte es mit einem billigen 10ner Kellner und der Barlow. Siehe da, der Heiligenschein verschwand fast und ich konnte (leider noch immer ohne Filter) Mars viel besser sehen als durch das teure Baader! Ich sah die Polkappe leuchten und dunkle Wolkenstrukturen waren erahnbar...dann kitzelte ich die Vergrößerung rauf bis 600! Will heißen das 4mm Oku in die Barlow. Da wurde es ungemein schwierig, das Objekt im Gesichtsfeld zu halten, ich kam mir vor, als segelte ich um Kap Horn, durch enge felsige Passagen bei Windstärke 12! Ich glaube hier spätestens sehnt sich jeder überzeugte Dobsianer nach einer motorisierten parallaktischen Montierung, stimmts?
Klar, bei dieser unsachgemässen Vergrößerung sah ich nichts am Planeten, doch wenn ich mal ein Teleskop habe, dass mir das Scheibchen klar in dieser Größe zeigt, will ich mehr als zufrieden sein. Das packt doch nur ein 20 Zöller oder? Na dann aber Hut ab!
Saturn war schon 15 Grad überm Horizont und ich sah ihn erstmals seit langem wieder. Ich staunte über die Stellung des Ringes, konnte gerade mal noch links und rechts die Öffnungen sehen doch den Ring deutlich als Bauchbinde erkennen, Cassini währe wohl in den Ansen noch zu finden gewesen, doch das schaffte ich irgendwie nicht. Trotzdem ist der Saturn auch in dieser STellung ein schönes Objekt, Planetenfreunde müssen ja gerade ihre helle Freude haben, gleich zwei Kandidaten zu finden, die interessant zu beobachten sind.
Ich besuchte noch diverse offene Sternhaufen, den in den Zwillingen, die beiden im Fuhrmann und im Krebs, die Plejaden und die beiden im Perseus. Der im Einhorn stand zu tief, dafür fand ich aber den lieben Tannenbaum. Ei, der Winter ist ein Fall für offene Sternhaufen! Für M42 mußte ich mir den Hocker holen, denn der bedurfte eines längeren meditativen Betrachtens.....meine Miezie jammerte so gegen 1h und machte mir klar, dass ich zur Mumie erstarren würde, wenn ich nicht auf sie höre......schweren Herzens alles eingepackt und steifglücklich ins Bette, wo ich mich langsam in den Schlaf hustete......
na, wer hat wohl diese schöne Spechtelnacht mit eisig-östlicher Strömung noch erlebt?
Grüssle von Anette
in den jüngst vergangenen Tagen war ich manchesmal froh, dass der Himmel des Nachts zu war, weil ich mit meiner hartnäckigen Erkältung die Kälte lieber meiden wollte. Doch wer ernsthaft astrokrank ist, der hadert mit dem Gewissen, so wie ich gestern Nacht, als kurz vor 24h der Himmel mal kurz aber fantastisch aufklarte.
Ei, soll ich nun da Draussen bei minus 5 den Nachbarn ein Ständchen husten, meine eisigen Füsse endgülitg erstarren lassen, was riskieren? Ich wägte ab, Orion winkte vom Meridian rüber und mir war dann wie Odiseuss, als er die Sirenen hörte: ich schmiß mich ins Meer der Kälte, verführt zu unvernünftigen Handeln....schnell alles an Klamotten übereinander was sich mitreißen ließ, den Oku-Rucksack über die Schultern, die Katze hinterm Ofen vorgejagt.... raus in den Garten, den Dobsi ausm Schuppen und erstmal einfach so von dieser klaren Nacht benommen, den Himmel "naked eye" genossen.
Eine Sternschnuppe aus den Zwillingen begrüßte mich, als sie von dort gen Südwest sauste und so langsam die Orientierung findend bin ich mal gleich rauf zu Mars, der auffälliger nicht sein konnte.
Im Baader Hyp 5 kam wieder dieser entsetzliche Heiligenschein um den Planeten, ich trickste herum und versuchte es mit einem billigen 10ner Kellner und der Barlow. Siehe da, der Heiligenschein verschwand fast und ich konnte (leider noch immer ohne Filter) Mars viel besser sehen als durch das teure Baader! Ich sah die Polkappe leuchten und dunkle Wolkenstrukturen waren erahnbar...dann kitzelte ich die Vergrößerung rauf bis 600! Will heißen das 4mm Oku in die Barlow. Da wurde es ungemein schwierig, das Objekt im Gesichtsfeld zu halten, ich kam mir vor, als segelte ich um Kap Horn, durch enge felsige Passagen bei Windstärke 12! Ich glaube hier spätestens sehnt sich jeder überzeugte Dobsianer nach einer motorisierten parallaktischen Montierung, stimmts?
Klar, bei dieser unsachgemässen Vergrößerung sah ich nichts am Planeten, doch wenn ich mal ein Teleskop habe, dass mir das Scheibchen klar in dieser Größe zeigt, will ich mehr als zufrieden sein. Das packt doch nur ein 20 Zöller oder? Na dann aber Hut ab!
Saturn war schon 15 Grad überm Horizont und ich sah ihn erstmals seit langem wieder. Ich staunte über die Stellung des Ringes, konnte gerade mal noch links und rechts die Öffnungen sehen doch den Ring deutlich als Bauchbinde erkennen, Cassini währe wohl in den Ansen noch zu finden gewesen, doch das schaffte ich irgendwie nicht. Trotzdem ist der Saturn auch in dieser STellung ein schönes Objekt, Planetenfreunde müssen ja gerade ihre helle Freude haben, gleich zwei Kandidaten zu finden, die interessant zu beobachten sind.
Ich besuchte noch diverse offene Sternhaufen, den in den Zwillingen, die beiden im Fuhrmann und im Krebs, die Plejaden und die beiden im Perseus. Der im Einhorn stand zu tief, dafür fand ich aber den lieben Tannenbaum. Ei, der Winter ist ein Fall für offene Sternhaufen! Für M42 mußte ich mir den Hocker holen, denn der bedurfte eines längeren meditativen Betrachtens.....meine Miezie jammerte so gegen 1h und machte mir klar, dass ich zur Mumie erstarren würde, wenn ich nicht auf sie höre......schweren Herzens alles eingepackt und steifglücklich ins Bette, wo ich mich langsam in den Schlaf hustete......
na, wer hat wohl diese schöne Spechtelnacht mit eisig-östlicher Strömung noch erlebt?
Grüssle von Anette
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